Hitachi (Unternehmen)

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Hitachi Ltd. Corporation
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Rechtsform Kabushiki-gaisha (Aktiengesellschaft)
ISIN JP3788600009
Gründung 1910
Sitz Chiyoda, Präfektur Tokio, JapanJapan Japan
Leitung Toshiaki Higashihara (Präsident und CEO)[1]
Mitarbeiterzahl 336.670[2]
Umsatz 9.775 Mrd. Yen (77,4 Mrd. Euro)[2]
Branche Elektronik, Maschinenbau
Website www.hitachi.com
Stand: 31. März 2015

Die K.K. Hitachi Seisakusho (jap. 株式会社日立製作所, Kabushiki-gaisha Hitachi Seisakusho, englisch Hitachi Ltd. Corporation) ist ein im Nikkei 225 gelisteter weltweit agierender Elektrotechnik- und Maschinenbau­konzern mit Sitz in der japanischen Hauptstadt Tokio.

In den Forbes Global 2000 der weltweit größten Unternehmen belegt Hitachi Platz 149 (Stand: Geschäftsjahr 2017). Das Unternehmen kam Mitte 2018 auf einen Börsenwert von ca. 39 Mrd. US$.[3]

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Hitachi-Pavillon auf der Expo 2005
Hitachi-Hauptsitz in Tokyo

1910 in der gleichnamigen Stadt von Namihei Odaira (小平 浪平, Odaira Namihei) als Werkstatt für Elektrotechnik gegründet, entwickelte sich das Unternehmen schnell zu einer Produktionsstätte weiter, noch im selben Jahr wurden Elektromotoren in Serie gefertigt. In den Folgejahren kamen weitere Produkte hinzu, u. a. Industrieanlagen, Haushaltsgeräte und Kommunikationssysteme, später auch Unterhaltungselektronik und Informationselektronik sowie Software.

Innerhalb kürzester Zeit avancierte die Firma auf dem japanischen Binnenmarkt zum Marktführer in der Herstellung von Elektromotoren und Elektroenergieanlagen. Durch überlagern der Kanji-Symbole hi ("Sonne") und tachi ("steigen"), wurde der Firmenname geprägt, was die nationalen Ambitionen des jungen Unternehmens widerspiegelte und zu seinem Markenzeichen machte.

1911 wurde das Tochter-Unternehmen der Bergbaugesellschaft von Fusanosuke Kuhara in Hitachi, Ibaraki gegründet. Im Jahr darauf wurde Japans erstes Stahlbetonkraftwerk, das Ishioka-Kraftwerk errichtet.

1918 fand die Fusion von Kuhara Mining Tsukishima Mfg. Um die Kameido Fabrik statt. Der Hauptsitz der Firma wurde nach Tokio (Hisashi Works Hitachi, Ltd.) verlegt. Unter einer Managementkrise von 1920 erwarb Hitachi, Ltd. völlig unabhängig die Kasado-Werft von Japan Dampfer von Kuhara und begann mit der Herstellung von elektrischen Lokomotiven.

1924 wurde die erste große elektrische Lokomotive "ED15" fertiggestellt und im Jahr darauf wurden mehrere Exemplare an das Eisenbahnministerium geliefert, sowie 30 Turbinen in die Vereinigten Staaten von Amerika exportiert.

1927 startete die Fertigung der Aufzüge. Die Firma beteiligte sich auch erfolgreich an der Entwicklung des elektrischen Kühlschranks.

Während des 2. Weltkrieges verlagerten die Betriebe ihre Kapazitäten hauptsächlich in die Fertigung der Militärmaschinerie – es wurden Motoren für Flugzeuge produziert. Nach der Niederlage Japans kollabierte die Firma und litt lange an den Folgen des Krieges. Viele ihrer Fabriken wurden durch Bombenangriffe der Alliierten zerstört, und nach dem Krieg versuchten amerikanische Besatzungstruppen, Hitachi ganz aufzulösen. Gründer Odaira wurde aus der Firma entlassen.

Dennoch konnte Hitachi nach dreijährigen Verhandlungen alle bis auf 19 seiner Produktionsanlagen beibehalten. Die Kosten für einen solchen Produktionsstillstand, der durch einen dreimonatigen Arbeiterstreik im Jahr 1950 noch verstärkt wurde, behinderten Hitachis Wiederaufbaubemühungen jedoch erheblich. Paradoxerweise, nur der Koreakrieg rettete das Unternehmen vor dem völligen Zusammenbruch. Hitachi, wie auch viele andere japanische Rüstungs-Industrieunternehmen, profitierte von den Aufträgen, die das amerikanische Militär vergab.

Währenddessen wurde Hitachi 1949 eine Aktiengesellschaft und ging an die Börse.

Im Jahre 1959 wurde die amerikanische Niederlassung Hitachi America Ltd. gegründet. Die europäische Niederlassung Hitachi Europe wurde 1962 gegründet.

Reaktorblock 4 (links) des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi am 16. März 2011

Am 12. Februar 1973 begann Hitachi mit dem Bau von Block 4 des Kernkraftwerks Fukushima-Daiichi.[4]

Nach einem Ausfall der Abklingbeckenkühlung am 15. März 2011 wurde Block 4 des Kernkraftwerks Fukushima-Daiichi weitgehend zerstört. Der damalige Präsident Hiroaki Nakanishi forderte im April 2011 dennoch einen weiteren Ausbau der Kernenergie in Japan.

Heute zählt Hitachi als großer Mischkonzern zu den größten Unternehmen der Welt. Nach dem Umsatz lag der Konzern 2012 auf Rang 38.

Geschäftsfelder und Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Im Laufe der Entwicklung des Konzerns wurden etliche Unternehmen erworben oder veräußert. Die Aktivitäten gliedern sich heute in die Hauptgeschäftsfelder Power Systems Group, Infrastructure Systems Group und Information & Telecommunication Systems Group.[5]

Power Systems Group[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 arbeitet Hitachi mit General Electric im Bereich Kerntechnik im Joint-Venture GE Hitachi Nuclear Energy zusammen.[6] In Deutschland ist Hitachi unter anderem mit dem Anlagenbauer Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe vertreten. Das aus der Konkursmasse von Babcock Borsig hervorgegangene Unternehmen mit Sitz in Oberhausen errichtete 2007 im Duisburger Innenhafen eine neue Unternehmenszentrale, das Hitachi Power Office.

Infrastructure Systems Group[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bagger von Hitachi

Seit 1920 ist Hitachi unter dem Namen Hitachi Transportation Systems im Bau von Schienenfahrzeugen und Eisenbahnsystemen tätig. Ab 1986 produzierte man in einem Joint Venture mit Fiat unter dem Namen Fiat-Hitachi Bagger. 1988 gründete man zusammen mit John Deere das Joint Venture Deere-Hitachi, zur Herstellung und zum Vertrieb von Baumaschinen in Nordamerika.[7] Im Jahr 2000 erwarb Hitachi von Tata Motors einen Anteil von 20 Prozent an dem indischen Baumaschinenkonzern Telcon.[8] Die Anteile an Telcon wurden 2005 und 2010 jeweils um weitere 20 Prozent erhöht.

Information & Telecommunication Systems Group[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hitachi Data Systems wurde 1989 als Joint Venture mit Electronic Data Systems gegründet. Ursprünglich sollte HDS Hitachi Mainframes vermarkten. 1990 beschäftigte das Unternehmen 290.810 Mitarbeiter. 1999 übernahm Hitachi die Anteile von EDS und baut das Unternehmen seitdem zu einem Anbieter von Speicherlösungen aus. Mit dem japanischen Unternehmen Omron wurde 2004 das Joint-Venture Hitachi-Omron Terminal Solutions zur Herstellung und Vertrieb von Kartenlesern (motorische und manuelle Leser/Schreiber für Magnetstreifenkarten und Chipkarten im ISO-Format) gegründet. Das Tochterunternehmen Hitachi Maxell ist eine Firma für Vertrieb und Herstellung von Batterien und Speichermedien. Zusammen mit dem südkoreanischen Unternehmen LG Electronics wurde im Jahr 2001 Hitachi-LG Data Storage zur Herstellung von optischen Laufwerken gegründet.

Weitere Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 Hitachi Klimagerät - Außeneinheit

Der Halbleiterbereich wurde 2003 in das neugegründete Joint-Venture mit Mitsubishi Electric Renesas Technology ausgegliedert, in die Hitachi u. a. die H8-Mikrocontroller-Familie und die SuperH-Prozessorarchitektur einbrachte. 2000 stieg der Hitachi-Konzern ins Beratungsgeschäft ein und firmiert dort seit 2003 unter dem Namen Hitachi Consulting. Weiters werden von Hitachi Produkte für die Medizintechnik hergestellt (Diagnosesysteme und Geräte für bildgebende Diagnosemethoden, wie Computertomographie oder Magnetresonanztomographie). Das Unternehmen ist auch eines der führenden im Bereich der Protonentherapie - Forschung, Entwicklung und dem Verkauf derartiger Anlagen als medizinische Therapieeinrichtigungen [9] Weiters werden Elektrogeräte wie Klimaanlagen, Kühlschränke, LCD Projektoren und Waschmaschinen von Hitachi erzeugt. Die einstige Tochterfirma TCM Corporation fertigte Gabelstapler, wurde 2013 mit Nissan Forklift (inkl. Atlet) zur UniCarrier Corporation fusioniert, die 2015 von Mitsubishi Heavy Industries (MHI) übernommen wurde.

Veräußerte Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hitachi fertigte auch Festplatten, zunächst 2,5-Zoll-Notebookfestplatten aus eigener Entwicklung. 2003 wurde die IBM-Festplattensparte einschließlich sämtlicher Modellreihen wie Deskstar und Travelstar sowie der Entwicklungsabteilung übernommen. Die Übernahme der daraus entstandenen Hitachi Global Storage Technologies (HGST) durch Western Digital im Jahr 2011 wurde von der EU-Kommission unter Auflagen genehmigt.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hitachi (Unternehmen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Directors and Executive Officers
  2. a b Geschäftsbericht 2015
  3. The World’s Largest Public Companies. In: Forbes. (forbes.com [abgerufen am 17. Juli 2018]).
  4. Nuclear Reactor Maps: Fukushima-Daiichi. (Nicht mehr online verfügbar.) Nuclear Transparency in the Asia Pacific, 21. März 2011, ehemals im Original; abgerufen am 9. Mai 2014 (englisch).@1@2Vorlage:Toter Link/www.nuctrans.org (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Organization chart of Hitachi. Hitachi Website, 1. Oktober 2013, abgerufen am 3. November 2013 (PDF-Datei; 35 kB, englisch).
  6. The Times-Nachricht vom 14. November 2006: GE, Hitachi form nuclear alliance
  7. Deere, Hitachi sign agreement. The Spokesman-Review, 18. Mai 1988, abgerufen am 22. März 2013.
  8. Tata Motors to sell 20% in Telcon to Hitachi. Business Standard, 26. Mai 2010, abgerufen am 22. März 2013.
  9. Laura Wood: Global Pediatric Proton Therapy Market & Forecast, Research and Markets, PRNewswire, 11.September 2017, Dublin
  10. EU: Western Digital darf Hitachis-Festplattensparte übernehmen. heise.de, 24. November 2011, abgerufen am 24. November 2011.