Hohe Tatra

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Hohe Tatra
Panoramabild der Hohen Tatra vom Kościelec
Panoramabild der Hohen Tatra vom Kościelec

Panoramabild der Hohen Tatra vom Kościelec

Höchster Gipfel Gerlachovský štít (Gerlsdorfer Spitze) (2655 m n.m.)
Lage Slowakei und Polen
Teil der Westkarpaten
Hohe Tatra (Karpaten)
Hohe Tatra (Karpaten)
Koordinaten 49° 10′ N, 20° 8′ OKoordinaten: 49° 10′ N, 20° 8′ O
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Die Hohe Tatra (polnisch Tatry Wysokie, slowakisch Vysoké Tatry) ist ein Teilgebirge der Tatra. Sie ist der höchste Teil der Karpaten und gehört zu zwei Dritteln zur Slowakei und zu einem Drittel zu Polen. In beiden Ländern steht sie jeweils als Teil eines Nationalparks unter besonderem Schutz, gleichzeitig ist sie Biosphärenreservat der UNESCO. Auf slowakischer Seite gehört die Hohe Tatra überwiegend zur Zips, lediglich der äußerste Südwesten zur Liptau. Seit 1999 sind die slowakischen Tatraorte an der Südseite der Hohen Tatra, wie schon zwischen 1947 und 1960, als Stadt unter dem slowakischen Namen der Hohen Tatra Vysoké Tatry zusammengefasst. Außerhalb dieser Stadt reichen Gemeinden wie Východná, Štrba, Ždiar und Tatranská Javorina in das Gebiet ein. In Polen gehört die Hohe Tatra zur Region Podhale und den Gemeinden Zakopane, Poronin sowie Bukowina Tatrzańska in dem Kreis Powiat Tatrzański in der Woiwodschaft Kleinpolen.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht der Hohen Tatra von 1793 mit der Bezeichnung „Tatra“

„Tritri“ (1086), „Tatry“ (1255), im 13./14. Jahrhundert „Thorholl“ (1256[1]), „Thorchal“, „Tarczal“, „Tutur“, „Thurthul“ was Hölle bedeuten könnte[2], „Tołtry, Toutry“[3], sowie „Schneegebürg“ (Montes nivium). Adam Mickiewicz gebrauchte Anfang des 19. Jahrhunderts die Namen Tatry und Krępak,[4] so wie bereits hundert Jahre zuvor Spener.[5] Im Jahr 1790 hat Baltazar Hacquet geschrieben, dass die Slawen die Berge Tatari oder Tatri nennen, da zuvor dort Tataren hausten.[6] Nach Jan Michał Rozwadowski hat der Name Tatry (Altpolnisch Tartry[7]) einen keltischen Ursprung.[8] Die Bezeichnung tertre bedeute Gebirge.[9] Diese Meinung vertrat auch Cyprian Kamil Norwid.[10] Einige Autoren sehen eine dakische oder thrakische Herkunft.[11] Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Hohe Tatra als Karpak bezeichnet (höchster schneebedeckter Berg),[12] aus dem illyrischen karpe also Fels, das im Altpolnischen in der Form karp- auftritt, z. B. karpętne oder s(z)karpa – Berghang. In offiziellen ungarischen Dokumenten des 13. und 14. Jahrhunderts werden die Karpaten und insbesondere die Tatra als Thorchal, Tarczal bzw. Schneegebürg, Montes Nivium bezeichnet.[13] Die Bezeichnung Hohe Tatra rührt daher, dass sie die anderen Gebirgszüge der Tatra, die Westliche Tatra und die Belaer Tatra um ca. 500 m überragt.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das vom Gletscher geformte Trogtal Dolina Roztoki, Polen, weist die charakteristische U-Form auf

Die Hohe Tatra ist, ähnlich wie die ganze Tatra, ein relativ junges Faltengebirge. Im Gegensatz zur Westlichen Tatra besteht sie jedoch aus Graniten, die aus im Erdzeitalter des Karbons erstarrter Lava entstanden sind. Das Granitgestein der Hohen Tatra ist ca. 315 Millionen Jahre alt. Gesteinsschichten aus dem Perm und der Trias kommen ebenfalls vor. Im Erdzeitalter der Kreide wurde das Gestein der Hohen Tatra aufgrund tektonischer Ereignisse gefaltet und mehrere Kilometer nach Norden verschoben.

Im Eozän war das Gebiet der Hohen Tatra, insbesondere im Norden der Hohen Tatra, von einem seichten Meer geflutet. Sedimentschichten lagerten sich im Wasser ab. Auf der anderen Seite ragten Teile des Granitgesteins bereits aus dem Meer und unterlagen der Erosion, insbesondere Gesteinsschichten aus dem Jura und der Kreide sind zum größten Teil erodiert. Auf den Südhängen sind sie überhaupt nicht mehr anzutreffen. Sedimente und Sedimentgesteine kommen daher nur auf den Nordhängen der Hohen Tatra vor und dort insbesondere auf den Bergen Żółta Turnia, Mała Koszysta, Gęsia Szyja, Kopy Sołtysie, Široká und Jahňací štít.

Im Miozän erfolgte eine letzte Faltung der Hohen Tatra. Die Hohe Tatra selbst entstand, wie die ganzen Karpaten und viele andere Hochgebirge in Europa, in der Zeit der Alpidischen Orogenese. Ihr heutiges Aussehen verdankt sie den Gletschern der Eiszeiten. Die Gletscherkare lagen insbesondere nördlich des Hauptkamms auf einer Höhe von 1400 m bis 1700 m. Die Gebirgsseen der Hohen Tatra sind Karseen, die Relikte der Gletscherkare darstellen. Die Gletscherzungen führten die Bergtäler in ihren ganzen Längen hinab bis auf ca. 1000 m. Hierbei entstanden die charakteristischen U-förmigen Trogtäler der Tatra. Gletschermoränen findet man in den Bergtälern und am Fuße der Hohen Tatra.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dunajec-Burgen Czorsztyn und Niedzica am Czorsztyn-Stausee, Hohe Tatra links im Hintergrund

Trotz ungünstiger klimatischer Verhältnisse war die Umgebung der Hohen Tatra bereits im Paläolithikum besiedelt, wovon z. B. die Neandertalerfundstätte Hrádok (Travertinfüllung der Hirnschale) bei Gánovce zeugt. Einzelfunde von einfachen Steinwerkzeugen wurden unweit von Zuflüssen des Poprad gefunden. Ab dem Neolithikum wurde die Gegend immer dichter besiedelt, die karge Tatra-Landschaft bot aber kaum Erträge für jungsteinzeitliche Bauern. Von der mittleren Bronzezeit zur älteren Eisenzeit bewohnten Menschen der Lausitzer Kultur die Umgebung, gefolgt durch die Puchauer Kultur (Wallburg Havránok) und die Kelten. Zu dieser Zeit existieren mehrere Eisenhütten, z. B. unweit Tatranská Polianka bei der Fundstätte Žltá stena und wahrscheinlich auch in der Umgebung von Starý Smokovec. Mehrere Funde von römischen Münzen zeugen von Handelsbeziehungen zwischen germanischen Stämmen und dem Römischen Reich.[14]

In der Zeit der Völkerwanderung drängten slawische Stämme in die Umgebung der Tatra ein und besiedelten die umliegende Region, die Hohe Tatra selbst blieb aber weitgehend eine Art „Niemandsland“. Seit dem frühen 11. Jahrhundert verlief durch die ganze Tatra die Grenze zwischen den Königreichen Polen und Ungarn. Östlich der Tatra verlief einer der wichtigsten Handelswege des Mittelalters, der die polnische Hauptstadt Krakau mit der ungarischen Hauptstadt Buda verband. Um die Kaufleute vor Überfällen der in der Tatra hausenden Räuberbanden zu schützen, wurden zahlreiche Burgen am Fuß der Tatra erbaut, u. a. am Dunajec in Czorsztyn und Niedzica sowie in der Zips.

Blick auf Kežmarok (dt. Kesmark), als historisch bedeutsames Zentrum für die Erkundung der Hohen Tatra

Im Königreich Ungarn wurde das Gebiet zwischen den Komitaten Sohl ungefähr westlich der Wasserscheide bei Štrba und Zips östlich davon aufgeteilt. Aus dem ursprünglich großen Sohler Komitat spalteten sich im 14. Jahrhundert die Komitate Liptau im westlichen Teil der Tatra und ferner Arwa nordwestlich der Tatra ab. Insbesondere nach dem Mongoleneinfall 1241/1242 intensivierte sich die Besiedlung durch deutsche Ostsiedler (siehe Zipser Sachsen), vor allem in der Zips, die bald dort politisch die örtliche Landschaft beherrschten. Die königliche Besitz in der Hohen Tatra wurde durch Schenkungen, aus denen zahlreiche Orte im Vorgebirge im 13. Jahrhundert entstanden, schrittweise verkleinert, ein Teil im Grenzbereich zwischen der Westtatra und der Hohen Tatra gehörte aber weiter dem König beziehungsweise später dem Ärar. Neben Räubern und Schmugglern, die Waren über die schwer kontrollierbare Grenze schmuggelten, wurde die Tatra im Mittelalter auch von Schatzsuchern und Bergleuten besucht. Aus einigen topographischen Namen, wie z. B. dem Berg Miedziane, zu deutsch Kupferberg, westlich des Morskie Oko lässt sich dies noch ablesen. Bergbauaktivität war ab dem 15. Jahrhundert zudem z. B. an den Hängen des Kriváň (Gold, Antimon) und Patria (Kupfer) zu verzeichnen. Viehzucht, Alm- und Forstwirtschaft kam im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit in die Tatra.[15] War die Abholzung im Mittelalter nur in den Kesseln unterhalb der Tatra anzutreffen und nur mit Erweiterung von landwirtschaftlichen Flächen verbunden, so setzte im 16. Jahrhundert ein reger Handel mit dem in der Hohen Tatra gewonnenen Holz ein. Das gewonnene Holz wurde an der Waag Richtung Niederungarn und über Poprad, Dunajec und Weichsel Richtung Polen. Auch durch die Almwirtschaft gingen Waldbestände sowie Krummholzflächen zurück, als Hirten ihre Herden bis zu einer Höhen von etwa 2000 m hinauftrieben. Intensive Nutzung war insbesondere in den Herrschaftsgebieten von Kesmark, Zipser Bela und Tatranská Javorina zu sehen. Erst während der Regierungszeit von Maria Theresia begannen erste Ansätze einer Wiederaufforstung. Der intensive Bergbau dauerte bis ins späte 18. Jahrhundert, die immer geringeren Erlöse führten aber zur Stilllegung einzelner Bergwerke. Schatzsucher waren vor allem im 18. Jahrhundert aktiv.[16]

Die wachsende wirtschaftliche Nutzung der Hohen Tatra erregte im 16. Jahrhundert ein erhöhtes Interesse durch Gelehrte. Die erste Kurzbeschreibung der Tatra ist im Werk De admirandis Hungariae aquis Hypomnemation (Basel 1549, deutsch Über die wunderbaren Wässer Ungarns) von Georg Wernher enthalten. Ebenfalls im 16. Jahrhundert fand die erste dokumentierte Reise in die Hohe Tatra statt. Die verwitwete Fürstin Ostrogski Beata Łaska z Kościeleckich heiratete 1564 Albert (pol. Olbracht) Łaski, den Herren von Kesmark und siedelte sich dort an. Am 10. Juni 1565 unternahm sie eine Aufsehen erregende Bergtour in die Hohe Tatra in die Dolina Kežmarskej Bielej vody und zum Bergsee Zelené pleso.[17] Einen beträchtlichen Anteil an der Forschung hatten die Studenten und Rektoren des Lyzeums in Kesmark, die bereits im späten 16. Jahrhundert Ausflüge in die Hohe Tatra machten. So stammt auch die erste dokumentierte Besteigung eines Gipfels vom Kesmarker Gelehrten David Frölich, der als Gymnasiast im Juni 1615 einen nicht näher genannten Berg (wahrscheinlich den Kežmarský štít) im Massiv des damals noch als unbesteigbar geltenden Lomnický štít bezwang. 1664 unternahm eine Gruppe um Georg Buchholtz d. Ä. eine Reise zum Gipfel des Slavkovský štít.[18] 1683 beschrieb Daniel Speer in seinem Werk Ungarischer oder Dacianischer Simplicissimus seine Reisen in die Hohe Tatra. Eine Skizze des Gebirges von Georg Buchholtz d. J. wurde zum ersten Mal 1719 gefertigt. 1782 wurde eine genaue Landkarte der Hohen Tatra angefertigt. Aus dieser Zeit sind auch die ersten Messungen einzelner Gipfel bekannt. Bis dahin waren drei Berge als höchste Gipfel der Hohen Tatra angesehen: der Kriváň in der Liptau, Lomnický štít in der Zips und insbesondere Kesmark und Ľadový štít im polnischen Podhale.[19] Obwohl der Förster Ludwig Greiner 1837/1838 den Gerlachovský štít als höchsten Berg der Hohen Tatra bestimmt hatte, wurde diese Messung erst 1876 in der amtlichen Kartographie berücksichtigt.

Karte der Hohen Tatra von Göran Wahlenberg aus dem Jahr 1814

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Hohe Tatra von dem Franzosen Belsazar Hacquet und dem Engländer Robert Townson, der u. a. als erster bekannter Besteiger auf dem Gipfel des Lomnický štít stand, erforscht und in wissenschaftlichen Publikationen beschrieben und Stanisław Staszic war der erste Pole, der die Hohe Tatra wissenschaftlich erforschte. Er hielt sich 1803 bis 1805 in der Tatra auf und bestieg zahlreiche Gipfel. 1815 erschien sein Werk O ziemiorodztwie Karpatów u. a. über die Hohe Tatra. Ihm folgten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zahlreiche weitere polnische Geologen und Bergsteiger.

Im Gegensatz zu den Alpenländern begann der Tourismus in der Hohen Tatra relativ spät, bedingt vor allem durch anstrengendes Reisen und mangelhaftes Straßennetz. 1793 ließ Graf Csáky auf der ungarischen Seite eine Jagdhütte bei der schon vorher bekannten Sauerquelle unterhalb des Slavkovský štít bauen, die bald zum Anfang der ältesten Tatrasiedlung, Starý Smokovec, wurde. Für die weitere Entwicklung setzte sich vor allem der Pachtinhaber Johann Georg Rainer von 1833 bis in die späten 1860er Jahre, der auch die älteste noch erhaltene Tatra-Schutzhütte, die Rainerova chata, erbauen ließ, trotzdem blieb Starý Smokovec fast 80 Jahre lang die einzige Siedlung direkt in der Tatra. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts erschienen erste Reiseführer der Hohen Tatra. Eine rege Entwicklung begann mit der Fertigstellung der Kaschau-Oderberger Bahn in den Jahren 1871/1872, die den Verkehr zur Hohen Tatra aus entfernten Gebieten wesentlich erleichterte. So entstand 1872 die Siedlung Štrbské Pleso am gleichnamigen See und 1875 der Kurort Nový Smokovec, gefolgt durch weitere Neugründungen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. 1873 wurde die polnische Tatra-Gesellschaft und der ungarische Karpathenverein gegründet. Die polnische Tatra-Gesellschaft ließ die ersten drei Berghütten in der Hohen Tatra zwischen 1874 und 1876 erbauen. In den 1870er Jahren wurden die meisten Tatragipfel zum ersten Mal bestiegen. In den 1880er Jahren wurden die meisten Winterbesteigungen dokumentiert, die noch unbestiegenen Gipfel wurden bis zum frühen 20. Jahrhundert zum ersten Mal erklommen. Der in Galizien (heute Polen) gelegene Teil der Hohen Tatra wurde 1899 über die Bahnstrecke Chabówka–Zakopane an das Bahnnetz angeschlossen.

In dieser Zeit wurde Zakopane unter polnischen Schriftstellern, Dichtern, Architekten und Künstlern sehr beliebt. Es entwickelte sich ein eigener Zakopane-Stil in der polnischen Kunstgeschichte. Die Bergwacht in der Hohen Tatra gibt es seit der Zeit um 1900. Viele derjenigen, die sich im 19. und 20. Jahrhundert um die Hohe Tatra verdient gemacht haben, haben ihre letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Cmentarz Zasłużonych na Pęksowym Brzyzku in Zakopane gefunden. Im Königreich Ungarn konnten sich anfangs nur die reicheren Bevölkerungsschichten einen Aufenthalt in den Tatraorten leisten. Diese Situation änderte sich erst im frühen 20. Jahrhundert, als man mit neuen Luxushotels versuchte, das sinkende Interesse des Adels wieder zu erhöhen, die älteren Unterkünfte wurden dann auch für andere Bevölkerungsschichten mehr zugänglich. Neben Tourismus und Kurbehandlung fassten ab dem späten 19. Jahrhundert mehrere Wintersportarten, wie Skifahren, Rodeln und Bobfahren, Fuß in der Hohen Tatra. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs gelangte man in die einzelnen Orte mit einem Straßenzug und mit der meterspurigen Elektrischen Tatrabahn, sodass man nicht mehr auf die talwärts führenden Verbindungen angewiesen war.

Im 19. Jahrhundert wurde die Tatra und die Hohe Tatra im Besonderen zum Symbol des steigenden slowakischen Nationalbewusstseins und der nationalen Freiheit. Insbesondere die seit 1835 bestehende Tradition der „Volksausflüge“ auf den Kriváň prägte maßgeblich dieses Bild, die Landschaft Liptau war zudem eines der Zentren des slowakischen Kulturlebens. Bis zur Ende der Habsburgermonarchie war jedoch der slowakische Einfluss auf die touristische Entwicklung vergleichsweise gering: so war z. B. der Anteil der Slowaken nur 10 bis 15 % der Gesamtmitgliederzahl des Ungarischen Karpathenvereins. Der erste slowakischsprachige Tatra-Reiseführer von Miloš Janoška erschien relativ spät im Jahr 1911.[20] Die bestimmenden Nationalitäten vor dem Ersten Weltkrieg waren vor allem Ungarn, Österreicher und später auch Deutsche.

Seilbahn zum Gipfel des Lomnický štít

Der genaue Grenzverlauf zwischen Polen und Ungarn bzw. zwischen Galizien (nach der Ersten Polnischen Teilung 1772) wurde selbst nach dem ungarisch-österreichischen Ausgleich 1867 nicht festgelegt. Die genaue Grenzziehung in der Hohen Tatra wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts durch Richterspruch eines österreichischen Gerichts in Graz gezogen. Aber auch danach tobte ein Konflikt um die Ortschaft Tatranská Javorina, die zwar in der Tschechoslowakei bzw. heute Slowakei liegt, lange aber von Polen beansprucht und 1938–1939 auch besetzt war. In der Zeit zwischen den Weltkriegen entwickelte sich die Hohe Tatra zu einem beliebten Ausflugsgebiet für die gut betuchten Bürger Polens und der Tschechoslowakei, im begrenzten Umfang entstanden aber auch Unterkünfte, vor allem Pensionen, für ärmere Bürger, wie z. B. in Tatranská Lomnica und neu gegründeten Orten Tatranská Lesná und Horný Smokovec. Alm- und Forstwirtschaften befanden sich nun in einem langsamen Niedergang, während sich der Schwerpunkt auf Tourismus, Kurorte und Sport verlagerte. 1925 fand in der Hohen Tatra die von Prag verlegte Eishockey-Europameisterschaft, 1935 die Nordischen Skiweltmeisterschaften statt. Die ersten touristischen Seilbahnen entstanden in den 1930er Jahren: ab 1936 verkehrte eine Seilbahn vom Zakopaner Stadtteil Kuźnice zum Gipfel des Kasprowy Wierch in der Westtatra, in der Tschechoslowakei begann 1937 der Betrieb einer Luftseilbahn von Tatranská Lomnica bis Skalnaté Pleso, die 1940 bis zum Gipfel des Lomnický štít verlängert wurde. 1924 erschien der erste Vorschlag zur Gründung eines grenzüberschreitenden Schutzgebiets, der bis Ende 1925 detailliert ausgearbeitet war. Wegen Widerstand seitens Großgrundbesitzer konnten die Staatsorgane den Naturpark nicht gründen, sodass Naturschutzmaßnahmen nur zum Teil umgesetzt werden konnten.[21] Während des Zweiten Weltkriegs war die Tatra ein Rückzugsgebiet für polnische Partisanen. Auch nach dem Krieg blieben viele Widerstandskämpfer gegen das kommunistische Regime in der Tatra. Im slowakischen Teil wurde die Gegend insbesondere nach dem Ausbruch des Slowakischen Nationalaufstandes im August 1944 bis Januar 1945 Schauplatz von mehreren Gefechten zwischen den tschechoslowakischen Partisanen und den Wehrmachttruppen.

Nach Kriegsende wurde 1947 das Gebiet der bisher zwischen 22 Gemeinden geteilten slowakischen Hohe Tatra (und Belaer Tatra) in die Einheitsgemeinde Vysoké Tatry fusioniert, die trotz mehrerer Änderungen und Abspaltungen zum größten Teil bis heute besteht. 1949 beziehungsweise 1954 wurden die beiden Nationalparks auf tschechoslowakischer und polnischer Seite errichtet. Nach der Übernahme der Macht durch kommunistische Parteien in beiden Ländern nahm der Tourismus in der Hohen Tatra Massencharakter an, während die Gegend von Tatranská Javorina zum Aufenthaltsort für Spitzenfunktionäre der KSČ bestimmt war. Ein Investitionsboom geschah im tschechoslowakischen Teil in Verbindung mit Organisierung der Nordischen Skiweltmeisterschaft 1970 in Štrbské Pleso. Für die meisten Bergsteiger aus dem östlichen Mitteleuropa, u. a. aus der DDR, war die Hohe Tatra zur Zeit des Kalten Krieges das einzige erreichbare Hochgebirge.

Ein Orkan hat am 19. November 2004 fast die Hälfte aller Bäume auf der slowakischen Seite der Hohen Tatra zerstört. Die Schneise der Verwüstung war drei Kilometer breit und 50 Kilometer lang. Man schätzte die Größe der zerstörten Fläche auf 12.000 Hektar. Am 21. Dezember 2007 sind aufgrund des Schengener Abkommens die Grenzkontrollen zwischen Polen und der Slowakei weggefallen. Auf den markierten Wanderwegen kann die Grenze daher problemlos überschritten werden. Zu beachten ist jedoch, dass die Wanderwege im polnischen Teil der Hohen Tatra ganzjährig geöffnet sind, im slowakischen jedoch oberhalb der Berghütten im Winter vom 1. November bis zum 14. Juni gesperrt werden.

Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hohe Tatra bietet ein alpenähnliches Panorama mit Hochgebirgsrelief und vereinzelten Schneefeldern. Ungewöhnlich ist die Anordnung der höchsten Gipfel am (südlichen) Außenrand. Sie wird oft, obwohl es sich eigentlich um ein Teilgebirge handelt, als das flächenmäßig, keineswegs jedoch höhenmäßig, „kleinste Hochgebirge der Welt“ bezeichnet. Die Fläche der Hohen Tatra bemisst ca. 340 km² und ist damit etwas kleiner als die Fläche der Westlichen Tatra. Der Hauptkamm der Hohen Tatra ist 27 km lang, wobei die Entfernung zwischen den Grenzpässen in Luftlinie nur 16,5 km beträgt. Das Gebirge bietet eine Überfülle an Naturschönheiten und touristischen Möglichkeiten (Wanderungen, Klettertouren, Skitouren, Pistenstandorte, zahlreiche Kur- und Erholungsorte).

Hohe Tatra von der Stadt Poprad, Slowakei
Hohe Tatra und Belianska Tatra von den Pieninen (Kronenberge), Polen

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

24 Gipfel der Hohen Tatra überschreiten die 2500-Meter-Grenze, mehrere hundert die 2000-Meter-Grenze. Als Krone der Tatra werden 75 Gipfel bezeichnet, die eine Schartenhöhe von mehr als 100 m haben. Die meisten dieser Gipfel liegen in der Hohen Tatra.

Die höchsten Erhebungen sind der Gerlachovský štít (Gerlsdorfer Spitze) mit 2655 m, zugleich der höchste Berg der Slowakei und der gesamten Karpaten, die Gerlachovská veža (Gerlsdorfer Turm) mit 2642 m, der Lomnický štít (Lomnitzer Spitze) mit 2632 m und der Ľadový štít (Eistaler Spitze) mit 2627 m. Von den etwas niedrigeren Gipfeln sind vor allem der mächtige Slavkovský štít (Schlagendorfer Spitze) mit 2452 m und die aus drei Gipfeln bestehenden Rysy (Meeraugspitze) zu nennen, deren mittlerer knapp an der slowakisch-polnischen Grenze der höchste mit 2503 m, deren nordwestlicher als zweithöchster mit 2499 m zugleich der höchste Berg Polens ist. Ein weiterer erwähnenswerter Berg ist der als wichtiges nationales Symbol auf den slowakischen Centmünzen abgebildete Kriváň (Krumm- oder Ochsenhorn) mit 2494 m Höhe.

Bekannteste Gipfeln der Hohen Tatra
Name des Gipfels Deutsche Bezeichnung Höhe (m) Anmerkung
Gerlachovský štít Gerlsdorfer Spitze 2655 Höchster Gipfel der Slowakei, der Karpaten, der Tatra und der Hohen Tatra
Lomnický štít Lomnitzer Spitze 2632 Zweithöchster Gipfel der Karpaten
Ľadový štít Eistaler Spitze 2627 Dritthöchster Gipfel der Karpaten, höchster Gipfel am Hauptkamm
Pyšný štít Schwalbenturm 2621
Kežmarský štít Kesmarker Spitze 2556
Vysoká Tatraspitze 2547
Končistá Kontschista 2538
Baranie rohy Grünseespitze 2526
Dračí štít Déchy-Spitze 2523 im Bergmassiv der Vysoká
Ťažký štít Martin-Róth-Spitze 2520 im Bergmassiv der Vysoká
Malý Kežmarský štít Weberspitze 2514
Rysy Meeraugspitze 2503 Höchster Gipfel Polens, Höchster Gipfel des gleichnamigen Massivs
Kriváň Krummhorn 2494 Nationalberg der Slowakei
Bradavica Warze 2476
Gánok Ganek 2462
Široká veža Roter Turm 2462
Slavkovský štít Schlagendorfer Spitze 2452
Batizovský štít Botzdorfer Spitze 2448
Prostredný hrot Mittelgrat 2441
Mięguszowiecki Szczyt / Veľký Mengusovský štít Große Mengsdorfer Spitze 2438 Höchster Gipfel des Massivs Mięguszowieckie Szczyty
Východná Vysoká Kleine Viszoka 2429
Hrubý vrch Triumetal 2428
Zlobivá Martaspitze 2427
Litvorový štít Wagner-Spitze 2423 Benannt nach dem Chirurgen Wilhelm Wagner
Satan Satan 2422
Kolový štít Rotseespitze 2418
Javorový štít Krotenseespitze 2417
Veľké Solisko Großer Solisko 2412 höchster Gipfel des Seitengrats Solisko
Furkotský štít Furkotaspitze 2404
Kačací štít Ententalspitze 2401
Popradský Ľadový štít Eisseespitze 2396
Mięguszowiecki Szczyt Pośredni / Prostredný Mengusovský štít Mittlere Mengsdorfer Spitze 2393
Svišťový štít Mittelgebirge 2383
Štrbský štít Tschirmer Spitze 2381
Hińczowa Turnia / Hincova veža Hinzenseeturm 2377 Höchster Gipfel des Massivs Wołowy Grzbiet
Cubryna / Čubrina - 2376
Krátka Kratka 2374
Kôprovský štít Dillenspitze 2363
Ostrá Ostra 2350
Świnica / Svinica Seenalmspitze 2301 Höchster Gipfel des gleichnamigen Massivs
Kozi Wierch Gämsenberg 2291 Höchster Gipfel des gleichnamigen Massivs
Tupá Tupa 2284
Kostolík Kapelle 2262 Nunatak
Żabi Szczyt Wyżni / Veľký Žabí štít Große Froschspitze 2259 Höchster Gipfel des Massivs Żabia Grań
Zawratowa Turnia Unterer Seealmturm 2247 Höchster Gipfel des Massivs Grań Kościelców
Pośredni Granat Mittlere Granatenspitze 2234 Höchster Gipfel des Massivs Granaty
Miedziane Kupferberg 2233 Höchster Gipfel des Massivs Miedziane Grań
Jahňací štít Weißseespitze 2230
Skrajna Sieczkowa Turnia Vorderer Sieczka-Turm 2220 Höchster Gipfel des Massivs Sieczkowe Turnie
Patria Patria 2203
Wielka Koszysta Große Koszysta 2193 Höchster Gipfel des Massivs Koszysta
Wielka Buczynowa Turnia Großer Buczynowaturm 2182 Höchster Gipfel des Massivs Buczynowe Turnie
Zadnia Pańszczycka Czuba Hintere Pańszczyca Koppe 2174 Höchster Gipfel des Massivs Grań Żółtej Turni
Szpiglasowy Wierch / Hrubý štít Liptauer Grenzberg 2172 Höchster Gipfel des Massivs Liptowskie Mury
Walentkowy Wierch / Valentková Walentkowy Gipfel 2156 Höchster Gipfel des Massivs Walentkowa Grań
Wielki Wołoszyn Großer Wołoszyn 2155 Höchster Gipfel des Massivs Wołoszyn
Jastrabia veža Karfunkelturm 2137
Predné Solisko Vorderer Solisko 2113
Mnich Mönch 2068 Beliebter Kletterberg am Meerauge
Gładki Wierch / Hladký štít - 2065
Veľká Svišťovka Großer Ratzenberg 2038
Ostrva Osterva 1980

Bergpässe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Bergpässe der Hohen Tatra liegen in ihrem Hauptkamm und damit an der Grenze zwischen Polen und der Slowakei. Zu den bekanntesten Bergpässen in dem Hauptkamm der Hohen Tatra gehören von Westen nach Osten:

Name des Bergpasses Deutsche Bezeichnung Höhe (m) Anmerkung
Liliowe / Ľaliové sedlo Liliensattel 1952 Westrand der Hohen Tatra, markierter Wanderweg
Świnicka Przełęcz / Svinicové sedlo Swinicajoch 2051 markierter Wanderweg
Gładka Przełęcz / Hladké sedlo Glatter Pass 1994 markierter Wanderweg
Czarna Ławka / Čierna lávka Czarnyjoch 1968 kein Zugang
Wrota Chałubińskiego / Chałubińského brána Chałubiński-Tor 2022 markierter Wanderweg
Mięguszowiecka Przełęcz pod Chłopkiem / Mengusovské sedlo Wildererjoch 2307 markierter Wanderweg
Hińczowa Przełęcz / Hincovo sedlo Hinzenseescharte 2323 kein Zugang
Żabia Przełęcz / Žabie sedlo Froschseejoch 2225 kein Zugang
Váha Hunfalvyjoch 2337 markierter Wanderweg
Železná brána Eisernes Tor 2360 kein Zugang
Poľský hrebeň Polnischer Kamm 2200 markierter Wanderweg
Prielom Kerbchen 2288 markierter Wanderweg
Sedielko Kleiner Sattelpass 2372 markierter Wanderweg, höchster touristisch erreichbarer Sattel
Kopské sedlo Kopapass 1750 Ostrand der Hohen Tatra, markierte Wanderwege

Daneben gibt es einige bekannte Pässe in den Seitenkämmen der Hohen Tatra:

Name des Bergpasses Deutsche Bezeichnung Höhe (m) Anmerkung
Buczynowa Przełęcz Buchentalscharte 2127 Świnica-Kamm, Polen, kein Zugang, ehemals Orla Perć
Zawrat Riegelscharte 2159 Świnica-Kamm, Polen, Klettersteig Orla Perć
Kozia Przełęcz Kozia-Scharte 2135 Świnica-Kamm, Polen, Klettersteig Orla Perć
Krzyżne Kreuzsattel 2159 Świnica-Kamm, Polen, Klettersteig Orla Perć
Szpiglasowa Przełęcz Miedzianejoch 2110 Miedziane-Kamm, Polen, markierter Wanderweg
Priečne sedlo Roteturmscharte 2352 Slowakei, markierter Wanderweg
Bystré sedlo Lorenzjoch 2314 Slowakei, kein Zugang
Bystrá lávka - 2300 Slowakei, markierter Wanderweg
Závory Riegelpass 1876 Slowakei, markierter Wanderweg
Vyšné Kôprovské sedlo Oberes Koprovajoch 2180 Slowakei, markierter Wanderweg
Sedlo pod Ostrvou Osterva-Sattel 1966 Slowakei, markierter Wanderweg
Sedlo pod Svišťovkou Ratzenbergjoch 2023 Slowakei, markierter Wanderweg
Lomnické sedlo Lomnitzer Sattel 2190 Slowakei, markierter Wanderweg und Sessellift

Bergtäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reliefkarte der Hohen Tatra

Die Reliefkarte zeigt einen Blick von Norden auf die Hohe Tatra. Die Slowakei ist also in der oberen Bildhälfte und Polen in der unteren. Deutlich zu sehen ist der Hauptkamm der Hohen Tatra, der mittig von links nach rechts verläuft und in fast der ganze Länge die Landesgrenze darstellt. Im Vordergrund unterhalb des Hauptkamms ist das Tal Dolina Białki, das mit seinen Seitentälern von Ost nach West: Dolina Białej Wody, Dolina Rybiego Potoku (die zwei großen Bergseen Czarny Staw pod Rysami und unter ihm Morkie Oko sind in seinem oberen Verlauf gut zu sehen), Dolina Roztoki mit dem Dolina Pięciu Stawów Polskich in seinem oberen Verlauf (die fünf Polnischen Seen sind gut zu sehen) und Dolina Waksmundzka ca. 4/5 der unteren Bildhälfte einnimmt. Es ist das größte Tal der Hohen Tatra. Im rechten unteren Eck ist das Tal Dolina Suchej Wody Gąsienicowej mit seinen Seitentälern Dolina Pańszczyca und Dolina Gąsienicowa mit dem Bergsee Wielki Staw Gąsienicowy zu sehen. Auf slowakischer Seite ist recht oben das Tal Tichá dolina, das bereits zur Westlichen Tatra gehört, und links oben das Tal Mengusovská dolina mit ihren Seitentälern zu sehen. Im linken oberen Eck befindet sich der größte Bergsee auf slowakischer Seite, das Štrbské Pleso.

Name des Bergtals Deutsche Bezeichnung Land Anmerkung
Tichá dolina Tychatal Slowakei südlich des Hauptkamms, größtenteils in der Westtatra gelegen
Kôprová dolina Koprovatal Slowakei südlich des Hauptkamms, grenzt an die Westtatra
Važecká dolina Handeltal Slowakei südlich des Hauptkamms
Furkotská dolina Furkotatal Slowakei südlich des Hauptkamms
Mlynická dolina Mühlbachtal Slowakei südlich des Hauptkamms
Mengusovská dolina Mengsdorfer Tal Slowakei südlich des Hauptkamms
Zlomiská Trümmertal Slowakei südlich des Hauptkamms, Seitental von Mengusovská dolina
Štôlska dolina Stollental Slowakei südlich des Hauptkamms
Batizovská dolina Botzdorfer Tal Slowakei südlich des Hauptkamms
Velická dolina Felker Tal Slowakei südlich des Hauptkamms
Slavkovská dolina Schlagendorfer Tal Slowakei südlich des Hauptkamms
Veľká Studená dolina Großes Kohlbachtal Slowakei südlich des Hauptkamms
Malá Studená dolina Kleines Kohlbachtal Slowakei südlich des Hauptkamms
Studená dolina Kohlbachtal Slowakei südlich des Hauptkamms, Weiterführung von Malá Studená dolina und Veľká Studená dolina
Skalnatá dolina Steinbachtal Slowakei südlich des Hauptkamms
Dolina Kežmarskej Bielej vody Kesmarker Weißwassertal Slowakei südlich des Hauptkamms
Dolina Zeleného plesa Grünseetal Slowakei südlich des Hauptkamms, nordwestlicher Zweig der Dolina Kežmarskej Bielej vody
Dolina Bielych plies Weißseetal Slowakei südlich des Hauptkamms, mittlerer Zweig der Dolina Kežmarskej Bielej vody
Predné Meďodoly Vordere Kupferschächte Slowakei südlich des Hauptkamms, nördlichster Zweig der Dolina Kežmarskej Bielej vody, grenzt an die Belaer Tatra
Javorová dolina Javorovatal Slowakei nördlich des Hauptkamms
Zadné Meďodoly Hintere Kupferschächte Slowakei nördlich des Hauptkamms, Seitental von Javorová dolina, grenzt an die Belaer Tatra
Bielovodská dolina Poduplazkital Slowakei nördlich des Hauptkamms
Dolina Białki Bialkatal Polen, Slowakei nördlich des Hauptkamms, größtes Tal der Tatra
Dolina Rybiego Potoku Fischbachtal Polen Seitental des Tals Dolina Białki
Dolina Roztoki Roztokatal Polen Seitental des Tals Dolina Rybiego Potoku
Dolina Pięciu Stawów Polskich Tal der Fünf Polnischen Seen Polen Oberer Verlauf des Tals Dolina Roztoki
Dolina Waksmundzka Waksmundtal Polen Seitental des Tals Dolina Rybiego Potoku
Dolina Suchej Wody Gąsienicowej Suchatal Polen nördlich des Hauptkamms
Dolina Gąsienicowa Gąsienicowa-Tal Polen im Oberlauf des Tals Dolina Suchej Wody Gąsienicowej
Dolina Pańszczyca Pańszczyca-Tal Polen Seitental des Tals Dolina Suchej Wody Gąsienicowej

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fließgewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hohe Tatra liegt größtenteils im Einzugsgebiet der Weichsel, die in die Ostsee mündet. Kleinere Teile westlich von Štrbské Pleso liegen hingegen im Einzugsgebiet der Donau, die in das Schwarze Meer mündet. Im Einzugsgebiet der Weichsel entwässern die nördlichen Bachläufe über den Dunajec und die südlichen über den Poprad in die Weichsel. Der Dunajec hat zwei seiner drei Quellflüsse in der Hohen Tatra, im Westen den Biały Dunajec und im Osten die Białka. Sein dritter Quellfluss ist der Czarny Dunajec, der in der Westlichen Tatra entspringt. Sie vereinen sich im Czorsztyn-Stausee östlich von Nowy Targ zum Dunajec. Auf der slowakischen Seite sammelt der Poprad Bäche von zentralen und östlichen Teilen der Hohen Tatra südlich des Hauptkamms und entsteht durch Zusammenfluss von Hincov potok und Krupá in der Mengusovská dolina, sein westlichster Zufluss ist jedoch die Mlynica. Westlich der Europäischen Hauptwasserscheide durch Štrba und Štrbské Pleso fließen die Gebirgsbäche in den längsten slowakischen Fluss Waag, entweder direkt oder über den Quellfluss Biely Váh.

Name des Gebirgsbachs Deutsche Bezeichnung Flusssystem Anmerkung
Tichý potok Tychabach Waag nur im Oberlauf
Kôprovský potok Koprovabach Waag bildet teilweise die Grenze zur Westtatra
Beliansky potok Belanskobach Waag
Biely Váh Weiße Waag Waag rechter Quellfluss der Waag
Furkotský potok Furkotabach Waag
Mlynica Mühlbach Poprad
Hincov potok Hinzenbach Poprad rechter Quellfluss des Poprad
Krupá Krupabach Poprad linker Quellfluss des Poprad
Ľadový potok Eisbach Poprad
Veľký Šum Großer Rauschbach Poprad
Malý Šum Kleiner Rauschbach Poprad
Batizovský potok Botzdorfer Bach Poprad
Velický potok Felker Wasser Poprad
Slavkovský potok Annabach Poprad
Veľký Studený potok Großer Kohlbach Poprad rechter Quellfluss des Studený potok
Malý Studený potok Kleiner Kohlbach Poprad linker Quellfluss des Studený potok
Studený potok Kohlbach Poprad
Skalnatý potok Steinbach Poprad
Zelený potok Grünseebach Poprad Quellfluss der Kežmarská Biela voda
Biely potok Weißbach Poprad Quellfluss der Kežmarská Biela voda
Kežmarská Biela voda Kesmarker Weißwasser Poprad
Meďodolský potok Kunzenbelbach Białka
Javorinka Ahornbach Białka
Białka / Biela voda Weißbach Białka
Czarnostawiański Potok Schwarzseebach Białka im Oberlauf des Rybi Potok
Mnichowski Potok Mönchsbach Białka im Oberlauf des Rybi Potok
Rybi Potok Fischbach Białka westlicher Nebenfluss der Białka
Roztoka Roztoka Białka westlicher Nebenfluss des Rybi Potok
Waksmundzki Potok Waksmundbach Białka westlicher Nebenfluss des Rybi Potok
Czarny Potok Gąsienicowy Schwarzbach Biały Dunajec im Oberlauf der Sucha Woda Gąsienicowa
Pańszczycki Potok Pańszczycki-Bach Biały Dunajec im Oberlauf der Sucha Woda Gąsienicowa
Sucha Woda Gąsienicowa Suchabach Biały Dunajec östlicher Quellfluss des Biały Dunajec

Seen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größten der zahlreichen Gletscherseen der Hohen Tatra befinden sich unterhalb der Rysy (Meeraugspitze) auf polnischem Gebiet, so das Morskie Oko (Meerauge, slowak. Morské oko), der Czarny Staw pod Rysami (Schwarzer Teich unter der Meeraugspitze) und Seen in der Dolina Pięciu Stawów Polskich (Tal der fünf polnischen Teiche). Auf slowakischer Seite liegen Seen wie der Štrbské pleso (Tschirmer See), an dem der gleichnamige Touristenort liegt, der als Hauptquelle des Poprad geltende Veľké Hincovo pleso (Großer Hinzensee) oder der Zelené pleso (Grüner See) im Osten der Hohen Tatra.

Name des Sees Deutsche Bezeichnung Höhe (m) Fläche (ha) maximale Tiefe (m) Volumen (m³)
Morskie Oko Meerauge 1393 34,54 50,8 9935000
Wielki Staw Polski Großer Polnischer See 1664 34,14 79,3 12967000
Czarny Staw pod Rysami Schwarzer See unterhalb der Meeraugspitze 1579 20,54 76,4 7761700
Veľké Hincovo pleso Großer Hinzensee 1945 20,08 53,7 4138700
Štrbské pleso Tschirmer See 1346 19,76 20 1284000
Czarny Staw Gąsienicowy Polnischer Schwarzer See 1624 17,79 51 3798000
Czarny Staw Polski Schwarzer Polnischer See 1722 12,65 50,4 2825800
Nižné Temnosmrečinské pleso Unterer Smrečiner See 1674 12,01 37,8 1500000
Vyšné Bielovodské Žabie pleso Oberer Froschsee 1702 9,56 24,3
Przedni Staw Polski Vorderer Polnischer See 1668 7,7 34,6 1130000
Popradské pleso Poppersee 1494 6,88 17,6
Zadni Staw Polski Hinterer Polnischer See 1890 6,47 31,6 918400
Vyšné Temnosmrečinské pleso Oberer Smrečiner See 1716 5,55 20
Nižné Terianske pleso Unterer Terianskosee 1941 5,47 47,2
Vyšné Wahlenbergovo pleso Oberer Wahlenberg-See 2157 5,17 20,6
Krivánske Zelené pleso Krivaner Grünsee 2012 5,14 29,5
Zielony Staw Gąsienicowy Polnischer Grüner See 1672 3,84 15,1
Batizovské pleso Botzdorfer See 1884 3,48 10,5
Capie pleso Szentiványi-See 2075 3,05 17,5
Veľké Spišské pleso Großer See 2013 2,87 10,1
Veľké Žabie pleso mengusovské Mengsdorfer Großer Froschsee 1921 2,65 7
Zelené Kačacie pleso Ententaler Grüner See 1575 2,53 2,7
Dwoisty Staw Gąsienicowy Zwillings-See 1657 2,31 9,2
Ľadové pleso mengusovské Trümmertaler Eissee 1925 2,25 9,7
Nižné Wahlenbergovo pleso Unterer Wahlenberg-See 2053 2,03 7,8
Zmrzlé pleso Verborgener Eissee 1762 2,00 12,5
Ťažké pleso Schwieriger See 1611 1,99 6,2
Litvorové pleso Litvorovysee 1860 1,87 19,1
Dračie pleso Drachensee 2019 1,72 16
Długi Staw Gąsienicowy Polnischer Langer See 1783 1,58 10,6
Kurtkowiec Zackiger See 1686 1,54 4,8
Velické pleso Felker See 1665 1,23 4,6
Skalnaté pleso Steinbachsee 1751 1,21 4,5
Zadni Staw Gąsienicowy Polnischer Hinterer See 1852 0,52 8,0
Mokra Jama Feuchtes Loch 1500 0,48 3,0
Toporowy Staw Niżni Unterer Waldsee 1089 0,62 5,9
Czerwone Stawki Gąsienicowe Unteres und Oberes Polnisches Seelein 1695 0,42 1,4
Modré pleso Blaues Seelein 2189 0,4 4,5
Czerwony Staw Pańszczycki Pańszczycataler Roter See 1654 0,30 0,9
Zmarzły Staw Gąsienicowy Polnischer Gefrorener See 1788 0,28 3,7
Małe Morskie Oko Kleines Meerauge 1392 0,22 3,3
Mały Staw Polski Kleiner Polnischer See 1668 0,18 2,1
Żabie Oko Froschauge 1390 0,11 2,3
Wole Oko Ochsenauge 1862 0,10 1,1
Zadni Mnichowy Stawek Hinterer Mönchssee 2070 0,04 1,1
Toporowy Staw Wyżni Unterer Waldsee 1120 0,03 1,1
Małe Żabie Oko Kleines Froschauge 1390 0,02 2,3

Wasserfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name des Wasserfalls Deutsche Bezeichnung Bach Höhe (m)
Kmeťov vodopád Mittlerer Neftzer-Wasserfall Nefcerský potok 80
Vajanského vodopád - Temnosmrečinský potok 30
Skok Schleierfall Mlynica 25
Obrovský vodopád Riesenwassefall Malý Studený potok 20
Vodopády Studeného potoka Kohlbach-Wasserfälle Studený potok
Hviezdoslavov vodopád Entenwassefall Zelený potok 20
Ťažký vodopád - Ťažký potok
Siklawa Siklawafall Roztoka 80
Czarnostawiańska Siklawa Schwarzseefall Czarnostawiański Potok 200 in mehreren Kaskaden
Dwoista Siklawa Doppelfall Mnichowy Potok 55
Wodogrzmoty Mickiewicza Mickiewiczfälle Roztoka 30
Buczynowa Siklawa Buczynowafall Buczynowy Potok 30

Höhlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zur aus Kalkstein gebauten Westlichen Tatra besteht die Hohe Tatra vor allem aus Granit und ist daher verglichen mit der Westlichen Tatra arm an Karsterscheinungen. Gleichwohl gibt es in der Hohen Tatra einige bekannte Höhlen. Allein auf polnischer Seite sind derzeit (Stand Februar 2017) 46 Höhlen erschlossen. Im slowakischen Teil sind mehr als 400 Höhlen bekannt. Stand 2020 sind die längsten bekannten Höhlensysteme Mesačný tieň (Länge 31.840 m, Tiefe 451 m) und Javorinka (Länge 9.335 m, Tiefe 374 m).[22] Direkt in der Hohen Tatra wird keine Schauhöhle betrieben, in der direkt angrenzenden Belaer Tatra gibt es die Belianska jaskyňa bei Tatranská Kotlina.

Name der Höhle Deutsche Bezeichnung Länge (m) Tiefe (m) Berg
Studnia w Mnichu Brunnen im Mönch 59,3 22,3 Mnich
Jaskinia Wołoszyńska Niżnia Untere Woloszynhöhle 46,4 15,7 Wołoszyn
Jaskinia Wołoszyńska Wyżnia Obere Woloszynhöhle 44 10,2 Wołoszyn
Wielka Żabia Szpara Große Froschspalte 35,8 26 Siedem Granatów
Cubryńska Dziura I Cubrynaloch I 27 11,5 Cubryna

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flora der Hohen Tatra kann nach Höhenlage in verschiedene Abschnitte eingeteilt werden.

  • 1.200–1.250 m über dem Meer – hier befinden sich Mischwälder
  • 1.250–1.500 m – hier befinden sich Nadelwälder und es dominiert die Fichte (Picea abies). Bei 1.500 m über dem Meeresspiegel verläuft die Baumgrenze.
  • 1.500–1.800 m – in der subalpinen Zone dominiert die Bergkiefer (Pinus mugo)
  • 1.800–2.300 m – in der Almzone dominieren Gräser
  • über 2.300 m – in der Felszone wachsen noch ca. 120 Pflanzenarten

In der Hohen Tatra gibt es ca. 1.300 Pflanzenarten, 700 Arten von Moosen, 1.000 Pilzarten und 900 Arten von Flechten. Die Flora der Hohen Tatra ist der Flora der Alpen und anderer Hochgebirge ähnlich. So findet sich in der Hohen Tatra z. B. auch das Edelweiß (Leontopodium alpinum), der Türkenbund (Lilium martagon), die Silberdistel (Carlina acaulis), Nelkenwurzen (Geum montanum), Fetthennen-Steinbrech (Saxifraga aizoides) und die Kuhschelle (Pulsatila alpina). Krokusse (Crocus scepusiensis Borbás) trifft man in den Tälern der Hohen Tatra seltener als in der Westlichen Tatra.

Zu den eigenen Arten, die sich in der Hohen Tatra gebildet haben, gehören: Tatranelken (Dianthus nitidus), Tatrarittersporne (Delphinium oxysepalum), Tatraberufkräuter (Erigeron hungaricus), Tatraschöterriche (Erysimum wahlenbergii), Tatrasteinbrechgewächse (Saxifraga perdurans), Tatraalpenglöckchen (Soldanella carpatica), Tatraläuferkräuter (Cochlearia tatrae) und Tatrarispengräser (Poa nobilis) u. a.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fauna in der Hohen Tatra ist der Fauna in den Alpen und anderen Hochgebirgen ähnlich. Aufgrund der abgeschiedenen Lage der Hohen Tatra als einzigem Hochgebirge zwischen Alpen und Taurus haben sich jedoch auch Tierarten entwickelt, die sonst in der Welt nicht auftreten. Die Tierwelt der Hohen Tatra kann in zwei Kategorien geteilt werden: die Fauna unterhalb der Baumgrenze und die Fauna oberhalb der Baumgrenze.

Zu den Tierarten, die unterhalb der Baumgrenze leben, gehören: Reh (Capreolus capreolus), Hirsch (Cervus elaphus), Fuchs (Vulpes vulpes), Dachs (Meles meles), Luchs (Lynx lynx), Wildkatze (Felis silvestris), Hermelin, Braunbär (Ursus arctos), Wildschwein (Sus scrofa), Wolf (Canis lupus), Uhu (Bubo bubo), Kolkrabe (Corvus corax), Steinadler (Aquila chrysaetos), Mäusebussard (Buteo buteo), Habicht (Accipiter gentilis), Wanderfalke (Falco peregrinus), Turmfalke (Falco tinnunculus), Rauchschwalbe (Hirundo rustica), Auerhuhn (Tetrao urogallus), Birkhuhn (Lyrurus tetrix), Stockente (Anas platyrhynchos), Buntspecht (Dendrocopos major), Kuckuck (Cuculus canorus), Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirostra), Ringdrossel (Turdus torquatus), Alpenbraunelle (Prunella collaris), Haselhuhn (Bonasa bonasia), Schreiadler (Aquila pomarina), Wasseramsel (Cinclus cinclus), Schwarzmilan (Milvus migrans), Rotmilan (Milvus milvus), Weißstorch (Ciconia ciconia), Schwarzstorch (Ciconia nigra), Bachforelle (Salmo trutta), Fledermaus (Chiroptera), Kreuzotter (Vipera berus), Waldeidechse (Zootoca vivipara), Feuersalamander (Salamandra salamandra), Teichfrosch (Rana esculenta), Eichhörnchen (Sciurus vulgaris), Schwalbenschwanz (Papilio machaon), Tagpfauenauge (Inachis io), u. a.

Zu den Tierarten, die oberhalb der Baumgrenze leben, gehören: Tatramurmeltier (Marmota marmota latirostris), Tatragämse (Rupicapra rupicapra tatrica), Schneemaus (Chionomys nivalis mirhanreini), Tatra-Kleinwühlmaus (Microtus tatricus), Bergpieper (Anthus spinoletta), Mauerläufer (Tichodroma muraria), Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes). u. a.

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landkarte des TPN, die Hohe Tatra nimmt ca. das östliche Viertel seiner Fläche ein
Logo des TPN

Die Tatra einschließlich der Hohen Tatra ist ein Biosphärenreservat der UNESCO. Auf beiden Seiten der Grenzen gibt es jeweils einen Nationalpark, der die Tatra schützt. Hierbei ist zu beachten, dass die Hohe Tatra jeweils nur einen kleinen Teil der geschützten Flächen darstellt, da die anderen Teilgebirge der Tatra, größer sind als die Hohe Tatra.

Bereits 1868 hat das Regionalparlament in Galizien die Jagd in der Tatra eingeschränkt und viele Tierarten unter Schutz gestellt. Die polnische Tatragesellschaft hat seit der Jahrhundertwende Flächen in der Tatra von Privateigentümern erworben, um sie unter Naturschutz zu stellen. In der Zweiten Polnischen Republik hat der Fiskus weitere Flächen in der Tatra erworben und die Regierung hat mit Beschluss vom 26. Juni 1939 einen Naturpark in der Tatra gegründet. Die Umsetzung scheiterte jedoch mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Nach dem Krieg wurden die restlichen Eigentümer von Ländereien in der Tatra zwangsenteignet. Der Nationalpark TANAP wurde in der damaligen Tschechoslowakei im Jahr 1949 gegründet. Nach dem Auseinanderfallen der Tschechoslowakei 1993 liegt er in der Slowakei. Er ist der älteste und größte slowakische Nationalpark. Seit 1954 wird auch der polnische Teil der Tatra im Nationalpark TPN geschützt. Der TPN ist der meistbesuchte der 23 Nationalparks in Polen. Mit ca. drei Millionen Touristen im Jahr ist er auch bei weitem mehr besucht als der flächenmäßig größere TANAP.

Der Haupteingang des TPN auf der polnischen Seite ist Kiry in der Westlichen Tatra. Teilweise grenzt auch das Stadtgebiet von Zakopane an den Nationalpark. Eine Seilbahn führt von dem Zakopaner Stadtteil Kuźnice (1010 m) auf den Kasprowy Wierch (1987 m), der unmittelbar an die Hohe Tatra grenzt. Die Seilbahn bringt bis zu 360 Personen pro Stunde auf den Kasprowy Wierch. Weitere Zugänge zum TPN in seinem Teil, der zur Hohen Tatra gehört, sind Bystra und Toporowa Cyrhla in Zakopane sowie Łysa Polana und verschiedene Parkplätze am Panoramaweg Oswald-Balzer-Weg.

Das Tal Dolina Waksmundzka und der Berg Miedziane stellen besonders streng geschützte Gebiete dar. Sie dürfen nicht betreten werden. Das Tal Dolina Waksmundzka gilt als Rückzugsgebiet für Braunbären, Wölfe und Luchse. Auf dem Berg Miedziane wird vor allem die seltene Flora geschützt. Die ehemaligen Wanderwege zu beiden Gebieten wurden abgeschafft und sind mittlerweile zugewachsen.

Auf slowakischer Seite ist der Nationalpark durch mangelnde Kontrolle und die damit einhergehende unkontrollierte Entwicklung der touristischen Infrastruktur gefährdet.[23]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wetterstation auf dem Kasprowy Wierch, Polen

In der Tatra gibt es zwei Wetterstationen. Die slowakische befindet sich auf dem Lomnický štít, die polnische auf dem Kasprowy Wierch. Beide Wetterstationen können mit Seilbahnen erreicht werden.

In der Hohen Tatra herrscht ein ähnliches Klima wie in den Alpen. Die Durchschnittstemperatur ist niedriger als die der Umgebung. Während des Tages kommt es zu großen, oft schnell eintretenden Temperaturschwankungen. Die Niederschlagsmenge, insbesondere der Schneefall, ist hoch. Die Schneeschicht bleibt lange bestehen. Die Sonneneinstrahlung ist hoch. Es wehen starke Winde, vor allem aus Süden und Südwesten.

Der Winter dauert in der Hohen Tatra von Oktober bis Mai, am Bergfuß in Zakopane dagegen von Dezember bis März. Der kälteste Monat ist in der Regel der Februar und der wärmste der Juli. Im Winter kann Inversionswetterlage auftreten, d. h. auf den Gipfeln ist es wärmer als in den Tälern. Am 8. August 2013 wurde in Zakopane die bis dahin höchste Temperatur von +32,8 °C gemessen.[24] Schneefall kann allerdings auch im Sommer vorkommen.

Starke Winde, die oft Orkanstärke erlangen, werden Halny (polnisch für Almwind, hala=Alm) genannt. Dabei handelt es sich um ein Wetterphänomen, das in den Alpen als Föhn bekannt ist. Sie entstehen, wenn auf der polnischen Seite ein Hochdruckgebiet und auf slowakischer ein Tiefdruckgebiet liegt. Die warme Luft aus dem Süden steigt auf und schiebt sich über den Hauptkamm der Tatra. Auf der Nordseite fallen die warmen Luftmassen dann heftig auf Zakopane herab. Der Halny entsteht vor allem im Frühjahr und Herbst und dauert von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen. Bei seinem Ausklingen kommt es oft zu heftigem Regen- oder Schneefall. Besonders starke Halny traten am 6.–7. Mai 1968 (288 km/h) und am 19. November 2004 auf und vernichteten mehrere Hektar Wald auf slowakischer Seite. Kalte Westwinde werden in der Hohen Tatra nach der Region westlich der Tatra Orawski genannt.

Die höchste gemessene Niederschlagsmenge an einem Tag in der Hohen Tatra beträgt 300 mm und wurde am 30. Juni 1973 auf der Alm Hala Gąsienicowa auf der polnischen Seite gemessen. Die höchste gemessene Schneehöhe beträgt

  • auf der polnischen Seite – Kasprowy Wierch: 355 cm im April 1996,
  • auf der slowakischen Seite – Lomnický štít: 410 cm am 25. März 2009[25]

In der Hohen Tatra treten die Lichtphänomene Brockengespenst und Halo regelmäßig auf. Dabei galt in der Volkstradition das Brockengespenst als Ankündigung eines Unglücks für den Bergsteiger.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Almwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hala Pięć Stawów, Polen

Während des Mittelalters kamen Jäger, Sammler, Bergleute und Schatzsucher in das Niemandsland zwischen Polen und Ungarn, dessen Teil die Hohe Tatra war. Ab dem 13. bis ins 15. Jahrhundert kamen Siedler aus der Walachei in den Süden Polens. Die Walachen waren vor allem Hirten und betrieben Viehzucht und Almwirtschaft in den Beskiden. Ab der frühen Neuzeit wurden auch die Täler der Tatra, insbesondere der Westlichen Tatra aber auch der Hohen Tatra, für die Almwirtschaft genutzt. Nadelwälder und Bergkiefern wurden gerodet, um Almen für die Viehzucht anzulegen. Die Almen (poln. Hala) wurden in der Regel entweder nach den Dörfern am Fuße der Tatra benannt, denen die jeweilige Alm gehörte (so z. B. die Hala Waksmundzka nach dem Dorf Waksmund), oder nach den reichen Hirtenfamilien, die Eigentumsrechte an den Almen erwarben (so z. B. die Hala Gąsienicowa nach der Familie der Gąsienic). Der Tatraverein begann bereits im 19. Jahrhundert mit dem Aufkauf der Almen, um sie unter Schutz zu stellen. Die restlichen Landeigentümer in der Hohen Tatra wurden nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet. Die Almwirtschaft wird in der Hohen Tatra seit den 1960er Jahren nicht mehr betrieben. Viele Almen wachsen mit der ursprünglichen Vegetation zu. Spuren der Almwirtschaft sind noch die alten Almhütten und die Namen der Bergwiesen in der Hohen Tatra.

Name der Alm Deutsche Bezeichnung Lage Zugang Bemerkungen
Hala Królowa Königsalm Dolina Suchej Wody Gąsienicowej markierter Wanderweg und Skipiste Alm wächst mit Bergkiefern zu
Hala Gąsienicowa Gąsienicowa-Alm Dolina Suchej Wody Gąsienicowej markierte Wanderwege Berghütte des PTTK und mehrere Almhütten
Hala Pańszczyca Pańszczyca-Alm Dolina Suchej Wody Gąsienicowej markierte Wanderwege zugewachsen
Hala Kopy Sołtysie Alm auf den Schulzamtshügeln Kopy Sołtysie und Gęsia Szyja kein Zugang zugewachsen
Hala Filipka Filipek-Alm Kopy Sołtysie und Gęsia Szyja markierter Wanderweg im unteren Bereich zugewachsen
Hala Jaworzyna Rusinowa Rusinowa-Alm Kopy Sołtysie und Gęsia Szyja markierte Wanderwege Almwirtschaft findet statt
Hala Waksmundzka Wachsmundalm Dolina Białki markierte Wanderwege zugewachsen
Hala Wołoszyńska Wołoszyń-Alm Dolina Białki markierte Wanderwege zugewachsen
Hala Roztoka Roztoka-Alm Dolina Białki markierte Wanderwege Berghütte des PTTK, zugewachsen
Hala Pięć Stawów Fünfseenalm Dolina Białki markierte Wanderwege Berghütte des PTTK, Alm wächst mit Bergkiefern zu
Hala Morskie Oko Meeraugealm Dolina Białki markierte Wanderwege Berghütte des PTTK, zugewachsen
Hala za Mnichem Mönchsalm Dolina Białki markierter Wanderweg zugewachsen

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Bauten in der Hohen Tatra waren Almhütten und entstanden im Zusammenhang mit der Viehzucht für Schäfer und Hirten auf den Almen. Der Tatraverein hat im 19. Jahrhundert einige Almhütten in der Tatra erworben und diese in Berghütten für Bergsteiger umgebaut. Zudem entstanden in der Hohen Tatra Gebäude, die religiösen Zwecken dienten, Wegkreuze sowie größere und kleinere Kapellen.

Name des Gebäudes Deutsche Bezeichnung Jahr der Errichtung Höhe (m) Lage Bemerkungen
Chata pod Soliskom - 1944 1840 Hang des Predné Solisko
Chata pod Rysmi Meeraughütte 1933 2250 Žabia dolina mengusovská höchstgelegene Berghütte der Hohen Tatra und der Slowakei
Majláthova chata Majláthhütte 1879 / 2010 1495 Mengusovská dolina
Chata pri Popradskom plese - 1958 1495 Mengusovská dolina
Sliezsky dom Schlesierhaus 1895 / 1968 1670 Velická dolina Berghotel
Bilíkova chata Bilík-Hütte 1934 1255 Hrebienok
Rainerova chata Rainerhütte 1863 1495 Veľká Studená dolina älteste und kleinste Berghütte in der Hohen Tatra
Zbojnícka chata Räuberhütte 1907 1960 Veľká Studená dolina
Zamkovského chata - 1943 1475 Malá Studená dolina
Téryho chata Téry-Hütte 1899 2015 Malá Studená dolina
Skalnatá chata Steinbachseehütte 1932 1725 Skalnatá dolina
Chata pri Zelenom plese Grünseehütte 1897 1551 Dolina Zeleného plesa
Schronisko PTTK nad Morskim Okiem Berghütte Meerauge 1908 1410 Dolina Białki Älteste Berghütte in der polnischen Hohen Tatra
Schronisko PTTK w Dolinie Roztoki Berghütte Roztokatal 1913 1031 Dolina Białki kleinste Berghütte in der polnischen Hohen Tatra
Schronisko PTTK Murowaniec Berghütte Murowaniec 1926 1500 Dolina Suchej Wody Gąsienicowej größte Berghütte in der polnischen Hohen Tatra
Schronisko PTTK w Dolinie Pięciu Stawów Polskich Berghütte Fünfseental 1947 1671 Dolina Białki Höchstgelegene Berghütte in der polnischen Hohen Tatra
Kaplica Najświętszego Serca Jezusa w Jaszczurówce Herz-Jesu-Kapelle Jaszczurówka 1907 1000 Oswald-Balzer-Weg Kapelle
Sanktuarium Maryjne na Wiktorówkach Mariaheiligtum Wiktorówki 1921 1200 Rusinowa Polana Kapelle

Góralen und Zakopane-Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jan Nepomucen Głowacki, Ansicht der Tatra (1836)

Die Architektur, Kunst, Tracht, Musik, Küche und Literatur der Region Podhale am Fuße der Hohen Tatra wird als Góralenkultur bezeichnet. Die Góralen sind Bergbewohner, „góra“ ist polnisch für Berg. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts zog es viele polnische Intellektuelle, u. a. Ärzte, Architekten, Musiker, Künstler, Schriftsteller, an den Fuß der Hohen Tatra, insbesondere nach Zakopane. Sie ließen sich von der Góralenkultur inspirieren und entwickelten um 1900 einen eigenen Stil, der oft als Zakopane-Stil, Tatra-Stil oder nach dem führenden Architekten und Künstler jener Zeit als Witkiewicz-Stil bezeichnet wird. Die Blüte des Tatra-Stils fällt in Polen mit der Kulturepoche des Jungen Polens zusammen, die von ca. 1890 bis zum Ersten Weltkrieg dauerte, und stellte eine regionale Variante desselben dar. Im Jahr 1876 wurde in Zakopane die Holzschnitzereischule gegründet, die sich dem Erhalt und der Entwicklung der regionalen Holzschnitzerei der Góralen widmete. Beliebte Motive der Goralenkultur waren religiöse Werke, insbesondere der „Trauernde Jesus“ und die „Pieta“. Die Landschaftsmalerei in der Hohen Tatra entwickelte sich seit dem frühen 19. Jahrhundert, erreichte jedoch ihren Höhepunkt in der Zeit des Jungen Polens. Bekannte Landschaftsmaler, die sich mit der Hohen Tatra beschäftigten, waren: Jan Nepomucen Głowacki, Peter Michal Bohúň, Walery Eljasz-Radzikowski, Ludwig de Laveaux, Stanisław Witkiewicz, Tadeusz Popiel, Kazimierz Alchimowicz, Alfred Schouppé, Wojciech Gerson, Edward Theodore Compton, Władysław Ślewiński, Csontváry Kosztka Tivadar, Leon Wyczółkowski, Stanisław Witkacy, Władysław Skoczylas und Stefan Filipkiewicz.

Architektur auf slowakischer Seite[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere im slowakischen Teil der Hohen Tatra gibt es eine Vielzahl von Fachwerkbauten, die etwas irreführend als „typische Tatra-Architektur“ bezeichnet werden. Zu den führenden Vertretern gehört der Architekt Gedeon Majunke, dessen Bauten bis heute das Ortsbild von Tatranská Polianka, Nový Smokovec, Starý Smokovec, Dolný Smokovec, Tatranská Lomnica und Tatranská Kotlina prägen. Auch Guido Hoepfner entwarf Bauten im Stil des Historismus, seine bedeutendste Bauten sind jedoch die Grandhotels im Stil der Secession in Štrbské Pleso, Starý Smokovec und Tatranská Lomnica. Nach der Gründung der Tschechoslowakei entstanden Bauten, wie z. B. Sanatorien, nach Plänen von Architekten wie Milan Michal Harminc oder Bohuslav Fuchs. Mit Vorbereitungen für die Nordische Skiweltmeisterschaft 1970 wurden in Štrbské Pleso Hotels im Stil der Moderne gebaut, darüber hinaus der heutige Sitz des TANAP-Museums in Tatranská Lomnica.

Lastenträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis heute prägen Lastenträger (slow. Mz. nosiči) das Bild der slowakischen Hohen Tatra und werden zum Teil „die letzten Sherpas Europas“ genannt. Da ein Teil der Tatra-Berghütten auch heute nicht durch Straßen oder Seilbahnen erschlossen ist, sind Lastenträger nötig, um Lieferungen von Nahrung, Baumaterial, Brennstoffen und sonstigen Artikeln aufrechtzuerhalten. Historisch ist diese Tätigkeit erstmals in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts für das Gebiet der heutigen Slowakei nachweisbar. Die Lastenträger waren ursprünglich Einwohner von Dörfern unterhalb der Tatra, die damit zusätzliche Einnahmequellen suchten. Mit dem Aufkommen des Tourismus im 19. Jahrhundert erließ 1873 der Ungarische Karpathenverein Statuten, die den Beruf regelten und offiziell annerkanten. Neben ihrer Tätigkeit für Touristen oder früher auch Hirten oder Bergleute wurden Lastenträger später beim Bau und anschließender Versorgung von Berghütten eingesetzt und leisteten u. a. einen großen Beitrag beim Bau der Seilbahn von Tatranská Lomnica zum Lomnický štít. Heute versorgen die Lastenträger die folgenden Berghütten: Chata pod Rysmi (saisonal), Zbojnícka chata, Rainerova chata, Zamkovského chata, Téryho chata und ab der Bergstation der Kabinenbahn auch Skalnatá chata. Die Fähigkeiten werden fast ausnahmslos mündlich an die nächste Generation übermittelt und umfassen sowohl die Herstellung der richtig geförmten Rückentrage (slow. krošňa), Verteilung der Last, Fitness und Bewegung im Gelände sowohl im Sommer als auch im Winter in verschiedenen Wetterlagen. Üblicherweise werden 40 bis 80 kg Last getragen, Lasten von mehr als 100 kg oder vereinzelt 200 kg auf kurze Entfernungen sind aber auch anzutreffen. Nur in bestimmten Situationen (größere Baumaterialien, Brennstofflieferungen vor der Wintersaison) werden Hubschrauber eingesetzt.[26] Die Lastenträger messen ihre Kräfte im jährlich ausgetragenen Wettbewerb Sherpa rallye. 2018 wurde der Beruf in das repräsentative Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Slowakei eingetragen.[27][28]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Podhale-Architektur in Chochołow

Seitdem das Naturkundemuseum des Tatra-Nationalparks im Zakopaner Stadtteil Kuźnice im Jahr 2004 geschlossen und in ein Institut mit Wechselausstellungen umgewandelt wurde, gibt es auf dem Gebiet der polnischen Hohen Tatra kein Museum mehr. Am Fuß der Hohen Tatra gibt es zahlreiche Museen, insbesondere in Zakopane. Hier ist insbesondere das Tatra Museum zu nennen, mit zahlreichen Abteilungen u. a. in

In der Slowakei gibt es Museen und Ausstellungen in Tatranská Lomnica und Starý Smokovec. Das TANAP-Museum in Tatranská Lomnica präsentiert die Geologie, Flora, Fauna und Geschichte der Tatra-Region. Zu diesem Museum gehört auch der als „Ausstellung der Tatra-Natur“ bezeichnete botanische Garten in der Nähe. Noch in Tatranská Lomnica befindet sich das private Ski Museum zur Geschichte des Skifahrens und anderer Wintersportarten, vor allem in der Zeit vor 1945.

In Starý Smokovec findet man in der Villa Alica das Museum der Tatra-Kinematographie und Fotografie, ein kleines Sherpa Museum zur Geschichte der Hüttenträger und eine Dauerausstellung der in Poprad ansässigen Tatra-Galerie in der Villa Flóra. Außerhalb der Hohen Tatra ist das Unter-Tatra-Museum (Podtatranské múzeum) in Poprad zu nennen.

In den Regionen um die Hohe Tatra liegen mehrere Freilichtmuseen, wie das Dorfmuseum Liptov in Pribylina, das Museum Orava bei Zuberec und das Freilichtmuseum in Zubrzyca Górna. Das Dorf Chochołów gilt aufgrund seiner sehr gut erhaltenen Holzarchitektur als lebendiges Freilichtmuseum der Podhale-Architektur.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wagen der Elektrischen Tatrabahn im Bahnhof Štrbské Pleso

Die Tatra, insbesondere die Hohe Tatra, ist der am besten für den Tourismus erschlossene Teil der gesamten Karpaten. Insbesondere im polnischen Zakopane – als größte Stadt in der Tatra auch als „Hauptstadt der Tatra“ bekannt – Bukowina Tatrzańska und Białka Tatrzańska und in den slowakischen Orten Poprad, Štrbské Pleso, Starý Smokovec und Tatranská Lomnica (letzte zwei sind Ortsteile der Stadt Vysoké Tatry) befindet sich eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur.

Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der slowakischen Seite verbindet die insgesamt 35 km lange meterspurige Elektrische Tatrabahn die Stadt Poprad mit Starý Smokovec, Štrbské Pleso und Tatranská Lomnica sowie alle dazwischen liegende Orte. Im Bahnhof Štrbské Pleso trifft sie die gut 5 km lange, ebenfalls meterspurige Zahnradbahn Štrba–Štrbské Pleso vom Bahnhof Štrba in Tatranská Štrba heraus. Über die normalspurige Bahnstrecke Poprad-Tatry–Podolínec und davon abzweigende Bahnstrecke Studený Potok–Tatranská Lomnica (beide Kursbuchstrecke 185) gibt es Nahverkehrszüge zum Bahnhof Tatranská Lomnica. Alle vorher genannten Verbindungen sind über ein gemeinsames Tarifsystem nutzbar. Für die weitere Anbindung sorgt insbesondere die elektrifizierte und zweigleisig ausgebaute Bahnstrecke Košice–Žilina (Kursbuchstrecke 180, vormalige Kaschau-Oderberger Bahn). Die Anschlusspunkte bestehen in den Bahnhöfen Poprad-Tatry (mit der Elektrischen Tatrabahn) und Štrba (mit der Zahnradbahn). Die Fahrt von Bratislava dauert je nach Zuggattung ca. 3,5 bis 4,5 Stunden, von Košice ca. 1,25 bis 2 Stunden.

In Polen gibt es eine Bahnverbindung zwischen Krakau und Zakopane gibt es (via Sucha Beskidzka und Chabówka). Sie gliedert sich in zwei Teilstrecken, die Bahnstrecke 97 im Norden und die Bahnstrecke 99 im Süden. Die Bahnstrecke 97 wurde 2014 bis 2017 modernisiert und eine kürzere Verbindung unter Umgehung des Bahnhofs Sucha Beskidzka, auf dem bisher die Fahrtrichtung des Zuges gewechselt werden musste, wurde am 11. Juni 2017 in Betrieb genommen. Dies hat die Fahrzeit von Krakau nach Zakopane deutlich verkürzt. Eine Bahnverbindung zwischen Zakopane und der Slowakei gibt es dagegen nicht.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Endabschnitt des Oswald-Balzer-Wegs

In der Slowakei sind die einzelnen Tatraorte über den etwa 66 km langen Straßenzug Cesta Slobody (deutsch Freiheitsstraße) verbunden. Er beginnt in Podbanské als Teil der Cesta II. triedy 537 (II/537) von Liptovský Hrádok heraus und über Štrbské Pleso, Vyšné Hágy, Tatranská Polianka, Starý Smokovec, Tatranská Lomnica führt die Straße nach Tatranská Kotlina, wo sie zur Cesta I. triedy 66 (I/66) wechselt. Sie passiert Ždiar und Podspády und verzweigt sich dort: während die Cesta Slobody über Tatranská Javorina den Grenzübergang Tatranská Javorina–Łysa Polana erreicht, führt die I/66 zum Grenzübergang Podspády–Jurgów. Für die Anbindung mit dem übrigen slowakischen Straßennetz sorgen mehrere Straßen, darunter die II/538 (Štrbské Pleso–Tatranská Štrba), die II/539 (Vyšné Hágy–Mengusovce), die II/534 (Starý Smokovec–Poprad) und die II/540 (Tatranská Lomnica–Veľká Lomnica). Für Fernverkehr sind die südlich der Hohen Tatra in West-Ost-Richtung verlaufende Cesta I. triedy 18 (I/18) und insbesondere die Autobahn D1 (E 50) von Bedeutung.

Zakopane ist von Krakau über die Schnellstraße „Zakopianka“ S7 und DK47 in ca. 1 bis 1,5 Stunden gut zu erreichen. Die Zakopianka befindet sich derzeit in Umbau und soll von Krakau bis Nowy Targ durchgehend zweispurig in beide Richtungen ausgebaut werden. Auf der „Zakopianka“ bei Rabka-Zdrój entstand der längste Straßentunnel in Polen. Eine weitere Schnellstraße in die Hohe Tatra von Nowy Targ ist die DK49 entlang des Flusses Białka. Sie führt bis zum Grenzübergang Jurgów. Entlang der Nordgrenze des Nationalparks führt die 1902 angelegte Panoramastraße Oswald-Balzer-Weg von Zakopane zum Grenzübergang in Łysa Polana und weiter bis zum Bergsee Morskie Oko. Für den öffentlichen Verkehr ist jedoch das letzte Teilstück von Palenica Białczańska bis zum Morskie Oko gesperrt. Es verkehren Pferdekutschen vom Parkplatz am Eingang des Nationalparks bis kurz vor die Berghütte am Morskie Oko.

Flughäfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Poprad gibt es einen kleinen internationalen Flughafen. Der bedeutend größere Internationale Flughafen Krakau ist ca. 100 km nördlich von Zakopane gelegen. Ein Sportflugplatz befindet sich in Nowy Targ, ca. 20 km nördlich von Zakopane. Er liegt auf 628 m und ist damit der höchstgelegene Flugplatz in Polen. Er wird von dem Aeroklub Nowy Targ und dem Fallschirmspringerverein Skoczek betrieben. Die Stadtverwaltung Nowy Targ plant, den Flugplatz zu einem Passagierflughafen auszubauen.

Sommersport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wandern und Bergsteigen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wanderwege in der polnischen Tatra, die Hohe Tatra nimmt das östliche Viertel des dargestellten Gebiets ein
Wanderwege im Tal Dolina Rybiego Potoku
Wanderwege im Tal Dolina Pięciu Stawów Polskich
Wanderwege um den Höhenweg Orla Perć

Für den Besuch der Nationalparks beiderseits der Grenze gelten strenge Regeln. Campen und Parken ist auf markierte Camping- bzw. Parkplätze beschränkt. Übernachtungen im Freien sind nur auf ausgewiesenen Zeltplätzen erlaubt, z. B. Zeltplatz unterhalb des Meerauge, bzw. auf genehmigten Bergtouren. Hunde dürfen die Nationalparks grundsätzlich nicht betreten. Ausnahmen gelten für Hunde, auf deren Begleitung die Wanderer aufgrund einer Behinderung, z. B. Sehschwäche, angewiesen sind. Eine Reihe weiterer Bestimmungen versucht den vollständigen Schutz von Flora und Fauna sicherzustellen. So ist es verboten, Pflanzen wie z. B. Beeren oder Blumen zu pflücken, Pilze zu sammeln oder zu beschädigen. Weiter ist es nicht erlaubt, Tiere zu füttern, erschrecken, jagen, verletzen, töten oder Fische zu fangen. Innerhalb des jeweiligen Nationalparks dürfen Wanderer nur Straßen und markierte Wege benutzen. Streng geschützte Reservate wie das Tal Dolina Waksmundzka dürfen auf keinen Fall betreten werden. Touren außerhalb der markierten Wege sind nur nach Genehmigung durch die Nationalparkverwaltung bzw. unter der Führung eines registrierten Bergführers erlaubt. Auf der polnischen Seite hingegen sind die Wanderwege das ganze Jahr über geöffnet. Hier ist die Nutzung der Wanderwege auch bedeutend stärker, das Netz von Wanderwegen und Berghütten ist dichter. Aus Zakopane (ca. 1000 m) gibt es zwei Möglichkeiten auch für ungeübte Wanderern, Kinder und Menschen mit Behinderung einfach in die Hohe Tatra zu gelangen. Vom Stadtteil Kuźnice für die Seilbahn Kasprowy Wierch auf ca. (2000 m). Dort kann man über einen Wanderweg ins Tal Dolina Gąsienicowa hinabsteigen oder auf einem Wanderweg auf den Bergpass Zawrat hinaufsteigen. Der zweite leichte Weg aus Zakopane in die Hohe Tatra ist über den Oswald-Balzer-Weg zum Bergsee Meerauge auf ca. 1400 m. Bis zur Alm Palenica Białczańska kommt man mit dem Auto oder Bus. Weiter zum Meerauge kann man sich das Tal Dolina Rybiego Potoku mit einer Pferdekutsche herauffahren lassen. Im Sommer wird der Oswald-Balzer-Weg von ca. 10.000 Personen pro Tag befahren bzw. begangen. Vom Meerauge gibt es zahlreiche Möglichkeiten Gipfel und Bergpässe zu besteigen.

Für Wanderer gibt es mehrere Schutzhütten in der Hohen Tatra. Auf polnischer Seite gibt es in jedem der großen Täler eine Berghütte, die ganzjährig geöffnet ist. Die Gesamtlänge der Wanderwege im polnischen Tatra-Nationalpark beträgt 275 km. Als anspruchsvollster Höhenweg der Hohen Tatra gilt die Orla Perć, als leichtester die Ceprostrada, als längster der Lenin-Weg. Auf slowakischer Seite, gibt es 12 Berghütten, die mit Ausnahme der Chata pod Rysmi ganzjährig geöffnet sind. Zu beachten ist jedoch, dass in Tälern wie Tichá dolina, Kôprová dolina, Javorová dolina und Bielovodská dolina keine Berghütten bestehen. Es gibt etwa 600 km markierter Wanderwege unter Verwaltung des slowakischen Tatra-Nationalparks (d. h. zusammen mit der Westtatra und Belaer Tatra).[29] Diese erschließen alle großen Täler, die längste durchgehende Verbindung ist die etwa 73 km lange und rot markierte Tatranská magistrála am südlichen Gebirgsfuß. Dies ist heute der einzige offiziell benannte Wanderweg, weitere historische Namen (z. B. Schlesier Weg vom Berghotel Sliezsky dom zum Sattel Poľský hrebeň) werden heute nicht mehr verwendet. Vom 1. November bis zum 15. Juni gilt für Wanderwege auf slowakischer Seite oberhalb der Berghütten (Ausnahme: Chata pod Rysmi) eine Wintersperre. Es gibt auch einen Sessellift von Štrbské Pleso zur Chata pod Solisko, die Standseilbahn Starý Smokovec–Hrebienok in Starý Smokovec, die Kabinenbahn Tatranská Lomnica–Skalnaté Pleso und von Skalnaté Pleso einen Sessellift zum Sattel Lomnické sedlo sowie die Luftseilbahn zum Lomnický štít.

Markierte Wege führen u. a. auf folgende Gipfel:

Markierte Wege führen u. a. auf folgende Bergpässe:

Klettern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostwand der Kazalnica Mięguszowiecka

Das Besteigen von Gipfeln ist, soweit nicht markierte Wege hinaufführen, nur mit Bergführer gestattet. Klettern ist nur „organisierten“ Kletterern (Mitgliedern anerkannter Bergsteigervereine wie DAV, ÖAV, SAC, CAI, CAF) nach Anmeldung bei der jeweiligen Nationalparkverwaltung/Bergwacht erlaubt. Einige Naturreservate sind allerdings für alle alpinistischen Aktivitäten vollständig gesperrt.

Kletterern ist es gestattet, den Nationalpark abseits der Wanderwege auch während der Sperrzeiten zu betreten, um einen Gipfel der Schwierigkeit UIAA II oder höher zu besteigen, eingeschlossen sind alle Grade ab dem zweiten Schwierigkeitsgrad UIAA, ausgenommen Kopské sedlo – Jahňací štít und Veľká Svišťovka – Kežmarský štít. Jede Begehung unter dem zweiten Schwierigkeitsgrad ist im Sommer nur zulässig, wenn es der Abstieg erforderlich macht, oder vom 21. Dezember bis 20. März auch in beide Richtungen, wenn es zum Winter-Training von Extrembergsteigern gehört oder zum Eisklettern notwendig ist. Bergsteiger müssen ihren Mitgliedsausweis bei sich tragen und diesen auf Verlangen den Mitarbeitern des Nationalparks vorzeigen. In einem Kletterkurs müssen alle Teilnehmer von einem erfahrenen Bergsteiger mit gültigem Bergführerdiplom betreut werden.

Biwakieren in den Bergen ist verboten. Organisierten Bergsteigern ist es erlaubt, das Lager in Bielovodská dolina zu nutzen, das Lager steht nicht zur öffentlichen Nutzung. Anspruchsvollere Touren (etwa Winter-Tour über den Hauptkamm) müssen im Voraus bei der jeweiligen Nationalpark-Behörden angemeldet werden. Alle Kletterer müssen ihr Ziel und den voraussichtlichen Zeitpunkt der Rückkehr am Ausgangspunkt hinterlegen, bevor sie zu einer Tour aufbrechen.

Zu den beliebtesten Kletterwänden in Polen gehört die Ostwand der Kazalnica Mięguszowiecka (2159 m n.p.m.), die sich mit mehr als 500 m Wandhöhe senkrecht über dem Bergsee Czarny Staw pod Rysami (1583 m n.p.m.) erhebt. In der Slowakei sind beispielsweise die 900 m hohe Nordwand des Malý Kežmarský štít, das Massiv Ošarpance unweit von Dračí štít und die Galéria Ganku im Bergmassiv von Gánok zu nennen.

Wassersport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Floß im Dunajec-Durchbruch

Baden und Schwimmen ist in den Seen und Bächen der Hohen Tatra in den Nationalparks nicht erlaubt. Außerhalb der Nationalparks ist es hingegen zulässig. Wildwasserkajak und Rafting wird auf den in der Hohen Tatra entspringenden Flüssen, insbesondere dem Dunajec und der Białka betrieben. Die Góralen bieten organisierte Floßfahrten durch den Dunajec-Durchbruch unterhalb der Czorsztyn Stausees in den Pieninen, einem Gebirgszug nordöstlich der Hohen Tatra. Beliebt sind auch Kajaktouren in dem Białka-Durchbruch bei Krempachy.

Fahrrad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Benutzung von Kraftfahrzeugen und Fahrrädern außerhalb öffentlicher Wege ist in den Nationalparks verboten. Zum Fahrradfahren eignen sich nur wenige Wege in der Hohen Tatra, z. B. der Wanderweg im Tal Dolina Suchej Wody Gąsienicowej oder die Panoramastraße Oswald-Balzer-Weg.

Fliegen und Springen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Segelflieger und Fallschirmspringer starten von den Flugplätzen in Poprad und Nowy Targ. Fallschirmspringen und Paragliding ist auf eigens ausgewiesene Areale beschränkt. Basejumping hat in der Hohen Tatra noch keinen Einzug gehalten.

Wintersport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skilift vom Tal Dolina Gąsienicowa auf den Kasprowy Wierch

Auf slowakischer Seite ist Skifahren nur auf markierten und präparierten Pisten und Wegen möglich. Diese befinden sich in Štrbské Pleso hinauf zu den südlichen Ausläufern des Berggrats Solisko, am Hrebienok oberhalb von Starý Smokovec und oberhalb von Tatranská Lomnica hinauf bis zum Sattel Lomnické sedlo auf 2190 m n.m.

Auf polnischer Seite werden die Wanderwege im Winter nicht geschlossen. Daher ist z. B. eine Abfahrt abseits von Pisten für Skifahrer und Snowboarder auch z. B. vom Rysy entlang den Wanderwegen möglich. Benutzt werden dürfen markierte Wanderwege, aber Fußgänger und Schneeschuhwanderer haben dort Vorrang. Man muss jedoch seine Ski oder Snowboard selbst zunächst hinauftragen. Präparierte Pisten gibt es auf polnischer Seite im Skigebiet Kasprowy Wierch und Skigebiet Nosal, die jedoch größtenteils bereits in der Westtatra liegen.

In unmittelbarer Umgebung zur Hohen Tatra gibt es auf polnischer und slowakischer Seite viele Skigebiete. Die Bergseen der Hohen Tatra frieren im Winter zu. Das Betreten der Eisflächen und Schlittschuhlaufen ist bei entsprechender Dicke der Eisschicht möglich.

Thermalquellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hohe Tatra, insbesondere die geologisch aktive Region Podhale, ist bekannt für ihre Thermalquellen. Um die Hohe Tatra sind nach Bohrungen bisher fünf Thermalbäder entstanden, vier in Polen und eines in der Slowakei. Das größte Thermalbad Europas, die Terma Bukowina Tatrzańska, befindet sich unmittelbar an der Grenze zum Tatra-Nationalpark in der Gemeinde Bukowina Tatrzańska. Es ist auch das älteste Thermalbad auf der polnischen Seite der Hohen Tatra. Thermen gibt es zudem in Białka Tatrzańska, Szaflary und Chochołów sowie in Bešeňová in der Slowakei.

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten bekannten tödlichen Stürze ereigneten sich in der Hohen Tatra in den Jahren 1650 und 1771, als Adam Kaltstein und Johann Andreas Papirus zu Tode kamen. Mit der Erschließung der Hohen Tatra im 19. Jahrhundert mehrten sich auch die tödlichen Unglücke. Das wohl bekannteste Opfer eines solchen Bergunfalls war der äußerst beliebte Bergführer Klemens Bachleda, der Scherpa der Tatra, der 1910 bei einer Rettungsaktion selbst nach einem Steinschlag zu Tode stürzte.

Nach Angaben der Bergwacht kamen während der hundert Jahre der Bestehens der Tatra von 1909 bis 2009 allein auf der polnischen Seite 892 Menschen ums Leben. Das bedeutet im Durchschnitt etwa 10 Todesfälle pro Jahr oder fast jeden Monat einen Todesfall. 101 Todesfälle entfallen hierbei auf den Höhenweg Orla Perć, 57 auf die Gipfel um den Mięguszowiecki Szczyt und 34 auf den Gipfel Świnica und 29 auf den Gipfel Rysy.

Viele bekannte Persönlichkeiten, die in der Hohen Tatra verunglückt sind, wurden auf dem Friedhof Cmentarz Zasłużonych na Pęksowym Brzyzku bestattet. Der tragischste Unfall ereignete sich am 28. Januar 2003, als acht Menschen in einer Lawine am Rysy zu Tode kamen.

Auf der slowakischen Seite werden die Opfer der Hohen Tatra auf dem Symbolischen Friedhof bei Popradské pleso geehrt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrzej Bydlon: Hohe Tatra und Zakopane. Laumann, Dülmen 1996, ISBN 3-87466-189-X.
  • Izabella Gawin, Dieter Schulze: Hohe Tatra – Zakopane und Umgebung. 3. Auflage, Edition Temmen, Bremen 2006, ISBN 3-86108-434-1.
  • Ivan Houdek, Ivan Bohuš: Osudy Tatier. Šport, Bratislava 1976.
  • Anton Klipp: Die Hohe Tatra und der Karpathenverein, Karpathen-Verein, Karpatendeutsches Kulturwerk Slowakei, Karlsruhe 2006, ISBN 3-927020-12-5.
  • Daniel Kollár, Ján Lacika, Roman Malarz: Die slowakisch-polnische Tatra (= Regionen ohne Grenzen), Dajama, Bratislava 1998, ISBN 80-967547-5-0.
  • Juraj Kucharík: Tatry, Dajama, Bratislava 2019, ISBN 978-80-8136-098-5
  • Stanislav Samuhel: Hohe Tatra: 50 ausgewählte Wanderungen in der Hohen Tatra, die schönsten Tal- und Höhenwanderungen, 6. Auflage, Bergverlag Rother, Oberhaching / München 2013, ISBN 978-3-7633-4049-1.
  • Die Hohe Tatra, viersprachiges Wörterbuch der Berg- und Flurnamen, Online (Memento vom 11. Januar 2014 im Internet Archive)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Im Jahr 1256 schenkte Bela IV den Hrnova Ländereien „...ab utraque partie fluvii Poprad, inter indagines regni nostri et confinia Poloniae et inter montes Semina et alpes Thorholl“, [w:] Codex DH VIII.
  2. „Turtrut gelautet hat, spater kann auch neben Turtur < Turtul der akk. Turtrot, gestanden habe (vgl. poklot: pokol)“. Finnisch-ugrische Forschungen, t. 13, 1971. s. 176.
  3. „oznacza góry strome i skaliste i odpowiada ruskiemu Tołtry“ [w:] „Kosmos: czasopismo Polskiego Towarzystwa Przyrodników imienia Kopernika“, t. 34. s. 535; małoruska (ukraińska) „Tołtry-Toutry“, [w:] Geografja ziem dawnej Polski 1921. s. 48.
  4. „na oznaczenie Tatr Mickiewicz wymiennie używał nazwy Tatry i Krępak“, [w:] Władysław Dynak, Jacek Kolbuszewski. Studia o Mickiewiczu. s. 79, 96.
  5. „Carpates mons hodie Krapak, & Krepak, vacatur & tere Russiam ab Hungaria diuidit“, [w:] Jacob Carl Spener. Notitia Germaniae antiquae. 1717. s. 94.
  6. Etnografia polska, PAN. t. 5 1961. s. 54.; Gabriel Rzączyński: Historia naturalis curiosa Regni Poloniae, Magni Ducatus Lituaniae, annexarumque provinciarum, in tractatus XX divisa. Typis collegii Soc. Jesu, Sandomiriae 1721, S. 101 (Latein, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): “Montes Tartari, per contractionem Tatri”; na Tartari „przybysze z Tartaru“, z piekła rodem, [w:] Józef Staszewski. Słownik geograficzny: pochodzenie i znaczenie nazw geograficznych, s. 305. z. Tatry.; „od miasta Carpis starożytnych Bastarnów“ ku krajom tatarskim, [w:] Jacek Kolbuszewski. Tatry i górale w literaturze polskiej: antologia. 1992.
  7. Prasłowiańszczyzna, Lechia-Polska, 1959. t. 2 s. 238.
  8. Tadeusz Milewski. Teoria, typologia i historia języka. 1993. s. 344.
  9. Język polski. t. II, 1. 1914. [w:] Język polski, t. 3-4. PAU. Komisja Językowa. 1916.
  10. Norwid jako lingwista i filolog. [w:] Studia polonistyczne. tomy 9-12. Uniwersytet im. Adama Mickiewicza (Poznań). 1981. s. 196.
  11. Adam Fałowski, Bogdan Sendero. Biesiada słowiańska. 1992. s. 46.
  12. Samuel Bogumił Linde. Słownik języka polskiego. 1808. s. 967.
  13. „The name ‚Tatras‘ appears in varius form in the oldest documents; a report of the bishopic of Prague in 1086 AD calls them ‚Tritri‘ wheres Boleslav prince of Kraków in a documents marks them in 1255 as ‚Tatry‘. The Hungarians of the 13th and 14th century wrote ‚Thorchal‘ or ‚Tarczal‘, also ‚Tutur‘, ‚Thurthul‘. Die Zipser Deutschen nannten sie ‚Schneegebürg‘ (Montes nivium).“, [w:] Radek Roubal. Tatranské doliny. 1961. s. 10, 39, 49.
  14. Ivan Houdek, Ivan Bohuš: Osudy Tatier, S. 25f
  15. Ivan Houdek, Ivan Bohuš: Osudy Tatier, S. 31f
  16. Ivan Houdek, Ivan Bohuš: Osudy Tatier, S. 39f
  17. Anton Klipp: Die Hohe Tatra und..., S. 51f (siehe Literatur)
  18. Ivan Houdek, Ivan Bohuš: Osudy Tatier, S. 46f
  19. Ivan Houdek, Ivan Bohuš: Osudy Tatier, S. 54
  20. Norbert Tkáč: Miloš Janoška, sprievodca po Tatrách z roku 1911 In: treking.cz vom 11. April 2012, abgerufen am 3. Dezember 2023. (slowakisch)
  21. Ivan Houdek, Ivan Bohuš: Osudy Tatier, S. 129f
  22. Höhlen-Top – Karst und Höhlen in der Slowakei – Eine Übersicht anhand verschiedener Fakten und Daten. Slowakische Höhlenverwaltung, abgerufen am 18. November 2023.
  23. Auf in die Karpaten! Die slowakische Provinz und die Erwartungen an den Tourismus Mit Reportagen von Kilian Kirchgeßner. Moderation: Simonetta Dibbern; 21. Feb. 2009
  24. W Zakopanem upał wszech czasów (Memento vom 9. August 2017 im Internet Archive), abgerufen 2013-08-29
  25. Klimat Tatr (Memento vom 17. Dezember 2014 im Internet Archive) (dostęp: 22. September 2012).
  26. Ivan Bohuš ml.: Tatranské chaty: majáky v mori skál a snehu. Hrsg.: Vydavateľstvo IB Vysoké Tatry. 2. Auflage. Tatranská Lomnica 2022, ISBN 978-80-969017-4-6, S. 138 (Stichwort Vysokohorskí nosiči).
  27. Vysokohorské nosičstvo In: ludovakultura.sk, abgerufen am 18. November 2023. (slowakisch)
  28. The last sherpas of Europe In: bbc.com, abgerufen am 18. November 2023. (englisch)
  29. Turistika vo Vysokých Tatrách In: vt.sk, abgerufen am 19. November 2023. (slowakisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hohe Tatra – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Tatra (Polen) – Reiseführer