Hochhaus Pirnaischer Platz

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Hochhaus Pirnaischer Platz mit Flachbau, 2010

Das Hochhaus Pirnaischer Platz (Grunaer Straße 5) ist ein Gebäudeensemble bestehend aus dem 14-geschossigen Hochhaus „P 27“ mit eingeschossigem Flachtrakt „Pirnaisches Tor“. Das Ensemble bildete nach Meinung der damaligen DDR-Fachpresse „mit seiner hervorragenden Gestaltung“ den optischen Abschluss der Wilsdruffer Straße nach Osten.[1] Städtebaulich wichtig war diese Gebäudegruppe in der Pirnaischen Vorstadt, weil sie eine Arrondierung des ersten innerstädtischen Wiederaufbaugebietes darstellte. Die bauliche Gruppe gilt des Weiteren als Beispiel für den Internationalen Stil, der in der DDR-Architektur „nur wenige ähnliche oder gleichrangige Entsprechungen“ hat.[2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009: Der Schriftzug DER SOZIALISMUS SIEGT ist noch zu erkennen.

Das 50 Meter hohe Appartementhochhaus am Pirnaischen Platz wurde von 1964 bis 1966 von dem Architekten Peter Sniegon und dem Architektenkollektiv Herbert Löschau, Hans Kriesche und Gerhard Landgraf errichtet. Die Innengestaltung oblag Heinz Zimmermann. Das Wohnungsangebot besteht aus 120 Eineinhalb- und 60 Einraumwohnungen.

Der Bau wurde in 5-Megapond-Platten- und 2-Megapond-Stahlskelettbauweise mit Loggienfassaden errichtet.[3] Der Flachtrakt mit Dachterrasse wurde Ende der 1960er Jahre angebaut. Er beherbergte die Gaststätten Gastmahl des Meeres, Mocca-Stube und Pirnaisches Tor, später einen Delikatessenladen.

Am Hochhaus wurde am 1. Mai 1968 der rot leuchtende Schriftzug DER SOZIALISMUS SIEGT angebracht, der 1987 ohne öffentlich gemachte Begründung abmontiert wurde.[4]

2007 verkaufte die Stadt das Gebäude für 4 Millionen Euro an den israelischen Investor Segal Group.[5] Die geplante Sanierung des Wohngebäudes verzögerte sich, sodass 2009 aufgrund der Mängel nur noch ein Drittel der Wohnungen bewohnt waren.[6] Der Investor begann mit der Sanierung des Flachbaus. Wegen einer zu gering überdeckten Fernwärmeleitung verhängte die Drewag 2009 ein Fahrverbot für Lastwagen für die Zufahrtsstraße.[7] Der Streit des israelischen Investors mit der Stadtverwaltung wurde im April 2010 beigelegt.

Aktuelles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die seit Jahren angekündigte Sanierung des Wohntrakts erfolgte bisher nicht. Das Haus steht leer.

2017 erfolgte der Verkauf an die Creo 7 Dresden GmbH.

Am 27. September 2017 wurde zum Schutz der Mieter von der Bauaufsicht der Landeshauptstadt Dresden für das Hochhaus Grunaer Straße 5 eine Nutzungsuntersagung wegen gravierender brandschutztechnischer Mängel im Gebäude verfügt.[8]

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Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas Ammon, Michael Steinbusch: P 27 oder das markante Wohnhochhaus am Pirnaischen Platz. In: Sächsisches Archiv für Architektur und Ingenieurbau (Hrsg.): Zeitzeugnisse. Architektur und Ingenieurbau in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Sachsen: Geschichte der 17- und 15-geschossigen Wohnhochhäuser in Dresden. Heft 3. SDV, Dresden 2008, S. 72–77
  • Holger Gantz: 100 Bauwerke in Dresden. Ein Wegweiser zu Bauwerken von historischem und baukünstlerischem Rang. Schnell und Steiner, Regensburg 1997, ISBN 3-7954-1111-4, Nr. 60 (Wohnhochhaus mit Gaststättenkomplex am Pirnaischen Platz)
  • Herbert Löschau: Wohnhochhaus P 27 (in Dresden). In: Deutsche Architektur Heft 4 Jahrgang 1968, S. 234 f.
  • Walter May, Werner Pampel, Hans Konrad: Architekturführer DDR, Bezirk Dresden. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1979
  • Architekturwettbewerb 1969. Schöpferische Leistungen im Wettbewerb der deutschen Architektur ausgezeichnet. In: Deutsche Architektur 10/1969, S. 585

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hochhaus Pirnaischer Platz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Ammon, Michael Steinbusch: P 27 oder das markante Wohnhochhaus am Pirnaischen Platz. In: Sächsisches Archiv für Architektur und Ingenieurbau (Hrsg.): Zeitzeugnisse. Architektur und Ingenieurbau in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Sachsen: Geschichte der 17- und 15-geschossigen Wohnhochhäuser in Dresden. Heft 3. SDV, Dresden 2008, S. 72
  2. Andreas Ammon, Michael Steinbusch: P 27 oder das markante Wohnhochhaus am Pirnaischen Platz. In: Sächsisches Archiv für Architektur und Ingenieurbau (Hrsg.): Zeitzeugnisse. Architektur und Ingenieurbau in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Sachsen: Geschichte der 17- und 15-geschossigen Wohnhochhäuser in Dresden. Heft 3. SDV, Dresden 2008, S. 77
  3. Walter May, Werner Pampel, Hans Konrad: Architekturführer DDR, Bezirk Dresden. VEB Verlag für Bauwesen, Berlin 1979, S. 44, Nr. 52
  4. Christoph Gunkel: Es werde Licht auf spiegel.de, abgerufen am 18. Juni 2017
  5. Denni Klein: Stadt zahlt für Panne am Pirnaischen Tor, Sächsische Zeitung online vom 4. März 2010, abgerufen am 18. Juni 2017
  6. Denni Klein: Orosz soll im Streit um marodes Hochhaus am Pirnaischen Tor eingreifen, Sächsische Zeitung online vom 22. April 2009, abgerufen am 18. Juni 2017
  7. Skadi Hoffmann: Dresdens Investruinen, halbfertige Gebäude und verwaisten Baustellen: Was wird aus... ? (Memento des Originals vom 12. März 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dnn-online.de, DNN Online vom 4. August 2010
  8. Nutzungsuntersagung für Hochhaus Grunaer Straße (Memento des Originals vom 30. September 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dresden.de auf Dresden.de - Rathaus - Aktuelles - Aktuelle Meldungen vom 27. September 2017

Koordinaten: 51° 2′ 57,9″ N, 13° 44′ 48,3″ O