Hitnrun Phase Two

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HITnRUN Phase Two
Studioalbum von Prince

Veröffent-
lichung(en)

12. Dezember 2015

Aufnahme

Januar 2010 – 29. April 2015

Label(s) NPG Records / Tidal / Universal Music Group

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Contemporary R&B, Funk, Pop, Soul

Titel (Anzahl)

12

Länge

58:05

Besetzung Alle Songs wurden von Prince produziert, arrangiert, komponiert und vorgetragen. Folgende Personen ergänzten die Aufnahmen:[1]
  • Cassandra O’ Neal – Keyboard in Big City
  • Eryn Allen Kane – Gesang in Baltimore
  • John Blackwell – Schlagzeug außer in Baltimore, Groovy Potential, Stare
  • Justin Stanley – Keyboard und Handclaps in 2 Y. 2 D.
  • Ledisi – Begleitgesang in Big City
  • Liv Warfield – Begleitgesang in Big City, Black Muse
  • Michael Bland – Schlagzeug in Groovy Potential
  • Shelby J. – Begleitgesang in Big City, Black Muse
  • Covergestaltung – Martin Homent
  • Fotografie – Karrah Kobus
  • Toningenieure – Prince, Booker T., Chris James, Dylan Dresdow, Justin Stanley

Produktion

Prince

Studio(s)

Paisley Park Studio (Chanhassen)

Chronologie von Prince
HITnRUN Phase One
(2015)
HITnRUN Phase Two Purple Rain Deluxe
(2017)
Singleauskopplungen
23. November 2011 Xtraloveable
22. November 2012 Rocknroll Loveaffair
4. Februar 2013 Screwdriver
26. Mai 2015 Baltimore

Hitnrun Phase Two (stilisiert als HITnRUN Phase Two; von „hit and run phase two“) ist das 39. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince und das letzte, das zu dessen Lebzeiten erschien. Er veröffentlichte es am 12. Dezember 2015 bei seinem eigenen Label NPG Records und war anfangs nur als Download käuflich zu erwerben. Auf CD erschien das Album am 21. Januar 2016 und erhielt jeder Konzertbesucher seiner Tournee „Piano & A Microphone“ vom 16. Februar bis zum 14. April 2016. Postum wurde Hitnrun Phase Two am 6. Mai 2016 von der Universal Music Group weltweit veröffentlicht.

Sechs der insgesamt zwölf Songs waren zuvor als Studioversion erhältlich, aber auf keinem Album zu finden. Die Musik zählt zu den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop und Soul, als Gastmusiker wirken Ida Kristine Nielsen, Ledisi und das Blechbläserquintett Hornheads mit. Musikkritiker bewerteten Hitnrun Phase Two überwiegend positiv und aus kommerzieller Sicht konnte es erst nach Prince’ Tod im April 2016 international Top-Ten-Platzierungen erreichen, aber kein Gold- oder Platinstatus erzielen.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle zwölf Songs nahm Prince in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen in Minnesota in den Jahren 2010 bis 2015 auf. Sechs davon veröffentlichte er zuvor als Studioversion, dazu zählen: Xtraloveable (2011), Groovy Potential und Rocknroll Loveaffair (beide 2012), Screwdriver (2013), Baltimore und Stare (beide 2015).

Den ersten Song, den Prince letztendlich auf HITnRUN Phase Two platzierte, nahm er mit Black Muse im Januar 2010 auf und spielte ihn zum ersten Mal am 15. Dezember 2010 bei dem Tourauftakt seiner Welcome-2-America-Tour im Izod Center in New Jersey.[2] Das Stück 2 Y. 2 D. nahm er vermutlich Mitte 2011 auf und Big City im Oktober 2011.[3][4] Einen Monat später überarbeitete er Xtraloveable und veröffentlichte den Track als Download-Single mit Andy Allo als Gastsängerin.[5] Zwei Jahre später überarbeitete Prince den Song erneut, diesmal ohne Allo, und diese Version ist auf HITnRUN Phase Two zu hören. Ursprünglich spielte er das Stück bereits am 3. April 1982 unter dem Titel Extra Loveable im Sunset Sound in Los Angeles in Kalifornien ein.[6]

Rocknroll Loveaffair nahm Prince im Januar 2012 auf, damals aber unter Rock and Roll Love Affair, der dann am 17. September 2012 unter dem Titel RNR Affair bei verschiedene Hörfunkstationen des US-Medienunternehmens Clear Channel Communications gespielt wurde. Ende November 2012 erschien der Song als Single, wiederum unter Rock and Roll Love Affair. Die Version auf HITnRUN Phase Two ist von Prince aber dezent überarbeitet worden und nicht mit den zuvor veröffentlichten Versionen identisch.[7] Groovy Potential spielte er Mitte 2012 ein und fügte Ende Juli entsprechende Overdubs ein. Ein Jahr später veröffentlichte Prince den Song am 14. August 2013 über seine damalige Website 3rdEyeTunes.com.[8] Screwdriver nahm er vermutlich Ende 2012 auf. Zum ersten Mal wurde der Track am 17. Dezember 2012 von der 3rdEyeGirl-Schlagzeugerin Hannah Ford-Welton auf ihrem Facebook-Profil mit dem Hinweis „A Taste of Rehearsal“ erwähnt. Zudem war ein 30-sekündiges Musikvideo zu sehen. Am 22. Januar 2013 konnte Screwdriver auf Prince’ damaliger Website prince2013.com online gehört werden und am 4. Februar 2013 wurde der Song als Download-Single veröffentlicht.[9]

Revelation spielte Prince wahrscheinlich im Sommer 2014 ein. Am 30. September 2014 konnte der Song als Live-Stream seines Konzerts im Paisley Park Studio, anlässlich der Veröffentlichung seiner beiden Alben Art Official Age und PlectrumElectrum, über Yahoo Life angeschaut werden.[10] Die auf HITnRUN Phase Two vorhandene Version von When She Comes stammt aus dem Herbst 2014 und wurde von Prince überarbeitet; ursprünglich nahm er das Stück am 12. März 2010 auf und platzierte es auf seinem Album Welcome 2 America, das er damals aber nicht veröffentlichte und erst postum im Juli 2021 herausgebracht wurde.[11]

Anfang 2015 spielte Prince Stare ein und veröffentlichte den Song am 30. Juli 2015 bei dem Musikstreaming-Dienst Spotify sowie am 3. Dezember 2015 bei dem Musikstreaming-Dienst Tidal.[12] Das Stück Baltimore nahm er am 29. April 2015 auf und veröffentlichte es zehn Tage später auf seinem Benutzerkonto von SoundCloud.[13][14] Am 26. Mai 2015 erschien der Song als Download. Look at Me, Look at U nahm Prince wahrscheinlich auch im Jahr 2015 auf. Nach seinem Tod im April 2016 wurde der Liedtext des Songs auf einem Notenständer im Paisley Park Studio gefunden, zusammen mit dem von ihm handschriftlich geschriebenem Liedtext des bis heute unveröffentlichten Songs mit Namen Stay Cool.[15]

Über die Entstehung vom Album HITnRUN Phase Two sagte NPG Hornz-Saxofonist Marcus Anderson (* 1985) nach Prince’ Tod im Jahr 2016: „Er sagte uns, was er wollte, nahm es auf, machte nachts, wenn wir gegangen waren, den Mix und spielte uns am nächsten Tag die fertige Fassung vor. Es gibt so viele Songs, die ich nur ein einziges Mal gehört habe, weil sie nie veröffentlicht wurden.“[16]

Gestaltung des Covers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie bei dem Vorgängeralbum HITnRUN Phase One gestaltete das Albumcover der Creative Director und Typograf Martin Homent, der mit The Prince Estate („Der Prince-Nachlass“) zusammenarbeitet.[17] Auf dem Frontcover ist wieder Prince’ Kopf zu sehen, der von Homent abermals cartoon-artig dargestellt wurde. Doch diesmal trägt Prince eine überdimensionale goldfarbene Brille und keine mit drei Brillengläsern.

Das achtseitige Booklet enthält nicht alle Liedtexte der einzelnen Albumsongs; die von 2 Y. 2 D., Big City, Black Muse und Revelation sind nicht abgedruckt, der von Screwdriver ist unvollständig. Die Tracklist ist auf der Rückseite des Booklets zu finden. Ferner ist ein Foto von Prince im Booklet zu sehen, das von der damals in Minneapolis wohnenden Fotografin Karrah Kobus (* 1997) gemacht wurde.[1]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ledisi, 2011

Die Musik zählt zu den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop und Soul. Die Liedtexte singt Prince sowohl in seinem charakteristischen Falsettgesang als auch in tieferen Stimmlagen. Als Gastmusikerin wirkt 3rdEyeGirl-Bassistin Ida Kristine Nielsen mit, sowie Ledisi und das Blechbläserquintett Hornheads.

Das erste Stück heißt Baltimore und der Liedtext beschäftigt sich mit dem Tod des Afroamerikaners Freddie Gray (* 16. August 1989) am 19. April 2015 in Baltimore in Maryland. Er starb an Wirbelsäulenverletzungen, die er sich in Polizeigewahrsam zugezogen haben soll.[18] Als Gastsängerin ist die US-Amerikanerin Eryn Allen Kane (* 13. Dezember 1989) zu hören. Die Synthesizer-Motive des zweiten Songs Rocknroll Loveaffair erinnern zuweilen an das Stück Third Stone from the Sun von Jimi Hendrix von seinem Album Are You Experienced aus dem Jahr 1967, sowie an Prince’ eigenem Song Take Me with U seines Albums Purple Rain von 1984.[7]

Die Abkürzung des dritten Songs 2 Y. 2 D. steht für „Too Young, to Dare“. Der fünfte Song Stare enthält eine Interpolation des Prince-Songs Sexy Dancer (1979) aus dem Album Prince, sowie ein Sample von Kiss aus dem Jahr 1986. Der sechste Song Xtralovable ist auch unter dem Titel Extraloveable Reloaded bekannt. When She Comes ist eine Ballade, die Prince im Falsettgesang vorträgt. In dem von Rockmusik beeinflussten Song Screwdriver spielt Ida Kristine Nielsen E-Bass. Der zehnte Song Black Muse ist 7:21 Minuten lang, wobei die letzten 3:05 Minuten in das zuvor unveröffentlichte Stück mit Namen 1000 Light Years from Here übergehen, das Prince ursprünglich im Januar 2010 geschrieben hatte und elf Jahre später auf seinem Album Welcome 2 America im Juli 2021 postum erschienen ist.

Das Stück Revelation ist an dem Song Elixer angelehnt, den Prince im Jahr 2009 für Bria Valente geschrieben hatte und auf dem von ihm produzierten Album Elixer zu finden ist. Big City heißt das letzte Stück von HITnRUN Phase Two und an diesem wirkt die Bläsergruppe von The New Power Generation mit, sowie die US-amerikanische R&B-Sängerin Ledisi. Der Song ist zwar 6:25 Minuten lang, doch auf den letzten 50 Sekunden ist lediglich eine Pause vorhanden, sodass der Track bereits nach 5:35 Minuten endet.

Titelliste und Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

# Titel Dauer
1 Baltimore (featuring Eryn Allen Kane) 4:33
2 Rocknroll Loveaffair 4:01
3 2 Y. 2 D. 3:49
4 Look at Me, Look at U 3:27
5 Stare 3:45
6 Xtralovable 5:00
7 Groovy Potential 6:16
8 When She Comes 3:45
9 Screwdriver 4:14
10 Black Muse 7:21
11 Revelation 5:21
12 Big City 6:25
Spieldauer: 58:05 min.
Autor aller Songs ist Prince

Die Veröffentlichung von HITnRUN Phase Two am 12. Dezember 2015 konnte damals als überraschend bezeichnet werden,[19] denn Prince machte im Vorfeld keine Musikpromotion für das Album. Drei Monate zuvor brachte er sein 38. Studioalbum HITnRUN Phase One heraus, worauf ihn ein Prince-Fan über Twitter fragte, ob „irgendwann ein Album HITnRUN Phase 2 [sic] erscheinen“ würde. Prince antwortete: „Warner Bros. Records hat es bereits! Macht Petitionen, damit sie es veröffentlichen!“. Auf Nachfrage, warum er das Album bei Warner Bros. Records veröffentlichen wolle, sagte Prince lediglich: „Ölzweig“. Letztendlich erschien das Album nur bei seinem Musiklabel NPG Records, ohne Zusammenarbeit mit Warner Bros. Records.

HITnRUN Phase Two war anfangs nur als Download erhältlich. Am 21. Januar 2016 erschien das Album dann auch auf CD, die bei zwei Prince-Konzerten in seinem Paisley Park Studio erstmals käuflich zu erwerben waren.[14] Zudem erhielt jeder Konzertbesucher seiner Tournee Piano & A Microphone vom 16. Februar bis zum 14. April 2016 ein Exemplar als CD-Beigabe zum erworbenen Konzertticket.[20]

Zwei Wochen nach Prince’ Tod wurde das Album postum am 6. Mai 2016 von dem Major-Label Universal Music Group weltweit veröffentlicht.[21]

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von dem Album wurden vier Singles ausgekoppelt; bereits am 23. November 2011 erschien Xtraloveable als Download.[22] Ein Jahr später konnte Rocknroll Loveaffair am 22. November 2012 als CD-Single, Download und Vinyl-Maxi-Single käuflich erworben werden.[23] Zudem wurde eine Picture Disc produziert. Abgesehen von der verkürzten Radio-Edit-Version mit einer Spieldauer von 4:01 Minuten, existieren fünf Remixversionen vom Song. Am 4. Februar 2013 erschien Screwdriver als Download-Single und Baltimore am 26. Mai 2015, ebenfalls als Download-Single.[24][25] Coverversionen sind nicht bekannt.

Musikvideos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andy Allo, 2013

Prince produzierte mit Rocknroll Loveaffair, Screwdriver, Xtraloveable und Baltimore vier Musikvideos zu Songs des Albums Hitnrun Phase Two. Bereits am 8. September 2012 wurde das Video zu Rocknroll Loveaffair im Paisley Park Studio gedreht, Regisseur war Chris Robinson (* 1967). Prince singt den Song und spielt eine extra für ihn angefertigte Godin-Gitarre, zudem spielt er Keyboard. Dabei wird er von Andy Allo an der Gitarre, Hannah Ford-Welton am Schlagzeug und von Ida Kristine Nielsen am E-Bass unterstützt. Nach 1:28 Minuten ist das Gemälde „Reine Keis Quintet“ von Cbabi Bayoc (* 1972) kurz im Hintergrund zu sehen, das Prince im Jahr 2001 als Albumcover für The Rainbow Children verwendete. Premiere des sowohl in Schwarzweiß als auch in Farbe gedrehten Musikvideos war am 22. November 2012.[26]

Zu dem Song Screwdriver existieren drei unterschiedliche Musikvideos, die alle im Dezember 2012 im Paisley Park Studio aufgenommen worden sind. Am 22. Januar 2013 wurde ein Video in der Studioversion mit einer Spieldauer von 4:28 Minuten veröffentlicht und zeigt den Liedtext, wie dieser in verschiedenen Farben grafisch per Computeranimation dargestellt wird. Zudem ist Prince mit seiner Begleitband 3rdEyeGirl zu sehen, wie diese das Stück spielen. Ferner wirkt auch Tänzerin Lala Escarzega mit, die bereits 2009 im Prince-Video zu Crimson and Clover auftrat.

Das zweite Musikvideo von Screwdriver konnte erstmals am 10. Februar 2013 angeschaut werden, ist 8:10 Minuten lang und wurde in Schwarzweiß gedreht. Es beginnt, wie 3rdEyeGirl mit Chris James, Joshua Welton und Trevor Guy das Paisley Park Studio betreten; James war gelegentlich als Gitarrist in Prince’ Band tätig, Welton ist Musiker und Ehemann von Schlagzeugerin Hannah Ford-Welton und Guy war damals Gitarrentechniker von Prince und ist der Ehemann von Gitarristin Donna Grantis. Bei der Ankunft im Atrium vom Paisley Park Studio ist Grantis fasziniert von etwas oder jemandem, den sie gesehen zu haben glaubt, aber nichts wird offenbart. Hannah Ford-Welton und Joshua Welton diskutieren die Relevanz der Textzeile „A girl with a guitar is twelve times better than another crazy band of boys“ (deutsch: „Ein Mädchen mit nur einer Gitarre ist zwölfmal besser als eine verrückte Band von Jungs“) aus dem Song Fixurlifeup vom Album PlectrumElectrum. Nach einer Diskussion darüber, was Männer können und Mädchen nicht, verlassen die drei Männer den Raum und fordern 3rdEyeGirl heraus, etwas zu erreichen. Eine Tür öffnet sich, Prince’ Silhouette erscheint und er bittet 3rdEyeGirl, sich ihm anzuschließen. Gemeinsam spielen sie dann eine Liveversion von Screwdriver, während dazu ein zirka 40-köpfiges Tanzensemble einen Twist-ähnlichen Tanz aufführt. Die Tanzszenen wurden am 2. Februar 2013 im Paisley Park Studio gedreht. Das Video endet, wie die drei Männer resigniert von dannen ziehen.

Am 15. Februar 2013 konnte dann ein auf 5:16 Minuten gekürztes Video angeschaut werden, das sofort als Liveversion beginnt und das Tanzensemble nicht enthält; diese Szenen wurden durch Cue Cards ersetzt, wie beispielsweise: „Back 2 the future or leave it all behind?“ („Zurück in die Zukunft oder alles hinter sich lassen?“) oder „Is it possible 2 have 2 much fun?“ („Ist es möglich, zu viel Spass zu haben?“)[27]

Die Unruhen von Baltimore im April 2015

Ferner produzierte Prince im Jahr 2013 ein Musikvideo zu dem Song Xtraloveable, das er zu Lebzeiten aber nicht veröffentlichte. Vermutlich wurde das Video in seinem Paisley Park Studio aufgenommen und als Tänzerin wirkt abermals Lala Escarzega mit, wie sie nach seinem Tod auf Instagram im Mai 2016 bekannt gab.

Am 21. Juli 2015 veröffentlichte Prince ein Musikvideo zum Song Baltimore, in dem der Liedtext des Songs zu lesen ist. Zudem sind Bilder von den Unruhen in Baltimore in Maryland vom April 2015 zu sehen, zu denen entsprechende Schlagzeilen von Zeitungen wie beispielsweise von The New York Times eingeblendet werden. Außerdem demonstrieren Afroamerikaner für Frieden. Ferner wird auch der Todesfall Michael Brown thematisiert. Zwischendurch sind Fotos von einem Prince-Konzert zu sehen, das er am 10. Mai 2015 in der Royal Farms Arena in Baltimore absolvierte. Am Ende des Videos ist folgende Nachricht von Prince zu lesen: „The System Is Broken. It’s Going To Take The Young People To Fix It This Time. We Need New Ideas, New Life… – Prince“. (deutsch: „Das Politisches System ist kaputt. Diesmal müssen die jungen Menschen ran, um es zu reparieren. Wir brauchen neue Ideen, neue Leben… – Prince“). Regisseur des Musikvideos war der US-Amerikaner Ralston Smith. Seit der Tötung von George Floyd am 25. Mai 2020 in Prince’ Heimatstadt Minneapolis kann das Musikvideo auch auf dem YouTube-Benutzerkonto von The Prince Estate angeschaut werden.

Tournee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Piano & A Microphone 2016
von Prince
Präsentationsalbum keins
Anfang der Tournee 16. Februar 2016
Ende der Tournee 14. April 2016

Konzerte insgesamt
(nach Kontinent)

Konzerte insgesamt 20
Prince Tour-Chronologie
Hit and Run Tour 2015
(2015)
Piano & A Microphone 2016
(2016)

Zwei Monate nach der Veröffentlichung des Albums ging Prince auf Tournee und nannte diese „Piano & A Microphone 2016“. Bei dieser Tournee stand nur er auf der Bühne, spielte alle Songs ausschließlich auf dem Klavier und sang dazu, eine Begleitband hatte er nicht. Die Tournee begann am 16. Februar 2016 im State Theatre in St. Kilda in Australien und endete am 14. April 2016 im Fox Theatre in Atlanta in Georgia. Prince gab insgesamt 20 Konzerte, die von knapp 80.000 Menschen besucht wurden. Zum ersten Mal in seiner Karriere gastierte er in Neuseeland und spielte dort zwei Konzerte.[28]

Die Konzertlänge variierte von 90 bis 120 Minuten, weil Prince jedes Konzert mit einer eigenen Setlist individuell gestaltete; er präsentierte Songs aus seiner gesamten Musikkarriere der vergangenen 37 Jahre. Pro Abend gab er meist zwei Konzerte, das erste begann üblicherweise gegen 19 Uhr und das zweite gegen 22 Uhr. Alle Konzertbesucher erhielten zu dem Konzertticket auch das Album HITnRUN Phase Two.[28] Das Livekonzert am 14. April 2016 im Fox Theatre war das letzte in Prince’ Karriere, da er eine Woche später überraschend gestorben ist.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Presse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikkritiker bewerteten HITnRUN Phase Two überwiegend positiv. Andy Gill von der britischen Tageszeitung The Independent zeigte sich sogar begeistert und gab vier von fünf Sternen. Das Album sei „ein unerwarteter Triumph: glänzend, sexy, intelligent und voller Leben.“ HITnRUN Phase Two sei „wie das Blind Date vom Himmel.“[29] Matthew Horton von der englischen Musikzeitschrift New Musical Express gab ebenfalls vier von fünf Punkten und vertrat die Meinung, HITnRUN Phase Two sei „nach fast 40 Prince-Alben eine gute Leistung“.[30]

Kory Grow von dem US-Magazin Rolling Stone gab dreieinhalb von fünf Sternen und meinte, „Prince ist wieder in Topform“. Als Fazit zog Grow: Prince’ „gestochen scharfe, bluesigen Gitarrensoli leuchten überall (siehe Baltimore und Revelation). So vielseitig wie er sein kann, ist Phase Two [sic] das, was er am besten kann.“[31][32]

Sven Kabelitz von dem deutschsprachigen Online-Magazin laut.de verteilte drei von fünf Sternen und schrieb, Prince spiele „brav aber natürlich auf hohem Niveau seine Trademarks aus.“ Doch „die wahre Kunst“ wäre „einen interessanten Mittelweg“ zwischen HITnRUN Phase One und HITnRUN Phase Two zu finden gewesen.[33] Michael Cragg von der britischen The Guardian gab ebenfalls drei von fünf Sternen und lobte vor allem die Songs Baltimore, Groovy Potential und Xtralovable. Songs wie Big City und Stare würden hingegen nach einem Höhepunkt suchen.[34]

David Drake von der Musik-Website Pitchfork Media war mit Lob zurückhaltender und gab 4,7 von zehn Punkten. Er war der Meinung, HITnRUN Phase Two sei eine „enttäuschende“ Leistung von Prince. Das Album klinge „poliert“ und „vorhersehbar“.[35]

Geoff Nelson von dem Online-Magazin Consequence of Sound zeigte sich vom Albums sogar sehr enttäuscht und gab lediglich die Note C-, wobei A die Bestnote ist. Seiner Meinung nach „existieren keine anmutigen Ideen auf HITnRUN Phase Two; stattdessen präsentiert uns Prince eine nachgeäffte Version seiner früheren Vitalität.“[36]

Nach Prince’ Tod im April 2016 rezensierten die Musikjournalisten Albert Koch und Thomas Weiland von der deutschen Musikzeitschrift Musikexpress das Album HITnRUN Phase Two und gaben fünf von sechs Sternen. Sie schrieben unter anderem: „Ein zweiter Teil übertrifft selten die Qualität eines ersten [HITnRUN Phase One] Teils? Nicht in diesem Fall.“ Zudem arbeite Prince „am optimistischen Grundgefühl und an Flirts mit dem Sound von Sly Stone, Herbie Hancock, Weather Report oder George Clinton.“[37]

Im Jahr 2017 wurde Prince postum für das Album HITnRUN Phase Two bei den Grammy Awards in der Kategorie „Best Engineered Album, Non-Classical“ („Beste Abmischung eines Albums, abgesehen von Klassik“) nominiert, gewann jedoch nicht. Den Preis bekam postum David Bowie für sein Album Blackstar.

Charts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ChartsChart­plat­zie­rungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Deutschland (GfK)[38]21 (2 Wo.)2
 Österreich (Ö3)[39]20 (3 Wo.)3
 Schweiz (IFPI)[40]9 (5 Wo.)5
 Vereinigtes Königreich (OCC)[41]21 (1 Wo.)1
 Vereinigte Staaten (Billboard)[42]40 (3 Wo.)3

Im Jahr 2015 konnte sich HITnRUN Phase Two in den genannten Ländern nicht platzieren. Erst nach Prince’ Tod erreichte das Album im Mai 2016 die jeweils aufgeführte Höchstplatzierung. Die vier Singleauskopplungen Xtralovable, Rocknroll Loveaffair, Screwdriver und Baltimore konnten sich weder zu Prince’ Lebzeiten noch postum in den internationalen Single-Hitparaden platzieren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
  • Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
  • Mobeen Azhar: Prince 1958–2016: Sein Leben in Bild und Text. Edition Olms, Oetwil am See/Zürich 2016, ISBN 978-3-283-01265-6.
  • Per Nilsen: DanceMusicSexRomance – Prince: The First Decade. Firefly Publishing, London 1999, ISBN 0-946719-23-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Begleitheft der CD HITnRUN Phase Two von Prince, NPG Records, 2015.
  2. Black Muse. In: princevault.com. 23. Juni 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  3. 2 Y. 2 D. In: princevault.com. 23. Juni 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  4. Big City. In: princevault.com. 25. Juni 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  5. Xtraloveable. In: princevault.com. 25. Juni 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  6. Nilsen (1999), S. 262.
  7. a b Rocknroll Loveaffair. In: princevault.com. 25. Juni 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  8. Groovy Potential. In: princevault.com. 24. Juni 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  9. Screwdriver. In: princevault.com. 25. Juni 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  10. Revelation. In: princevault.com. 25. Juni 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  11. When She Comes. In: princevault.com. 25. Juni 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  12. Stare. In: princevault.com. 25. Juni 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  13. Draper (2016), S. 203.
  14. a b Lizie (2020), S. 314.
  15. Look At Me, Look At U. In: princevault.com. 25. Juni 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  16. Azhar (2016), S. 132
  17. Martin Homet: Homepage von Martin Homet. In: martinhomet.com. 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  18. Lizie (2020), S. 313.
  19. Draper (2016), S. 204.
  20. Prince: Piano & A Microphone. In: Princevault.com. 19. Februar 2017, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  21. Prince – HITNRUN Phase Two. In: Discogs.com. 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  22. Draper (2016), S. 193.
  23. Lizie (2020), S. 281.
  24. Lizie (2020), S. 315.
  25. Baltimore. In: Princevault.com. 27. Juni 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  26. Rock And Roll Love Affair. In: Princevault.com. 25. Juli 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  27. Screwdriver (Live). In: Princevault.com. 18. Mai 2022, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  28. a b Tour Map. In: Princevault.com. 19. Februar 2017, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  29. Andy Gill: Prince, HITnRUN Phase Two, album review: This is like the blind date from heaven. In: Independent.co.uk. 14. Dezember 2015, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  30. Matthew Horton: Prince – ‘HITnRUN Phase Two’. In: nme.com. 16. Dezember 2015, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  31. Draper (2016), S. 205.
  32. Kory Grow: Prince: HitnRun Phase Two. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Rollingstone.com. 14. Januar 2016, archiviert vom Original am 11. August 2017; abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rollingstone.com
  33. Sven Kabelitz: Prince – HITnRUN Phase Two. In: laut.de. 12. Dezember 2015, abgerufen am 9. Oktober 2022.
  34. Michael Cragg: Prince: HitnRun Phase Two review – patchy but improved follow-up. In: Theguardian.com. 10. Januar 2016, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  35. David Drake: Prince – HITNRUN Phase Two. In: Pitchfork.com. 8. Januar 2016, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  36. Geoff Nelson: Prince – HITNRUN Phase Two. In: Consequenceofsound.net. 18. Dezember 2015, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  37. ME-Redaktion: Aus dem grossen Prince-Special – Alle Alben im Überblick. In: Musikexpress.de. 22. Mai 2016, abgerufen am 9. Oktober 2022.
  38. Prince. offiziellecharts.de, abgerufen am 9. Oktober 2022.
  39. Prince. austriancharts.at, abgerufen am 9. Oktober 2022.
  40. Prince. hitparade.ch, abgerufen am 9. Oktober 2022.
  41. Prince. officialcharts.com, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).
  42. Prince – Chart History. billboard.com, abgerufen am 9. Oktober 2022 (englisch).