Hohenroth

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Dieser Artikel behandelt die Gemeinde in Unterfranken, für weitere Bedeutungen siehe Hohenroth (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hohenroth
Hohenroth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hohenroth hervorgehoben
Koordinaten: 50° 19′ N, 10° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Rhön-Grabfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Bad Neustadt an der Saale
Höhe: 294 m ü. NHN
Fläche: 17,14 km²
Einwohner: 3458 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 202 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97618
Vorwahl: 09771
Kfz-Kennzeichen: NES, KÖN, MET
Gemeindeschlüssel: 09 6 73 135
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Goethestraße 1
97616 Bad Neustadt a.d.Saale
Webpräsenz: www.hohenroth.de
Bürgermeister: Georg Straub (Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Hohenroth im Landkreis Rhön-Grabfeld
Fladungen Hausen (Rhön) Bundorfer Forst Burgwallbacher Forst Forst Schmalwasser-Nord Forst Schmalwasser-Süd Mellrichstadter Forst Steinacher Forst rechts der Saale Sulzfelder Forst Weigler Willmars Nordheim vor der Rhön Sondheim vor der Rhön Stockheim (Unterfranken) Mellrichstadt Mellrichstadt Ostheim vor der Rhön Oberelsbach Bischofsheim an der Rhön Bischofsheim an der Rhön Sandberg Schönau an der Brend Hohenroth Niederlauer Burglauer Strahlungen Salz (Unterfranken) Bastheim Oberstreu Unsleben Wollbach (Unterfranken) Bad Neustadt an der Saale Heustreu Hendungen Hollstadt Rödelmaier Wülfershausen an der Saale Höchheim Saal an der Saale Aubstadt Herbstadt Trappstadt Großeibstadt Großbardorf Sulzfeld (im Grabfeld) Bad Königshofen im Grabfeld Bad Königshofen im Grabfeld Sulzdorf an der Lederhecke Thüringen Landkreis Haßberge Landkreis Schweinfurt Hessen Landkreis Bad KissingenKarte
Über dieses Bild
Hohenroth (2011)

Hohenroth ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Bad Neustadt an der Saale.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenroth liegt in der Region Main-Rhön.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenroth gliedert sich in drei Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Hohenroth, Leutershausen, Steinacher Forst r.d.Saale, Windshausen und Burgwallbacher Forst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenroth wurde 867 erstmals als Hohirod erwähnt. In alten Unterlagen finden sich später Nennungen als Hohnroda, Hohiresth und Honroth. Der Ort hatte früh ein Schulgebäude und eine Kirche mit eigener Pfarrei. Diese wurde später aufgelöst, weil der Pfarrer kein ausreichendes Einkommen vom Ort erhielt, und Hohenroth kirchlich der Pfarrei Salz angegliedert. 1695 wurde der Ort Fillialgemeinde der Pfarrei Bad Neustadt. Die Forstmeister von Lebenhan-Rothenkolben, die Vögte auf der Salzburg und das Rittergeschlecht derer von Ebersberg genannt von Weyhers waren Grundherren der Gemeinde, bevor sie vollständig in Besitz des Hochstiftes Würzburg gelangte.[3]

Das Amt des Hochstiftes Würzburg gehörte ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis. Es wurde, nach der Säkularisation 1803 zugunsten Bayerns, 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

1924 wurde Hohenroth wieder Kuratie und 1931 wurde die heutige Kirche erbaut. In dieser sind reste eines gotischen Fensters von einem Vorgängerbau aus dem Mittelalter verbaut worden.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 schlossen sich die damaligen Gemeinden Hohenroth, Leutershausen und Windshausen freiwillig zur Neuen Gemeinde Hohenroth zusammen.[4][3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1.513 Einwohner
  • 1970: 1.724 Einwohner
  • 1987: 2.493 Einwohner
  • 2000: 3.628 Einwohner
  • 2012: 3.467 Einwohner
  • 2014: 3.484 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1331 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 252 T€.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2006 Georg Straub (Freie Wählergemeinschaft). Sein Vorgänger war Oskar Kaiser (CSU/Freie Wählergemeinschaft).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle 16 Gemeinderäte sind über die Liste CSU/Unabhängige Wählergemeinschaft gewählt worden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen enthält oben zwei Streitkolben zur Erinnerung an die Forstmeister von Lebenhan-Rothenkolben und unten die fälschlich als Lilie interpretierte Partisane aus dem Rittergeschlecht der von Ebersberg genannt von Weyhers. Beide Familien hatten umfangreichen Grundbesitz in allen Ortsteilen. Die wellenförmige Trennlinie wurde gewählt um deutlich zu machen, das schon im 17. Jahrhundert vom Hochstift der Gemeinde eine Karpfenzucht gegen eine jährliche Pachtzahlung überlassen worden war.[3] Die Gemeinde führte das wappen 1973 mit Beschluss der Gemeindevertretung ein und erhielt im selben Jahr die Genehmigung der Regierung von Unterfranken. Auf der Gemeindefahne ist das Wappen in der Mitte zu sehen auf einer rot-weiß geteilten Flagge.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Teilort Leutershausen wurde 1992 die Kuratiekirche St. Bartholomäus nach den Plänen des Architekten Oskar Herbert fertiggestellt. Die Taufkapelle erhielt 2003 farbige Fenster des Künstler-Pfarrers Sieger Köder. In seinem typischen Stil stellen sie die Themen Schöpfung, Heilsgeschichte, Eucharistie und Pfingsten dar.[6]

Auf dem zum Gemeindegebiet gehörenden Veitsberg wurden nach archäologischen Grabungen Burgreste gefunden, die als Vorläufer der Salzburg wahrscheinlich eine ehemalige Kaiserpfalz waren, die schon Ende des 10. Jahrhunderts wieder abgebrochen wurde.[7]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich war Leutershausen eine rein landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Durch die Nähe zur Kreisstadt Bad Neustadt hat es sich zu einer Wohngemeinde entwickelt, aus der die Einwohner zu dortigen Arbeitgebern pendeln. Es wurden nach der Gebietsreform in großem Umfang neue Baugebiete geschaffen, so dass sich die Einwohnerzahl zwischen 1970 und 1987 verdoppelte.[3]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sieben, im produzierenden Gewerbe 261 und im Bereich Handel und Verkehr 91 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 56 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1253. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 161 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 4787 ha, davon waren 4627 ha Ackerfläche und 159 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 200 Kindergartenplätze mit 177 Kindern
  • Volksschule: eine mit 28 Lehrern und 228 Schülern
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum Hohenroth der Caritas-Schulen gGmbH

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Klör (1751–1818); Obstbauer, Imker, Leinenweber und Kleinbauer aus Leutershausen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hohenroth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111120/223044&attr=OBJ&val=1598
  3. a b c d e Geschichtliches aus Hohenroth und Ortsteilen auf hohenroth.rhoen-saale.net (abgerufen am 28. Juni 2015)
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 428
  5. Wappenauf hohenroth.rhoen-saale.net (abgerufen am 28. Juni 2015)
  6. St. Bartholomäus auf der Homepage von Hohenroth pdf, 0,5 MB
  7. Osthessen-News: Archäologische Arbeitsgruppe am Veitsberg: Grabungen beendet, 21. August 2011