Hohentramm

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Hohentramm
Gemeinde Beetzendorf
Koordinaten: 52° 42′ 30″ N, 11° 8′ 45″ O
Höhe: 45 m ü. NN
Fläche: 16,76 km²
Einwohner: 247 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2009
Postleitzahl: 38489
Vorwahl: 039000
Hohentramm (Sachsen-Anhalt)
Hohentramm
Hohentramm
Lage von Hohentramm in Sachsen-Anhalt

Hohentramm ist ein Ortsteil der Gemeinde Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Hohentramm liegt rund 15 Kilometer südlich der Kreisstadt Salzwedel. Im Westen des Dorfes fließt der Stapener Landgraben, der in den Landgraben mündet.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohentramm wurde 1304 erstmals urkundlich als villa Tramme erwähnt, als Ritter von Stöckheim (Stockem) dem Kloster Arendsee mit seiner Tochter eine Hebung aus Tramm verschreibt.[2]

Im Jahre 1331 wurde der Ort als ville hoghentramme erwähnt als Heinrich von Rundstedt und Fritz von Dequede ihre Güter an Borchard von Bartensleben verkaufen.[3][4]

Am 21. Oktober 1440 wurde das Dorf urkundlich erwähnt, als der Probst und der Konvent des Klosters Arendsee den von der Schulenburg das Dorff Hohen Tramme verkaufen.[5]

Hohentramm war ursprünglich ein Rundplatzdorf.

Nördlich des Dorfes liegt der Bahnhof Hohentramm, an der früheren Bahnstrecke Kalbe/Milde – Beetzendorf der Altmärkischen Kleinbahn. Das Bahnhofsgebäude wurde am 18. Dezember 1899 eröffnet und war als Bahnhofsagentur bis 1987 in Benutzung. Danach wurde das Gebäude an die Sowjetarmee übergeben, die es bis zur Wende als Jagdquartier für das Sonderjagdrevier Hohentramm nutzte. 1991 wurde der Personen- und 1994 auch der Güterverkehr eingestellt, die Bahngleise wurden abgebaut. Das Gebäude wurde ab 1994 von den neuen Eigentümern in seiner Substanz gesichert.[6]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Siedengrieben und Stapen eingegliedert. Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Hohentramm in den Kreis Klötze eingegliedert. Am 1. Juli 1994 kam die Gemeinde zum Altmarkkreis Salzwedel.[7]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Hohentramm am 2. Oktober 2008, dass die Gemeinde Hohentramm in die Gemeinde Beetzendorf eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.[8][9][10]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Hohentramm wurden Hohentramm, Stapen und Siedengieben Ortsteile der Gemeinde Beetzendorf.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1801 74
1818 66
1840 122
Jahr Einwohner
1885 119
1892 124
1900 154
Jahr Einwohner
1910 167
1925 172
1939 170
Jahr Einwohner
1958 296
1964 517
1971 459
Jahr Einwohner
1981 357
1993 323
2006 253

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der letzte Bürgermeister der Gemeinde war Rainer Klinzmann (SPD).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Feldsteinkirche in Hohentramm ist ein Bau aus dem 15. Jahrhundert mit einem quadratischen Fachwerkturm.[11] Die Kirche ist eine Filialkirche der Kirche in Jeeben.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Hohentramm gehörte zur Pfarrei Jeeben.[12] Heute gehört die Kirchengemeinde zum Pfarrbereich Beetzendorf[13] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  2. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 22, 1862, S. 19 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001038_00027~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  3. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 17, 1859, S. 237 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000995_00245~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. Ortsname nach Originalurkunde
  5. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 5, 1845, S. 296 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000983_00308~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. Altmark-Zeitung auf az-online.de. Reichsbahn-Idylle bleibt erhalten. 7. August 2017, abgerufen am 2. Februar 2018.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 358, 362.
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 1. Liste
  9. „Transformationsprozesse öffentlicher Daseinsvorsorge in der Altmark“
  10. Gebietsinformationen Gemeindegebietsveränderungen seit dem 01.07.2007
  11. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 193.
  12. Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 24 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 2. Februar 2018]).
  13. Pfarrbereich Beetzendorf. Abgerufen am 2. Februar 2018.