Hochbeet

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Hochbeet aus Holz

Das Hochbeet [1] ist eine Variante der klassischen (ebenerdigen) Beetanlage oder je nach Befüllung im Schichtaufbau eine Variante des Hügelbeetes. Hochbeete sind Gartenbeete, die nicht ebenerdig angelegt sind, sondern sich über das übliche Beetniveau hinaus erheben. Es ist vor allem im naturnahen Gartenbau häufig anzutreffen. [2]

Hochbeete im privaten Themengarten.

Das Hochbeet vereint folgende wesentliche Merkmale: Das Wegfallen des Bückens bei der Gartenarbeit durch die Höherstellung des Beetes; sehr wenig Unkraut, da der Hauptsamenflug am Boden stattfindet; keine Schnecken, wenn ein Schneckenzaun angebracht wird; die Nutzung der Verrottungswärme von unten (bei den Wurzeln) durch den schichtweisen Aufbau und damit verbunden ein wesentlich schnelleres Wachstum. Durch das zusätzliche Anbringen einer Abdeckung kann dann das Hochbeet auch als Frühbeet genutzt werden.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skizze eines Hochbeets

Als Gründe für das Anlegen einer solchen Variante des Gartenbeetes können genannt werden:

  • eine frühere Erwärmung des Beetes,
  • ungeeigneter, also nicht tiefgründiger oder nährstoffarmer Gartenboden,
  • optimale Verwertung der Gartenabfälle,
  • behindertengerechtes Betreiben eines Gartens.

Das Hochbeet bietet dem Gärtner auch die Möglichkeit, verrottbare Materialien, wie zum Beispiel Gartenabfälle, im Garten selbst zu verwerten [3]. Als Basis kann man am Boden ein engmaschiges Drahtgitter - wie zum Beispiel alten Drahtzaun - gegen Wühlmäuse und andere Nager einbauen. Dann folgt Baumschnitt, Strauchschnitt ca. 30 cm-Gartenabfälle, Laub und Rasenschnitt, reifer Kompost, reifer Mist ca. 20 cm-Gartenerde, ca. 25cm.

Das Nachfüllen eines Hochbeetes kann wie folgt beschrieben durchgeführt werden: Man recht die oberste Schichte (Gartenerde) auf eine Seite. Dann füllt man die mittlere Schichte (Laub und Rasenschnitt, reifer Kompost, reifer Mist) auf; diese Schichte sollte wieder für Verrottungswärme und Nährstoffe sorgen; anschließend verteilt man die Gartenerde wieder gleichmäßig. Damit hat man folgende Vorteile: 1.) wieder die volle Befüllungshöhe, 2.) die Nährstoffe und die frische Erde, die durch die Verrottung entstanden sind, sind gut durchmischt in der Bepflanzungsschichte, 3.) eine neue Verrottungsschichte unterhalb der Wurzeln und damit auch wieder Verrottungswärme, 4.) kein Bedarf an neuer Gartenerde [4]. Des Weiteren wird ein Hochbeet nicht umgegraben, wodurch gewährleistet werden kann, dass die Schichtung des Erdreichs und die gebildete Fauna nicht durcheinandergebracht werden. Dies ist beim herkömmlichen Gartenbau nicht der Fall.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine spezielle Art des Hochbeetes ist der Kartoffelturm. Dieser dient dem Hobbygärtner zur Anpflanzung von Kartoffeln in Haushaltsmengen bei geringem Platzbedarf.

Eine weitere Art, die vorwiegend in der Entwicklungsarbeit, aber auch unter Hobbygärtnern verbreitet ist, ist der sogenannte Schlüssellochgarten.

Sonderform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tischbeet

Eine Sonderform des Hochbeetes ist das Tischbeet. [5]

Bei dieser Sonderform müssen beispielsweise auch Rollstuhlfahrer nicht auf eine Gartennutzung verzichten. Die Beetpflanzen können sicher und bequem im Sitzen gepflegt werden. Eine wannenähnliche Vertiefung mit einer Beckenhöhe von ca. 30 cm beinhaltet ein Pflanzsubstrat, dessen Zusammensetzung und Sichtdicke sich je nach Standortanspruch und gewünschter Bepflanzung richtet. Kreisförmige Tischbeete lassen sich besonders gut mit einem Rollstuhl umrunden. [6]

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man legt ein Hochbeet kastenförmig, rechteckig und nach Möglichkeit in Nord-Süd-Richtung (Sonneneinstrahlung) an. Wichtig ist, die Grundfläche des Hochbeetes mit einem feinmaschigen Drahtgeflecht zu bedecken. So kann man das Eindringen von Nagetieren wie Mäusen verhindern. Füllen kann man das Beet entweder nur mit Erde oder, wenn man will, auch mit verschiedenen Schichten (Erde, Hölzer, Kompost). Beim Anlegen des Beetes sollte man auch auf die Länge und Breite achten, da sonst die Bearbeitung (Unkraut entfernen, gießen, jäten) mit einer unangenehmen Körperhaltung einhergeht.

Um die beste Wirkung und einen guten Ertrag zu erzielen, sollte das Hochbeet alle fünf bis sieben Jahre komplett entleert und danach wie bei einer Neuanlage wieder befüllt werden.

Einfassen kann man es je nach Belieben mit den verschiedensten Materialien:

Die Seiten des Hochbeetes sollten so stabil ausgeführt sein, dass sie dem nicht unerheblichen Erddruck der eingebrachten Bodenschichten standhält. Die Innenseiten des Hochbeetes sind mit einer Feuchtigkeitssperre oder einem Anstrich zu schützen. [7]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hochbeet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Begriff: Hochbeet. Abgerufen am 18. Juni 2016.
  2. Joachim Mayer & Judith Starck: Das Große GU Praxishandbuch Garten. 5. Auflage. Gräfe und Unzer, Münster 2010, ISBN 978-3-7742-6978-1, S. 377–379.
  3. Hochbeete. Abgerufen am 18. Juni 2016.
  4. Funktion Hochbeete. Abgerufen am 18. Juni 2016.
  5. Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen: Tischbeet. Abgerufen am 5. Juli 2016.
  6. Sonderform des Hochbeetes. Abgerufen am 30. Juni 2016.
  7. Bauanleitung Hochbeet. Abgerufen am 18. Juni 2016.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brigitte Kleinod: Das Hochbeet - Vielfältige Gestaltungsideen für Gemüse-, Kräuter- und Blumengärten. pala, 2009, ISBN 978-3-89566-261-4.
  • Sofie Meys: Das Hochbeet für Gemüse, Kräuter und Blumen. Leopold Stocker, 2012, ISBN 978-3-7020-1351-6.
  • Gernot Kosok-Pokorny, Siegfried Stein: Hochbeete - Selber bauen und bepflanzen. blv, 2013, ISBN 978-3-8354-1083-1.