Hohenhorster Bauerschaft

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Hohenhorster Bauerschaft (HB)
Gemeinde Isernhagen
Wappen von Hohenhorster Bauerschaft (HB)
Koordinaten: 52° 28′ 53″ N, 9° 48′ 3″ O
Höhe: 48 m ü. NHN
Fläche: 12,48 km²[1]
Einwohner: 4043 (Jul. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 324 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Eingemeindet nach: Warmbüchen
Postleitzahl: 30916
Vorwahl: 0511
Hohenhorster Bauerschaft (HB) (Niedersachsen)
Hohenhorster Bauerschaft (HB)

Lage von Hohenhorster Bauerschaft (HB) in Niedersachsen

Ortseingang von Isernhagen HB aus Richtung BAB 7
Ortseingang von Isernhagen HB aus Richtung BAB 7
Luftbild der Hohenhorster Bauerschaft

Die Hohenhorster Bauerschaft (HB) ist ein Ortsteil der Gemeinde Isernhagen in der Region Hannover in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An den Ortsteil grenzt südlich der Ortsteil Niedernhägener Bauerschaft. Westlich liegt die Stadt Langenhagen, im Norden die Gemeinde Wedemark, im Nordosten die Stadt Burgwedel und im Osten weitere Ortsteile der Gemeinde. Der Sitz der Gemeinde Isernhagen befindet sich mit dem Rathaus im Ortsteil Altwarmbüchen.

Die Hohenhorster Bauerschaft liegt im Gegensatz zu den drei anderen Altdörfern der heutigen Gemeinde Isernhagen nicht auf der langgestreckten Anhöhe, sondern etwa 25 m tiefer in der Ebene des Wietzetals. Sie bildet den nordwestlichen Abschluss des Hufeisens, wie man die Altdörfer Isernhagens aufgrund ihrer geographischen Lage auch nennt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Hohenhorster Bauerschaft handelt es sich um einen bereits im Mittelalter als langgestrecktes Hagenhufendorf angelegten Ort. Die Bezeichnung als Bauerschaft gründet sich auf die in niederdeutschen Gebieten übliche Wirtschaftsform Burschap (Bauerschaft). Der Name Hohenhorst ist aus den Worten hoch und Horst sowie hohes Horst abgeleitet. Es bezeichnet einen Waldbestand mit hochwachsenden Bäumen, oft Eichen. Der Ort wird erstmals 1445 im Register der Celler Burgvogtei als „Honhorst“ aufgeführt. Der Straßenname „Branderiede“ in HB weist darauf hin, dass hier frühe Waldschmieden Eisen aus dem Raseneisenerz schmolzen.

Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Isernhagen, Hohenhorster Bauerschaft in die neue Gemeinde Warmbüchen eingegliedert.[2] Diese wurde am 1. Juni 1975 amtlich in Isernhagen umbenannt.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat der Hohenhorster Bauerschaft setzt sich aus zwei Ratsfrauen und fünf Ratsherren zusammen. Im Ortsrat befinden sich zusätzlich zwei beratende Mitglieder (SPD, FDP).[4]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister der Hohenhorster Bauerschaft ist Simon Müller (CDU). Sein Stellvertreter ist Claus Hogrefe (FDP).[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens der Hohenhorster Bauerschaft stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Die Verleihung des Wappens wurde am 22. November 1954 durch den Niedersächsischen Minister des Innern Richard Borowski durchgeführt.[5]

Wappen von Hohenhorster Bauerschaft
Blasonierung: „In Silber ein blauer, rechter Schrägbalken, belegt mit vier aufgerichteten, einander deckenden, silbernen Hufeisen. In der oberen Ecke ein schrägliegendes, grünes Eichenblatt, um den typischen niedersächsischen Charakter des Dorfes zu symbolisieren.“
Wappenbegründung: Der Name Isernhagen zeugt von Eisenerzvorkommen, die hier nachweislich schon um das Jahr 900 ausgebeutet wurden. Darauf weisen die Hufeisen hin. Sie sollen außerdem daran erinnern, dass in Isernhagen seit Langem mit Erfolg die Pferdezucht betrieben wird. Die Zahl von vier Hufeisen ist gewählt worden, um die enge Verbundenheit der selbstständigen politischen Gemeinden zu bekunden, die ein Kirchspiel und eine Siedlungseinheit bilden. Der blaue, rechte Schrägbalken soll den Fluss Wietze symbolisieren. Die Wappen der vier Gemeinden müssen gemeinsam betrachtet werden, zumal die Gemeinden sehr bemüht waren, sich ein einheitliches Wappen zu geben. Auf Verlangen des Niedersächsischen Ministers des Innern musste jedoch jede Gemeinde ein unterscheidendes Beizeichen in ihr Wappen aufnehmen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsbild wird von einer Vielzahl sehr alter, gepflegter Fachwerkhäuser und Bauernhöfe geprägt, die oft unter Denkmalschutz stehen.

Siehe Liste der Baudenkmale in Hohenhorster Bauerschaft

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TSV Isernhagen von 1947 e. V.
  • Freiwillige Feuerwehr Isernhagen HB von 1889
  • Soldatenkameradschaft Isernhagen HB von 1882 e. V.
  • Schützengesellschaft Isernhagen HB von 1954 e. V.
  • Förderverein Friedrich-Dierks-Schule e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blues Garage

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Hohenhorster Bauerschaft gibt es ein kleines Ortszentrum mit zahlreichen Geschäften, um den täglichen Bedarf zu decken.

An seinem nördlichen Ortseingang ist auch ein Veranstaltungszentrum für Rock- und Blues-Musik, die Blues Garage, zu finden.

In Isernhagen HB haben zudem einige namhafte und internationale Unternehmen ihren Hauptsitz, wie zum Beispiel Heinz von Heiden Massivhäuser und Saaten-Union.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Bahnhofsgebäude Isernhagen

Der Ortsteil ist verkehrsmäßig günstig gelegen. Die durch ihn führende Landesstraße 381 verbindet ihn im Norden direkt mit der Bundesautobahn 7, im Süden besteht nahe Anbindung an die Bundesautobahn 2.

Am Bahnhof des Ortes ist die Bahnstrecke Hannover–Celle–Hamburg angeschlossen. Dort verkehrt die Metronom Eisenbahngesellschaft. Zwei Buslinien des Großraum-Verkehr Hannover dienen der Binnenerschließung und der Verbindung mit weiteren Isernhagener Ortsteilen sowie mit Nachbargemeinden.

In unmittelbarer Nachbarschaft liegt der Flughafen Hannover-Langenhagen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claudia Kempf-Oldenburg, Jes Tüxen: Isernhagen Chronik Band 1, Herausgeber Gemeinde Isernhagen, Dezember 1990
  • Claudia Kempf-Oldenburg, Jes Tüxen: Isernhagen Chronik Band 2, Herausgeber Gemeinde Isernhagen, Dezember 1992
  • Heinz Koberg: Unser Isernhagen, Herausgeber Gemeinde Isernhagen, März 1984

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohenhorster Bauerschaft – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zahlen und Fakten. Auf: Internetseite der Gemeinde Isernhagen, abgerufen am 14. August 2017.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 222.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 197.
  4. a b Ortsrat der Hohenhorster Bauerschaft. Auf: Internetseite der Gemeinde Isernhagen, abgerufen am 14. August 2017.
  5. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985.