Hohen-Sülzen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hohen-Sülzen
Hohen-Sülzen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hohen-Sülzen hervorgehoben
Koordinaten: 49° 37′ N, 8° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Monsheim
Höhe: 153 m ü. NHN
Fläche: 3,78 km2
Einwohner: 667 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67591
Vorwahl: 06243
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 041
Adresse der Verbandsverwaltung: Alzeyer Straße 15
67590 Monsheim
Webpräsenz: www.hohen-sülzen.de
Ortsbürgermeister: Kurt Görisch
Lage der Ortsgemeinde Hohen-Sülzen im Landkreis Alzey-Worms
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Über dieses Bild

Hohen-Sülzen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Monsheim an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gegend um Hohen-Sülzen war schon in der Bronzezeit besiedelt. In der Epoche der Römer (seit etwa 50 v. Chr.) gab es hier eine große Villa rustica. 1869 wurden in einer Tongrube zwei römische Sarkophage, ein Diatretglas, fünf andere kostbare Gläser und eine Dionysos-Flasche gefunden. Es handelte sich um einen der bedeutendsten deutschen Glasfunde aus spätrömischer Zeit. Außer der Flasche sind die anderen Hohen-Sülzer Gläser seit Ende des Zweiten Weltkrieges verschollen. Die noch vorhandene Dionysos-Flasche bildet heute das Hauptstück in der Sammlung römischer Gläser des Landesmuseums Mainz (Inventar Nr. R 6111).[2] Die Flasche ist 42 cm hoch und weist einen Figurenschliff auf. Das Bild wurde in plastisch wirkendem Tiefschliff eingeschnitten wobei die plastische Wirkung der Figuren durch Gravierung der einzelnen Körperteile noch verstärkt ist. Die mehrfigurige Szene stammt aus dem Milieu des Weingottes Dionysos. Die Flasche wird aufgrund dieser Technik derselben Werkstatt zugeschrieben, die auch den Lynkeus-Becher im Römisch-Germanischen Museum angefertigt hat.

In den Urkunden des Klosters Lorsch (Lorscher Codex), wird Hohensülzen im Jahre 766 als „Sulzheim“ erstmals urkundlich genannt. 1253 kam das Dorf als Exklave zur Grafschaft Falkenstein. Zunächst regierten diese die Herren von Bolanden, welche 1418 von den Grafen von Virneburg beerbt wurden.

Über verschiedene Eigentümer ging die Grafschaft Falkenstein und mit ihm das Dorf Hohensülzen 1667 an den Herzog von Lothringen über. Durch die Heirat des Lothringer Herzogs Franz Stephan mit Maria Theresia von Habsburg, kam Hohensülzen an Österreich und unterstand dem Oberamt Winnweiler des Reichsteils Vorderösterreich.[3][4] Hohen-Sülzen wurde deshalb auch öfter als „kaiserliches Hohen-Sülzen“ bezeichnet und im historischen Rathaus befinden sich noch Doppeladler-Stühle und -Türbeschläge aus der österreichischen Epoche.[5]

Hohen-Sülzen mit seinem Umland war ab Dezember 1792 zumeist französisch besetzt und wurde beim Friedensschluss von Campo Formio (1797), als Teil der Linken Rheinufers von Österreich an Frankreich abgetreten, wo es bis 1814 verblieb. In dieser Zeit gehörte es zum französischen Département du Mont-Tonnerre mit Regierungssitz in Mainz und war dem Kanton Pfeddersheim zugeordnet.

1814 bis 1816 bestand eine gemeinsame österreichisch-bayerische Verwaltung mit Sitz in Kreuznach, später in Worms. 1816 fiel es an das Großherzogtum Hessen, seit 1946 gehört es zum damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hohen-Sülzen besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[7]

Wahl SPD GRÜNE FDP FWG Gesamt
2014 3 1 0 8 12 Sitze
2009 4 1 7 12 Sitze
2004 4 1 7 12 Sitze
1999 4 1 7 12 Sitze
1994 5 7 12 Sitze
1989 5 6 11 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Hohen-Sülzen e.V.

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994 – 2004: Günther Maurer (FWG)
  • 2004 – heute: Kurt Görisch (FWG)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Rathaus

Blasonierung: „Unter goldenem Schildhaupt, darin eine grüne Traube mit Blättern, gespalten von Blau und Rot; vorne ein sechsspeichiges silbernes Rad, hinten neun goldene Rauten.“

Begründung: Das Gemeindewappen wurde im Jahre 1955 festgelegt und 1957 durch das Innenministerium von Rheinland-Pfalz bestätigt; es löste das alte Wappen der Grafschaft Falkenstein als heraldisches Dorfsymbol ab. Dennoch blieb die Falkensteiner Historie auch im neuen Wappen bestimmend. Die rechte Schildhälfte zeigt das Wappen der Grafschaft Falkenstein, die linke ein Muster von stehenden Rauten, das laut offizieller Gemeindewebseite ungedeutet ist und aus einem alten Gerichtssiegel von Hohen-Sülzen entnommen wurde. Offenbar stammt es ursprünglich aus dem Wappen der Grafen von Virneburg als früheren Eigentümern der Falkensteiner Reichsgrafschaft. Beide Wappenteile sind von einem Schildhaupt mit Weinrebe bekrönt, das auf die Weinbautradition des Ortes hinweist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohen-Sülzen ist vom rheinhessischen Weinbau geprägt. In der Großlage Domblick des Bereichs Wonnegau befinden sich die Einzellagen Sonnenberg und Kirchenstück.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohen-Sülzen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Dionysos-Flasche im Landesmuseum
  3. Besitzverhältnisse der rheinhessischen Ortschaften vor dem Übergang an Frankreich, Hohen-Sülzen als Nr. 1275
  4. Auflistung des österreichisch-falkensteinischen Besitzstandes in Rheinhessen (Fußnote am Seitenende)
  5. Zu den österreichischen Relikten im Rathaus von Hohen-Sülzen
  6. Webseite zur Geschichte von Hohen-Sülzen
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen