Hiwwe wie Driwwe

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Hiwwe wie Driwwe
Hiwwe wie Driwwe, Titelseite
Beschreibung The Pennsylvania German Review
Fachgebiet Regional- und Kulturnews sowie Literatur aus und über Pennsylvania
Sprache Pennsylvaniadeutsch
Verlag Deutsch-Pennsylvanisches Archiv (Deutschland)
Erstausgabe 1997
Erscheinungsweise halbjährlich
Herausgeber Michael Werner
Weblink hiwwe-wie-driwwe.de

Hiwwe wie Driwwe (dt. „Hüben wie drüben“) ist die einzige komplett im pennsylvania-deutschen Dialekt verfasste Zeitung.

Beschreibung[Bearbeiten]

Redaktionelles Ziel der Zeitung ist einerseits, die unterschiedlichen sozioreligiösen Gruppen in Pennsylvania und anderen Staaten der USA und in Kanada miteinander zu vernetzen, und andererseits, die Nachfahren der pfälzischen Auswanderer des 18. Jahrhunderts in Nordamerika mit den Nachfahren der damals in der Pfalz und angrenzenden Regionen Verbliebenen zu verbinden. Grundlage hierfür ist die gemeinsame Sprache. Bei Gründung erfolgte eine enge Abstimmung mit dem Center for Pennsylvania German Studies (Millersville University of Pennsylvania) und dessen Direktor, Prof. C. Richard Beam. Der Name der Zeitung zitiert in Teilen den Titel eines Theaterstücks, das in den 1980er und 1990er Jahren auf dem Spielplan eines kleinen Mundarttheaters in Ludwigshafen stand (Theater im Hemshof: Hiwwe wie Driwwe oder De doote Otto). Er passte gut zur Idee einer „transatlantischen Lokalzeitung“, die ab 1993 entstand. Hiwwe wie Driwwe erscheint seit 1997 in einer Auflage von 2.000 Exemplaren zweimal jährlich und wird in den USA, Kanada und Deutschland gelesen. Zwischen 1997 und 2012 wurde die Zeitung in Deutschland gedruckt. 90 % der Auflage wurden in die USA verschickt, 2 % nach Kanada. 8 % der Auflage blieben in Deutschland. Seit 2013 erfolgt der Druck in Pennsylvania im Rahmen einer auf Dauer angelegten Kooperation mit dem Pennsylvania German Cultural Heritage Center (Kutztown University of Pennsylvania). Die Verbreitungsstruktur hat sich damit nicht geändert. Insgesamt hat eine Ausgabe von Hiwwe wie Driwwe bis zu 5.000 Leser. Seit 1997 haben mehr als 100 zeitgenössische pennsylvaniadeutsche Autoren in der Zeitung publiziert. Gründer und Herausgeber ist der Publizist Michael Werner. Seit 2015 besteht das Redaktionsteam aus: Michael Werner (Editor Online), Patrick Donmoyer (Editor Print) sowie Amanda Richardson (Co-Editor) und Douglas Madenford (Co-Editor).[1]

Internetangebot[Bearbeiten]

Seit 2002 existiert ein zur Zeitung gehörendes Internetangebot. Es ist der derzeit umfassendste Internetauftritt zum Pennsylvaniadeutschen, der auch durchgängig im Dialekt geschrieben ist. Rund 60.000 Besucher jährlich (Stand: 2013) rufen die Inhalte ab, zu denen u.a. auch ein Online-Sprachkurs gehört. 50 % der Besucher stammen aus den USA, 2 % aus Kanada. Aus dem deutschen Sprachraum stammen 40 % der Besucher, davon 36 % aus Deutschland und jeweils 2 % aus der Schweiz und Österreich.

Sprach- und Kulturpflege[Bearbeiten]

Im Jahr 2008 entwickelte Hiwwe wie Driwwe den pennsylvaniadeutschen Sticker Mer schwetze noch die Mudderschprooch, der zum öffentlichen Gebrauch des Pennsylvaniadeutschen anregen soll. Das Logo wird zwischenzeitlich rege verwendet, vor allem vom Pennsylvania German Cultural Heritage Center in Kutztown, aber auch zahlreichen anderen Institutionen. Im gleichen Jahr veröffentlichte die pfälzische Musikgruppe Reinig, Braun und Böhm in Zusammenarbeit mit Hiwwe wie Driwwe das Konzeptalbum Hiwwe un Driwwe – Auf Spurensuche rund um die Pfalz bis nach Pennsylvania. Seit 2011 besteht mit New Paltz auch eine eigene Hiwwe wie Driwwe Folkband, die die Sprache und Kultur der Pennsylvaniadeutschen im Rahmen musikalischer Lesungen auf Bühnen in Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und dem Saarland präsentiert. Im Jahr 2015 erschien auf Youtube [2] die 30-minütige Videodokumentation Pennsylvanisch-Deitsch im Yahr 2015 – A Documentary, die den Status der pennsylvaniadeutschen Sprache in verschiedenen sozioreligiösen Gruppen (Lutheraner, Reformierte, Old Order Amish, Old Order Mennonites) im Rahmen einer Reihe von Interviews mit Dialektsprechern beschreibt.

Buchreihe[Bearbeiten]

Bereits seit 2002 arbeitet Hiwwe wie Driwwe eng mit dem Verlag Edition Tintenfass von Dr. Walter Sauer (Neckarsteinach) zusammen. In dem Jahr erbaten Verlag und Zeitung von den Lesern eine pennsylvaniadeutsche Übersetzung des Kinderbuchs Der Struwwelpeter. Fünf Jahre später erreichte Hiwwe wie Driwwe eine Übertragung von Prof. Earl C. Haag aus Pennsylvania. Unterstützt vom Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland konnte das Buch 2010 veröffentlicht werden.

Seit dieser Zeit sind in enger Zusammenarbeit weitere pennsylvaniadeutsche Kinderbücher entstanden. Das Lektorat unterstützen seit den ersten Projekten Prof. Mark L. Louden, Direktor des Max-Kade-Instituts in Madison (WI), und Alice B. Spayd aus Fredericksburg (PA) als Muttersprachlerin.

# Jahr Buch Hiwwe wie Driwwe Series
1. 2006 Walter Sauer, Michael Werner et al. (Eds.): Mit Pennsylvaanisch-Deitsch darich’s Yaahr. A Pennsylvania German Reader for Grandparents and Grandchildren. Published by the German-Pennsylvanian Association.
2. 2010 Earl C. Haag: Der Schtruwwelpitter (Original: Der Struwwelpeter, deutsch, 1845)
3. 2012 Michael Werner: Es globbt beim Sammy in der Nacht (Original: Es klopft bei Wanja in der Nacht, deutsch, 1985) HwD Series No. 1
4. 2013 Walter Sauer: Es Haus, wu der Jack gebaut hot (Original: The House that Jack built, english, 1853) HwD Series No. 2
5. 2014 Earl C. Haag: Der Schtruwwelpitter. 2nd Edition (Original: Der Struwwelpeter, deutsch, 1845) HwD Series No. 3
6. 2014 Michael Werner: Kumm, mer gehne Baere yaage (Original: We’re going on a bear hunt, english, 1989) HwD Series No. 4
7. 2016 Rachel Yoder: Penny Olive HwD Series No. 5
8. 2016 Walter Sauer: Ebbes weeich die Watzelkinner HwD Series No. 6

Hiwwe wie Driwwe Award for Pennsylvania German Literature[Bearbeiten]

Seit 2011 verleiht die pennsylvaniadeutsche Zeitung in Kooperation mit der Kutztown University (Pennsylvania) und dem Förderkreis Mundart Bockenheim e.V. jährlich im Oktober im Rahmen des Pfälzischen Mundartdichterwettstreits in Bockenheim an der Weinstraße einen Preis an den besten unter den pennsylvaniadeutschen Texten, die zuvor im Juli während des Kutztown Folkfestivals bei der Pennsylvania German Dialect Writers Presentation vorgestellt bzw. im Laufe der vorangegangenen 12 Monate in der Zeitung publiziert wurden. Preisträger waren:[3]

# Jahr Gewinner
1. 2011 Richard Savidge (Hegins, PA): ’S iss Winder im Daal (Lyrik)
2. 2012 Kevin Sterner (Gilbertsville, PA): Middagesse in de Zwansicher (Prosa)
3. 2013 Don Breininger (New Tripoli, PA): Chocolate Cookies (Prosa)
4. 2014 Glynn Custred (Walnut Creek, CA): En seltsame Schtori (Prosa)
5. 2015 Kevin Sterner (Gilbertsville, PA): De Yahreszeide ihre Dod (Prosa)
6. 2016 N.N.

Hiwwe wie Driwwe’s Featured Artist of the Year[Bearbeiten]

Für das Jahr 2016 hat das Redaktionsteam von Hiwwe wie Driwwe erstmals einen Vertreter bzw. Vertreterin der pennsylvanisch-deutschen Volkskunst bestimmt, dessen bzw. deren Arbeit für zwölf Monate in den diversen Medien – Print, Online, Social Media und auch bei Events – immer wieder redaktionell thematisiert werden soll. Ziel ist, künftig nicht mehr allein einen Beitrag zum pennsylvanisch-deutschen Spracherhalt zu leisten, sondern darüber hinaus auch einen Beitrag zum Erhalt der pennsylvanisch-deutschen Kultur insgesamt. Die Wahl eines Künstlers, der aus diversen Sparten kommen kann, soll jährlich wiederholt werden.

# Jahr Hiwwe wie Driwwe’s Featured Artist of the Year
1. 2016 Rachel Yoder (Boyertown, PA): Pennsylvania German Folk Art Paintings

Deutsch-Pennsylvanische Geschichte(n)[Bearbeiten]

In Zusammenarbeit mit dem Auswanderermuseum Oberalben veranstaltet Hiwwe wie Driwwe seit 2008 einmal jährlich einen Vortrag, eine Lesung bzw. Konzert unter dem Titel Deutsch-Pennsylvanische Geschichte(n). Die bisherigen Gäste aus den USA und Deutschland waren:

# Jahr Redner/Musiker
1. 2008 Dr. Michael Werner (Ober-Olm)
1. 2009 Prof. Dr. Don Yoder (Devon, PA)
2. 2010 John Schmid (Berlin, OH)
3. 2011 Don Breininger (New Tripoli, PA)
4. 2012 Keith Brintzenhoff (Kutztown, PA)
5. 2013 Richard Miller (Topton, PA)
6. 2014 Bill Meck (Alburtis, PA)
7. 2015 Roland Paul (Kaiserslautern), Dr. Walter Sauer (Neckarsteinach), Michael Geib (Ramstein-Miesenbach), Helmut Seebach (Mainz)

DEITSCH – News und Geschichten aus dem Pennsylvania Dutch Country[Bearbeiten]

Im Jahr 2015 startete Hiwwe wie Driwwe mit DEITSCH – News und Geschichten aus dem Pennsylvania Dutch Country eine zweimal jährlich erscheinende E-Paper-Publikation, die in deutscher Sprache und aus touristischer Perspektive Region und Kultur der Pennsylvaniadeutschen vorstellt.

Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Hiwwe wie Driwwe ist Mitglied im Deutsch-Pennsylvanischen Arbeitskreis e.V. und der Pennsylvania German Society in Pennsylvania.

Förderung[Bearbeiten]

Die Zeitung wurde in der Vergangenheit phasenweise vom Land Rheinland-Pfalz, dem Bezirksverband Pfalz (Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde), dem Center for Pennsylvania German Studies (Millersville, PA) und dem Pennsylvania German Cultural Heritage Center (Kutztown, PA) unterstützt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 zeichnete das Franklin & Marshall College (Lancaster, PA) den Herausgeber Michael Werner mit der Wahl zum 10th Annual Professor J. William Frey Memorial Pennsylvania German Lecturer aus[4]. Die Zeitung wurde 2012 vom Bezirksverband Pfalz für den „Medienpreis Pfalz“ nominiert.[5] Im Jahr 2015 erhielt Michael Werner gemeinsam mit anderen Vorstandsmitgliedern des Deutsch-Pennsylvanischen Arbeitskreises für die transatlantische Arbeit des Vereins den Emichsburgpreis der Gemeinde Bockenheim an der Weinstrasse[6].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview mit Hiwwe wie Driwwe Herausgeber Dr. Michael Werner https://www.youtube.com/watch?v=Im6vJWkI2l0
  2. Pennsylvanisch-Deitsch: A documentary. https://www.youtube.com/watch?v=Mqe9RlWRKbo
  3. Deitsch Web TV: Richard Savidge grickt der erscht HwD Award
  4. Jennifer Trout: "One Possible Future of Pennsylvania German in the 21st Century - J. William Frey Lecture by Dr. Michael Werner, Ober-Olm, Germany. In: Journal of the Center for Pennsylvania German Studies. Vol. 14, No. 3 (Summer 2007): 4-5.
  5. Netzauftritt des BV Pfalz
  6. http://www.bockenheim.de/2013-04-26-10-01-20/mundarttage