Hokkaidokürbis

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Hokkaidokürbis (Cucurbita maxima 'Red Hokkaido')

Hokkaidokürbisse sind breitrunde, orangerote Speisekürbisse mit einem Gewicht von etwa 0,5 bis 1,5 Kilogramm[1][2][3], deren dünne Schale – anders als bei den meisten übrigen Kürbissorten – beim Kochen weich wird und mitverzehrt werden kann – die Kerne und Fasern sollten entfernt werden. Das Fruchtfleisch hat ein nussiges Aroma ähnlich Maroni und eine stabile Konsistenz, obwohl es kaum spürbare Fasern enthält.

Sie gehören zu den Kürbissorten Cucurbita maxima.[4] Kürbisse wurden im 16. Jahrhundert von den Portugisen nach Japan gebracht. Von Nagasaki aus verbreiteten sie sich in ganz Japan. Im 19. Jahrhundert kamen neue Kürbissorten aus Amerika. Bald wurden sie zu der neuen Kürbissorte Aizu-kuri/kabocha 会津赤川甘栗かぼちゃ in Aizu (heute Fukushima Präfektur) gezüchtet. Sie wurde auch nach Kanazawa金沢in Ishikawa石川 Präfektur gebracht. Der Gemüsezüchter Matsumoto Saichiro松本佐一郎 aus Utsugi-machi 打木町 (Aus dem Ortsname Utsugi kam die Bezeichnung Uchiki) versuchte jahrelang aus dieser Sorte noch bessere Kürbisse für Kanazawa zu züchten und gelang 1933 die heutige Sorte Uchiki kuri (Hokkaidokürbis) auf den Markt zu bringen. Seit 1945 ist die Sorte Uchiki kuri bzw. Utsugi-akagawa(rote Schale)-amaguri(süße Esskastanie)-kabocha(Kürbis) auch in Fachkreisen bekannt. [5]

Wie diese Uchiki kuri (oder Utsugi-akagawa-amaguri-kabocha) zu dem Namen Hokkaido kam, ist unbekannt. Sie gehören zu den ja:加賀野菜[6], traditionellen Gemüsesorten, von Kaga, alter Name von Ishikawa Präfektur.

Verwendung[Bearbeiten]

Beim Hokkaido kann die Schale mitverzehrt werden, lediglich die Kerne werden entfernt.

Diese Kürbissorte passt sich vielen Geschmacksrichtungen an, harmoniert aber besonders gut mit Ingwer und Chili und kann vielseitig für Suppen, Aufläufe oder als Gemüse verwendet werden. Der Hokkaidokürbis kann auch roh gegessen oder in Salaten verwendet werden.

Die Kerne des Hokkaido werden getrocknet. Danach kann man sie aussäen oder verzehren. Die Dicke der Kernschale kann variieren, wodurch sie nicht immer schmackhaft sind.

Nährwerte pro 100 g Kürbis
Energie 63 kcal
Eiweiß 1,7 g
Fett 0,6 g
Kohlenhydrate 12,6 g
Ballaststoffe 2,5 g
Vitamin C 32,1 mg
Kalium
Vitamin A
Vitamin E
Vitamin B-Komplex
Kalzium
Magnesium
Folsäure
Antioxidantien
Carotinoide

Geschichte[Bearbeiten]

Den bis dahin in Japan unbekannten Kürbis brachten 1878 US-amerikanische Agrarberater nach Hokkaidō. Dort wurde aus der harten und geschmacksarmen Sorte Hubbard des Riesenkürbis der Kuri aji (jap. 栗味, dt. „Kastaniengeschmack“) gezüchtet. Seit den 1990er Jahren wird er auch in Europa angebaut und ist regelmäßig im Handel erhältlich.[7][8]

Anbau und Lagerung[Bearbeiten]

Blüte des Hokkaidokürbis

Hokkaido wird oft im Gewächshaus oder auf einer Fensterbank vorgezogen, um ihn dann nach den letzten erwarteten Spätfrösten ins Freiland zu pflanzen. Ob diese Methode im deutschsprachigen Raum zu einer Verbesserung des Ertrags führt, ist umstritten.[9] Ca. 8 Pflanzen pro m² ergeben den höchsten Ertrag. Mit der Pflanzdichte nimmt die Größe der einzelnen Frucht ab.[9] Allerdings können sowohl größere als auch kleinere Früchte vorteilhaft sein, je nach den spezifischen Bedürfnissen der Konsumenten (angeschnittene Hokkaidos verlieren ihre Haltbarkeit).

Hokkaido kann von September bis Dezember geerntet werden. Anders als viele typische Lagergemüse sind Kürbisse frostempfindlich und sollten bei 10 bis 15 °C gelagert werden. Unversehrte Kürbisse mit intaktem Stielansatz halten sich mehrere Monate.

Literatur[Bearbeiten]

  • Brigitte Schöner, Hans Streicher: Kürbis. Die besten Sorten anbauen, zubereiten, dekorieren. BLV Buchverlag München, 3. Auflage 2005

Weblinks[Bearbeiten]

Hokkaido-Speisekürbis 'Uchiki Kuri' [1]Hokkaido-Kürbisse Uchiki kuri Einer der meistverkauftesten Speisekürbisse

[2] [3] [4]Plant Database / Winter Squash 'Uchiki Kuri' [5]WikiGardener > Curcubita maxima 'Uchiki kuri' [6]かぼちゃの花 [7]赤皮栗南瓜/あかがわくりかぼちゃ<カボチャの品種 [8]丸果石川中央青果 加賀野菜 打木赤皮甘栗南瓜 Utsugi(=Uchiki)-Akagawa-Amaguri-Kabocha [9]株式会社 橋本確文堂 打木赤皮甘栗かぼちゃ(加賀野菜)うつぎあかがわあまぐりかぼちゃ [10]金沢市農産物ブランド協会 打木赤皮甘栗かぼちゃ(加賀野菜)うつぎあかがわあまぐりかぼちゃ

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Auswirkung unterschiedlicher Standweiten auf den Ertrag von Hokkaido-Kürbis im Ökologischen Anbau Als PDF auf Website der Landdesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg Vorpommern. Abgerufen am 13. April 2015.
  2. Saatgut Hokkaido-Speisekürbis 'Uchiki Kuri' Website von Volmary® - GROW FOR GOLD. Abgerufen am 13. April 2015.
  3. Katalog > Sämereien> Gemüse> Kürbis> Hokkaido-/Speisekürbis 'Uchiki Kuri' (Cucurbita moschata) Website von Gartengruen-24 Inhaber Holstein Pflanzen GmbH. Abgerufen am 13. April 2015
  4. Plant Database / Winter Squash 'Uchiki Kuri'. Website der Folia by Nathan Hawes & Nicole Pascoe. Abgerufen am 13. April 2015.
  5. Zusammenfassung von der Geschichte und der Beschreibung über Hokkaidokürbis bzw. Uchiki kuri auf der HP von Kanazawa City Agricultural Association of Name-Brand打木赤皮甘栗かぼちゃ. In: Kanazawa City Agricultural Association of Name-Brand. Top Page > Kaga-Yasai ni tsuite (about Kaga-Yasai) > Utsugi(>Uchiki)-Akagawa-Amaguri-Kabocha 打木赤皮甘栗かぼちゃ. Abgerufen am 13. April 2015.
  6. Sogenannter Hokkaidokürbis, Utsugi-Akagawa-Amaguri-Kabocha (Uchiki kuri), gehört zur Tradition der Kaga-Yasai, Kaga-Gemüse. Uchiki kuri als Kaga-Yasai auf Shizenjin.net打木赤皮甘栗かぼちゃ(加賀野菜)うつぎあかがわあまぐりかぼちゃ. In: 打木赤皮甘栗かぼちゃ(加賀野菜)うつぎあかがわあまぐりかぼちゃ Utsugi (=Uchiki) Akagawa Amaguri Kabocha (Kaga-Yasai). Abgerufen am 13. April 2015
  7. Süddeutsche Zeitung Magazin: H – Hokkaidokürbis, abgerufen am 4. April 2011
  8. Nadia Hassani: The alpha squash, abgerufen am 5. Januar 2015
  9. a b Kleinere Hokkaidos durch größere Pflanzdichte? Allmende e. V, 4. Januar 2014, abgerufen am 24. Januar 2014.