Hohenstein (Naturschutzgebiet)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hohenstein

IUCN-Kategorie IV – Habitat-/Species Management Area

H som.jpg
Lage Nordöstlich von Hessisch Oldendorf, Landkreis Hameln-Pyrmont, Niedersachsen
Fläche 877 ha
Kennung NSG HA 002
WDPA-ID 4391
Geographische Lage 52° 12′ N, 9° 19′ OKoordinaten: 52° 11′ 54″ N, 9° 18′ 31″ O
Hohenstein (Naturschutzgebiet) (Niedersachsen)
Hohenstein (Naturschutzgebiet)
Meereshöhe von 138 m bis 350 m
Einrichtungsdatum 12. Juli 1952
Verwaltung NLWKN
f2

Hohenstein ist die Bezeichnung für den Berg Hohenstein im Süntel und das nach dem Berg benannte Naturschutzgebiet Hohenstein in der niedersächsischen Stadt Hessisch Oldendorf im Landkreis Hameln-Pyrmont.

Naturschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Wall der Amelungsburg im NSG Hohenstein
Wald an einem Steilhang im NSG Hohenstein
Bärlauchbestand im NSG Hohenstein

Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG HA 002 ist 877 Hektar groß. Es ist fast vollständig Bestandteil des FFH-Gebietes „Süntel, Wesergebirge, Deister“ sowie vollständig Bestandteil des EU-Vogelschutzgebietes „Uhu-Brutplätze im Weserbergland“. Das 1972 ausgewiesene, 58,9 Hektar große Naturwaldreservat „Hohenstein“[1] und das 1974 ausgewiesene, 22,4 Hektar große Naturwaldreservat „Schrabstein“[2] sind Bestandteil des Naturschutzgebietes.

Das Naturschutzgebiet liegt innerhalb des Naturparks Weserbergland Schaumburg-Hameln im Nordwesten des Süntel und nordöstlich von Hessisch Oldendorf. Es stellt in diesem Bereich das Kalkfels- und Buchenwaldgebiet in den Hochlagen des Süntels und im Übergang zum Wesergebirge unter Schutz. Im Naturschutzgebiet befinden sich mehrere markante Felsformationen, insbesondere am Hohenstein, der Südwehe, dem Iberg und Schrabstein sowie am Amelungsberg.

Das Naturschutzgebiet wird überwiegend von reliefreichen, mesophilen Waldgebieten, in deren Krautschicht zahlreiche Orchideen vorkommen, mit teilweise tiefen Bachtälern geprägt. Entlang der kalkreichen, schnell fließenden Bäche, die von Auwäldern begleitet werden, sind Kalktuff­quellen zu finden. Nur vereinzelt kommen Grünland­bereiche entlang der Bachläufe vor. Die Schichtstufen­kämme mit Felspartien aus Korallenoolith weisen Kalkfelsfluren und natürliche Höhlen auf.

Bei Langenfeld, einem Ortsteil von Hessisch Oldendorf, befindet sich am Rand des Naturschutzgebietes der als Naturdenkmal ausgewiesene Langenfelder Wasserfall.[3] Der 15 Meter hoher Wasserfall des Höllenbachs ist der höchste natürliche Wasserfall in Niedersachsen.[4][5]

Etwas südlich von Langenfeld grenzt das Naturschutzgebiet an einen Kalksteinbruch, an dessen Nordrand sich die Schillat-Höhle befindet. Im Westen des Steinbruchs, in dem seit 1902 oolithischer Kalkstein gewonnen wird, befindet sich am Rand des Naturschutzgebietes mit der Riesenberghöhle, einer Tropfsteinhöhle und mit 800 Metern Länge der größten Höhle Niedersachsens, ein weiteres Naturdenkmal.[3] Mit der Iborn-Quelle und der Buche im Schneegrund befinden sich zwei weitere Naturdenkmäler im Nordwesten des Naturschutzgebietes.[3]

Im Nordosten des Naturschutzgebietes liegt nördlich des Hohensteins am Oberlauf des Blutbachs ein Waldsee, der Anfang 1932 durch einen Bergsturz entstanden ist.

Das Gebiet, das vom NABU Hessisch Oldendorf betreut wird,[6] steht seit dem 12. Juli 1952 unter Naturschutz. Es ersetzt das zum 2. März 1930 ausgewiesene gleichnamige Naturschutzgebiet. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Hameln-Pyrmont.

Der Wald im NSG wird vom Forstamt Oldendorf intensiv forstwirtschaftlich genutzt. Dabei kam es im März 2013 durch den Einsatz eines 13,4 t schweren Forstrückeschleppers zu schweren Verwüstungen am Wendgeberg.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Naturschutzgebiet Hohenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steckbrief des Naturwaldes Hohenstein, Datenbank Naturwaldreservate in Deutschland, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Abgerufen am 28. März 2012.
  2. Steckbrief des Naturwaldes Schrabstein, Datenbank Naturwaldreservate in Deutschland, Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Abgerufen am 28. März 2012.
  3. a b c Landschaftskataster, Landkreis Hameln-Pyrmont (PDF, 6,1 MB). Abgerufen am 18. April 2018.
  4. Zu Felsklüften und Süntelbuchen am Hohenstein, Geolife – Das Freizeitportal in Niedersachsen. Abgerufen am 18. April 2018.
  5. Schneegrundweg, Geolife – Das Freizeitportal in Niedersachsen. Abgerufen am 18. April 2018.
  6. Naturschutzgebiet Hohenstein, NABU Niedersachsen. Abgerufen am 28. März 2012. (Memento vom 16. Februar 2012 im Internet Archive)
  7. Naturschutz im Holzhackerstil, DEWEZET vom 22. März 2013, Abgerufen am 8. April 2013