Hochland von Tibet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Karte des tibetischen Hochlands
In Amdo, im Nordosten des tibetischen Hochlands

Das geographisch definierte Hochland von Tibet bzw. offiziell Qinghai-Tibet-Hochebene (tibetisch བོད་ས་མཐོ། Wylie bod sa mtho, chinesisch 青藏高原, Pinyin Qīng-Zàng gāoyuán), auch Hochasien, umfasst nicht nur den gesamten Lebensraum tibetisch-sprachiger Völkerschaften, das noch kleinere historische Tibet oder das heutige Autonome Gebiet Tibet (AGT) der Volksrepublik China, sondern auch die es eingrenzenden Hochgebirge Himalaya, Kunlun Shan, Qilian Shan usw.

Obwohl der höchste Gipfel nur 7010 Meter hoch ist, ist die Ebene das höchste Plateau der Welt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Hochebene im frühen Miozän entstand, erreichte es die heutige Höhe vor etwa acht Millionen Jahren. Mit der Zeit schürften Erosion und Wetter Täler und bildeten Steilwände und Klippen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Abgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hochland, das etwa 4000 bis 5500 Meter Höhe über dem Meeresspiegel liegt und rund 2 Millionen km² groß ist, wird im Norden von den Wüsten des Tarimbeckens und Qaidam-Beckens begrenzt, im Süden und Westen von den Gebirgen Himalaya, Karakorum und Pamir.

Dazugehörige Gebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Hochland von Tibet zählen demgemäß auch die Gebiete Ladakh, Zanskar, Lahaul und Spiti, Nord-Sikkim und weite Teile von Arunachal Pradesh in Nordindien, wie auch große Teile Bhutans und der Norden Nepals. Innerhalb der Volksrepublik China sind neben dem Autonomen Gebiet Tibet auch die gesamte Provinz Qinghai, der Südwesten von Gansu sowie Randbereiche des Nordwestens dieser Provinz, der Westen Sichuans und der Nordwesten Yunnans Teil des Hochlands, während das Aksai Chin im fernen Westen des Plateaus im Autonomen Gebiet Xinjiang in den Pamir überleitet.

Biokomponenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetation und Tierwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier finden sich zahlreiche Salzseen in den Schluchten wie den Tilicho Lake, der auf 4920 Metern liegt und damit einer der höchstgelegenen Seen der Welt ist, des Weiteren weite Steppen, dichte Wälder und Wüsten. Diese Naturräume bieten vielen Tieren – darunter auch gefährdeten Arten – Schutz, so etwa Yaks, Saigaantilopen, Asiatischen Schwarzbären, Schafen und Kiangs.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Generell ist das Wetter im Hochland von Tibet trocken und kalt bis sehr kalt.

Süden des Hochlandes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden des Hochlandes ist es wärmer als in anderen Teilen. So zum Beispiel in Lhasa. Hier können Temperaturen bis −10 °C im Winter erreicht werden. Im Sommer ist es dagegen wärmer. Im Juni wurden so 22 °C erreicht. Der Jahresdurchschnitt der Temperatur liegt so, bei 8 °C.

Norden des Hochlandes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der sehr viel höhergelegene Norden hat im Gegensatz zum Süden kältere Temperaturen. So liegt hier der Jahresdurchschnitt der Temperatur unter dem Gefrierpunkt. Der Norden besitzt außerdem ein Permafrostboden.

Auswirkung des Klimawandels[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Klimawandel hat seit etwa Mitte der 1970er Jahre zu einem Abschmelzen der Gletscher in der Region um 130 km² jährlich geführt. Prognosen gehen davon aus, dass sich die Gletscher bis 2090 auf die Hälfte reduzieren könnten.[1]

Auswirkung der Desertifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch die Wüstenbildung schreitet seither voran. In vielen Teilen des Hochlandes wirkt sich bereits eine gewisse Austrocknung auf die spärliche Vegetation aus: einstmals gute Grasländer drohen der Desertifikation anheimzufallen, was insbesondere die Lebensgrundlage der nomadischen Bevölkerung gefährdet.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hochland von Tibet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tibets Gletscher schmelzen immer schneller
  2. Rangelands and Nomadic Pastoralism (Memento vom 25. August 2007 im Internet Archive)