Hochschule Zittau/Görlitz

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Hochschule Zittau/Görlitz
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Motto Studieren ohne Grenzen
Gründung 1992
Trägerschaft staatlich
Ort Zittau und Görlitz
Bundesland SachsenSachsen Sachsen
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Rektor Friedrich Albrecht
Studierende 3.008 SS 2017[1]
Mitarbeiter ca. 490 (2011)
davon Professoren ca. 130 (2012)
Netzwerke NU[2]
Website www.hszg.de

Die Hochschule Zittau/Görlitz – Hochschule für angewandte Wissenschaften ist eine Fachhochschule in Sachsen mit zwei 35 Straßenkilometer voneinander entfernten Standorten in Zittau und Görlitz.[3] Der internationale Name ist Hochschule Zittau/Görlitz – University of Applied Sciences. Gegenwärtig sind rund 3000 Studierende immatrikuliert, darunter etwa 500 Ausländer aus insgesamt 32 Nationen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule Zittau/Görlitz wurde am 13. Juli 1992 als „Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen Zittau/Görlitz (FH)“ gegründet, und zwar mit Doppelstandort in Zittau und Görlitz in der Oberlausitz.

Auf Initiative des Zittauers Christian Weise wurde im 17. Jahrhundert der Grundstein mit Gründung der „Zittauer Schule“ gelegt. Über die „Zittauer Schule“ verbreitete sich im 18. Jahrhundert der Geist der Zittauer Erziehungskunst. Durch die starke wirtschaftliche Stellung Sachsens wurde 1836 eine königlich sächsische Gewerbeschule eingerichtet. Daraus entwickelte sich eine Baugewerkschule, eine Tiefbau- und Hochbauschule und eine Höhere Handelsschule mit dem Recht der Verleihung von Ingenieurpatenten. 1951 wurde eine Ingenieurschule für Energiewirtschaft ins Leben gerufen, die überregionale Anerkennung fand. Die neu gegründete Ingenieurhochschule Zittau (IHZ) übernahm 1969 diese Absolventen und baute die Fachbereiche Kraftwerksanlagen, Energieumwandlung, Elektroenergieversorgung und Betriebswirtschaft auf. Zwischen 1979 und 2005 wurde auch der Zittauer Lehr- und Forschungsreaktor betrieben.

Insbesondere durch die postgraduale Weiterbildung (bis zur Promotion) und das Modell der praxisorientierten Hochschulzugangsberechtigung erhielt die Ingenieurhochschule Zittau im Jahr 1988 den Status einer Technischen Hochschule. Absolventen mit einer besonderen Sachkunde erhielten die Möglichkeit der Promotion (Doktor) und Habilitation. Mit Gründung der heutigen Hochschule Zittau/Görlitz im Jahre 1992 wurde das Ausbildungsspektrum in Lehre und Forschung stark erweitert. Es existieren zahlreiche Fachlabore und Forschungseinrichtungen. Außerdem wurden bei der Neugründung einige benachbarte Einrichtungen der ehemaligen Offiziershochschule der Landstreitkräfte „Ernst Thälmann“ am Standort Zittau übernommen. In Görlitz wurde die Ingenieurschule für Elektronik und Datenverarbeitung in der Brückenstraße aufgelöst und die bestehenden Einrichtungen in die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen Zittau/Görlitz (FH) aufgenommen.

Internationale Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Internationale Hochschulinstitut Zittau wurde 1993 durch ein sächsisch-polnisch-tschechisches Hochschulkonsortium aus der Technischen Universität Liberec, der Schlesischen Technischen Universität, der Wirtschaftsuniversität Breslau, der Technischen Universität Bergakademie Freiberg und der Hochschule Zittau/Görlitz gegründet und aufgebaut. Seit 2013 gehört das IHI Zittau als zentrale wissenschaftlichen Einrichtung zur Technischen Universität Dresden, führt seine universitären Studiengänge aber weiterhin in Kooperation mit der Hochschule Zittau/Görlitz durch.

Die Hochschule ist Mitglied im 1991 gegründeten Akademischen Koordinierungszentrum in der Euroregion Neiße. Darüber hinaus ist sie zusammen mit der Technischen Universität Liberec und der Technischen Hochschule Breslau Initiator der Neisse University. Die Konzeption der Neisse University geht von einem Studium in realer sprachlicher, kultureller, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Umgebung aus. In ihm sind Studenten und Lehrkräfte aus drei Ländern beteiligt.

Fakultäten und Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule gliedert sich in die sechs Fakultäten Elektrotechnik und Informatik, Management- und Kulturwissenschaften, Maschinenwesen, Mathematik/Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen, die insgesamt über 30 Diplom-, Bachelor- und Master-Studiengänge anbieten. Zusätzlich besteht mit dem aus der Kooperativen Ingenieurausbildung (KIA) hervorgegangenen Kooperativen Studium mit integrierter Ausbildung die Möglichkeit, ein Studium mit einer Berufsausbildung zu verknüpfen.

Besonderheiten sind der in Deutschland einzigartige Studiengang Kommunikationspsychologie, der Studiengang Kultur und Management (erster grundständiger Studiengang für Kulturmanagement an einer wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Deutschland, gegründet 1997 unter der Schirmherrschaft der UNESCO), der zugleich technisch und betriebswirtschaftlich ausgerichtete Studiengang Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, der kooperativ mit dem IHI Zittau (TU Dresden) durchgeführte universitäre Masterstudiengang International Management (Joint Degree) sowie das von der Hochschule Zittau/Görlitz mitbetreute trinationale Hochschulnetzwerk Neisse University. Einzigartig ist auch der Masterstudiengang Mechatronik. Möglich ist hier ein Doppelabschluss gemeinsam mit der TU Liberec.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Institut für Gesundheit, Altern und Technik (GAT)[4]
  • Institut für Ökologie und Umweltschutz (IÖU)
  • Institut für Oberflächentechnik (IOT)
  • Institut für Prozesstechnik, Prozessautomatisierung und Messtechnik (IPM)
  • Institut für Energie und Regionalökonomie (IER)
  • Institut für Technologieentwicklung, Torf- und Naturstoff-Forschung (iTN)
  • Institut für Kommunikation, Information und Bildung (KIB)
  • Institut für Transformation, Wohnen und soziale Raumentwicklung (TRAWOS)
  • Zentrum für Wissens- und Technologietransfer (ZWT)
  • Institut für Bauwesen Zittau e. V. (IBZ)
  • Sächsisches Institut für Regionalökonomie und Energiewirtschaft e. V. (SIRE)
  • Bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildungsmodule für plasmagestützte Oberflächentechnik (BEDAMOD)
  • Fachbereich Sprachen (international akkreditiertes Sprachzertifikat (UNIcert))
  • Informationszentrum Umgebindehaus

Lehrende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste von Professoren der Hochschule Zittau/Görlitz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hochschule Zittau/Görlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66–113 (abgerufen am 3. November 2013)
  2. The Three Univeristies. In: www.neisse-uni.org. Hochschule Zittau/Görlitz, abgerufen am 28. September 2019 (englisch).
  3. § 1 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. d SächsHSFG
  4. Über uns. Institut für Gesundheit, Altern und Technik (GAT). gat.hszg.de, abgerufen am 31. Januar 2018.