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Hits à Gogo

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Fernsehserie
Titel Hits à Gogo
Produktionsland Schweiz, Deutschland
Originalsprache Schweizerdeutsch, Deutsch
Genre Musiksendung
Erstausstrahlung 6. Dez. 1965 – 1978 auf SRG, ARD

Hits à Gogo war eine Musiksendung, die von 1965[1][2] bis 1973 vom Schweizer Fernsehen (SF) sowie ab 1968 in Kooperation mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR), Hessischen Rundfunk (HR) und Südwestfunk (SWF) produziert wurde. Es war die erste „Beat­sendung“ auf dem Schweizer Kanal, „eine musikalische Plattform für Hits, Stars, Neuentdeckungen, Senkrechtstarter und auch ein Sprungbrett für viele Schweizer Gruppen und Interpreten.“[3][4][5]

Am 6. Dezember 1965 startete die erste Folge von ‚Hits à Gogo‘ auf dem Foto Mal Sondock und Roy Black. Das Schweizer Fernsehen sendet live aus dem Wolfbach (Gesellenhaus) in Zürich. Der Fotograf Eric Bachmann hielt diesen Augenblick fotografisch fest.
Udo Jürgens bei einem Auftritt bei Hits à Gogo (1966)
Hits à Gogo mit Mal Sondock (ca. 1967)

Recht ungewöhnlich für eine Popmusik-Sendung wurde Hits à Gogo im Abendprogramm ausgestrahlt. Hinter den live auftretenden Künstlern wurden durch Lichteffekte psychedelische Muster erzeugt. Es gab Gogo Girls und schon 1968 wurden Videoclips gezeigt. Elton John und David Bowie hatten in der Sendung ihre ersten Fernsehauftritte.[3]

Hits à Gogo wurde bis 1968 von Mal Sondock moderiert. Danach folgten Gus Backus, Eddi Becker, Graham Bonney, Suzanne Doucet, Sigi Harreis, Hardy Hepp und Knut Kiesewetter.[3][5][6] Das ZDF beendete die Moderation mit Suzanne Doucet bei der Sendung 4-3-2-1 Hot & Sweet als bekannt wurde, dass sie in der Schweiz mit Hits à Gogo eine ähnliche Sendung hatte.

Die erste Episode von Hits à Gogo wurde live aus dem Gesellenhaus Wolfbach in Zürich am 6. Dezember 1965 ausgestrahlt und von Mal Sondock moderiert. Während dieser Sendung traten Roy Black, The Lords und Teenagers auf.

Die erste farbige Show wurde am 2. September 1968 im Schweizer Fernsehen präsentiert und von Suzanne Doucet und Hardy Hepp moderiert. In dieser Ausgabe traten die Bands The Nice, Julie Felix, Rocky Roberts und Patricia auf.

Obwohl ein Black Sabbath Cover für die Sendung am 26. Februar 1969 aufgenommen wurde, wurde es nie ausgestrahlt.[7][8]

Am 15. Dezember 1973 wurde die letzte Schweizer-Episode von Hits à Gogo in Davos aufgezeichnet, moderiert von Sigi Harreis und unter der Regie von Hanspeter Riklin. In dieser Ausgabe traten Manfred Mann’s Earth Band, Hardy Hepp und seine Tabula Rasa, Middle of the Road und Love Generation auf. Nach dieser Sendung beendete die SRG ihre Zusammenarbeit in der Co-Produktion.[5]

Mani Hildebrand, Musikredakteur des Schweizer Fernsehens von 1968 bis 1984:[3]

„Leider ist von den 'Hits à gogo'-Sendungen in unserem Archiv nicht mehr viel vorhanden. Allzu oft wurden Bänder gelöscht. Zudem hat ein Wasserschaden an der Kreuzstrasse viele dieser einmaligen Dokumente zerstört. Schade!“

Barry Window[9], der am 25. November 1968 in Hits à gogo mit seinen „Movements“ sein bestes in dieser Livesendung gab, (auch dabei Barry Ryan und Long John Baldry) ärgert sich heute noch, dass er diese Sendung selber nie sehen konnte.

Hits à gogo wurde bald zur schweizerisch/deutschen Koproduktion, was den Professionalitätsstandard etwas anhob. Im Jahr 1973 wurde Hits à gogo beim Schweizer Fernsehen abgesetzt, da neue Programmrichtlinien festlegten, dass der Hauptabend für Programme mit einer breiten Zuschauerbasis reserviert war. Darüber hinaus wurde es immer schwieriger, Künstler live nach Zürich zu bringen, weshalb es einfacher war, Musikvideos anstelle von Live-Auftritten weltweit zu verbreiten.

In Deutschland wurden bis 1978 weitere Live-Sendungen fortgeführt.[10]

Frühe Sendungen

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Episode Datum Turnus Präsentation Interpreten Regie Produzenten Standort
1965
01. 6. Dezember 1965 Mal Sondock Roy Black
The Lords
Teenagers
Gianni Paggi Jean Niedermann Gesellenhaus Wolfbach Zürich
1966
02. 31. Januar 1966 8 Wochen Mal Sondock Udo Jürgens
Les Sauterelles
Gianni Paggi Jean Niedermann Gesellenhaus Wolfbach Zürich
03. 14. März 1966 6 Wochen Mal Sondock Manuela Gianni Paggi Jean Niedermann Gesellenhaus Wolfbach Zürich
04. 25. April 1966 6 Wochen Mal Sondock Chris Andrews
The Countdowns
Gianni Paggi Jean Niedermann Mustermesse Basel (Muba)
05. 6. Juni 1966 6 Wochen Mal Sondock The Walker Brothers
The Sevens
Gianni Paggi
06. 5. September 1966 13 Wochen Mal Sondock Georgie Fame
The Gentleman
Gianni Paggi Jean Niedermann Fernseh- und Radioausstellung (FERA) Zürich
07. 10. Oktober 1966 5 Wochen Mal Sondock Dave Berry
Twice as Much
Gianni Paggi
08. 21. November 1966 6 Wochen Mal Sondock Chris Farlowe Gianni Paggi Berner Bürgerhaus
1967
09. 30. Januar 1967 10 Wochen Mal Sondock Graham Bonney
Les Sauterelles
Gianni Paggi
10. 13. März 1967 6 Wochen Mal Sondock Jacques Dutronc
The Wild Gentlemen
Jack’s Angels
Gianni Paggi Kongresshaus Biel
11. 24. April 1967 6 Wochen David Garrick
Norman Green
Gianni Paggi Mustermesse Basel (Muba)
12. 5. Juni 1967 6 Wochen Mal Sondock Paul Jones
The Renegades
Gianni Paggi
13. 7. Juli 1967 4 Wochen Mal Sondock P.P. Arnold
(Rehearsed and filmed Small Faces, Twice as Much, Chris Farlowe, P.P. Arnold)
Gianni Paggi
14. 4. September 1967 9 Wochen Mal Sondock John Walker
Solidea
Arlette Zola
Gianni Paggi Fernseh- und Radioausstellung (FERA) Zürich
15. 9. Oktober 1967 5 Wochen Mal Sondock Cat Stevens
The Flames
Gianni Paggi
16. 20. November 1967 6 Wochen Mal Sondock Graham Bonney
Dani
Johnny Tame
Gianni Paggi

[11]

Weitere Musiksendungen

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Commons: Hits à Gogo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Hits à Gogo period of 1965-1975. In: Hits à Gogo period of 1965-1975. Abgerufen am 31. Oktober 2023.
  2. Hits a GoGo. Abgerufen am 31. Oktober 2023.
  3. a b c d Mani Hildebrand: Hits à Gogo. (PDF; 82,2 kB) In: srf.ch. Schweizer Radio und Fernsehen, abgerufen am 16. April 2022.
  4. Musikredaktor Mani Hildebrand verlässt SFDRS (Memento vom 13. März 2005 im Internet Archive). Artikel auf music.ch, 31. Januar 2005
  5. a b c 4. September 1967: Erstmals «Hits à Go Go». (PDF; 61,8 kB) In: srf.ch. Schweizer Radio und Fernsehen, abgerufen am 16. April 2022.
  6. Sigi Harreis ist tot. Badische Zeitung, 11. Dezember 2008
  7. Cindy & Bert - Der Hund von Baskerville (1971) Black Sabbath "Paranoid" Cover. Abgerufen am 31. Oktober 2023.
  8. Hits a GoGo. Abgerufen am 31. Oktober 2023.
  9. Barry Window Homepage
  10. Hits à Gogo period of 1965-1975. In: Hits à Gogo period of 1965-1975. Abgerufen am 31. Oktober 2023.
  11. Hits à Gogo 1965-1975 (PDF), auf hitsagogo.ch