Hofheim am Taunus

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hofheim am Taunus
Hofheim am Taunus
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hofheim am Taunus hervorgehoben
Koordinaten: 50° 5′ N, 8° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Taunus-Kreis
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 57,38 km2
Einwohner: 39.517 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 689 Einwohner je km2
Postleitzahl: 65719
Vorwahlen: 06192, 06122, 06198
Kfz-Kennzeichen: MTK
Gemeindeschlüssel: 06 4 36 007
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Chinonplatz 2
65719 Hofheim am Taunus
Webpräsenz: www.hofheim.de
Bürgermeisterin: Gisela Stang (SPD)
Lage der Stadt Hofheim am Taunus im Main-Taunus-Kreis
EppsteinKelkheim (Taunus)Bad Soden am TaunusLiederbach am TaunusSchwalbach am TaunusEschbornSulzbach (Taunus)Hofheim am TaunusKriftelHattersheim am MainFlörsheim am MainHochheim am MainWiesbadenLandkreis OffenbachFrankfurt am MainHochtaunuskreisRheingau-Taunus-KreisWiesbadenKreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Hofheim am Taunus ist die Kreisstadt des Main-Taunus-Kreises in Hessen und liegt zentral im Rhein-Main-Gebiet zwischen der Landeshauptstadt Wiesbaden und Frankfurt am Main.

Hofheim wies im Jahr 2014 einen weit überdurchschnittlichen Kaufkraftindex von 144 Prozent[2] des Bundesdurchschnitts (100 Prozent) auf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Hofheim mit der St. Peter und Paul Kirche

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofheim liegt am Südrand des Taunus zwischen den Städten Wiesbaden und Frankfurt am Main an den Bundesautobahnen A 66 und A 3.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofheim grenzt im Norden an die Städte Eppstein und Kelkheim (Taunus), im Osten an die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, die Gemeinde Kriftel und die Stadt Hattersheim am Main, im Süden an die Städte Flörsheim am Main und Hochheim am Main sowie im Westen an die kreisfreie Landeshauptstadt Wiesbaden.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofheim am Taunus besteht aus sieben Stadtteilen:

Stadtteil Einwohner[3]
Kernstadt Hofheim 14463
Diedenbergen 4101
Langenhain 3369
Lorsbach 2833
Marxheim 9040
Wallau 4479
Wildsachsen 1641

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz am Untertor – Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung
Luftbildaufnahme von 1914

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bislang ältesten Spuren menschlichen Lebens aus dem Gebiet um Hofheim stammen aus der Altsteinzeit (75.000 – 10.000 v. Chr.; ältester Fund um 40.000 v. Chr.) Aus der Jungsteinzeit (ab ca. 5.000 v. Chr.) konnten Siedlungsgebiete an den Ufern des Schwarzbachs, beiderseits des heutigen Schmelzwegs und auf dem Kapellenberg nachgewiesen werden. Vor allem die Michelsberg Kultur (um 4.400 – 3.500 v. Chr.) zeigt sich durch zahlreiche Siedlungsspuren und Funde auf dem Kapellenberg (Ringwallanlage). Um 30/40 n. Chr. wurde das Gebiet von den Römern besiedelt, die hier u. a. zur Sicherung der Wetterau, zur Absicherung des Weges zwischen Mainz und Nida (Frankfurt-Heddernheim) sowie zum Schutz des Limesdreiecks auch zwei Kastelle bauten – zunächst ein Erd-, und ab 75 n.Chr. unter Kaiser Vespasian auch ein Steinkastell, das bis 110 n. Chr. bestand.[4]

Mittelalter und Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1263 unter dem Namen Hoveheim,[5] das Suffix -heim deutet jedoch auf eine weit frühere fränkische Gründung hin.[6] Hofheim gehörte Graf Philipp VI. dem Älteren von Falkenstein, als Kaiser Karl IV. am 21. März 1352 Hofheim – unter dem Namen Hobeheim – die Stadtrechte verlieh.[6] Diese Urkunde gab den Herren über Hofheim das Recht Mauern, Tore und Brücken zu bauen, einen Galgen zu errichten, Gericht zu halten, Handwerk zu betreiben und Markt abzuhalten. Im Reichskrieg gegen Philipp den Älteren von Falkenstein (Falkensteiner Fehde) wurde die Stadt 1366 von Kurmainz erobert, dem sie bis zum Jahre 1418 unterstand.[6] Darauf folgte die Herrschaft der Grafen von Eppstein-Königstein bis zum Erlöschen des Geschlechts im Jahr 1535.[6] Innerhalb des 16. Jahrhunderts wechselten nur zweimal die Besitzer. 1535 bis 1574 gehörte die Herrschaft Eppstein-Königstein dem Grafen Ludwig von Stolberg, der 1540 die Reformation in Hofheim einführte, und von 1574 bis 1581 Christoph von Stolberg.[7] Doch bereits 1559 hatte Kurfürst und Erzbischof Daniel Brendel von Homburg eine alte Pfandschaft eingelöst und dadurch Eppstein und Hofheim zurückerhalten. Nach dem Tod von Christoph von Stolberg ging 1581 auch die restliche Grafschaft Königstein an Kurmainz.

Unter der Regierung von Wolfgang von Dalberg, Erzbischof und Kurfürst von Mainz, und seinem Nachfolger Johann Adam von Bicken, erreichten die Hexenprozesse in Kurmainz in der Zeit von 1588 bis 1602 in den beiden Ämtern Höchst und Hofheim ihren Höhepunkt. Aus den Resten alter Gerichtsprotokolle (sog. Aschaffenburger Archivreste) konnten 23 Frauen ermittelt werden, die man der Hexerei anklagte, 15 von ihnen fanden den Tod auf dem Scheiterhaufen. (Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hofheim am Taunus beschloss am 3. November 2010 eine Rehabilitierung der wegen Hexerei verurteilten Bürger.)

Noch bis zu Beginn des Jahres 1603 war der Protestantismus die vorherrschende Religion unter den Einwohnern trotz Zugehörigkeit der Stadt zu dem katholischen Kurmainz. Erst im Juni dieses Jahres wurde der evangelische Pastor durch einen katholischen Pfarrer ersetzt.[7] Im Dreißigjährigen Krieg besetzten, plünderten und verwüsteten spanische, bayrische, schwedische und französische Truppen die Stadt und die heutigen Stadtteile. Einwohner wurden gefoltert, damit sie die Verstecke von Vieh, Pferden und Hausrat preisgeben. Neben Hungersnöten brachen immer wieder Epidemien aus und 1635 verbreitete sich die Pest in der Region. In Hofheim sank die Zahl der Männer (Bürger) 1635 von 76 und 13 Witwen innerhalb von vier Jahren auf 27 Personen (keine Unterteilung in Männer und Witwen). Am Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 zählte man schließlich 40 Männer und 4 Witwen. Kinder, Frauen und Beisassen sind bei Zählungen prinzipiell nicht erfasst worden. Ab 1665 wütete die Pest im Mainz und Frankfurt sowie in der Region des heutigen Main-Taunus-Kreises. Im darauffolgenden Jahr war Hofheim immer noch pestfrei und am 3. Juli 1666 führte Pfarrer Gleidener die Einwohner in einer Prozession auf den "Rabberg" (heute Kapellenberg), um ein Gelübde abzulegen: Wenn die Stadt von der Pest verschont bliebe, sollte zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria an dieser Stelle eine Kapelle errichtet werden. Die Kapelle wurde 1667 errichtet und 1774 durch einen Nachfolgebau ersetzt.[7]

Mit dem Beginn der französischen Revolution 1789 endete für Hofheim eine 26-jährige Friedensperiode. Die Bevölkerung war zu einem bescheidenen Wohlstand gekommen und auf 1.000 Einwohner angewachsen. Mit der Besetzung der Stadt Mainz durch französische Revolutionstruppen und schließlich der Stadt Frankfurt (1792) begann für die Hofheimer ein jahrelanger Leidensprozess. Wechselnde Truppendurchmärsche und Einquartierungen brachten Plünderungen, Hungersnöte und Epidemien.[8]

Im Reichsdeputationshauptschluss von 1803 fiel Hofheim an das Fürstentum Nassau-Usingen. 1806 erfolgte die Vereinigung mit dem Fürstentum Nassau-Weilburg. Gemeinsam bildeten sie das Herzogtum Nassau. 1866 geriet es unter die preußische Herrschaft und existierte fortan als Provinz Hessen-Nassau. Nachdem Hofheim lange Zeit verkehrsmäßig im Abseits lag, wurde die Stadt von 1874 bis 1877 mit dem Bau der Main-Lahn-Bahn zwischen Frankfurt und Limburg an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Ein erneuter wirtschaftlicher Aufschwung begann. Auch für die Taunus-Touristen aus Frankfurt war Hofheim durch die Bahnverbindung interessant geworden.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erste Weltkrieg (1914-1918) forderte seine Opfer: 121 Männer fielen bei Kriegshandlungen. Zahlreiche Einwohner, vor allem Kinder, starben an den Folgen der Unterernährung. Nach dem Waffenstillstandsvertrag vom 11. November 1918 folgte bereits ab dem 2. Dezember eine Besetzung Hofheims durch französische Truppen, die bis 1929 (offiziell bis 1930) andauerte. Hofheim lag innerhalb des 30 km-Radius' um Mainz, der von Deutschen Soldaten - gemäß den Forderungen der Sieger - befreit sein musste. In diesen Zonen lagen die Städte Köln und Koblenz, das Gebiet rechts des Rheins und die Stadt Kehl (letztere mit kleinerem Radius).[9]

1933 erfolgte auch in Hofheim die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Bei der Reichstagswahl am 5. März stimmten in Hofheim 36,91 % der Einwohner für die NSDAP. Bei den Kommunalwahlen am 12. März 1933 erreichte diese 6 von 12 Sitze. Die weiteren Sitze entfielen auf die SPD (3) und die Zentrumspartei (3). Am 22. Juni wurde die SPD verboten, die Zentrumspartei löste sich unter massivem Druck am 5. Juli auf. Somit war die NSDAP die einzig verbliebene Partei im Hofheimer Stadtparlament und ab 24. Juli sowieso per Gesetz die einzig zugelassene Partei im Deutschen Reich. [10]

Bis zum 11. April 1933 waren im Main-Taunus-Kreis in 13 Gemeinden die bisherigen Bürgermeister durch NSDAP-Angehörige ersetzt worden. Seit 1920 übte Oskar Meyrer das Bürgermeisteramt in Hofheim aus und sollte es bis zu seinem Tod am 1. August 1942 behalten.[11] Danach wurde die Stelle nicht wieder besetzt, sondern durch den Ortsgruppenleiter Georg Kaufmann vertretungsweise weiter ausgeübt.

Bereits mit der Machtübernahme begannen Diskriminierung und Verfolgung von Kommunisten, Sozialdemokraten, Mitgliedern der Bekennenden Kirche und vor allem von jüdischen Einwohnern. Seit dem Mittelalter hatte es eine jüdische Gemeinde gegeben. Um 1800 war von den Mitgliedern eine Synagoge im ehemaligen Wehrturm/Büttelturm eingerichtet worden. 1933 umfasste die Gemeinde etwa 35 Mitglieder. In der Nacht zum 9./10. November 1938 (Reichspogromnacht) wurde diese Synagoge verwüstet. Aufgrund der engen Bebauung in der Altstadt hatte man auf das Anzünden verzichtet. Ein ähnliches Schicksal widerfuhr der Synagoge in Wallau (seit 1977 ein Stadtteil von Hofheim). Durch Emigration ins Ausland konnten sich nur einige Einwohner retten, die anderen wurden deportiert und fanden den Tod in Konzentrationslagern.[10]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fiel Hofheim an das neu gegründete Land Hessen.

In den Jahren 2008 bis 2014 wurden in Hofheim und den Stadtteilen Marxheim, Diedenbergen, Wallau und Langenhain durch den Künstler Gunter Demnig 89 Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus verlegt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1938 wurde Marxheim eingemeindet. Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen kamen auf freiwilliger Basis am 31. Dezember 1971 Langenhain, am 1. April 1972 Diedenbergen und am 1. Juli 1972 Lorsbach hinzu. Per Gesetz folgten am 1. Januar 1977 Wallau und Wildsachsen.[12]

Am 1. Januar 1980 wurde Hofheim Kreisstadt des Main-Taunus-Kreises und war 1988 Hessentagsstadt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1900 hatte Hofheim etwa 2.800 Einwohner, 1908 schon 4.040, 1938 dann 7.800. 1972 war die Zahl auf 27.500 angewachsen, 1977 auf 33.000. Ihren Höchststand hatte sie 2002 mit 40.863 Einwohnern, danach sank die Zahl. Erst 2017 wurde die 40.000 - Marke wieder überschritten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[13] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[14][15]

Parteien und Wählergemeinschaften 2016 2011 2006 2001 1997
Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze Anteila Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands CDU 29,6 13 37,3 17 42,5 19 41,0 18 35,8 16
Sozialdemokratische Partei Deutschlands SPD 20,1 9 22,6 10 20,7 9 27,8 13 26,8 12
Bündnis 90/Die Grünen GRÜNE 16,1 7 23,2 10
Freie Wählergemeinschaft Hofheim FWG 11,1 5 6,8 3 10,0 5 11,2 5 19,2 9
Freie Demokratische Partei FDP 8,3 4 3,8 2 7,8 4 4,8 2 5,6 2
Die Linke DIE LINKE 5,9 3 2,3 1
Wählergemeinschaft Wallau WG Wallau 4,7 2
Bürger für Hofheim BfH 4,2 2 4,0 2 5,0 2 3,8 2
Die Grünen – Offene Hofheimer Liste GOHL 14,1 6 11,3 5 12,6 6
Anteil ungültiger Stimmen 3,3 3,9 3,8 2,4 3,4
Sitze gesamt 45 45 45 45 45
Wahlbeteiligung 55,8 % 51,9 % 46,8 % 56,3 % 64,7 %
a prozentualer Anteil an den abgegebenen gültigen Stimmen
Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
        
Insgesamt 45 Sitze

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bürgermeisterin ist Gisela Stang (SPD) seit 2001. Sie setzte sich bei der Wahl 2001 mit 50,1, 2007 mit 52 % und bei der Wiederwahl 2013 mit 54,5 % der gültigen Stimmen durch.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt und unten von Blau und rot gespalten; oben in Schwarz der wachsende, golden nimbierte hl. Petrus mit silbernem Ober- und blauen Untergewand, in der Rechten ein goldenes Buch, in der Linken ein goldener Schlüssel; unten vorne ein rot bewehrter goldener Löwe zwischen goldenen Schindeln, hinten ein sechsspeichiges silbernes Rad.[16]

Das Wappen ist seit 1907 amtlich gebilligt und wurde 1920 offiziell verliehen. Es entspricht älteren Gerichtssiegeln, deren ältestes nach der Stadtrechtsverleihung von 1352 datiert. Als seinerzeitige zeitweilige Ortsherren werden Mainz mit dem Mainzer Rad und Erzbischof Gerlach als Graf aus dem Haus Nassau mit dem Löwen repräsentiert.[16]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Rathaus in Hofheim am Taunus
Europäischer Bahá'í-Tempel in Hofheim am Taunus im Stadtteil Langenhain
  • Altes Rathaus von 1529 (s. Bild oben)
  • Stadtmauer und Untertor
  • Wasserschloss Hofheim (Kellereiplatz)
  • Kellereigebäude von 1720 (dto.)
  • Hexenturm (dto.)
  • Stadtmuseum Hofheim am Taunus (Burgstraße 11)
  • Historischer Gasthof Landsberg (obere Hauptstraße)
  • Altstadt mit vielen Fachwerk-Häusern
  • Historische Keller in der Altstadt, teilweise aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg
  • Kath. Kirche St. Peter und Paul von 1642 (dto.)
  • Ev. Johanneskirche, 1900 von Architekt Ludwig Hofmann
  • Ringwall Kapellenberg
  • Meisterturm von 1928 (auf dem Kapellenberg)
  • Cohausen-Tempel von 1910 (dto.)
  • Maria auf dem Berg: Wallfahrtskapelle von 1772 (dto.).[17]
  • Bahá'í-Tempel von 1964 im Stadtteil Langenhain (seit 1987 hessisches Kulturdenkmal, der einzige Tempel der Bahai in Europa)
  • Wandersmann-Denkmal im Stadtteil Wallau
  • Sternwarte Hofheim (Eppsteiner Straße im Stadtteil Langenhain)

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chinon Center

Wirtschaftliche Schwerpunkte Hofheims sind die Gewerbegebiete Hofheim-Wallau und Hofheim-Nord. Einige in der Stadt ansässige Betriebe haben herausragende Bedeutung:

Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner Lage mitten im Rhein-Main-Gebiet und der hervorragenden Verkehrsanbindung spielt Hofheim selbst keine große Rolle im Einzelhandel. Auf Hofheimer Gemarkung befindet sich in Wallau das Einrichtungshaus IKEA.

Seit Herbst 2010 wird die Einzelhandelslandschaft der Hofheimer Innenstadt durch die überdachte Einkaufspassage Chinon Center[18], mit ca. 20 Einzelhandelsgeschäften und einem Kino[19] auf drei Etagen erweitert.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahnhof in Hofheim

Hofheim mit seinen Stadtteilen liegt entlang der Autobahn A 66 (zwischen Wiesbaden und Frankfurt) und ist über fünf Auffahrten erschlossen. Außerdem liegen die Ortsteile Diedenbergen, Wallau und Wildsachsen noch an der A 3 (KölnWürzburg).

Für den öffentlichen Personennahverkehr bestehen an den beiden Bahnhöfen Hofheim (Taunus) und Lorsbach an der Main-Lahn-Bahn eine direkte S-Bahn-Anbindung (Linie S2) in Richtung Niedernhausen sowie über Frankfurt am Main nach Dietzenbach. Ebenfalls hält die Regionalbahn RB 20 und der Regional-Express RE 20 auf der Linie Limburg an der Lahn–Frankfurt am Main am Hofheimer Bahnhof. Somit sind in den Hauptverkehrszeiten sieben Fahrten pro Stunde und Richtung zwischen Hofheim und Frankfurt möglich. Die Stadtteile von Hofheim sowie die angrenzenden Gemeinden sind durch zahlreiche Omnibusverbindungen und das Anrufsammeltaxi erreichbar. Auch in die Landeshauptstadt Wiesbaden besteht eine direkte, tagsüber halbstündlich verkehrende Omnibusverbindung.

Das Gemeindegebiet wird darüber hinaus durch die Tunnel Wandersmann Nord und Wandersmann Süd der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main unterquert.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Montessori-Zentrum Hofheim (Stadtteil Marxheim)

In Hofheim gibt es eine Vielzahl von Grund- sowie weiterführenden Schulen:

  • Marxheimer Schule (Grundschule, Marxheim)
  • Lorsbacher Schule (Grundschule, Lorsbach)
  • Pestalozzischule (Grundschule)
  • Philipp-Keim-Schule (Grundschule, Diedenbergen)
  • Steinbergschule (Grundschule)
  • Taunusblickschule (Grundschule, Wallau)
  • Wilhelm-Busch-Schule (Grundschule, Langenhain)
  • Heiligenstockschule (Grundschule mit Förderstufe)
  • Montessori-Zentrum Hofheim (private Grundschule, sowie private integrierte Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe inklusive des Montessori-Nestes für Altersgruppen von 11 Monaten bis 3 Jahren)
  • Gesamtschule Am Rosenberg (kooperative Gesamtschule mit Ganztagsschule)
  • Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule (Schule für Sonderpädagogik)
  • Elisabethenschule (private Realschule)
  • Brühlwiesenschule (berufliche Schule; berufliches Gymnasium, Fachoberschule, Berufsfachschule)
  • Main-Taunus-Schule (Gymnasium)

Neben den oben aufgeführten Bildungseinrichtungen beherbergt die Kreisstadt Hofheim am Taunus eine Volkshochschule, eine Stadtbücherei und ein Stadtmuseum.[20]

Sport- und Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SG Wallau/Massenheim war ein Handball-Sportverein, welcher im Hofheimer Ortsteil Wallau ansässig war. Die Spielvereinigung war lange Zeit in der Handball-Bundesliga vertreten. Mittlerweile spielt das Team als HSG Wallau/Massenheim in der Bezirksliga.

Der Schachverein 1920 Hofheim hat eine 28-jährige Bundesligatradition und spielt mit seiner ersten Mannschaft in der Saison 2017/18 in der 1. Bundesliga. Die Frauenmannschaft spielt ebenfalls seit 1999 ununterbrochen in der Bundesliga, in der Saison 2017/18 sogar in der 1. Frauen-Bundesliga.[21]

Motorsport wird in Hofheim seit 1958 durch den MSC Diedenbergen betrieben. Die Speedwaymannschaft war mehrmals Deutscher Meister und brachte aus ihren Reihen mehrere Europameister und Weltmeister hervor (zum Beispiel Gerd Riss und Egon Müller).

Die Basketball-Damenmannschaft des TV Hofheim spielte bis 2008 in der 2. Bundesliga Süd. Seit der Saison 2008/09 tritt die erste Mannschaft gemeinsam mit dem TV Langen in einer Spielgemeinschaft, den Rhein-Main Baskets, an. Dieser glückte gleich im ersten Spieljahr der Aufstieg in die 1. Damen-Basketball-Bundesliga.

Die Tischtennisabteilung der SG Wildsachsen spielt in der Saison 2009/2010 mit drei Herrenmannschaften in der Verbandsliga, Kreisliga und Kreisklasse.

Der Blasmusik in traditioneller, moderner und konzertanter Form wird seit 1962 beim Musikzug Wallau gefrönt.

Seit 1966 besteht der Kunstverein Hofheim e.V.[22]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das traditionell jährlich am 1. Mai stattfindende Radrennen Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt führt sehr häufig durch Hofheim.
  • Im Mai/Juni finden die Internationalen Musiktage Hessen Main-Taunus Hofheim statt und ziehen internationale Gäste an. Daneben wird der künstlerische Wettbewerb um den von Alois Kottmann gestifteten Alois-Kottmann-Preis durchgeführt.
  • Jeden Sommer finden in der Innenstadt der Kreisstadtsommer, der Kreisstadtlauf, das Sommerscheinfestival und im Stadtteil Langenhain das Bahai-Sommerfest statt.
  • Seit 1996 findet jeweils zum Ende der Sommerferien das Sommerschein Festival auf dem Areal des Sportpark Heide im Stadtteil Marxheim statt.
  • Im September findet jedes Jahr die Baumesse Hofheim unter dem Motto „Bauen Wohnen Renovieren Energiesparen“ im Messecenter Rhein-Main statt.[23]
  • Der Hofheimer Gallusmarkt, ein Krammarkt mit Vergnügungsbereich, findet jedes Jahr im Oktober nach dem Gallustag statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anna Glitzen (* um 1541, † unbekannt) aus Hofheim, Schwiegermutter des Pfarrers aus Weilbach, wurde 1601 wegen angeblicher Hexerei angeklagt, im Hexenturm in Hofheim inhaftiert und mehrfach gefoltert, aber sie gestand nicht. Schließlich wurde sie aus der Haft entlassen.
  • Matthäus Heilmann (1744–1817), kurmainzischer Orgel- und Instrumentenbauer
  • Adolf Messer (1878–1954), Erfinder und Industrieller
  • Wolfgang Kaus (* 1935), Regisseur und Schauspieler
  • Berthold Faust (* 1935), wissenschaftlicher Tierillustrator und Autor
  • Ursula Summ (* 1947), Autorin
  • Peter Faber (* 1947), Geologe
  • Jürgen Hardt (* 1963), Politiker (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages
  • Ruth Ziesak (* 1963), Sängerin (Sopran)
  • Werner Schwerburger, Motorradrennfahrer

Persönlichkeiten mit Bezug zu Hofheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schultheißen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1325: M. Seelig
  • 1369: Schultheiß Hug
  • 1387–1389: Ulyn, HStAW 106–127
  • 1401: Henne Hademar
  • 1401–1412: Emmerich Gerume, HStAW 106–169
  • 1432: Alban von Riffersberg
  • 1433–1435: Schmidt (Peder Smydt)
  • 1436: Heinrich Wolff (henne)
  • 1438: Ludeshen
  • 1440: Heinrich Wolff
  • 1444: Heinrich Hoxstaid
  • 1451: Herman Pastor
  • 1451 – 1453: Herman Snyder, Hofh. Gerichtsbuch II. S. 237 …
  • 1456 – 1460: Peder Kaldebach, Hofh. Gerichtsbuch II. S. 263 …
  • 1463 – 1477: Matthias Heyer, Hofh. Gerichtsbuch II. S. 350 …
  • 1479 – 1489: Herman Spar
  • 1489 – 1491: Hen Pieffer
  • 1528 – 1541: Philipp Spar
  • 1560 – 1608: Hieronymus Mergeler, HStAW 106–455
  • 1610 – 1656: Hans Caspar Mergeler, HStAW 106–471
  • 1657 – 1685: Johann Traudt (Trauth), † 8. Oktober 1691
  • 1685 – 1695: Andreas Weppener, † 18. April 1719
  • 1696 – 1723: Martin Kirsten, † auswärts um 1725
  • 1723 – 1731: Andreas Ixstatt, † 24. März 1731
  • 1732 – 1782: Anselm Franz Aull, † 24. August 1782
  • 1783 – 1802: Andreas Weigand, † 17. Juni 1804
  • 1804 – 1807: Nikolaus Westenberger, † 16. Februar 1809
  • 1807 – 1809: Leonhard Kunz, † 4. Oktober 1809
  • 1812 – 1813: Johann Kunz, † 9. Februar 1813
  • 1813 – 1815: Baltharsar Filzinger, † 8. Mai 1826
  • 1817 – 1831: Johann Seelig, † 18. Mai 1861
  • 1832 – 1835: Stadtverwalter Everhardi
  • 1836 – 1848: Heinrich Josef Wohmann, † 1. Mai 1856
  • 1848 – 1868: Valerius Wollstadt, † 8. Juni 1870

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1868 – 1884: Johann Josef Kling, † 14. Dezember 1884
  • 1885 – 1891: Johann Baptist Hohfeld, † 10. April 1899
  • 1892 – 1919: Heinrich Heß, † 9. Dezember 1935
  • 1919 – 1920: Martin Wohmann, stellv. Bürgermeister
  • 1920 – 1942: Oskar Meyrer, † 1. August 1942
  • 1942 – März 1945: Georg Kaufmann, stellv. Bürgermeister
  • April 1945 – Mai 1945: Willi Oberst, kommissar. Bürgermeister
  • Mai 1945 – Juni 1948: Eduard Schullenberg
  • 1948 – 1950: Ernst Nilges, suspendiert am 5. Oktober 1950
  • 1950 – 1953: Jos. Landler + Ad. Stang, stellv. Bürgermeister (Beigeordnete)
  • 1. September 1953 – 30. April 1973: Werner Schwichtenberg
  • 1. Mai 1973 – 3. Juli 1989: Friedrich Flaccus, † 31. Juli 2013
  • 13. September 1989 – 12. September 2001: Rolf Felix, † 20. August 2013

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hofheim am Taunus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2016 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Zahlen, Daten, Fakten – Statistikzahlen Hofheims auf einen Blick. Stadt Hofheim am Taunus. Abgerufen am 9. Juni 2014.
  3. Statistikzahlen Hofheims: Einwohnerzahlen (HW) Stand: 31. Dezember 2016
  4. Thoma Becker/Detlef Gronenborn/Karl-Josef Sabel/Roswitha Schlecker/Markus Scholz; Jade und Salz - Der Hofheimer Kapellenberg und seine Geschichte, Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus und Röm. Germ. Zentralmuseum Mainz - Stadtmuseum/Stadtarchiv (Hrsg.) Beiträge zur Kultur- und Stadtgeschichte Bd. 18, Hofheim am Taunus 2013, 84 Seiten, ISBN 978-3-933735-44-7
  5. „Hofheim am Taunus, Main-Taunus-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 14. Juli 2014 (Stand: 7. April 2014).
  6. a b c d Hrsg.: Magistrat der Stadt Hofheim und Hofheimer Zeitung - Manfred Becht: Hofheim und seine Geschichte - Textband, Druck: Blei und Guba, Hofheim am Taunus 2002, S. 40 – 51
  7. a b c Stefan Hauck, Roswitha Schlecker u.a.: Versprochen ist versprochen - Die Geschichte der Hofheimer Bergkapelle. In: Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus - Stadtmuseum/Stadtarchiv und Anneliese und Hubert Schulenberg Stiftung - (Hrsg.): Stadtmuseum Hofheim, Beiträge zur Kultur - und Stadtgeschichte. Band 21. Stadtmuseum Hofheim, Hofheim am Taunus 2017, ISBN 978-3-933735-49-2.
  8. Dieter Reuschling, Roswitha Schlecker: Bürgerwille gegen Herrscherwillkür - Hofheim am Taunus - eine Kleinstadt zwischen französischer und deutscher Revolution. In: Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus - Stadtmuseum/Stadtarchiv (Hrsg.): Beiträge zur Kultur- und Stadtgeschichte. Band 14. Stadtmuseum Hofheim am Taunus, Hofheim 2007, ISBN 3-933735-33-5, S. 132.
  9. Roswitha Schlecker: Spuren der Geschichte - Hofheim im Ersten Weltkrieg. In: Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus - Stadtmuseum/Stadtarchiv (Hrsg.): Beiträge zur Kultur und Stadtgeschichte. Band 19. Hofheim 2014, ISBN 978-3-933735-47-8, S. 86.
  10. a b Anna Schmidt: Hofheim 1933-1945 - Sieben Gemeinden im Nationalsozialismus. In: Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus- Stadtmuseum/Stadtarchiv (Hrsg.): Beiträge zur Kultur- und Stadtgeschichte. Band 12. Stadtmuseum, Hofheim am Taunus 2005, ISBN 3-933735-30-0, S. 132.
  11. Dieter Reuschling, Roswitha Schlecker: Oskar Meyrer - eine biografische Skizze. In: Magistrat der Stadt Hofheim am Taunus - StadtmuseumStadtarchiv (Hrsg.): Beiträge zur Kultur- und Stadtgeschichte. Band 22. Stadtmuseum, Hofheim 2017, ISBN 978-3-933735-51-5, S. 48.
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 370 und 371.
  13. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  14. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2011 und 2006
  15. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnisse der Gemeindewahlen von 2001 und 1997
  16. a b Klemens Stadler: Deutsche Wappen – Bundesrepublik Deutschland, Band 3: Die Gemeindewappen des Landes Hessen, Bremen 1967, S. 51
  17. Seit 350 Jahren Wallfahrtenz zu «Maria auf dem Berg» in FAZ vom 27. Mai 2016, Seite 47
  18. Chinon Center, abgerufen am 20. Januar 2016
  19. Movies Cinepark Hofheim, abgerufen am 21. Januar 2016
  20. Schule und Bildung hofheim.de, abgerufen am 26. Januar 2015
  21. Schachverein 1920 Hofheim am Taunus e.V. Abgerufen am 29. Juli 2017.
  22. Kunstverein Hofheim e.V. Abgerufen am 24. Oktober 2017.
  23. Baumesse.de – Informationen zur Baumesse Hofheim