Hohburg

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Hohburg
Gemeinde Lossatal
Wappen von Hohburg
Koordinaten: 51° 24′ 36″ N, 12° 48′ 13″ O
Höhe: 120 m
Fläche: 37,56 km²
Einwohner: 2810 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte: 75 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2012
Postleitzahl: 04808
Vorwahl: 034263

Hohburg ist Ortsteil der Gemeinde Lossatal im Norden des sächsischen Landkreises Leipzig.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinbruch bei Böhlitz

Hohburg liegt ca. 8 km nordöstlich von Wurzen und etwa 15 km südöstlich von Eilenburg. Um den Ort Hohburg befinden sich die Hohburger Berge, auch Hohburger Schweiz genannt. Diese Quarzporphyr-Erhebungen ragen markant bis zu 120 m aus der umgebenden Ebene der Leipziger Tieflandsbucht heraus. Höchste Erhebung ist der Löbenberg mit 240 m ü. NN. gefolgt vom Gaudlitzberg (219 m ü. NN), Burzelberg (217 m ü. NN) und Galgenberg (213 m ü. NN). Südlich von Hohburg befindet sich der "Kleine Berg" mit einer Erhebung von 206 m ü. NN. Im zwischen den Hohburger Bergen liegenden Tal, fließt der Lossabach durch die Losstaler Ortsteile Müglenz, Hohburg, Klein- und Großzschepa zur Mulde bei Thallwitz. Südwestlich des Orts befindet sich der Kaolinsee.

Barocker Turm der Ev. Luth. Kirche in Müglenz

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besiedlungsgeschichte der Gegend reicht nachweislich bis in die Altsteinzeit zurück. Die La Téne-zeitliche Burganlage auf dem Burzelberg war eine der ältesten Steinarchitekturen in Sachsen. Die Ortsteile Hohburg und Lüptitz werden im Jahr 1185 gemeinsam mit einem Tidericus de Hoberch erstmals erwähnt. Von 1198 bis 1495 ist von Hoberg, Hoberc, Hobergk zu lesen, 1539 Hoburgk, ab 1791 findet sich die heutige Schreibweise[1].

Die sächsischen Geologen Carl Friedrich Naumann und Bernhard von Cotta entwickelten um 1844 aus den am Kleinen Berg entdeckten Gletscherschliffen ihre Theorie der pleistozänen Inlandvereisung.

Hohburg ist Herrensitz bzw. Rittergut bis 1875, dem auch die Grundherrschaft oblag.

Ab 1590 untersteht die damalige Landgemeinde dem Amt Wurzen, 1875 kommt Hohburg mit dem Ortsteil Kapsdorf zur Amtshauptmannschaft Grimma. Am 1. Juli 1950 wird Watzschwitz eingemeindet. Von 1952 bis 1994 gehört Hohburg zum Kreis Wurzen. 1961 wurde Kleinzschepa, 1972 Müglenz eingemeindet. Die Dörfer der drei Gemeinden Hohburg, Großzschepa und Lüptitz schlossen sich im Jahr 1993 zur Gemeinde Hohburg zusammen. Von 1994 bis 2008 war Hohburg Teil des Muldentalkreises.

Am 1. Januar 2012 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Hohburg in die Gemeinde Lossatal eingegliedert.[2] Die Gemeinde Hohburg pflegte eine Partnerschaft mit Bodelshausen im Landkreis Tübingen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche und Steinarbeiterhaus Hohburg
  • ehemaliger Kaolintagebau (Badesee mit Liegewiesen und Wanderwegen)
  • Hohburger Berge mit Naturdenkmal Schwarze Wand
  • Wind- und Gletscherschliffe im Kleinen Berg
  • Museum Steinarbeiterhaus

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1901 bis 1965 wurde bei Hohburg Kaolin abgebaut. Im ehemaligen Fabrikgebäude wurde 1966 der VEB Mineralstoffgemische Hohburg installiert, welcher nach der Wende von Bergophor übernommen wurde. Noch heute werden Futtermittel für die Landwirtschaft hergestellt. Auch wird in den Hohburger Bergen Quarzporphyr abgebaut.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohburg hat eine Grundschule.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hohburg gibt es den Hohburger Sportverein 1990 e.V., welcher die Betätigungsfelder Fußball, Wintersport, Walking und Kegeln anbietet. Zudem dienen die ehemaligen Steinbrüche in den Hohburger Bergen schon seit den 1920er Jahren als Klettergebiet. Derzeit kann an über 250 Routen an den bis zu 40 Meter hohen Wänden geklettert werden. Auch ist es möglich, in einem durch Quarzporphyrabbau entstandenen See nördlich von Hohburg zu tauchen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindeamt Hohburg (Herausgeber): Führer durch die Hohburger Schweiz - mit einer Wegekarte. Format A5, 16 Seiten + Umschlagseiten, Faltkarte zweifarbig im Format A3. Druck und Verlag: Buchdruckerei Gustav Jacob, 2. Auflage, Wurzen 1928
  • Cornelius Gurlitt: Hohburg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 19. Heft: Amtshauptmannschaft Grimma (1. Hälfte). C. C. Meinhold, Dresden 1897, S. 135.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Hohburg im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2012