Historische Kommission für Sachsen-Anhalt

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Historische Kommission für Sachsen-Anhalt
Zweck: Geschichtliche Landeskunde
Vorsitz: Thomas Müller-Bahlke
Gründungsdatum: 1876 / 1990
Mitgliederzahl: 44
Sitz: Magdeburg
Website: http://www.historische-kommission-fuer-sachsen-anhalt.de

Die Historische Kommission für Sachsen-Anhalt ist ein eingetragener Verein von Wissenschaftlern und Institutionen, die sich mit der Landesgeschichte von Sachsen-Anhalt befassen, sowohl in Forschung als auch in der Vermittlung in der Öffentlichkeit. Als solche entspricht sie anderen landesgeschichtlichen Historischen Kommissionen in Deutschland. Sie wurde 1990 gegründet und sieht sich in der Nachfolge der 1876 gegründeten historischen Kommission für die preußische Provinz Sachsen, der 1900 auch Anhalt beitrat (sie bestand bis zur Auflösung der Länder 1952).[1] Ihr Sitz ist in Magdeburg.

Zur Zeit hat sie 44 Mitglieder (2016), darunter viele Professoren von Universitäten, aber auch aus Archiven und kirchlichen Einrichtungen. Sie steht auch Institutionen als Mitgliedern offen und es gibt eine Ehrenmitgliedschaft und eine korrespondierende Mitgliedschaft. Direktor ist Thomas Müller-Bahlke (2016), der Direktor der Franckeschen Stiftungen in Halle. Bis 2004 wurde die Kommission direkt vom Land Sachsen-Anhalt gefördert, danach nicht mehr (die Geschäftsstelle musste daraufhin aufgelöst werden), sondern finanziert sich überwiegend durch Projektförderung und durch Stiftungen (wegen solcher Förderung wurde der Braunschweiger Professor für Pharmazeutische Chemie Dietrich Moderhack Ehrenmitglied).[2]

Mitglieder sind oder waren unter anderem Konrad Breitenborn, Enno Bünz (Professor für Landesgeschichte in Leipzig), Werner Freitag (ehemaliger Professor für Landesgeschichte in Halle-Wittenberg vor seinem Weggang nach Münster,[3] danach korrespondierendes Mitglied), Stephan Freund, Thomas Großbölting, Hans-Herbert Haase, Josef Hartmann (der wesentlich an der Gründung beteiligt war und Leiter des Landesarchivs war), Leonhard Helten, Erhard Hirsch, Ulrike Höroldt (Leiterin des Landesarchivs und zeitweise Vorsitzende), Wolfgang Huschner, Peter Johanek, Eva Labouvie, Klaus Krüger, Heiner Lück, Ralf Lusiardi, Harald Meller (der Landesarchäologe), Andreas Pečar, Klaus Erich Pollmann, Matthias Puhle, Andreas Ranft, Silke Satjukow, Arno Sames, Wolfgang Schenkluhn, Roderich Schmidt, Werner Schröder, Hans K. Schulze, Ernst Schubert (Gründungs- und Ehrenvorsitzender), Hans-Georg Stephan, Mathias Tullner (Professor für Landesgeschichte in Magdeburg), Patrick Wagner, Matthias Werner, Holger Zaunstöck (Professor in Halle-Wittenberg, wo er auch Landesgeschichte vertritt), Walter Zöllner.

Sie unterstützen Projekte insbesondere zur Quellenforschung wie die Fortsetzung des Urkundenbuchs des Hochstifts Halberstadt (dessen erste Bände 1883 bis 1889 Gustav Schmidt herausgab) und eine kommentierte Faksimileausgabe des Atlas Cameræ Magdeburgensis von Friedrich August Fiedler (in Zusammenarbeit mit dem Landesarchiv und dem Landesheimatbund). Sie geben auch die Quellen und Forschungen zur Geschichte Sachsen-Anhalts heraus und ein Jahrbuch (Sachsen und Anhalt).[4]

Sie veranstalten auch Tagungen und einen Tag der Landesgeschichte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Hartmann: 125 Jahre Historische Kommission 1876–2001. In: Jahrbuch für Sachsen und Anhalt 23/2001, S. 9–52.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Es gab aber von 1954 bis 1990 die vom Landesarchiv in Magdeburg herausgegebene Reihe Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts, die ihre Arbeit fortsetzte.
  2. Dietrich Moderhack Stiftung Halle
  3. Die Professur für Landesgeschichte wurde 2004 aufgrund einer Strukturreform aufgelöst und Freitag ging daraufhin nach Münster.
  4. Die ersten 17 Bände erschienen 1925 bis 1943.