Holger Gerlach

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Holger Gerlach (* 1974 in Jena)[1] war einer der Unterstützer der rechtsterroristischen Zelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Er wurde im NSU-Prozess wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zu drei Jahre Haft verurteilt.[2]

Holger Gerlach stammte aus Sachsen, lebte aber zuletzt im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen.

Laut Staatsanwaltschaft soll Holger Gerlach seit dem Ende der 1990er Jahre Kontakt mit dem NSU gehabt haben. Gerlach überließ Uwe Böhnhardt einen Ersatzführerschein sowie 2001 seinen eigenen Pass. Zehn Jahre später ließ Gerlach einen Pass auf seinen Namen aber mit dem Foto von Uwe Böhnhardt ausstellen. Für Beate Zschäpe kauft er von einer Friseurin in Hannover deren Krankenversichertenkarte für 300 Euro.[3]

So soll er der Terrorzelle ermöglicht haben, verborgen zu agieren und neonazistisch motivierte Gewalttaten zu verüben. Zudem soll er im Jahr 2001 im Auftrag von Ralf Wohlleben eine Waffe von Jena nach Zwickau transportiert haben.[4]

Holger Gerlach legte gegenüber den Ermittlern ein umfassendes Geständnis ab.[5] Bereits in einer ersten Vernehmung räumte er ein, die beiden Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos unterstützt zu haben.

Gerlach war nach Erkenntnissen des niedersächsischen Verfassungsschutzes als Mitläufer der Neonazi-Szene bekannt. Er war bis zum Jahr 2005 durch neonazistische Aktivitäten in Erscheinung getreten.[6][4]

Seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft war Gerlach zunächst im Zeugenschutzprogramm des Bundeskriminalamtes.[4] Später verließ Gerlach das Zeugenschutzprogramm aus unbekannten Gründen freiwillig.[7]

Prozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: NSU-Prozess

Gerlach wurde von den Anwälten Stefan Hachmeister und Pajam Rokni-Yazdi vertreten.[4] Vor Gericht gestand er, Pässe und einen Führerschein für Zschäpe, Böhnhardt und Mundlos organisiert zu haben.[8] Er gab zu, 10.000 Euro an seinem Wohnort im niedersächsischen Lauenau für den NSU deponiert zu haben. Er entschuldigte er sich in einer verlesenen Erklärung für seine Tat.[9] Gerlach wurde vom OLG München 2018 zu drei Jahren Haft wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verurteilt.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neonazi-Terrorgruppe: Richter erlässt Haftbefehl gegen Holger G. In: Welt Online. 14. November 2011, abgerufen am 17. November 2011.
  2. NDR Fernsehen: Video "NSU: Holger G. zu drei Jahren Haft verurteilt" - Niedersachsen 18.00. 11. Juli 2018, abgerufen am 12. Juli 2018 (deutsch).
  3. NSU-Prozess: Niedersachse Holger G. verurteilt. Abgerufen am 12. Juli 2018 (deutsch).
  4. a b c d Angelika Henkel, Stefan Schölermann: Holger G. - ahnungsloser Unterstützer? In: tagesschau.de. Norddeutscher Rundfunk, 3. Mai 2013, abgerufen am 3. Mai 2013.
  5. Jörg Diehl, Julia Jüttner: Neonazi-Netzwerk hinter Gittern: Rechte Bande mit Bernd. In: Spiegel Online. 10. April 2013, abgerufen am 3. Mai 2013.
  6. NSU-Ermittlungen: BGH hebt Haftbefehl gegen Holger G. auf. In: Spiegel Online. 25. Mai 2012, abgerufen am 3. Mai 2013.
  7. NSU verwendete Schalldämpfer - aber nicht bei allen Mordanschlägen tagesspiegel.de vom 4. Februar 2014
  8. "Holger G. gesteht und entschuldigt sich " (Memento vom 9. Juni 2013 im Internet Archive) tagesschau.de vom 6. Juni 2013
  9. ""Ablesen ist einfach" (Memento vom 9. Juni 2013 im Internet Archive) tagesschau.de vom 6. Juni 2013
  10. ""Ablesen ist einfach" (Memento vom 9. Juni 2013 im Internet Archive) tagesschau.de vom 6. Juni 2013