Hoek van Holland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hoek van Holland
?
Flagge
Wappen des Ortes Hoek van Holland
Wappen
Provinz Zuid-Holland Zuid-Holland
Gemeinde Flagge der Gemeinde Rotterdam Rotterdam
Fläche
 – Land
 – Wasser
18,63 km2
14,28 km2
4,35 km2
Einwohner 10.370 (1. Jan. 2020[1])
Koordinaten 51° 59′ N, 4° 8′ OKoordinaten: 51° 59′ N, 4° 8′ O
Bedeutender Verkehrsweg E30 N211 N223
Vorwahl 0174
Postleitzahlen 2676, 2678, 2681, 2691, 3141, 3151
Website Homepage von Hoek van Holland
Lage des Stadtbezirkes Hoek van Holland in Rotterdam
Lage des Stadtbezirkes Hoek van Holland in RotterdamVorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte
Hoek van Holland, Hafen
Das Denkmal Kindertransport – Channel Crossing to Life

Hoek van Holland (niederländisch; gesprochen hʊk ..., Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i) (deutsch Ecke von Holland) ist heute ein Stadtbezirk von Rotterdam, hat sich aber den Charakter eines kleinen Küstenstädtchens und Badeorts bewahrt. Es liegt in Südholland an der Hauptmündungsstelle des Rheins. Dieser Stromabschnitt des Rheins heißt aus flussgeschichtlichen Gründen hier aber Oude Maas (Alte Maas) und wurde 1872 zum sogenannten Nieuwe Waterweg (Neuer Wasserweg) ausgebaut. Nachbarstädte sind Monster, ’s-Gravenzande und Naaldwijk im Nordwesten sowie Maassluis im Südosten. Auf der anderen Flussseite liegen der Europoort und Maasvlakte.

Hoek van Holland hat eine Fläche von 18,63 km²; davon sind 14,28 km² Festland. Am 1. Januar 2020 hatte der Ort 10.370 Einwohner.[1]

Kindertransporte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kindertransporte, mit denen ab Dezember 1938 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs jüdische Kinder aus Deutschland, Österreich, Polen und der Tschechoslowakei nach England gebracht werden konnten, erfolgten zumeist per Zug von den Heimatbahnhöfen der Kinder aus nach Holland. Größtenteils erfolgte dann vom Hoek van Holland aus die Überfahrt nach Harwich. Unterstützt wurden die Transporte von der niederländischen Regierung und durch freiwillige Helfer. Mit dem ersten Transport, der am 1. Dezember 1938 am Berliner Anhalter Bahnhof gestartet war, erreichte auf dieser Route am 2. Dezember 1938 England. Bis zum letzten bei Kriegsausbruch 1939 gelangten auf diese Weise etwa 10.000 Kinder nach Großbritannien.[2]

Die Bronzeskulptur Kindertransport – Channel Crossing to Life erinnert seit dem 30. November 2011 in Hoek van Holland an die Kindertransporte.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Internationale Reisezugwagen im Bahnhof Hoek van Holland Haven, 1991
Blick vom Strand von Noordwijk nach Hoek van Holland mit vorgelagerter Raffinerie und Windrädern

Hoek van Holland war und ist einer der wichtigsten Fährhäfen auf der Verbindung vom europäischen Festland nach Großbritannien. Der Personenbahnhof direkt am Fährterminal war daher über Jahrzehnte das Ziel von Fernzügen aus Mitteleuropa wie dem Berlin-London-Express, dem Rheingold, dem Austria-Express oder dem Holland-Skandinavien-Express. Seit 1. April 2017 ist der Eisenbahnverkehr auf der Strecke von Schiedam eingestellt, die Strecke wird als Metrostrecke der Metro Rotterdam umgebaut.

Am 21. Februar 1907 sank in einem schweren Sturm an der nördlichen Mole das britische Passagierschiff Berlin; 168 Menschen fanden bei dem Unglück den Tod.[3]

Der Ort besitzt neben dem Bahnanschluss auch eine direkte Autobahnverbindung im Zuge der Europastraße 30. Derzeit bestehen zwei direkte Fährverbindungen (je eine Tages- und Nachtfähre) mit der Reederei Stena Line nach Harwich in Essex, England sowie eine Lastwagenfährverbindung nach Killingholme in Lincolnshire, England.

Eine lokale Fähre der RET stellt eine regelmäßige Verbindung mit dem Hafen Rotterdam dar.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hoek van Holland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kerncijfers wijken en buurten 2020. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek, 13. November 2020, abgerufen am 28. Februar 2021 (niederländisch).
  2. RTV Rijnmond: Monument ter nagedachtenis aan kindertransporten vom 30. November 2011. Abgerufen am 27. Januar 2017.
  3. Otto Mielke: Katastrophen auf See. Verlag Gerhard Stalling Oldenburg, Hamburg 1957