Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt

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Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt
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Gründung 1. August 1971
Trägerschaft staatlich
Ort Würzburg, Schweinfurt
Bundesland BayernBayern Bayern
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Präsident Robert Grebner[1]
Studierende 9276 (WS 2018/19)[2]

davon in Schweinfurt: 2915[2]
davon in Würzburg: 6361[2]

Mitarbeiter 625 (WS 2018/19)
davon Professoren 217 (WS 2017/18)
Website www.fhws.de

Die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt ist eine 1971 gegründete Fachhochschule (FH) in Bayern mit Standorten in Würzburg mit vier Fachbereichen und Schweinfurt mit sieben Fachbereichen. Die Hochschule hat 49 Bachelor-Studiengänge und 19 Master-Studiengänge. Die Studienangebote decken die Bereiche Technik, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Informatik, Gestaltung sowie Sprache ab. Sie ist mit 9.300 eingeschriebenen Studenten und ca. 200 Professoren einer der größten Hochschulen für angewandte Wissenschaft in Bayern.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der heutigen Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt reicht bis 1807 zurück und ist verknüpft mit den Vorgängereinrichtungen Balthasar-Neumann-Polytechnikum (hervorgegangen aus der mechanischen Abteilung der Kreislandwirtschafts- und Gewerbeschule)[4] des Bezirks Unterfranken, der Höheren Wirtschaftsschule der Stadt Würzburg und der Werkkunstschule der Stadt Würzburg.

Am 1. August 1971 nahm die aufgrund des Bayerischen Fachhochschulgesetzes gegründete Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt mit 1566 Studierenden in sieben Studiengängen den Betrieb auf. Am Standort Würzburg wurden die Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen, Betriebswirtschaft und Grafikdesign (heute Kommunikationsdesign) angeboten, in Schweinfurt die Fachrichtungen Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen.

Im Laufe der Zeit wurden das Angebot um die Studiengänge Soziale Arbeit (1972), Kunststofftechnik und Vermessung (1973), Informatik (1975), Pflegemanagement (1995), Betriebswirtschaft (1998), Wirtschaftsinformatik (2000), Medienmanagement (2001), Ingenieurinformatik (2003), Logistik (2008) ergänzt.

Von 1991 bis 2000 baute sie im Auftrag des Wissenschaftsministeriums eine neue Abteilung in Aschaffenburg auf. Dort wurde zunächst der Studiengang Betriebswirtschaft angeboten, ab 1997 auch der Studiengang Elektrotechnik. Im Jahr 2000 ging aus der damaligen Abteilung Aschaffenburg eine eigenständige Fachhochschule hervor.

Am 14. Februar 2003 legte der damalige Wissenschaftsminister Hans Zehetmeier den Grundstein für ein knapp 14,5 Millionen Euro teures Hörsaalgebäude für die Abteilung Schweinfurt. Im Keller des Gebäudes finden sich moderne Computersäle. Im Erdgeschoss bietet eine großzügige Aula Platz für Veranstaltungen. Kreisförmig um diesen Versammlungsraum befinden sich Dekanate, Büros und der größte Hörsaal des Gebäudes. Im ersten und zweiten Stock des von Stahlbeton und Aluminium dominierten Baus finden sich klimatisierte und multimedial ausgestattete Hörsäle.

Eröffnungsfeier der sanierten Aula in der Hochschule Schweinfurt mit dem bayerischen Wissenschaftsminister Thomas Goppel

Nach der Einweihung durch Wissenschaftsminister Thomas Goppel am 4. Oktober 2004, findet in dem zirka 3000 Quadratmeter großen Rundbau ein Großteil des Lehrbetriebs in der Abteilung Schweinfurt statt. Die älteren Gebäude am Standort Schweinfurt wurden weitestgehend geräumt. Es finden dort seit 2004 umfangreiche Renovierungsmaßnahmen statt.

2006 hat die Hochschule die Namensrechte des größten Hörsaals der Hochschule (Abteilung Würzburg) an Aldi-Süd vermietet. Das FHWS-Hörsaalsponsoring durch Aldi-Süd lief am 14. März 2017 wieder aus. Die Sparkasse Würzburg hat sich 2006 als „Sponsor“ eines weiteren Hörsaals zur Verfügung gestellt. Kurze Zeit später wurden folgende weitere Hörsaalsponsoren gefunden:

Im Jahr 2008 wurde der Name „Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt“ in „Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt“ geändert. Seit 1. Mai 2011 führt die Hochschule die heutige Bezeichnung.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule ist mit 9.276Studierenden (WS 2018/19)[2], 217 Professoren (Stand 31. Dezember 2017), 28 Lehrkräften für besondere Aufgaben und weiteren 380 Mitarbeitern die viertgrößte Fachhochschule in Bayern.

Das Studienangebot der zehn Fakultäten umfasst aktuell 42 Studiengänge mit Bachelor- und Masterabschlüssen.[2]

Neue Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörsaal- und Laborgebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Würzburg wurde ein neues Hörsaal- und Laborgebäude am Sanderheinrichsleitenweg im September 2011 an die Hochschule übergeben.

In Schweinfurt wurde ein neues Hörsaalgebäude am Grünen Markt in der Innenstadt-Nord im August 2011 übergeben. Der Neubau wurde von der SWG erstellt, kostete etwa 9,6 Millionen Euro und wurde vom Freistaat Bayern für 12  Jahre gemietet. Er bietet als Campus  2 Platz für 720 Studierende, verteilt auf sieben Hörsäle.[5] Jedoch soll bereits 2020 der Campus  2 am Grünen Markt wieder aufgelöst werden, damit die Abteilung Schweinfurt sich nicht auf drei Standort aufspaltet, da dann das erste große Gebäude auf einem weiteren neuen Areal fertiggestellt sein soll (siehe nachfolgenden Abschnitt: i-Campus Schweinfurt). In das Gebäude am Grünen Markt zieht dann die Fachoberschule.[6]

i-Campus Schweinfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baugrube des i-Campus Schweinfurt im Januar 2018

In Schweinfurt wird auf dem Areal der ehemaligen US-amerikanischen Ledward Barracks der internationale Hochschulcampus i-Campus Schweinfurt aufgebaut. Das Projekt läuft im Rahmen der Internationalisierung der Hochschule, mit neu eingeführten englischsprachigen Studiengängen in Schweinfurt (seit 2014) und Würzburg (seit 2016), die FHWS i-Campus genannt werden (siehe: FHWS i-Campus).

Im Endausbau sollen in Schweinfurt 2.000 bis 3.000 Studenten aus aller Welt in den MINT-Fächern in Bachelor-Studiengängen bilingual (deutsch und englisch) studieren können. Zudem sind mehrere hochschulnahe Einrichtungen geplant. Ein Studentendorf ist derzeit im Aufbau und bietet bereits ersten Wohnraum. Vorlesungen ausschließlich in Englisch, in den Bachelor-Twin-Studiengängen in den Fachrichtungen Logistik und Wirtschaftsingenieurwesen, begannen bereits im WS 2014/15 in vorhandenen Gebäuden im Schweinfurter Campus 1. Zum WS 2020/21 soll der Vorlesungsbetrieb im dann ersten fertiggestellten Gebäude auf dem neuen i-Campus-Areal beginnen.

Studiengänge[7][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Würzburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptgebäude in Würzburg, Sanderring 8
  • Architektur (Bachelor)
  • Bauingenieurwesen (Bachelor)
  • Betriebswirtschaft (Bachelor)
  • E-Commerce (Bachelor)
  • Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation (Technik/Wirtschaft)(Master)
  • Fachübersetzen (Wirtschaft/Technik) (Bachelor)
  • Fachübersetzen und mehrsprachige Kommunikation (Master)
  • Geovisualisierung (Bachelor)[8]
  • Informatik (Bachelor)
  • Informationsdesign (Master)
  • Informationssysteme (Master)
  • Innovation im Mittelstand (i2m, Master)[9]
  • Integrales Planen und Bauen (Master)
  • Kommunikationsdesign (Bachelor)
  • Kunststoff- und Elastomertechnik (Bachelor)
  • Marken- und Medienmanagement (M3ve, Master)
  • Medienmanagement (Bachelor)
  • Management im Gesundheitswesen (Bachelor)
  • Soziale Arbeit (Bachelor und Master)
  • Vermessung und Geoinformatik (Bachelor)
  • Wirtschaftsinformatik (Bachelor)

Schweinfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörsaalgebäude in Schweinfurt
  • Elektro- und Informationstechnik (Bachelor und Master)
  • Mechatronik (Bachelor)
  • Logistik (Bachelor)
  • Maschinenbau (Bachelor)
  • Technomathematik (Bachelor)
  • Wirtschaftsingenieurwesen (Bachelor und Master)
  • Produkt- und Systementwicklung (Master)

FHWS i-Campus (englischsprachig)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schweinfurt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Business and Engineering (Bachelor)
  • Mechatronics (Bachelor)
  • Logistics (Bachelor)

Würzburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • International Management (Bachelor)
  • International Social Work with Refugees and Migrants (Master)

Weiterbildende Masterstudiengänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesundheitsmanagement
  • MBA International Business with Regional Focus
  • International Business – Business with Europe (in Cooperation with Christ University in Bangalore, India)
  • Musiktherapie für Menschen mit Behinderung und Demenz

Auslandskontakte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die FHWS bietet ein weltweites Netz von über 140 Partnerhochschulen, an denen Studierende ein Auslandsstudium absolvieren können. Der Hochschulservice Internationales an beiden Abteilungen sowie die Auslandsbeauftragten der Fakultäten unterstützen und beraten die Studierenden bei Auslandspraktika, Abschlussarbeiten mit Firmen, deren Sitz sich im Ausland befindet, bei Auslandsaufenthalten sowie bei Fragen der Finanzierung und Stipendien.

Studentische Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mainfranken Racing e. V.

Seit September 2006 existiert (gegründet von Studierenden) der gemeinnützige Verein Mainfranken Racing e. V. Die Studenten von Mainfranken Racing e. V. nehmen am jährlich stattfindenden Konstruktionswettbewerb der Formula Student Germany teil, der in Deutschland vom Verein Deutscher Ingenieure ausgerichtet wird. Zwischen 2007 und 2014 wurden acht Rennwagen gebaut. Zurzeit wird an der Fertigstellung des MFNine gearbeitet.

Konzeptathon 2019

Am 17. Mai 2019 haben in Lohr am Main ca. 160 Studierenden der Hochschule Würzburg-Schweinfurt aus vier Studiengängen (Soziale Arbeit, Management im Gesundheitswesen, E-Commerce und Master Wirtschaftsingenieurwesen) und zwei Kulturen (48 Teilnehmer waren Gaststudierende aus Indien) unter Einbeziehung von Lohrer Bürgern, Start-ups, ansässigen Unternehmen den Konzeptathon 2019 durchgeführt.

30 durchmischte Teams, arbeiteten in Gruppen von 5–6 Personen an 4 Standorten in 12 Stunden an 10 Themenstellungen und entwickelten hierbei im 30 neue (digitale) Lösungsideen zu interessanten Fragen und Problemen der Stadt Lohr sowie der Region Main-Spessart.

Ziel des Events war die Präsentation einer innerhalb eines Tages möglichst konkret, ausgearbeiteten Idee plus Prototyp. Daneben erwarteten die Beteiligten als Lerneffekt unter anderem Verständnis für Problemstellungen und Lösungsideen anderer Fach- und Kompetenzbereiche sowie das praxisbezogene Kennenlernen der Grundzüge des Design Thinkings. Das kooperative Gesamtprojekt wurde in Englisch durchgeführt und von Dozenten der FHWS sowie der Stadt Lohr/ Starthouse Spessart organisiert.[10][11][12]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hochschule ist Mitglied im MedienCampus Bayern, dem Dachverband für die Medienaus- und -weiterbildung in Bayern. Gabriele Goderbauer-Marchner, bis 2010 Professorin für Mediengeschichte und Medienpolitik im Studiengang Medienmanagement, war bis Ende 2009 langjährige Geschäftsführerin des MedienCampus Bayern.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die FHWS benannte einzelne Hörsäle entsprechend der Wünsche von Sponsoren um; so gibt es z. B. die Hörsäle „Sparkasse“, „Fresenius Medical Care“ und die „Warema Renkhoff Aula“. Vorstandsvorsitzende der Firma Warema Renkhoff SE ist Angelique Renkhoff-Mücke, die gleichzeitig im Hochschulrat der FHWS sitzt, was Kritiker als Interessenkollision werten.[13]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die FHWS > Organisation > Hochschulleitung, aufgerufen am 27. Juni 2018.
  2. a b c d e Studierendenzahlen nach Studiengängen. (pdf) Studierende an Hochschulen. Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt, abgerufen am 23. Oktober 2017 (117 KB).
  3. Die FHWS - Hochschule für angewandte Wissenschaften. Abgerufen am 15. Juni 2018.
  4. Thomas Tippach: Würzburg – Aspekte der Zentralität. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2 (I: Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. 2001, ISBN 3-8062-1465-4; II: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. 2004, ISBN 3-8062-1477-8; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), Theiss, Stuttgart 2001–2007, Band III (2007), S. 369–393 und 1296–1298, hier: S. 372.
  5. Einweihung mit Schlüsselübergabe und Eröffnung des Campus´ II der FHWS in Schweinfurt. Stärkung des Wissenschaftsstandortes Schweinfurt. Abgerufen am 18. August 2011.
  6. Main-Post.de: Zwei neue Standorte für die Fachober- und Berufsoberschule, 28. November 2018
  7. Hochschule Würzburg-Schweinfurt - Hochschule für angewandte Wissenschaften: Studiengänge :: Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Abgerufen am 29. November 2018 (deutsch).
  8. Geovisualisierung. (Nicht mehr online verfügbar.) In: bvg.fhws.de. Archiviert vom Original am 21. Dezember 2015; abgerufen am 11. Dezember 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bvg.fhws.de
  9. https://fwiwi.fhws.de/master-innovation-im-mittelstand/
  10. Ideensuche in Lohr: Damit Rudi nicht mehr so allein ist | Foto: Heinz Scheid. 17. Mai 2019, abgerufen am 21. Mai 2019.
  11. Konzeptathon - Wie fast 160 Studenten Lösungen für Lohr finden. Abgerufen am 21. Mai 2019.
  12. Hochschule Würzburg-Schweinfurt- Hochschule für angewandte Wissenschaften: Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt. Abgerufen am 21. Mai 2019.
  13. Günther Bartsch: Fragwürdige Allianzen. In: Wertheimer Zeitung vom 2./3. Februar 2013

Koordinaten: 50° 2′ 41,8″ N, 10° 12′ 36,7″ O