Hofgeismar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hofgeismar
Hofgeismar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hofgeismar hervorgehoben
Koordinaten: 51° 30′ N, 9° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 161 m ü. NHN
Fläche: 86,39 km²
Einwohner: 14.783 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 171 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34369
Vorwahlen: 05671, 05675 (Hümme)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: KS, HOG, WOH
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 013
Stadtgliederung: 8 Stadtteile (inklusive Kernstadt)
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
34369 Hofgeismar
Webpräsenz: hofgeismar.de
Bürgermeister: Markus Mannsbarth (SPD)
Lage der Stadt Hofgeismar im Landkreis Kassel
Bad Karlshafen Gutsbezirk Reinhardswald Trendelburg Trendelburg Hofgeismar Hofgeismar Oberweser Oberweser Wahlsburg Reinhardshagen Liebenau Grebenstein Immenhausen Fuldatal Espenau Vellmar Calden Breuna Zierenberg Zierenberg Ahnatal Habichtswald Wolfhagen Naumburg Bad Emstal Schauenburg Baunatal Fuldabrück Lohfelden Söhrewald Helsa Kaufungen Nieste Niestetal KasselKarte
Über dieses Bild

Hofgeismar ist eine Kleinstadt in Nordhessen im Landkreis Kassel mit 14.967 Einwohnern (31. Dezember 2012).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofgeismar liegt in der Hofgeismarer Rötsenke etwa 21 km nordnordwestlich von Kassel. Es befindet sich unmittelbar südöstlich des Hofgeismarer Stadtwaldes zwischen Trendelburg im Norden und Grebenstein im Süden direkt oberhalb der Einmündung der Lempe in die Esse. Das Gemeindegebiet erstreckt sich zwischen 124 m (an der Esse) und 392 m ü. NN (im Hofgeismarer Stadtwald auf dem Heuberg; mit Fernsehturm), die Kernstadt liegt auf durchschnittlich 165 m Höhe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofgeismar grenzt im Norden an die Stadt Trendelburg, im Osten an das gemeindefreie Gebiet „Gutsbezirk Reinhardswald“, im Süden an die Stadt Grebenstein und im Westen an die Stadt Liebenau (alle im Landkreis Kassel).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hugenottenkirche im Stadtteil Carlsdorf
Hugenottenkirche im Stadtteil Schöneberg

Zu Hofgeismar gehören neben der Kernstadt Hofgeismar die Stadtteile

Die Stadtteile (außer der Kernstadt) sind eigene Ortsbezirke und bilden Ortsbeiräte.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Funde bezeugen eine durchgehende Besiedlung des Stadtgebietes seit etwa 7000 Jahren.

In einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Sigfrid I. wird Hofgeismar im Jahre 1082 als Hovegeismari[3] erwähnt. Damals bestand allerdings schon 300 Jahre lang ein „Fronhof“, woran bis heute eine Straßenbezeichnung („Am Fronhof“) erinnert. Seit dem 9. Jahrhundert gehörte der „Hof Geismar“ zum Fränkischen Reich und nach einer Schenkung zum Erzbistum Mainz.

Stadtrechte erhielt die Siedlung „Hove Geismari“ 1223 durch den Mainzer Erzbischof Sigfried II., nachdem sie sich bereits zum Mittelpunkt eines Kirchsprengels entwickelt hatte. Der Archidiakonatssitz bestand mit einem Kollegiatstift an der Altstädter Liebfrauenkirche, die der Gottesmutter Maria geweiht worden war. Zur weltlichen Macht der Mainzer Erzbischöfe im Bereich von Diemel und oberer Weser gehörte auch die nahegelegene Schutzburg Schöneberg, die bereits Anfang des 12. Jahrhunderts errichtet worden war. An diese Zeit erinnert bis heute das „Mainzer Rad“ im Wappen der Stadt.

Die Gründerjahre der Stadt im 13. Jahrhundert weisen neben dem Hofgut mit einem festen Haus des Hofherrn („Sala“) auch Stifts- und Propsteigebäude sowie Siedlungen in der Altstadt, der Neustadt und der Petristadt auf. Aus dieser Zeit stammen Teile des Rathausgewölbes, der Turm (Wehrturm) der Altstädter Kirche und die teilweise erhaltene Stadtbefestigung, die damals aus einer etwa 5 m hohen Mauer mit Wehrgang und vorgelagerten Gräben bestand.

„Märchenschloss“ in Hofgeismar-Sababurg

Aus dem 13. Jahrhundert stammt auch die Burg im heutigen Stadtteil Sababurg, die Landgraf Wilhelm I. ab 1490 zu einem Jagdschloss und Gestüt ausbauen ließ. Am Fuß der Sababurg gründete 1571 Landgraf Wilhelm IV. den Tierpark Sababurg.

Altstädter Kirche

Während der Mainzer Stiftsfehde (1461–1463) musste Hofgeismar wegen seiner Loyalität zum vom Papst abgesetzten Erzbischof Diether von Isenburg 1462 eine mehrwöchige Belagerung durch den mit dem neuen Erzbischof Adolf II. von Nassau verbündeten Landgrafen Ludwig II. von Hessen erdulden; die gleichfalls belagerte Burg Schöneberg ergab sich erst, nachdem die Belagerer die Umgegend ausgeplündert und die Gebäude auf dem Burgberg zu Trümmern geschossen hatten.

Kriegsschulden aus der Stiftsfehde führten dazu, dass die Mainzer Besitzungen zwischen Diemel und Weser von Erzbischof Adolf II. im Jahre 1462 an Landgraf Ludwig II. verpfändet werden mussten; dabei kam auch Hofgeismar in hessischen Besitz. Zwar wehrte sich die Bürgerschaft vehement dagegen, zu einem frei verfügbaren Pfandobjekt des Erzbischofs herabzusinken, aber der Landgraf überwältigte die Stadt militärisch und vereinnahmte sie dennoch.[4] Unter Landgraf Philipp I. wurde Hessen 1526 infolge der Homberger Synode protestantisch. Das Chorherren-Stift und das Franziskaner-Kloster in Hofgeismar wurden aufgelöst. Nach dem Tod Philipps kam Hofgeismar auf Grund der von ihm verfügten Erbteilung zur Landgrafschaft Hessen-Kassel unter Philipps ältestem Sohn, Wilhelm IV. Nach dem Merlauer Vertrag von 1582 zwischen Wilhelm IV. und dem neuen Mainzer Erzbischof Wolfgang von Dalberg gehörte Hofgeismar dann endgültig zur Landgrafschaft Hessen-Kassel.

Bis zum Dreißigjährigen Krieg wuchs die Zahl der Einwohner in Hofgeismar auf etwa 2500 Personen. Die bis heute erhaltenen Fachwerkbauten der Stadt stammen teilweise noch aus dem 17. Jahrhundert.

Hofgeismar - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655

Unter den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs litt auch Hofgeismar stark. Zunächst lagerten ab 1623 für etwa 7½ Jahre ca. 1000 Mann Fußtruppen, Reiter und Artillerie des Generals Tilly als Besatzungsmacht in der Stadt. 1635 brandschatzten schwedische Truppen Hofgeismar. Ein Angriff am 31. August 1637 wurde durch die hessischen Garnisonstruppen unter Rittmeister Hans Ellenberger und die Einwohner selbst erfolgreich abgewehrt. 1642 und 1647 erlitt die Stadt erneut schwere Plünderungen. Die Einwohnerschaft sank auf etwa ein Drittel der Vorkriegszahl.

Landgraf Karl siedelte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch in Hofgeismar französische Glaubensflüchtlinge (Hugenotten) an, die nach dem Edikt von Fontainebleau und der Aufhebung der Religionsfreiheit in Frankreich im Jahre 1685 ihre Heimat verloren hatten. Ebenso fanden hier Hugenotten und Waldenser Flüchtlinge eine neue Heimat, die 1698 auf Befehl Ludwigs XIV. vertrieben worden waren. In Hofgeismar wurde am 22. Februar 1686 eine französisch-reformierte Gemeinde gegründet. In den Folgejahren kam es auch im Umkreis zur Gründung von Hugenottensiedlungen, wie z. B. Carlsdorf (1686), Kelze und Schöneberg (beide 1699) sowie Friedrichsdorf (1775).

Eingang zur Neustädter Kirche

Seit 1686 wurden in der Hofgeismarer Neustädter Kirche sowohl die Gottesdienste der deutsch-reformierten Gemeinde als auch der französisch-reformierten Christen abgehalten. Der erste Pfarrer der französischen Gemeinde, David Clément, starb am 29. Januar 1725 in Hofgeismar, woran eine Gedenktafel an der Neustädter Kirche erinnert.

Eine jüdische Gemeinde in Hofgeismar ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts belegt, die im Jahre 1764 im Bereich Petriplatz/Loggenhagen eine Synagoge errichtete. Einzelne Stadtbewohner jüdischen Glaubens wurden bereits 1470 in Hofgeismar urkundlich erwähnt. Sie gehörten zunächst zur Gesamtgemeinde aller Juden in der Landgrafschaft Hessen-Kassel. Im Jahre 1783 gehörten der Hofgeismarer jüdischen Gemeinde 107 Mitglieder an; ihre Zahl stieg bis zum Jahre 1861 auf 219 Personen.

Schlösschen Schönburg

Im 18. Jahrhundert wurde Hofgeismar mit dem Stadtteil Gesundbrunnen zum Badeort.[5] Daran erinnern bis heute die Bauten, die rund um die Heilquelle entstanden sind. Schon im Dreißigjährigen Krieg soll die Quelle des Gesundbrunnens von einem verwundeten Soldaten entdeckt worden sein und ihm die erhoffte Heilung gebracht haben. Das im Park Gesundbrunnen stehende Schlösschen Schönburg („Montcherie“), von 1787 bis 1789 im klassizistischen Baustil nach den Plänen von Simon Louis du Ry) erbaut, war ursprünglich der Wohnsitz des Landgrafen Wilhelm IX. (seit 1803: Kurfürst Wilhelm I.) während seiner Aufenthalte in den Sommermonaten.[6] Heute beheimatet es die Evangelische Akademie Hofgeismar. Außer den Gebäuden der Evangelischen Akademie befinden sich heute am Gesundbrunnen vornehmlich Alten- und Pflegeheime.

Der Siebenjährige Krieg brachte für Hofgeismar erhebliche wirtschaftliche Schäden, besonders während des Stellungskriegs an der Diemel in den Jahren von 1760 bis 1762; hessische Truppen kämpften damals im Sold Englands gegen Frankreich.

Ab dem Jahre 1808 gehörte Hofgeismar unter französischer Herrschaft zum Königreich Westphalen, das mit König Jérôme, dem jüngsten Bruder von Napoléon Bonaparte, als Regent geschaffen wurde. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig endete die Existenz dieses Kunstgebildes und die Landgrafschaft Hessen-Kassel wurde restauriert. Unter Kurfürst Wilhelm II. und dessen Sohn Friedrich Wilhelm I. wurde ab 1844 mit dem Bau der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn von Karlshafen über Kassel bis nach Bebra begonnen. Im Bereich der Stadt Hofgeismar, inzwischen auch Garnisonsstadt und Poststation, entstand 1848 ein Empfangsgebäude für die neue Eisenbahnlinie; ein weiterer Bahnhof entstand im heutigen Stadtteil Hümme.

Historische Karte

Die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn war die erste kurhessische Eisenbahnstrecke. Als erster Abschnitt wurde am 30. März 1848 die Strecke GrebensteinHümmeKarlshafen eröffnet, die sog. Carlsbahn, die die einzige Eisenbahnverbindung von Kassel zu einem Weserhafen (Karlshafen) darstellte. Nach der preußischen Annexion Kurhessens 1866 wurde die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn in Hessische Nordbahn umbenannt.

Die Landgrafschaft Hessen-Kassel erlosch 1866, als sie von Preußen infolge des Deutschen Krieges annektiert wurde. Damit kam auch die Stadt Hofgeismar zu Preußen. Das Staatsbad Gesundbrunnen wurde aufgelöst.

Das Meyersche Konversationslexikon beschreibt in seiner 4. Auflage von 1885 bis 1892 die Stadt Hofgeismar als „Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, an der Esse und der Linie Schwerte-Kassel der Preußischen Staatsbahn, hat 2 evang. Pfarrkirchen, ein Amtsgericht, ein Realprogymnasium, Buch- und Steindruckerei, Malzfabrikation, Spiritusbrennerei, eine chemische Fabrik, Holzschneidereien, Ziegeleien, eine Fabrik für Militärputzeffekten, bedeutende Waldungen und (1885) mit Garnison (ein Dragonerregiment Nr. 5) 4343 meist evang. Einwohner.[7]

Aus den in Hofgeismar stationierten Hessischen Leibhusaren war 1867 zunächst das 1. hessische Husarenregiment Nr. 13 hervorgegangen. Ihm folgte 1875 das Dragoner-Regiment Nr. 5, das später den Namen Dragoner-Regiment „Freiherr von Manteuffel“ erhielt.

Kirche St. Petri

Die katholische Gemeindeseelsorge in der stark evangelisch geprägten Stadt begann im Jahre 1892. Der Bau der katholischen St.-Petri-Kirche schloss sich 1897/1898 an, da sich die zunächst eingerichtete Kapelle in einem Haus an der Niedermeiser Straße als zu klein erwiesen hatte. Das katholische Pfarrhaus kam 1906 hinzu. Zuvor waren im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in der Altstädter Kirche bereits monatliche Gottesdienste für die katholischen Angehörigen der Garnison und einige Zivilpersonen gehalten worden. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der katholischen Bevölkerung durch den Zuzug vieler Flüchtlinge – besonders aus dem Sudetenland (Tschechien) – stark an; im ehemaligen Kreis Hofgeismar bis auf etwa 22.000 Gläubige im Jahre 1948.

Nach einer Zählung im Jahre 1868 lag die Bevölkerungszahl in Hofgeismar bei 3708 Personen (darunter 750 Mann Militär); sie stieg bis zum Jahr 1906 auf 4600 Einwohner.

Die Zeit des Nationalsozialismus ist auch in Hofgeismar ein unrühmliches Kapitel in der Stadtgeschichte. Schon bei den Wahlen am 14. September 1930 wurde die NSDAP zweitstärkste Partei in der Stadt. Die SA (in Hofgeismar: Sturm 86) hatte ihren Treffpunkt in einem Gebäude im Fürstenweg unweit der Bahnhofstraße (später: Adolf-Hitler-Straße).

Nach einem Bericht im evangelischen „Kasseler Sonntagsblatt“ vom 9. April 1933 wurde auf der Sitzung des neugewählten Stadtparlaments der Landwirt Rompf (NSDAP) zum Stadtverordnetenvorsteher von Hofgeismar gewählt. Unter dem 13. Mai 1934 berichtet das Sonntagsblatt dann in einer Kurzmitteilung von der Einführung des neuen Hofgeismarer Bürgermeisters Rödde, dem damaligen Kreisleiter der NSDAP.

Auch im Gau Kurhessen wurden Sozialdemokraten und Kommunisten von den neuen Machthabern verfolgt, besonders aber Juden. Die Hofgeismarer Synagoge aus dem Jahre 1764 wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 innen vollständig verwüstet. Auf der Homepage des Stadtmuseums Hofgeismar sind die Namen (bei Ehefrauen auch der Geburtsname), das Geburtsjahr und das Deportationsziel von 453 jüdischen Opfern der Nazi-Zeit vermerkt, die aus den Städten und Gemeinden der früheren Landkreise Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen stammen.[8]

Der Zweite Weltkrieg endete für die Hofgeismarer Bevölkerung im Jahre 1945 mit dem Einmarsch amerikanischer Soldaten.

Von 1821 bis 1972 war Hofgeismar Kreisstadt des damaligen Kreises Hofgeismar.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform wurden am 31. Dezember 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Beberbeck (mit Sababurg), Carlsdorf, Friedrichsdorf, Hombressen, Hümme und Schöneberg eingegliedert. Kelze kam am 1. Februar 1971 hinzu.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis: [10]

Wahl zur Stadtverordnetenversammlung
 %
50
40
30
20
10
0
44,9 %
38,3 %
8,9 %
4,6 %
3,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+9,6 %p
-11,8 %p
+2,3 %p
-0,9 %p
+0,8 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d 2006: WASG
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 44,9 17 35,3 13 42,7 16
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,3 14 50,1 19 45,6 17
WSD Wählergemeinschaft soziale Demokraten 8,9 3 6,6 2
LINKE Die Linke 4,6 2 - -
FDP Freie Demokratische Partei 3,4 1 2,6 1 3,3 1
WASG Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative - - 5,5 2
Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 49,6 49,8 56,6

Bürgermeister ist Markus Mannsbarth (SPD). Er übernahm zum Jahreswechsel 2014/2015 das Bürgermeisteramt von Heinrich Sattler, der seit 1997 regierte und zuletzt stark in Kritik geraten war.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Sälber Tor zur Altstädter Kirche

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Hofgeismar zeigt in Rot silberne gotische Architekturelemente, darunter ein silbernes Rad. Das „Mainzer Rad“ verweist auf die Zugehörigkeit der Stadt zum Hochstift Mainz bis 1462.

Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen u.a.:

Architektur und Skulpturen in der Altstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus und Markt
  • Rathaus aus dem 14. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert umgebaut
  • zahlreiche Fachwerkhäuser:
    • Café Hoffmann − wohl ältestes Fachwerkhaus der Stadt, 1528, Markt 19
    • Haus Malzfeldt − Diemelsächsisches Ackerbürgerhauses, Längsdielenhaus, 1684, Petristraße 13
    • Haus Scheffer − Längsdielenhaus in Mischbauweise, 1684, Steinweg 18
  • Hochzeitshaus, ehemaliges städtisches Gilde- und Hochzeitshaus, erbaut 1620
  • Skulpturen in der Fußgängerzone
    • Würfelturmsage: Die beiden lebensgroßen Bronze-Skulpturen stellen die beiden Vertreter Hessens und Braunschweigs dar, die – der Sage gemäß – im Jahre 1401 um den Bestand Hofgeismars würfelten. Hofgeismar gewann mit 18 zu 17 Würfelaugen.
    • Töpferbrunnen
  • Nahe der Neustädter Kirche steht an der Ecke der Elisabeth- zur Johannesstraße eine Skulptur von David Clément, einem in Hofgeismar 1701 geborenen Bibliographen, dessen Grabstätte sich in der Neustädter Kirche befindet.

Aufmerksame Beobachter werden vor einigen Häusern Stolpersteine im Bürgersteig entdecken.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Apothekenmuseum im Steinernen Haus aus dem 13. Jahrhundert. Das Apothekenmuseum zeigt u.a. drei vollständige, originalgetreu erhaltene Apothekenoffizinen aus den Jahren 1768, 1801 und 1945.[11]
  • Stadtmuseum Hofgeismar in der Gesamtanlage Petriplatz 2 (vier Häuser aus vier Epochen, ab ca. 1500 erbaut)
    Das Stadtmuseum zeigt in 14 Abteilungen u.a. die Geschichte der Hugenotten und der Waldenser in und um Hofgeismar (mit einer reichen Sammlung hugenottenischer Bibelausgaben und religiöser Schriften); Jüdische Kultur in Nordhessen; Zünfte, Handwerk und Wirtschaftsgeschichte vom 15. bis zum 19. Jahrhundert; die Kuranlage Gesundbrunnen; Hofgeismar als Garnisonsstadt sowie – aus einem Bestand von 650 Originalen – Gemälde von Theodor Rocholl.

Gesundbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tempel am Gesundbrunnen

In den umliegenden Stadtteilen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buchenriese im „Urwald Sababurg“

Zudem liegt Hofgeismar an der Deutschen Märchenstraße, die von Hanau über Hofgeismar nach Bremen führt.

Hofgeismar war in den Jahren 1978 und 2015 Veranstaltungsort des 18. bzw. 55. Hessentags. Dazu kamen 1978 rd. 300.000 Gäste, 2015 zählten die Veranstalter etwa 750.000 Besucher.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich vorbei an Hofgeismar führt als 2013 freigegebene Ortsumfahrung die Bundesstraße 83, die zuvor direkt durch die Ortschaft verlief. Die Bundesautobahn 44 ist bei der Anschlussstelle Breuna etwa 20 km von der Stadt entfernt.

Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Hofgeismar liegt an der Bahnstrecke Kassel–Warburg und wird von RegioTrams der Linie RT1 und den Regional-Express-Zügen der Linie 17 (Sauerland-Express auf der Strecke Kassel-WilhelmshöheHagen Hbf) angefahren. Die Fahrzeit von Kassel Hauptbahnhof nach Hofgeismar beträgt mit der RegioTram rund 30 Minuten, mit den RE-Zügen sind es etwa 20 Minuten. Es halten außerdem einzelne Eurobahn-Züge von Kassel-Wilhelmshöhe nach Dortmund oder Münster.

Hofgeismar verfügt über ein dichtes Stadtbusnetz und einen zentralen Busbahnhof, der von verschiedenen Buslinien aus der Region bedient wird.

Hofgeismar gehört dem Nordhessischen Verkehrsverbund an.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen:

  • AKG-Gruppe
  • BrainLogical Software Development
  • CMAC GmbH & Co. Verlags KG (OWZ-Verlag), gehört zur Firmengruppe Lalé & Schiffner
  • Evangelisches Krankenhaus Gesundbrunnen gGmbH
  • FTH Fertigungstechnik Hofgeismar GmbH
  • Friedrich-Sander Vermietungs- und Verwaltungs GmbH & Co. KG
  • Günter Herrmann Lehrmittelfabrik, Inhaber: Bernhard Herrmann
  • HKS Software + Computersysteme GmbH
  • Management Services Helwig Schmitt GmbH, Markt-Analyse-Systeme für die Automobilindustrie
  • Martin Löber GmbH (Hagebaumarkt)
  • Landwirtschaftliche Vieh- + Fleischvermarktung Kassel-Hofgeismar eG
  • Sander Haus Holzbau GmbH
  • Siebenhaar Antriebstechnik GmbH
  • SLS Tuning
  • Wiking Schlauchbootwerft Hanel GmbH
  • WK Windkraft-Kontor GmbH + Co. Pluzunet/Ostbevern KG

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hofgeismar gibt es eine Grundschule mit zwei Standorten (Würfelturmschule), eine Schule für Lernhilfe (Brüder-Grimm-Schule), eine Schule für Praktisch Bildbare mit Abteilung Körperbehinderte (Käthe-Kollwitz-Schule), eine Gesamtschule (Gustav-Heinemann-Schule), eine Berufsschule (Herwig-Blankertz-Schule) und ein Oberstufengymnasium (Albert-Schweitzer-Schule). Des Weiteren gibt es eine Musikschule sowie eine Volkshochschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard Andrae: Die Stadt Hofgeismar im 19. Jahrhundert. Verlag der Stadt, Hofgeismar 1954. Veröffentlicht als zweiter Band der Geschichte der Stadt Hofgeismar (s.u., unter Friedrich Pfaff).
  • Friedrich Bleibaum (Hg.): Kreis Hofgeismar (= Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen, Bd. 3). Bernecker, Melsungen 1966, S. 124 ff.
  • Gerhard Bott: Der Gesundbrunnen zu Hofgeismar. Deutscher Kunstverlag, München, 2. Aufl. 1975.
  • Alfred Heilbrunn: Aus der Geschichte der Synagogengemeinden des Altkreises Hofgeismar. In: Jahrbuch des Landkreises Kassel, Jg. 1978, S. 86–88.
  • Helmut Burmeister, Klaus-Peter Lange (Hg.): Alt-Hofgeismar. Bilder aus einer vergangenen Zeit 1870–1925. Magistrat der Stadt, Hofgeismar 1979.
  • Helmut Burmeister: Denkmäler – Daten – Dokumente. Ein Lexikon zur Geschichte der Stadt Hofgeismar und ihrer Ortsteile. Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde, Zweigverein Hofgeismar, Hofgeismar 1988.
  • Herbert Klode: Hofgeismar – ein Abriß seiner Entwicklung. In: Hessische Heimat. Aus Natur und Geschichte, Jg. 28 (1978), Heft 2 (Sonderheft Hofgeismar), S. 39–40.
  • Friedrich Pfaff: Geschichte der Stadt Hofgeismar
    • 1. Auflage, herausgegeben von Heinrich Henkel. Verlag der Stadt, Hofgeismar 1938.
    • 2. Auflage, herausgegeben von Peter Andrae. Verlag der Stadt, Hofgeismar 1954; enthält außerdem: Richard Andrae: Die Stadt Hofgeismar im 19. Jahrhundert (s.o.).
  • Joseph Weber: Entwicklung der katholischen Gemeinden im Kreis Hofgeismar. In: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar, Jg. 27 (1968), S. 44 ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Vgl. Hauptsatzung: §4: Ortsbeirat der Gemeinde Hofgeismar
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„Hofgeismar, Landkreis Kassel“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 27. März 2014, abgerufen am 14. Juli 2014.
  4. Karl E. Demandt: Fritzlar in seiner Blütezeit, Trautvetter & Fischer Nachf., Marburg und Witzenhausen 1974, ISBN 3-87822-051-0, S. 26-27
  5. Reglement. Den Gesundheits-Brunnen bey Hof-Geißmar betreffend. Cassel 1765.
  6. August Christian Waitz: Beschreibung der gegenwärtigen Verfassung des Curorts Hofgeismar. Neue Akademische Buchhandlung, Marburg 1792.
  7. Hofgeismar. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 8, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 618–618.
  8. Jüdische Opfer des Nationalsozialismus aus den Gemeinden der Altkreise Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 398.
  10. Wahlergebnis auf hsl.de
  11. Eckart Roloff, Karin Henke-Wendt: 350 Jahre Apothekenmuseum, gut dosiert unter einem Dach (Apothekenmuseum, Hofgeismar). In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 2: Süddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-7776-2511-9, S. 199–200.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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