Hohberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hohberg
Hohberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hohberg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 25′ N, 7° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 179 m ü. NHN
Fläche: 28,94 km2
Einwohner: 8104 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 280 Einwohner je km2
Postleitzahl: 77749
Vorwahl: 07808
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 047
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Freiburger Straße 32
77749 Hohberg
Webpräsenz: www.hohberg.de
Bürgermeister: Klaus Jehle
Lage der Gemeinde Hohberg im Ortenaukreis
Ill (Elsass)Ill (Elsass)FrankreichLandkreis RastattBaden-BadenLandkreis CalwLandkreis EmmendingenLandkreis FreudenstadtRheinau (Baden)Lauf (Baden)SasbachLandkreis RastattLandkreis RottweilSchwarzwald-Baar-KreisAchernAchernAchernAppenweierBad Peterstal-GriesbachBerghauptenBiberach (Baden)DurbachEttenheimFischerbachFriesenheim (Baden)GengenbachGutach (Schwarzwaldbahn)Haslach im KinzigtalHausachHofstetten (Baden)HohbergHornbergKappel-GrafenhausenKappel-GrafenhausenKappelrodeckWillstättKehlKehlKippenheimKippenheimKippenheimLahr/SchwarzwaldLauf (Baden)Lauf (Baden)Lautenbach (Ortenaukreis)MahlbergMahlbergMahlbergMeißenheimMühlenbach (Schwarzwald)Neuried (Baden)NordrachOberharmersbachOberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)OberwolfachOffenburgOhlsbachOppenauOrtenberg (Baden)Ottenhöfen im SchwarzwaldRenchenRenchenRingsheimRingsheimRust (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (gemeindefreies Gebiet)SasbachSasbachSasbachSasbachwaldenSchuttertalSchutterwaldSchwanauSeebach (Baden)Seelbach (Schutter)Steinach (Ortenaukreis)WillstättWillstättWolfachZell am HarmersbachRheinKarte
Über dieses Bild

Hohberg ist eine Gemeinde im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohberg liegt am Westhang des Schwarzwalds am Rand der Oberrheinischen Tiefebene etwa 8 km von Offenburg entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Hohberg gehören folgende Ortsteile (ehemalige Gemeinden mit ihren Ortsteilen):[2]

  • Diersburg mit den Zinken Beim Schloss, Burggraben, Molkensumpf und Ruhbühl und den Höfen Meierhof, Schucken- und Fegerhof
  • Hofweier mit dem Gehöft Marienhof und dem Wohnplatz Schwatterloch
  • Niederschopfheim mit dem Gehöft Hexenmühle (Deckersche Mühle)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden/Nordosten/Osten an die Kreisstadt Offenburg, Stadtteil Elgersweier, Stadtteil Zunsweier im Süden an Oberschopfheim und Friesenheim und im Westen an Höfen, Schutterwald und Ichenheim, Neuried. [3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diersburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diersburg

Die Burg Diersburg wurde als „Stein zu Tiersperg“ 1197 erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf wurde 1257 als „Tiersperg“ erstmals in einer Straßburger Urkunde erwähnt. Es gehörte damals der Dynastie der Ritter von Geroldseck. 1279 erwarben die Ritter von Schwarzenberg den Ort und die Burg. Im 14. Jahrhundert ging Diersburg an die Markgrafschaft Baden, so dass es zu den älteren badischen Besitztümern gehört. 1455 kam Diersburg mit dem „Stein zu Diersburg“ an das altortenauische Adelsgeschlecht der Roeder. Diese Linie nennt sich seitdem Roeder von Diersburg.

In Diersburg gibt es ein Goethehaus, obgleich Goethe nie in Diersburg war. Friederike Brion, Goethes Sessenheimer Jugendliebe, hielt sich für einige Monate in der Familie von Pfarrer Marx auf. Marx war mit ihrer Schwester Salome verheiratet und betreute einige Jahre die Diersburger Pfarre, bevor er nach Meißenheim versetzt wurde.

Hofweier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohberg

Bereits 1101 wird Hofweier in einer Urkunde des Klosters Alpirsbach genannt. Der Ort unterstand den Zähringern, die auch Grafen der Ortenau waren. Als diese 1218 ausstarben, fiel Hofweier an die Ritter von Geroldseck und 1423 an die Hummel von Stauffenberg. Ab 1530 untersteht der Ort vollständig den Rittern von Bach, die den Badener Markgrafen untertänig waren.[4]

Niederschopfheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederschopfheim

Von den drei heute in der Gemeinde Hohberg vereinten Dörfernist Niederschopfheim das am frühesten erwähnte – 777 als Scofhaim im Testament Fulrads, Abtes der Abtei Saint-Denis. Allerdings hat Scofhaim das heutige Oberschopfheim mitgemeint; Niderenschopfheim ist erst 1289 bezeugt, als sich die beiden Dörfer getrennt hatten. Die Widonen hatten Fulrad Besitz in Scofhaim geschenkt. Neben Saint-Denis und Kloster Honau hatten die Klöster Ettenheimmünster und Hohenburg früh in Niederschopfheim Besitz. Im 12. und 13. Jahrhundert erlangten die Bischöfe von Straßburg die Ortsherrschaft, die sie verschiedenen Rittergeschlechtern zu Lehen vergaben. Von 1479 bis 1538 waren es die Ritter von Bach. Georg von Bach († 1538), mit dem das Geschlecht ausstarb und dessen steinernes Grabmal von der Hand Christophs von Urach außen an der Heilig-Kreuz-Kirche in Offenburg steht, hielt Niederschopfheim in der Reformationszeit beim römisch-katholischen Bekenntnis. Es folgten andere Adelsfamilien, die gleichen wie in Hofweier; doch waren diese in Hofweier Grundeigentümer, in Niederschopfheim Straßburger Lehnsträger. Die letzten waren die Herren von Frankenstein.
siehe auch Burg Niederschopfheim bzw. St. Brigitta (Niederschopfheim).

Gemeinde Hohberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hohberg wurde am 1. Januar 1973 im Zuge der Gemeindereform aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Diersburg, Hofweier und Niederschopfheim gebildet. Bereits am 3. Mai 1972 wurde die Gemeinde Hofweier in Hohberg umbenannt.[5] Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich in Hofweier. Die Gemeinde ist eine Einheitsgemeinde ohne Ortschaftsverfassung. Der Gemeindename Hohberg wurde nach dem Namen einer kleinen Erhebung zwischen den drei Ortsteilen gewählt. Sie befindet sich ungefähr im Mittelpunkt der Gemeinde und ist von allen drei Ortsteilen zu sehen.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den heutigen Ortsteilen ging die Reformation vorbei, so dass sie weiterhin römisch-katholisch geprägt sind. So gibt es in Diersburg, Hofweier und Niederschopfheim jeweils eine katholische Gemeinde, wobei sich Diersburg (St. Karl Borromäus) und Hofweier einen Pfarrer teilen. Außerdem gibt es auch eine evangelische Gemeinde im Ort, die außer für Hohberg auch für Oberschopfheim und Zunsweier zuständig ist.

Seit 1738 gab es eine jüdische Gemeinde und seit 1773 einen jüdischen Friedhof im heutigen Ortsteil Diersburg. Ende des 19. Jahrhunderts hatte sie 190 Mitglieder. Die Synagoge wurde am 9. November 1938 geschändet und die Gemeinde im Oktober 1940 durch die Deportation der letzten jüdischen Bürger ausgelöscht.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:

  • CDU: 38,2 % (− 2,5) −> 8 Sitze (− 1)
  • FWH: 36,2 % (− 0,2) −> 8 Sitze (± 0)
  • SPD:  22,9 % (+ 2,7) −> 6 Sitze (+ 1)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1973–1981 Michael Bayer
  • 1981–1997 Hermann Löffler
  • 1997–heute Klaus Jehle

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt ein Motiv aus dem Kapitell einer in Niederschopfheim gefundenen Säule und symbolisiert zugleich die drei Ortsteile.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohberg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine des Stammschlosses der Roeder von Diersburg
Jüdischer Friedhof in Diersburg
Inschriftenstein am ehemaligen Judenbad

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer ehemaligen Zigarrenfabrik in Niederschopfheim ist das Hohberger Heimatmuseum untergebracht. In Diersburg gibt es das Hohberger Bienenmuseum, das die Geschichte der Imkerei darstellt. Mit der Geschichte des Weinbaus und den Freiherren Roeder von Diersburg befasst sich das Museum im Weingut Roeder von Diersburg.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Diersburg hat sich eine im 12. oder 13. Jahrhundert erbaute Burg, einer Seitenlinie der Herren von Geroldseck (Tiersberger), als Ruine erhalten. Seit dem 14. Jahrhundert gehört die Burg dem Geschlecht der Roeder von Diersburg, das noch heute im Ort ansässig ist.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Diersburg existiert noch der Friedhof der ehemaligen jüdischen Gemeinde. Im Ort erinnert ein hebräischer Inschriftenstein an das ehemalige Judenbad.

Auf Niederschopfheimer Gemarkung (ostwärts der Bundesautobahn A5) finden sich die Reste einer römischen Straßenstation.

Der ebenfalls auf Niederschopfheimer Gemarkung liegende Baggersee erfreut sich überregionaler Beliebtheit. Bei der letzten Messung der Wasserqualität im Jahr 2014 durch offizielle Stellen der Europäischen Union hat der See die Note „ausgezeichnet“ erhalten.[6]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesweit bekannt wurde Hohberg durch den Handballverein TuS Hofweier, der von 1974 bis 1989 ununterbrochen der Handball-Bundesliga angehörte.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohberg ist durch die Bundesstraße 3 (BuxtehudeWeil am Rhein) an das überregionale Straßennetz angebunden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Hofweier gibt es eine Grund,- und Werkrealschule, in den Ortsteilen Niederschopfheim und Diersburg befindet sich jeweils eine Grundschule. Alle weiterführenden Schulen stehen in Lahr und Offenburg zur Verfügung. Für die Jüngsten gibt es vier römisch-katholische Kindertagesstätten und einen ökumenischen Kindergarten, der von beiden Konfessionen getragen wird.

Die Volkshochschule Offenburg unterhält eine Außenstelle in Hohberg.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 394–397
  3. cm city media GmbH - www.cmcitymedia.de: Gemeinde Hohberg | Startseite |. Abgerufen am 21. Februar 2017.
  4. Die Geschichte von Hofweier und seiner Kirche hat besonders der Offenburger Gymnasiallehrer Otto Kähni (1900–1975) erforscht, der bereits seine Dissertation zum Thema „Verfassung und Verwaltung des ritterschaftlichen Dorfes Hofweier“ geschrieben hatte. Siehe Karlleopold Hitzfeld: Unser Vorsitzender Professor Dr. Kähni 70 Jahre. In: Die Ortenau 50, 1970, S. 7–10 (Digitalisat).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 500.
  6. Fakten vom Baggersee Niederschopfheim | Seen.de. Abgerufen am 22. Januar 2018 (deutsch).