Hochschul-Informations-System

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt das Unternehmen HIS Hochschul-Informations-System eG; für die Softwaregattung siehe Hochschulinformationssystem.
HIS Hochschul-Informations-System eG
Rechtsform Genossenschaft
Gründung 1969
Sitz Hannover
Leitung Thomas Walter (Vorsitz); Rudolf Becker (Vorstand)
Mitarbeiter 345 (31. Dezember 2012)[1]
Umsatz 25 Mio. Euro (2012)[1]
Branche Software für, bis September 2013 auch Sozialforschung rund um und Beratung von Hochschulen
Website www.his.de
Hauptsitz der HIS eG im Anzeiger-Hochhaus

Die HIS Hochschul-Informations-System eG (bis zum 1. Mai 2014 GmbH) mit Sitz in Hannover unterstützt die Hochschulen sowie die staatliche Hochschulpolitik im Bereich Hochschul-IT als Softwarehaus. Bis September 2013 beinhaltete die HIS GmbH das HIS-Institut für Hochschulforschung sowie die Abteilung Hochschulentwicklung, die in die neugegründete DZHW (Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung) GmbH überführt wurden. Seit dem 2. Mai 2014 ist HIS eine eingetragene Genossenschaft.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HIS wurde 1969 von der VolkswagenStiftung als gemeinnützige Einrichtung gegründet und 1976 von Bund und Ländern als Gesellschafter übernommen. Die Träger und Finanziers von HIS sind Bund und Länder: Der Bund hält ein Drittel, die Gesamtheit der Länder zwei Drittel des Gesellschaftskapitals. HIS ist als Bestandteil des deutschen Hochschulsystems konzipiert. Hierdurch soll ein langfristiges, kontinuierlich verfügbares und nicht an Gewinninteressen ausgerichtetes Leistungsangebot gewährleistet werden.

Hochschul-IT[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

HIS ist seit 1969 im Bereich der Hochschul-IT tätig und ist als Softwarehaus der Hochschulverwaltungen Marktführer bei Hochschul-Management-Systemen. Von der Zulassung über die Studenten- und Prüfungsverwaltung und Module für Lehre, Studium, Forschung bis hin zur Finanz- und Sachmittelverwaltung, Kosten- und Leistungsrechnung sowie der Personal- und Stellenverwaltung bildet HIS den gesamten Softwarebedarf der Hochschulen im Bereich des studentischen Lebenszyklus und des Managements personeller und sächlicher Ressourcen ab.

Unter Nutzung von umfassendem Know-how über hochschultypische Entscheidungs-, Arbeits- und Organisationsstrukturen berät HIS deutsche Hochschulen technisch und verwaltungsfachlich in Hard- und Softwarefragen. Neben Bereitstellung und Implementierungsbegleitung für Software bietet HIS den Hochschulen ergänzende Leistungen für Wartung, Pflege, Fehlerbereinigung, Schulung und Einsatzunterstützung im Echtbetrieb an.

Die Kernkomponenten des integrierten HIS-Online-Portals in den Bereichen Zulassung (QISZUL), Studentenverwaltung (QISSOS) und Prüfungsverwaltung (QISPOS) sowie Lehre, Studium, Forschung (LSF) bieten eine serviceorientierte, webbasierte Basisarchitektur. QIS steht dabei für Qualitätssteigerung der Hochschulverwaltung im Internet durch Selbstbedienung. Dieser Weg wird mit der neuen integrierten Software-Generation HISinOne fortgesetzt.

Hochschulforschung und Hochschulentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. September 2013 wurde das DZHW durch Ausgliederung des HIS-Instituts für Hochschulforschung gemeinsam mit der HIS-Abteilung Hochschulentwicklung aus der HIS GmbH gegründet.[2]

Zum 1. Januar 2015 haben alle 16 Bundesländer das HIS-Institut für Hochschulentwicklung e.V. gegründet und die eh. HIS-Abteilung Hochschulentwicklung in dieses Institut überführt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 28. Januar 2008, der sich kritisch gegenüber Hochschul-Management-Softwaresystemen äußert, wurden Probleme der Software HISQIS, die zur Verwaltung von Creditpoints für Bachelor- und Masterstudenten eingesetzt werden kann, an der Universität Passau beschrieben.[3] Die Universität Passau dementierte dies in einer Pressemitteilung. Die Probleme seien angesichts 70.000 verwalteter Prüfungen und fast 520.000 Seitenzugriffen im Zeitraum von drei Monaten sehr selten und dabei „praktisch nie auf die Software zurückzuführen“.[4]

In einem Artikel der Zeit vom 23. Dezember 2011 wird darüber berichtet, dass die Anbindung des HIS-Systems an die Onlineplattform, die die zentrale Studienplatzvergabe übernehmen soll, immer noch nicht umgesetzt ist. Zitat: „Einige Mitglieder des Rates hatten zudem vor der Sitzung frustriert gefordert, den Hochschulen offiziell zur Anschaffung von HIS-Konkurrenzprodukten zu raten.“ [5]

Kritiker befürchteten bei der diskutierten Möglichkeit einer Privatisierung der HIS-IT-Sparte ein „Privatmonopol bei der Studienplatzvergabe“: „Auch eine Teilprivatisierung der HIS GmbH würde die Probleme nicht lösen“, erklärte Oliver Schmolinski vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jahresbericht 2012 (PDF; 2,5 MB)
  2. Pressemitteilung DZHW, [1]"
  3. „Chaos auf dem Campus“, Bericht der Süddeutschen Zeitung über gravierende Mängel der Software HISQIS
  4. „Jährlich werden über 70.000 Prüfungen über HISQIS verwaltet - fast 520.000 Online-Zugriffe in drei Monaten“, Pressemitteilung der Universität Passau über die Zufriedenheit mit der Software HISQIS
  5. „Chaos ohne Ende“, Bericht der Zeit zur erneuten Verschiebung Online-Hochschulzulassung
  6. „Privatisierung geplant“, [2]