Hochneukirchen-Gschaidt

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Hochneukirchen-Gschaidt
Wappen von Hochneukirchen-Gschaidt
Hochneukirchen-Gschaidt (Österreich)
Hochneukirchen-Gschaidt
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Wiener Neustadt-Land
Kfz-Kennzeichen: WB
Hauptort: Hochneukirchen
Fläche: 35,25 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 16° 12′ OKoordinaten: 47° 27′ 0″ N, 16° 12′ 0″ O
Höhe: 769 m ü. A.
Einwohner: 1.627 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 46 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2852
Vorwahl: 02648
Gemeindekennziffer: 3 23 09
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 26
2852 Hochneukirchen-Gschaidt
Website: www.hochneukirchen-gschaidt.at
Politik
Bürgermeister: Thomas Heissenberger (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
15
2
2
15 
Von 19 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Hochneukirchen-Gschaidt im Bezirk Wiener Neustadt-Land
Bad Erlach Bad Fischau-Brunn Bad Schönau Bromberg Ebenfurth Eggendorf Felixdorf Gutenstein Hochneukirchen-Gschaidt Hochwolkersdorf Hohe Wand Hollenthon Katzelsdorf Kirchschlag in der Buckligen Welt Krumbach Lanzenkirchen Lichtenegg Lichtenwörth Markt Piesting Matzendorf-Hölles Miesenbach (Niederösterreich) Muggendorf Pernitz Rohr im Gebirge Schwarzenbach Sollenau Theresienfeld Waidmannsfeld Waldegg Walpersbach Weikersdorf am Steinfelde Wiesmath Winzendorf-Muthmannsdorf Wöllersdorf-Steinabrückl Zillingdorf Wiener Neustadt NiederösterreichLage der Gemeinde Hochneukirchen-Gschaidt im Bezirk Wiener Neustadt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Hochneukirchen-Gschaidt ist eine Marktgemeinde mit 1627 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Wiener Neustadt-Land im Industrieviertel in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederösterreichische Seite des Grenzsteines, der das Dreiländereck kennzeichnet.

Die Marktgemeinde Hochneukirchen-Gschaidt liegt im Dreiländereck Niederösterreich / Burgenland / Steiermark und ist die südlichste Gemeinde der Buckligen Welt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2016[1]):

  • Burgerschlag (33)
  • Grametschlag (76)
  • Gschaidt (115)
  • Harmannsdorf (99)
  • Hattmannsdorf (198)
  • Hochneukirchen (434)
  • Kirchschlagl (162)
  • Loipersdorf (51)
  • Maltern (131)
  • Offenegg (155)
  • Ulrichsdorf (58)
  • Züggen (115)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Gschaidt und Hochneukirchen.

Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochneukirchen: Die hochgelegene neue Kirche, zu dieser Zeit im weiten Umkreis eine Besonderheit, war für den Ort namensprägend. Urkundlich: 1295 "Hochniuchkirche"

Gschaidt: Die erste Nennung deutet auf die Lage an einer Wasserscheide, einer Grenze bzw. an einem Übergang hin. Urkundlich: 1316 "Gscheid"

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lagen die heutigen Orte Gschaidt und Hochneukirchen dann in der Provinz Pannonia.

Hochneukirchen wird als erster Ort von den Siedlungen im Süden der Buckligen Welt genannt, die nach der Rodung der Waldmark errichtet wurden, und zwar in einer am 27. Jänner 1295 in Bernstein ausgestellten Urkunde, in der sich Graf Yban von Güssing verpflichtet, Teile der Herrschaft Kirchschlag dem Leuthold von Kuenring, dem Inhaber der Kirchschlager Herrschaft, gegen Zahlung von 90 Golddukaten zurückzustellen. Die weiteren 11 Ortschaften der Gemeinde wurden erst zu einem späteren Zeitpunkt urkundlich erwähnt.

Bei der Wehrkirche Hochneukirchen handelte es sich damals um einen sehr wichtigen Bau. Diente doch die Kirche den Dorfbewohnern als letzter Zufluchtsort, wenn der Feind ins Land einfiel. Während der Türkenzeit um 1500 erhielt die Kirche ein Wehrobergeschoß, das mit Schießscharten und Spählöchern ausgestattet war. Die Bedrohung durch die Türken war aber harmlos im Vergleich zum Einfall der Kuruzen, bei denen es sich um ungarische Aufständische handelte, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts Schrecken und Angst verbreiteten.

Bis zur Gründung der selbständigen Gemeinden zählte das "Amt Hochneukirchen" zur Herrschaft Krumbach und das "Amt Gschaidt" zur Herrschaft Ziegersberg. Diese beiden Katastralgemeinden wurden 1854 als eigene selbständige Gemeinden konstituiert: Hochneukirchen mit 998 Einwohnern in 122 Häusern und Gschaidt mit 395 Einwohnern und 51 Häusern. 1895 wurden die Freiwilligen Feuerwehren Hochneukirchen und Gschaidt gegründet, eine Einrichtung, die sich im Hinblick auf die zahlreichen Brände als dringend notwendig erwiesen hatte. Das erste Schulhaus wurde nach der Einführung der allgemeinen Schulpflicht im Jahre 1774 erbaut. 1882 erfolgte der Bau der ersten Aussichtswarte auf dem Hutwisch; mittlerweile besteht dort schon die dritte Aussichtswarte. Dem modernen Wirtschaftsleben wurden Hochneukirchen und Gschaidt erst allmählich durch den Straßenbau erschlossen, handelte es sich doch um eine rein agrarwirtschaftliche Gemeinde, die ein in sich völlig abgeschlossenes Leben führte. 1856 wurde die Straßenverbindung von der Sägemühle (Krumbach) nach Hochneukirchen errichtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte eine ständige Aufwärtsentwicklung in der Gemeinde ein, die alle Lebensbereiche der Gemeindebewohner erfasst hat. Vor allem durch die Schaffung und den Ausbau diverser öffentlicher Einrichtungen hat sich vieles verändert. Beginnend in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts setzte der rasante Ausbau der infrastrukturellen Einrichtungen wie Güterwege, Volks- und Hauptschule, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Amtsgebäude, Bauhof, Sportanlage, um nur die wichtigsten zu nennen, ein. 1970 wurden die ehemals selbständigen Gemeinden Hochneukirchen und Gschaidt zur Gemeinde Hochneukirchen-Gschaidt zusammengelegt.

1995 erfolgte anlässlich der 700-Jahr-Feierlichkeiten die Erhebung zur Marktgemeinde durch den Landtag von Niederösterreich und die Verleihung des Marktwappens.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 97,5 % der Einwohner römisch-katholisch und 1,0 % evangelisch. 1,1 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
78,54 %
(-2,08 %p)
11,15 %
(+1,20 %p)
10,31 %
(+0,88 %p)
2010

2015

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Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: 5 Liste ÖVP, 2 FPÖ, 2 Liste SPÖ, andere keine Sitze.

Bürgermeister
  • bis 2008 Friedrich Beiglböck aus Maltern (ÖVP)
  • seit 2008 Thomas Heissenberger aus Hochneukirchen (ÖVP)

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Musikverein Hochneukirchen
  • Musikverein Gschaidt
  • Verein zur Förderung bodenständiger Volksmusik "HUATWISCHTEIFLN"

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildungs- und Heimatwerk
  • Dorferneuerungsverein Hochneukirchen
  • Dorferneuerungsverein Gschaidt
  • Dorferneuerungsverein Grametschlag
  • Kameradschaftsbund
  • Landjugend
  • Motorsportclub
  • Seniorenbund Hochneukirchen
  • Seniorenbund Gschaidt
  • Turn- und Sportunion

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche St. Bartholomäus in Hochneukirchen
Sommerlinde im Ortszentrum von Hochneukirchen. Sie ist rund 650 bis 700 Jahre alt und somit in etwa so alt wie der Ort selbst.
  • Wehrkirche St. Bartholomäus in Hochneukirchen: Eine ehemalige Wehrkirche mit einer Kernsubstanz um 1300. Ende des 15. Jahrhunderts erfolgte ein Ausbau der Wehrkirche. 1787 wurde die Kirche umgebaut und der Ostturm abgetragen. Der moderne Zubau im Süden wurde 1982/83 nach Plänen Hans Petermair errichtet.[2]
  • Aussichtswarte Hutwisch: Der Hutwisch stellt mit 896 m die höchste Erhebung der Buckligen Welt dar. Die Aussichtswarte bietet einen herrlichen Rundblick.
  • Dreiländerstein: Der Dreiländerstein markiert den Schnittpunkt der Bundesländer Niederösterreich, Steiermark und Burgenland. Dieser Stein ist zugleich der südlichste Punkt Niederösterreichs und des Bezirkes Wiener Neustadt.
  • Willersdorfer Schlucht: Naturdenkmal. Die Willersdorfer Schlucht ist eine bezaubernde Aulandschaft.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fußballplatz
  • 3 Tennisplätze
  • Beachvolleyballplatz
  • Turnhalle
  • umfangreiches Rad- und Wanderwegenetz
  • 12 km Langlaufloipe (Mühlenloipe)

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neujahrskonzert des Musikvereins Hochneukirchen (jedes Jahr am 1. Jänner)
  • Dorffest des Musikvereins Hochneukirchen (jährlich am ersten Sonntag im Juli)
  • Motocross Staatsmeisterschaft in Hattmannsdorf
  • Dreiländermesse am Dreiländerstein (Willersdorfer Schlucht)
  • Zeltfeste und Bälle der Vereine

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Kirchen
  • Gemeindebücherei
  • Praktischer Arzt
  • Tierarzt
  • Ortsstelle des Roten Kreuzes

Feuerwehren:

  • Freiwillige Feuerwehr Hochneukirchen
  • Freiwillige Feuerwehr Maltern
  • Freiwillige Feuerwehr Gschaidt

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volksschule Hochneukirchen
  • Hauptschule Hochneukirchen
  • Musikschulverband Bucklige Welt - Süd
  • NÖ Landeskindergarten Hochneukirchen
  • NÖ Landeskindergarten Gschaidt

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Marktgemeinde
Ehrenbürger
  • Konsistorialrat Alois Glatzl, Pfarrer[3]
  • Altbürgermeister Friedrich Beiglböck

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hochneukirchen-Gschaidt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2016 nach Ortschaften
  2. Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Niederösterreich südlich der Donau. Teil 1. A bis L. Bundesdenkmalamt (Herausgeber), Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-364-X, Seite 822f.
  3. Ehrenbürgerfeier für Pfarrer Konsistorialrat Alois Glatzl, Marktgemeinde Hochneukirchen-Gschaidt, 3. Juni 2015, abgerufen am 28. September 2015