Hoengen

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Dieser Artikel behandelt den Alsdorfer Stadtteil Hoengen; zu Orten mit der Schreibweise Höngen siehe Höngen; für die deutsche Sängerin siehe Elisabeth Höngen.
Hoengen
Stadt Alsdorf
Wappen von Hoengen
Koordinaten: 50° 51′ 57″ N, 6° 12′ 34″ O
Höhe: 150 m
Fläche: 9,43 km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972

Hoengen ist ein östlicher Stadtteil von Alsdorf in der Städteregion Aachen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Zeit des römischen Reichs fand sich in der Nähe des heutigen Hoengen ein Gutshof, der von etwa 70 bis 390 bewirtschaftet wurde.

Die erste urkundliche Erwähnung als „Hongelo“ erfolgt 1151, Hoengen ist ein Allod der Limburger Herzöge. Heinrich II. (1139–1167) und seine Frau Ermesinde schenkten Gutshof samt Kapelle und Ländereien dem Kloster Floreffe. 1756 wird die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Hoengen zum ersten Mal im Kirchenbuch der Mutterpfarre St. Cornelius schriftlich erwähnt, und 1780 wird eine Gebetsbruderschaft zum Heiligsten Herzen Jesu errichtet.

1793 findet die erste Schlacht bei Aldenhoven mit französischen Artilleriestellungen bei Hoengen und Warden auf dem Höhenrücken der Begau statt, 1798 gehört Hoengen zum Kanton Eschweiler im Département de la Roer. Zur Mairie Hoengen gehören Hoengen, Langweiler, Laurenzberg, Obermerz und Warden. Der Ortsname wird auf einer französischen Landkarte von 1802 und einer preußischen Landkarte von 1846 „Heugen“ geschrieben; zu beachten ist hier, dass französisch „eu“ wie deutsch „ö“ gesprochen wird. Von 1808 bis 1971 gehört Hoengen zum Bezirk des Friedens- und später Amtsgerichts Eschweiler, seit 1972 wie Alsdorf zum Amtsgerichtsbezirk Aachen.

1815 fällt Hoengen an Preußen und gehört zum Landkreis Aachen. Bei der Volkszählung von 1843 werden in Hoengen 1.353 Einwohner gezählt. Zur Gemeinde Hoengen gehörten zu jenem Zeitpunkt die Ortsteile Hoengen, Mariadorf, Blumenrath, Warden und Begau. Von 1927 bis 1971 gehört der Ort zum Arbeitsamtbezirk Eschweiler.

Die Geschichte von Hoengen als eigenständige Gemeinde endet am 1. Januar 1972 mit dem Zusammenschluss der Gemeinden Hoengen und Bettendorf sowie der Stadt Alsdorf zur Stadt Alsdorf aufgrund des Aachen-Gesetzes.[1] Die Ortsteile der ehemaligen Gemeinde Hoengen wurden dadurch Stadtteile von Alsdorf. Als Namen des Zusammenschlusses schlug Hoengen „Broichtal“ statt „Alsdorf“ vor, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hoengener Bahnhof 2007

Die nächste Anschlussstelle ist „Alsdorf“ auf der A 44. Bis in die 1990er Jahre hieß sie Alsdorf-Hoengen. Von dort führt eine Umgehungsstraße unmittelbar zur Anschlussstelle „Eschweiler-West“ auf der A 4. Zahlreiche Buslinien verbinden Hoengen mit Alsdorf, Mariadorf, Warden, Würselen, Aachen, Haaren, Eschweiler, Kinzweiler, Hehlrath, Aldenhoven und Jülich.

Die nächsten Haltestellen sind seit Dezember 2011 „Alsdorf-Mariadorf“ und „Alsdorf-Poststraße“ der euregiobahn. Die nächsten DB-Bahnhöfe sind Herzogenrath und Eschweiler Hbf. Hoengen hat heute selbst keinen Bahnanschluss mehr. Es gab früher einen Haltepunkt Hoengen. Dieser Haltepunkt übernahm den Personenverkehr vom Bahnhof Hoengen Ost, der 1962 im Personenverkehr stillgelegt wurde. Der Haltepunkt Hoengen lag an der Kreuzung Jülicher Straße mit Am Müschekamp/Weißstraße beim Streckenkilometer 13,7. Vor der Stilllegung und Demontage hatte der Haltepunkt einen Seitenbahnsteig und ein Wartehäuschen. Das Wartehäuschen wurde schon kurz vor der Stilllegung entfernt. Heute erinnert nichts mehr an den Haltepunkt von einst. Das Empfangsgebäude ist heute noch erhalten und wird privat genutzt.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche St. Cornelius inmitten des alten Ortskerns wurde im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört. An ihrer Stelle wurde unter Leitung des Aachener Dombaumeisters Felix Kreusch von 1949 bis 1951 ein Neubau errichtet.

Evangelisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hoengen gehörte viele Jahrhunderte zur evangelischen Kirchengemeinde Lürken und bildet heute zusammen mit dem benachbarten Broichweiden die evangelische Kirchengemeinde „Hoengen-Broichweiden“. Die zuständige Kirche befindet sich im benachbarten Mariadorf, wobei beide Orte lückenlos zusammengewachsen sind.

Bergbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1848 wurde südlich von Hoengen von dem Bergmeister Eduard Honigmann, dem Friedensrichter Friedrich Boelling und dem Textilfabrikanten Leopold Schoeller das Steinkohlenbergwerk Maria eröffnet. Neben dem Bergwerk entstand in den folgenden Jahren eine an Hoengen angrenzende Siedlung, die zunächst den Namen Mariagrube, später Mariadorf erhielt. Die Grube wurde 1863 in Alsdorf-Hoegener Bergwerke-Aktiengesellschaft umfirmiert und floss 1878 an die Vereinigungsgesellschaft für Steinkohlenbau im Wurmrevier und 1907 durch Fusion an den Eschweiler Bergwerksverein (EBV) und wurde schließlich 1962 geschlossen.

Hoengen hat zwei Berghalden namens Jaspersberg (ehem. Maria I) sowie Maria Hauptschacht.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hoengen verfügt über ein sehr vielseitiges Vereinsleben. Für den Sportbereich gibt es die TTG RS Hoengen (Tischtennis; 1. Bundesliga 1998–2002, TT-Inter-Cup Gewinner 1999, ETTU-Europapokal- Sieger 2000), den Hoengener SV (Fußball), den Schwimmverein, von der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft die Ortsgruppe Hoengen und ein Schwimmverein für Wettkampf Schwimmer, den SCAH (Schwimmclub Alsdorf Hoengen) einen Radsportverein sowie den HTC (Turnverein). Für Musiker gibt es die Trommler- und Pfeif(f)er Korps Vereinte Freunde und Blue Jackets sowie den Kirchenchor St. Cornelius nebst der gleichnamigen Blockflötengruppe. Ebenfalls den Kirchlichen Vereinen sind die St. Sebastianus Schützen zuzuordnen. Für den Karneval zeigt sich die Hoengener KG Blaue Funken 1933 e. V. verantwortlich.

Rivalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen den Ortsteilen Mariadorf und Hoengen besteht eine Rivalität, die nicht nur bei sportlichen Wettbewerben sichtbar wird.

Veranstaltungsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Saalveranstaltungen steht mitten im Ort eine Mehrzweckhalle für etwa 600 Personen zur Verfügung. Für Veranstaltungen im Freien werden die Plätze an der Hermann-Josef Grundschule sowie der Kirchplatz im Kirchgäßchen genutzt.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 305.