Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

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Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
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Motto Technik, Wirtschaft und Kultur – Wissen schafft Verbindung
Gründung 1992
Trägerschaft staatlich
Ort Leipzig
Bundesland Sachsen
Land Deutschland
Rektorin Gesine Grande
Studierende 6.111 (WS 2017/18[1])
Mitarbeiter 619[2]
davon Professoren 182[2]
Website www.htwk-leipzig.de

Die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (Leipzig University of Applied Sciences) ist eine staatliche Hochschule in Leipzig.[3] Mit 6.111 immatrikulierten Studierenden[1] ist die HTWK Leipzig die zweitgrößte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Sachsen. Mit über 70 Prozent der Studienplätze in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik ist die HTWK Leipzig zugleich die größte Hochschule der technischen Ausbildung in der Region Leipzig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die HTWK Leipzig wurde am 15. Juli 1992 gegründet. Sie entstand aus der Technischen Hochschule Leipzig (gegründet 1977 aus der Hochschule für Bauwesen Leipzig und der Ingenieurhochschule Leipzig), der Fachschule für Bibliothekare und Buchhändler Leipzig, der Fachschule für wissenschaftliches Bibliothekswesen sowie aus dem Institut für Museologie. Ihre ältesten Wurzeln gehen zurück auf die Zeichnungs-, Mahlerey- und Architektur-Academie zu Leipzig (gegründet 1764 von Adam Friedrich Oeser, zu dessen Studenten Johann Wolfgang Goethe zählte; heute fortgeführt durch die Hochschule für Grafik und Buchkunst), die 1838 gegründete Königlich Sächsische Baugewerkenschule zu Leipzig, die Städtische Gewerbeschule zu Leipzig (gegründet 1875 von Ludwig Nieper) und die Fachschule für Bibliothekstechnik und -verwaltung Leipzig (gegründet 1914).

Lage und Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geutebrück-Bau, Hauptsitz der HTWK Leipzig in der Karl-Liebknecht-Straße 132

Der Hauptcampus der HTWK Leipzig befindet sich mit 13 Gebäuden entlang der Straßen Karl-Liebknecht-Straße, Gustav-Freytag-Straße, Eichendorffstraße und Kochstraße in Leipzig-Connewitz. Der Campus wurde in den vergangenen Jahren um mehrere Neubauten ergänzt, zuletzt den 2015 eröffneten Nieper-Bau. Außerhalb des Campus liegen drei weitere Hochschulgebäude: Der Wiener-Bau der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik in der Wächterstraße/Zentrum-Süd, das Forschungszentrum Life Science & Engineering in der Eilenburger Straße/Reudnitz sowie die Sporthalle in der Arno-Nitzsche-Straße. In der VDI-GaraGe in Leipzig-Plagwitz befindet sich außerdem das Automatikmuseum der HTWK Leipzig.[4]

Rektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Steinbock, Gründungsrektor (1992–2003), Professor für Automatisierungstechnik
  • Manfred Nietner (2003–2006), Professor für Bauproduktionstechnik
  • Hubertus Milke (2006–2011), Professor für Wasserwirtschaft, Hydrologie und Siedlungswasserwirtschaft
  • Michael Kubessa, amtierender Rektor (2011), Professor für Versorgungs- und Entsorgungstechnik
  • Renate Lieckfeldt, (2011–2013), Professorin für Technisches Management und Projektmanagement
  • Markus Krabbes, amtierender Rektor (2013–2014), Professor für Informationssysteme
  • Gesine Grande (seit 2014), Professorin für Psychologie

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fakultäten und Studiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiener-Bau, Sitz der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik in der Wächterstraße 13
Gutenberg-Bau, Sitz der Fakultät Medien in der Gustav-Freytag-Straße 42a

Es werden in den einzelnen Fakultäten die folgenden grundständigen Studiengänge angeboten:

Immatrikulation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pro Jahr bewerben sich über 10.000[1] Interessenten um einen der Studienplätze an der HTWK Leipzig. Im Schnitt ergibt das etwa sieben Bewerber pro Studienplatz. Regelmäßig übersteigt die Bewerberzahl die Aufnahmekapazität. Die Auswahl der zukünftigen Studenten wird über einen örtlichen Numerus clausus geregelt. Um einen Platz in den Studiengängen Internationales Management (Bachelor) und Soziale Arbeit bewerben sich durchschnittlich 16 Interessenten pro Studienplatz. Immatrikuliert wird jeweils zum Wintersemester (inzwischen aber auch bei ausgewählten Masterstudiengängen im Sommersemester).

Lehrkooperation mit der Universität Leipzig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2015 kooperiert die Fakultät für Mathematik und Informatik der Universität Leipzig mit der Fakultät für Informatik, Mathematik und Naturwissenschaften der HTWK Leipzig. Darüber hinaus gibt es seit 2016 eine Kooperationsvereinbarung im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Studierende der Masterstudiengänge Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik der Universität Leipzig sowie Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen der HTWK Leipzig haben die Möglichkeit, an einer Auswahl von Modulen der Kooperationshochschule teilzunehmen und darin Prüfungsleistungen zu erbringen.[5]

Internationales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule unterhält Kontakte zu zahlreichen Partnerhochschulen weltweit, mit denen sie per Kooperationsvertrag oder über das EU-Programm Sokrates/Erasmus verbunden ist. Das Akademische Auslandsamt berät Studenten der HTWK Leipzig, die ein Teilstudium an einer ausländischen Hochschule oder ihr praktisches Studiensemester in einem ausländischen Unternehmen absolvieren wollen.

Forschung an der HTWK Leipzig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einem Drittmittelaufkommen von konstant mehr als 10 Millionen Euro im Jahr gehört die HTWK Leipzig zu den forschungsstarken Hochschulen für Angewandten Wissenschaften in Deutschland. Etwa die Hälfte ihrer Drittmittel wirbt die Hochschule aus Bundesmitteln ein, knapp ein Fünftel stammen aus der Wirtschaft und etwa ein Achtel aus Förderprogrammen der Europäischen Union.[6] Aus den Drittmitteln werden mehr als 200 Mitarbeiter finanziert.[2] Von ihnen ist ein Großteil als Nachwuchswissenschaftler in Forschungsprojekten tätig.

Die Hochschule bündelt ihre Lehr- und Forschungskompetenzen in vier Profillinien:

  • Bau & Energie: Ressourcen schonen
  • Medien & Information: Informationen erschließen
  • Life Science & Engineering: Gesundheit erhalten
  • Ingenieur & Wirtschaft: Verantwortung übernehmen

Die starke Forschungsausrichtung der HTWK Leipzig lässt sich in Teilen auf ihre universitäre Vorgängereinrichtung, die Technische Hochschule Leipzig, zurückführen, an welcher schon zu DDR-Zeiten im Bauwesen und in der Automatisierungstechnik auf internationalem Niveau geforscht wurde. Im Jahr 1997 gründete die HTWK Leipzig das Forschungs- und Transferzentrum Leipzig (FTZ) e. V. als gemeinnützige, außeruniversitäre Einrichtung. Das FTZ möchte „Industrie, Wirtschaft und Kommunen mit dem wissenschaftlich-technischen Potenzial der Hochschule“[7] verbinden, indem es eine organisatorische und rechtliche Plattform für kooperative Forschungs- und Entwicklungsprojekte bietet. Am FTZ ist ein gemeinsames EMV-Zentrum der HTWK Leipzig und der Hochschule für Telekommunikation Leipzig angesiedelt.

2010 eröffnete die HTWK Leipzig das Forschungszentrum „Life Science & Engineering“ auf dem Gelände der ehemaligen Kinderklinik in Leipzig-Reudnitz. In dem Gebäude sind ein Trainings-Operationssaal sowie verschiedene Labore und Werkstätten angesiedelt, die von drei Forschungsgruppen aus dem Bereich Gesundheit und Medizin genutzt werden. 2012 wurde das Forschungszentrum als einer von 365 Orten im Land der Ideen ausgezeichnet. Seit 2014 gibt es mit dem „Forschungszentrum Campus“ in der Karl-Liebknecht-Straße 143 ein weiteres Hochschulgebäude, welches ausschließlich der Forschung gewidmet ist.

Nachwuchsförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2016 gegründeten Graduiertenzentrum der HTWK Leipzig werden rund 80 Nachwuchswissenschaftler betreut, die in Kooperation mit einer Universität promovieren.[6] Seit 2014 wird jährlich der Dissertationspreis der Stiftung HTWK für eine herausragende Dissertation vergeben.

Studentische Projekte mit überregionalem Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nao-Team HTWK[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nao-Team HTWK

Das Nao-Team HTWK gehört seit Jahren im Roboterfußball zu den weltweit besten Teams und konnte zahlreiche Erfolge bei den RoboCup German Opens und den internationalen RoboCups erzielen. 2018 wurde das Team erstmals Weltmeister.[8] Es besteht – neben mehreren Robotern des Typs Nao – aus Studierenden und Alumni der Hochschule. Es spielt seit 2009 in der Standard Platform League. Die modernen Probleme der Robotik – Selbstlokalisierung, Pfadplanung und Schwarmkoordination – sollen im Umgang mit den Robotern und beim Entwickeln der Spielalgorithmik gelöst werden.[9]

BetonkanuTeam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das BetonkanuTeam der HTWK Leipzig holte mit seinen selbstgebauten Rennbooten aus Beton bei den internationalen Regatten in Deutschland und den Niederlanden in den vergangenen Jahren mehrfach Gold, u. a. 2018 beim Betonkanurace in Eindhoven. In den Bau der Betonkanus fließen stets neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Bereich des Textilbetonbaus ein.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange Nacht der Computerspiele an der HTWK Leipzig

Während des Semesters finden wöchentlich öffentliche en mit freiem Eintritt statt.[10] Jeden Januar ist Tag der offenen Tür, jeden April findet der Hochschulinformationstag und anschließend die Lange Nacht der Computerspiele statt. Dieses Festival zur Kultur und Geschichte der Spiele zieht jedes Jahr mehrere tausend Besucher aus der ganzen Republik an. Daneben beteiligt sich die HTWK Leipzig an der alle zwei Jahre stattfindenden Langen Nacht der Wissenschaften Leipzig, bei der ebenfalls mehrere tausend Besucher die Hochschule besuchen. Darüber hinaus ist die Hochschule Veranstaltungsort für verschiedene Fachtagungen, die in Kooperation mit anderen Wissenschaftseinrichtungen oder Partnern aus der Wirtschaft realisiert werden. [11]

Hochschullehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Zahlen und Fakten. Studierenden- und Bewerberzahlen im Wintersemester 2017/2018 (Stand: 4. Januar 2018, abgerufen am 6. August 2018)
  2. a b c Personalstatistik 2016 im HTWK.report (abgerufen am 21. Dezember 2017)
  3. § 1 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. b SächsHSFG
  4. Automatikmuseum der HTWK Leipzig (abgerufen am 6. August 2018)
  5. Mehr Möglichkeiten für Studierende. Die Rektorinnen der Universität Leipzig und der HTWK unterzeichneten eine neue Kooperationsvereinbarung, Pressemitteilung der HTWK Leipzig vom 5. Oktober 2016
  6. a b Forschungsstatistik 2017 im HTWK-Forschungsmagazin EINBLICKE (abgerufen am 6. August 2018)
  7. Website des FTZ Leipzig (abgerufen am 6. August 2018)
  8. (Wenigstens) wir sind Weltmeister!. HTWK-Fußballroboter des „Nao-Team HTWK“ erstmals Weltmeister im RoboCup, Pressemitteilung der HTWK Leipzig vom 27. Juni 2018
  9. Nao-Team HTWK. Team Research Report (englisch), HTWK Leipzig, Dezember 2014 (abgerufen am 24. September 2015)
  10. Öffentliche Vorlesungsreihen an der HTWK Leipzig (abgerufen am 6. August 2018)
  11. Tagungen an der HTWK Leipzig (abgerufen am 6. August 2018)

Koordinaten: 51° 18′ 51″ N, 12° 22′ 21,1″ O