Hofkirchen (Donau)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Hofkirchen
Hofkirchen (Donau)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Hofkirchen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 41′ N, 13° 7′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 309 m ü. NHN
Fläche: 32,7 km2
Einwohner: 3691 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94544
Vorwahl: 08545
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 127
Marktgliederung: 57 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausstraße 1
94544 Hofkirchen
Website: www.hofkirchen.de
Bürgermeister: Josef Kufner (CSU)
Lage des Marktes Hofkirchen im Landkreis Passau
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Hofkirchen ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofkirchen liegt in der Region Donau-Wald direkt an der Donau und am südöstlichen Rand des Gäubodens. Der Markt liegt rund 30 km nordwestlich von Passau, 25 km südöstlich von Deggendorf und sieben Kilometer von Vilshofen an der Donau entfernt. Zur Bundesautobahn 3 (Ausfahrt Iggensbach oder Garham) sind es ebenfalls sieben Kilometer.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hofkirchen hat 57 Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen: Hilgartsberg, Hofkirchen und Garham.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofkirchen wird am 5. November 1005 erstmals urkundlich erwähnt. Es kam um 1200 in den Besitz der Bischöfe von Passau, die es den Wessenbergern überließen. Nach deren Aussterben im Jahr 1240 erlangte Rapoto III. von Ortenburg die Ortschaft, gab sie aber schon am 19. Februar 1241 dem Bischof zurück und nahm sie vermutlich als Lehen. Nach dessen Tod 1248 erhielten die Wittelsbacher die Advokatie, 1256 das Lehen und 1262 durch Vergleich die Herrschaft über Hofkirchen. Bereits vor 1300 wird der Ort als Markt bezeichnet, doch erst 1387 wurde ihm durch Herzog Albrecht II. das Recht zu einem Wochenmarkt an allen Montagen verliehen. 1421 wurde Hofkirchen zum ersten Mal gemeinsam mit Hilgartsberg an einen bayerischen Landsassen verpfändet, wurde aber zwischenzeitlich wieder herzoglicher Markt und erhielt weitere Rechte. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Weißenfelder mit Hilgartsberg und Hofkirchen belehnt. Im der Folge kam es daher zu Konflikten über die Stellung des Marktes Hofkirchen, da dieser magistratische Eigenrechte besaß. Erst mit der Übernahme der Herrschaft Hilgartsberg durch die Fugger 1626 beruhigte sich die Situation.

Die heutige Pfarrkirche wurde mit Hilfe der Edlen von Puchberg und anderer Wohltäter erbaut und 1498 geweiht. Am 18. Oktober 1745 legte das Prunkschiff von Kaiser Franz I. in Hofkirchen an, und der Monarch bezog im heutigen Gasthof Buchner mit seinem Gefolge das Nachtquartier. Noch heute erinnert die Kaiserstraße an diesen Tag. In Hofkirchen befand sich auch ein zu Beginn des 15. Jahrhunderts erbautes Schloss, das von der Marktgemeinde erworben und Anfang des 19. Jahrhunderts abgebrochen wurde.

Die Bildung der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Hofkirchen gehörte zur Zeit des Kurfürstentums Bayern zu dessen Rentamt Straubing und Landgericht Hengersberg. Minister Montgelas ließ im Zuge seiner umfassenden Verwaltungsreformen im seit 1806 bestehenden Königreich Bayern das k.b. gräflich Fuggerische Patrimonialgericht Hilgartsberg errichten. 1821 verkaufte Joseph Eligius Graf Fugger zu Glött dieses an den bayerischen Staat. Damit waren die letzten Reste der Adelsherrschaft über die 1818 durch das bayerische Gemeindeedikt gebildete Gemeinde Hofkirchen erloschen. Mit Beginn der Donaudampfschifffahrt 1837 und der Eröffnung der Bahnstrecke Straubing–Passau 1862 am anderen Donauufer verlor der Markt Hofkirchen an Bedeutung. Eine neue Einnahmequelle fand man im Anbau der Weber-Karde, die der Fuhrunternehmer Josef Reischer (1775–1850) nach Hofkirchen brachte, wo sie bestens gedieh.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1970 erfolgte der Zusammenschluss mit der Gemeinde Hilgartsberg[3], am 1. Mai 1978 die Eingemeindung des größten Teils der früheren Gemeinde Garham.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs der Markt von 3.167 auf 3.691 um 524 Einwohner bzw. um 16,6 %.

  • 1961: 2619 Einwohner
  • 1970: 2842 Einwohner
  • 1987: 3122 Einwohner
  • 1991: 3344 Einwohner
  • 1995: 3502 Einwohner
  • 2000: 3539 Einwohner
  • 2005: 3632 Einwohner
  • 2010: 3623 Einwohner
  • 2015: 3581 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderatswahl 2020[5]
(in %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,64
29,10
20,27
ÜW
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
+14,54
-14,70
+0,17
ÜW
Sitzverteilung im Marktgemeinderat für die Wahlperiode 2020–2026
    
Insgesamt 17 Sitze
  • Erster Bürgermeister: 1
  • CSU: 8
  • SPD: 5
  • ÜW: 3

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 3.090 stimmberechtigten Einwohnern im Markt Hofkirchen, 2.092 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 67,70 % lag.[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 0000–2002: Josef Weiß (CSU)
  • 2002–2020: Wilhelm Wagenpfeil (SPD)
  • 2020–0000: Josef Kufner (CSU)

Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde Josef Kufner mit 65,18 % der Stimmen gewählt.[7]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde ist Hofkirchen an der Trattnach im österreichischen Bundesland Oberösterreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die spätgotische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, erbaut Anfang des 16. Jahrhunderts, besitzt ein kompliziertes Netzrippengewölbe der spätesten Gotik. Auch die Glasgemälde im Chor stammen vom Anfang des 16. Jahrhunderts.

Am westlichen Ortsrand von Hofkirchen, auf einer Anhöhe mit Blick auf eine Biegung der Donau, befand sich einst der Edelsitz Seehof. Bis 1959 wurde auf der früheren Lagestelle des Edelsitzes die Kriegsgräberstätte Hofkirchen als Ruhestätte für nahezu 3000 Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs angelegt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren zwei Gewerbegebiete in Hofkirchen und Garham und eine weitere Gewerbefläche in Garham. Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 134 und im Bereich Handel und Verkehr 52 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 13535. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 31 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1057 ha, davon waren 456 ha Ackerfläche und 601 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: zwei mit 123 Kindergartenplätze und 101 Kindern/9 Erzieherinnen
  • Volksschulen: zwei Grundschulen mit 17 Lehrern und 280 Schülern in jeweils vier Klassen

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hofkirchen und Garham existieren zwei beheizte Freibäder mit drei Becken.

Medizin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hofkirchen befinden sich eine Praxis für Allgemeinmedizin (mit integriertem ambulanten Pflegedienst der Caritas), eine Zahnarztpraxis und eine Tierarztpraxis.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt Hofkirchen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 5. Januar 2018.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 586.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 621.
  5. https://www.landkreis-passau.de/Wahlen/Kommunalwahlen2020/2020Kommunalwahlen/09275127/html5/Gemeinderatswahl_Bayern_71_Gemeinde_Markt_Hofkirchen.html
  6. https://www.landkreis-passau.de/Wahlen/Kommunalwahlen2020/2020Kommunalwahlen/09275127/html5/Gemeinderatswahl_Bayern_71_Gemeinde_Markt_Hofkirchen.html
  7. https://www.landkreis-passau.de/Wahlen/Kommunalwahlen2020/2020Kommunalwahlen/09275127/html5/Buergermeisterwahl_Bayern_72_Gemeinde_Markt_Hofkirchen.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hofkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien