Hochschule für Telekommunikation Leipzig

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Hochschule für Telekommunikation Leipzig
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Motto Hier beginnt Zukunft
Gründung 11. September 1953
Trägerschaft HFTL Trägergesellschaft mbH
Ort Leipzig
Bundesland Sachsen
Land Deutschland
Rektor Christiane Springer
Studierende 1600 (2018)[1]
Mitarbeiter 66 (2016)[2]
davon Professoren 25(2016)[3]
Website www.hft-leipzig.de
Hochschule für Telekommunikation Leipzig, Eingangsgebäude (März 2018)

Die Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL) ist eine private, staatlich anerkannte Fachhochschule, bei welcher sich der Wissenschaftsrat gegen eine Akkreditierung ausgesprochen hat[4]. Träger der HfTL ist die HFTL Trägergesellschaft mbH (Leipzig), eine hundertprozentige Beteiligungsgesellschaft der Deutschen Telekom. Die Hochschule befindet sich im Leipziger Stadtteil Connewitz. Aufgrund des Auslaufens der Akkreditierung werden 2018 keine Erstsemester mehr immatrikuliert. Bisher wurden sowohl Direkt- als auch duale Studiengänge und berufsbegleitende Studiengänge angeboten. Die bereits immatrikulierten Studenten werden ihr Studium beenden können.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baustelle der Fachschule für Post- und Fernmeldewesen (1953)
Ingenieurschule „Rosa Luxemburg“:DDR-Briefmarke von 1981

Am 28. April 1952 begann die Deutsche Post in der Connewitzer Gustav-Freytag-Straße mit dem Neubau einer Schule für das Post- und Fernmeldewesen nach einem Entwurf von Kurt Nowotny. Die Schule wurde am 11. September 1953 eröffnet, und es nahmen 277 Schüler das dreijährige Direktstudium zum Postwirtschaftler auf. Am 1. Januar 1954 begann zusätzlich ein fünfjähriges Fachschulfernstudium für das Post- und Zeitungswesen.

Am 13. Oktober 1954 erhielt die Fachschule den Namen „Rosa Luxemburg“. Nach der Verlagerung der Ingenieurausbildung für Funk- und Fernmeldewesen von Berlin und Königs Wusterhausen nach Leipzig im Jahre 1958 erhielt die Schule den Status einer Ingenieurschule und wurde in Ingenieurschule für Post und Fernmeldewesen „Rosa Luxemburg“ umbenannt. Vor der Schule steht noch heute eine Büste Luxemburgs.

Im Rahmen der Wiedervereinigung wurde die Ingenieurschule auf Anordnung des damaligen Bundesministers für Post und Telekommunikation in die Deutsche Bundespost Telekom überführt. Der ehemalige Rektor der Fachhochschule der Deutschen Bundespost Berlin (FH der DBP Berlin) Uwe Rabenhorst wurde am 15. November 1990 mit der Leitung der Ingenieurschule betraut. Er übernahm die Aufgaben eines Gründungsrektors beim Ausbau der Ingenieurschule Leipzig der Deutschen Bundespost Telekom zur Fachhochschule Leipzig der Deutschen Telekom.

Luxemburg-Büste vor der Hochschule

1992 erfolgte die Anerkennung als Fachhochschule durch den Freistaat Sachsen. Von nun an wurden an der Fachhochschule Diplomingenieure (FH) ausgebildet. Es erfolgte der kontinuierliche Ausbau der Schule zu einer modernen Campus-Hochschule. Mit der Privatisierung der Deutschen Bundespost ging die Fachhochschule 1995 auf die Deutsche Telekom über. Sie ist seit 2000 die einzige unternehmenseigene Fachhochschule der Telekom. Im Zuge des Bologna-Prozesses erfolgte die Einführung neuer, gestaffelter Bachelor- und Masterstudiengänge und entsprechender Abschlüsse. Im Jahr 2007 erhielt die Fachhochschule den neuen Namen Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfTL), der die Kernkompetenz in der Telekommunikation herausstellen soll.

Studienangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Auslaufen der staatlichen Akkreditierung am 31. Dezember 2020[5] können Studenten ihr Studium in den nachfolgend aufgelisteten Studiengängen beenden.

Direkt studiert werden kann:

Darüber hinaus werden folgende duale Studiengänge angeboten:

  • Kommunikations- und Medieninformatik (6 Semester plus 3 Monate, B.Eng.)
  • Wirtschaftsinformatik (6 Semester plus 3 Monate, B.Sc.)
  • Wirtschaftsinformatik (5 Semester plus 2 Monate, M.Sc.)
  • Angewandte Informatik (6 Semester plus 3 Monate, B.Sc.)

Als berufsbegleitende Studiengänge gibt es an der HfTL:

  • Informations- und Kommunikationstechnik (9 Semester, B.Eng.)
  • Telekommunikationsinformatik (9 Semester, B.Eng.)
  • Wirtschaftsinformatik (9 Semester, B.Sc.)
  • Wirtschaftsinformatik (5 Semester plus 2 Monate, M.Sc.)
  • Informations- und Kommunikationstechnik (5 Semester plus 2 Monate, M.Eng.)

Die Immatrikulation für alle Studiengänge erfolgte zum Wintersemester. In Folge der fehlenden Akkreditierung dürfen bis zur Schließung der Hochschule keine weiteren Studenten immatrikuliert werden.[7][8]

Rektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Mehlhorn (1953–1958)
  • Werner Rauschenbach (1958–1965)
  • Heinz Thieme (1966–1975)
  • Gerhard Schmidt (1976–1980)
  • Rolf Ludwig (1981–1990)
  • Uwe Rabenhorst (1990–1997)
  • Volkmar Brückner (1998–2007)
  • Michael Meßollen (2007–2010)
  • Volker Saupe (2010–2014, von 2014 bis 2018 kommissarisch)
  • Christiane Springer (seit 2018)[9]

Campus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Campus der HfTL befindet sich im südlichen Leipziger Stadtteil Connewitz. Auf dem Campus befinden sich die Hörsäle, Seminarräume und die Labore. Dort befindet sich auch ein Campus-Bistro und der Studentenclub der Hochschule. Dieser ist bei Leipziger Studenten unter dem Namen „Stecker“ bekannt.

Kind und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit September 2011 stehen ein Kindergarten und eine Krippe, die speziell an die Bedürfnisse der Studierenden angepasst sind, in der Nähe der Hochschule zur Verfügung. Dazu wurden Kooperationsverträge mit der Leipziger Kindervereinigung geschlossen. Das pädagogische Konzept der Einrichtung ist mathematisch-technisch ausgerichtet.

Kultur an der Telekomhochschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der HfTL fanden regelmäßig wechselnde Ausstellungen statt. Ziel ist es, so Künstlern eine Plattform zu geben und Verknüpfungen zwischen Kunst und Wissenschaft herzustellen.

Sport und Wellness[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die HfTL ist Mitglied im Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (ADH). Das gibt den Studierenden die Möglichkeit, auf Landesebene an den Deutschen Hochschulmeisterschaften teilzunehmen. Die HfTL bietet als Sportarten Fußball, Volleyball, Klettern und Badminton an. Darüber hinaus können die Studierenden diverse Sportangebote der benachbarten Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur mitnutzen, darunter Aikido und Baseball.

Campusleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der letzten Jahre unterzog sich das Campusleben einigen Veränderungen. So werden Veranstaltungen seltener von der Hochschule aus organisiert als viel mehr von den Studenten selbst. Veranstaltungen und Betreuung der Studenten wird über den Studentenrat der HfTL sowie über den hochschuleigenen Studentenclub Stecker durchgeführt. Letzterer wird von aktiven und ehemaligen Studenten der HfTL sowie vereinzelt auch anderer Hochschulen betrieben. Die Räumlichkeiten dieses Clubs sind zugleich der Geburtsort des FHL Verlags. So wird in Kooperation mit dem Hochschulsportzentrum der benachbarten HTWK der gesamte Hochschulsport vom Studentenrat der HfTL betreut. Auch hat sich dieser für eine Wiedereröffnung des aus Kostengründen geschlossenen Fitnessraums eingesetzt.

Neben den üblichen Tätigkeiten einer Studentenvertretung werden zusätzlich Fachvorträge organisiert und diese vereinzelt online bereitgestellt. In Kooperation mit dem Stecker organisiert der StuRa regelmäßig Vergnügungsveranstaltungen für die Direkt-, Dual-, und Berufsbegleitenden Studenten, damit diese nicht nur etwas Abwechslung von Arbeit und Studium haben, sondern gegenseitig von ihren Eindrücken der unterschiedlichsten Einsatzbetriebe berichten können und somit konzernweit Kontakte knüpfen können.

Ehemalige Schwestereinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fachhochschule besaß bis in die 1990er Jahre Schwester-Hochschulen (Ingenieur- bzw. später Fachhochschulen der Deutschen Bundespost) in Dieburg (Fachhochschule Dieburg) und Berlin-Tempelhof, die beide bereits vor der Leipziger Einrichtung als Fachhochschulen existierten. Sie wurden nach der Privatisierung der Telekom aufgegeben und in andere (staatliche) Fachhochschulen eingegliedert. So wurde 1996 die Fachhochschule der Deutschen Telekom in Berlin-Tempelhof in die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin samt allen Laboreinrichtungen und Professorenschaft integriert. Um das Jahr 2005 herum gab es erneut die Idee, eine Fachhochschule der Telekom in eine öffentliche Hochschule einzugliedern. Dies wurde jedoch nicht umgesetzt und die HfTL blieb somit unter Trägerschaft der Telekom.

Schließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2018 wurde bekannt, dass die Deutsche Telekom mit dem Land Sachsen, als Alternative zur letzten konzerneigenen Hochschule, über die Schaffung einer Stiftungsfakultät in der benachbarten HTWK verhandelt.[10] Für die im ersten Halbjahr 2018 zu gründende Stiftungsfakultät, würde die Deutsche Telekom die Kosten für die Stiftungsprofessuren und die Kosten für sämtliche Ressourcen auf Vollkostenbasis übernehmen. Der dafür notwendige Vertrag wurde im November 2018 von allen Parteien unterschrieben.[11] Die Fakultät wird nur noch 500 Studierende umfassen und auf das bisherige Profil der Wirtschaftsinformatik verzichten.[12] Unabhängig von der Schaffung dieser Stiftungsfakultät, beabsichtigt die Deutsche Telekom ab 2020 keinen eigenen Hochschulbetrieb mehr anzubieten.[13] Noch im selben Monat betonte der sächsische Ministerpräsident, dass das Fortbestehen der HfTL bis über 2020 hinaus finanziell gesichert sei.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hochschule für Telekommunikation Leipzig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/6816-18.pdf
  2. https://www.statistik.sachsen.de/download/100_Berichte-B/B_III_4_j16_SN.pdf
  3. https://www.statistik.sachsen.de/download/100_Berichte-B/B_III_4_j16_SN.pdf
  4. Vier Entscheidungen in Verfahren der Institutionellen Akkreditierung. Abgerufen am 29. Januar 2018.
  5. Staatliche Anerkennung - HfT-Leipzig. Abgerufen am 9. Mai 2018.
  6. Telekommunikationsinformatik (Bachelor) im direkten Studium
  7. Leipzig - Telekom-Hochschule bekommt Akkreditierung entzogen. In: Deutschlandfunk. (deutschlandfunk.de [abgerufen am 9. Mai 2018]).
  8. Luise Mosig: Hochschule für Fehlkommunikation. In: student! Die unabhängige Leipziger Hochschulzeitung. student! e.V., April 2018, S. 2, abgerufen am 9. Mai 2018.
  9. Prof. Springer neue Rektorin - HfT-Leipzig. Abgerufen am 13. Juli 2018.
  10. Wissenschaftsministerium verhandelt mit Deutscher Telekom AG über Gründung einer Stiftungsfakultät „Digitale Transformation“ an der HTWK Leipzig. Abgerufen am 29. Januar 2018.
  11. TeleTheo: Pressekonferenz - Gründung Stiftungsfakultät - Deutsche Telekom und HTWK Leipzig. 30. November 2018, abgerufen am 3. Dezember 2018.
  12. Deutsche Telekom AG stiftet 17 Professuren für Digitalisierung – Gründung einer Fakultät „Digitale Transformation“ an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig geplant. Abgerufen am 3. Dezember 2018.
  13. Bisherige Vereinbarungen zwischen der HfT Leipzig und der HTWK Leipzig zur Bildung einer Stiftungsfakultät. Abgerufen am 18. Juli 2018.
  14. Nora Miethke: Sachsen forscht zum Datenschutz. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Sächsische Zeitung. DDV Mediengruppe GmbH & Co. KG, 16. November 2018, archiviert vom Original; abgerufen am 16. November 2018 (Printarchiv: "https://www.wiso-net.de/document/SZO__30380631"): „Der Ministerpräsident betonte, dass das Fortbestehen der HfTL in Leipzig mit ihren langjährigen Erfahrungen insbesondere im Bereich der Telekommunikation auch über 2020 hinaus finanziell gesichert sei und für die HTWK nutzbar gemacht werde.“

Koordinaten: 51° 18′ 46,3″ N, 12° 22′ 33,8″ O