Hollen (Beverstedt)

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Hollen
Gemeinde Beverstedt
Wappen von Hollen
Koordinaten: 53° 25′ 30″ N, 8° 42′ 27″ O
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 15,6 km²[1]
Einwohner: 767 (20. Nov. 2019)[2]
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2011
Postleitzahl: 27616
Vorwahl: 04748
Hollen (Niedersachsen)
Hollen

Lage von Hollen in Niedersachsen

Hollen in der Gemeinde Beverstedt
Hollen in der Gemeinde Beverstedt
Die Orte in der Einheitsgemeinde Beverstedt
Hollen von oben

Hollen (niederdeutsch Hollen) ist ein Ortsteil der Gemeinde Beverstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hollen besteht aus den Ortsteilen Hollenerkamp (alter Siedlungskern), Dreieinigkeit, Bei den Bauern (alter Ortskern), Schulstrasse, Alte Reihe, Neue Reihe, Am Felde, Martensreihe, Sühne, Fuchsberg, Hollenerheide sowie den während der Moorkolonisierung durch Jürgen Christian Findorff entstandenen Orten Heise und Oberheise.

Flüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich fließt die Lune auf der Gemarkungsgrenze von Stubben bis Düring und westlich von Heise fließt der kleine Fluss Gackau, die im Volksmund auch einfach die Aue genannt wird. Sie mündet in die Lune und war zur Zeit der Torfgewinnung mit seinen angeschlossenen Kanälen der Transportweg für die Torfkähne von Kransmoor, Heise und Oberheise nach Bremerhaven und Bremen.

Ausdehnung des Ortsgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor einigen Jahrzehnten waren Heise und Oberheise noch eine getrennte Gemeinde, die Heise hieß, aber sie wurden schließlich von der Gemeinde Hollen aufgenommen. Aus Tradition besitzt Heise aber noch seinen eigenen Schützenverein. Die Freiwillige Feuerwehr ist angesichts der Ausdehnung der Ortsteile ebenfalls erhalten geblieben. Hollen ist einer der größeren Orte der Gemeinde Beverstedt.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Düring
(Loxstedt)
Lunestedt – Ortsteil Westerbeverstedt Lunestedt – Ortsteil Freschluneberg
Wittstedt
(Hagen im Bremischen)
Nachbargemeinden
Bramstedt
(Hagen im Bremischen)
Hollen – Ortsteil Heise Bokel

(Quelle:[3])

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hollen wird 1105 in einer Urkunde des Bremer Erzbischofs Friedrich I. im Zusammenhang mit der Bramstedter Kirche erstmals erwähnt. Heute gehört Hollen zur Kirchengemeinde Lunestedt. Mindestens seit dem Dreißigjährigen Krieg gehörte Hollen zum Amt Hagen, das unter schwedischer, hannoverscher und preußischer Herrschaft bis 1885 bestand und dann im Landkreis Geestemünde aufging. Im Jahr 1927 sind Hollen – Heise mit Oberheise noch eigenständig im Landkreis Geestemünde, Amtsgericht Hagen, Post Freschluneberg, Finanzamt Wesermünde-Land. 1932 ging dieser Landkreis im Landkreis Wesermünde auf, dieser wiederum 1977 im Landkreis Cuxhaven.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1968 wurde die zuvor selbständige Gemeinde Heise (mit Oberheise) in die Gemeinde Hollen eingemeindet.[4]

Seit dem 1. November 2011 ist Hollen ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Beverstedt.[5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 451 [7]
1933 495 [8]
1939 512 [8]
1950 743 [9]
1956 703 [9]
1973 869 [10]
1975 0901 ¹ [11]
1980 0848 ¹ [12]
Jahr Einwohner Quelle
1985 874 ¹ [12]
1990 823 ¹ [12]
1995 828 ¹ [12]
2000 884 ¹ [12]
2005 880 ¹ [12]
2010 846 ¹ [12]
2016 7930 [1]
2019 7670 [2]

¹ jeweils zum 31. Dezember

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kommunaler Ebene wird die Ortschaft Hollen vom Gemeinderat aus Beverstedt vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Hollen ist Meinhard Hühnken (SPD). Die Amtszeit läuft von 2016 bis 2021.[2][13]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Hollen stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der im Landkreis Cuxhaven an die 80 Wappen entworfen hat.[14]

Wappen von Hollen
Blasonierung: „In Blau drei aus silbernem Hügel wachsende goldene Riedbüschel.“[14]
Wappenbegründung: Die aus einem Hügel wachsenden Riedbüschel weisen auf die Ableitung des Ortsnamens von der mundartlichen Bezeichnung „Hollen“ für bucklige Erhöhungen im Moor hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Opferstein im Hollener Wald

Opferstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Kreistannen liegt, heute nicht mehr leicht zu finden, der sogenannte „Opferstein“. Mehrere Spaltversuche aus den vorigen Jahrhunderten haben diesen Stein nicht teilen können. In den 1930er Jahren stand dort eine Waldhütte, die ein beliebtes Wanderziel war.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Holländerwindmühle im Ortsteil Heise

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Straße zwischen Hollen und Wittstedt liegt das Museum Jan vom Moor und Klappstau in Heise, das 1998 eingeweiht wurde und die Geschichte der Moorkolonisierung nachzeichnet. Gleich nebenan gibt es eine 120 Jahre alte Galerie-Holländer-Windmühle, die in Privat-Initiative wiederhergestellt wurde. Die Flügel drehen sich kaum noch, aber man kann die Mühle besichtigen und häufig am Wochenende in ihrem Schatten Kaffee trinken.[15]

Im Ortsteil Heise befindet sich das Schulmuseum in der ehemaligen Schule Heise. Dort ist eine Klasse eingerichtet, und viele Objekte aus der Schulgeschichte sind zu sehen: Landkarten, Fibeln, Schulbücher, Hefte usw.[16]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier ist für traditionelle Feiern wie das Schützenfest der Spielmannszug vertreten. Für die eher wildere Variante eines Konzertes gibt es eine Rockband namens Six Tons.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hollen besitzt ein ungewöhnlich breites Spektrum an Sportangeboten für einen Ort in dieser Größe. In der Dorfmitte befindet sich ein Sportplatz, direkt daneben der Trainingsraum des Spielmannszuges und des erfolgreichen Fahnenschwenkervereins, (übrigens: Die Deutsche Meisterschaft im Fahnenschwingen fand 2008, veranstaltet vom Spielmannsverein Hollen, in Beverstedt statt); weiterhin befindet sich dort die im Jahre 2004 fertiggestellte neue Mehrzweckhalle, in der vieles angeboten wird. Zum Beispiel: Volleyball, Tischtennis, Badminton, Aerobic und weitere Sportarten. Außerdem gibt es noch den Schützenverein Hollen, der seinen Schießsport in einer Schützenhalle im Ortsteil Hollenerheide ausübt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hollen sind viele Kleinunternehmer vertreten (etwa ein Friseursalon, eine Firma für Bauelemente), aber auch die Zentrale des Maschinenrings Wesermünde-Osterholz. Im Ortsteil Heise ist das IT-Unternehmen und Systemhaus Iqbal ansässig.[17]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Granz (1938–2013), langjähriger Ortsheimatpfleger von Hollen,[18] Vorsitzender des TSV Hollen (1984–1991)[19]

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Quelle:[20])

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 10–11 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hollen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Informationen über Hollen. In: Webseite Gemeinde Beverstedt. 16. November 2016, archiviert vom Original am 19. September 2018; abgerufen am 2. Dezember 2019.
  2. a b c Informationen über Hollen. In: Webseite Gemeinde Beverstedt. 20. November 2019, abgerufen am 2. Dezember 2019.
  3. Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, abgerufen am 11. Dezember 2019.
  4. Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 10 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).
  5. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt. In: Niedersächsisches Vorschrifteninfomationssystem (NI-VORIS). Landkreis Cuxhaven, 17. Februar 2011, abgerufen am 18. September 2018.
  6. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Beverstedt, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 5/2011. Hannover 17. Februar 2011, S. 61, S. 3 (Digitalisat (Memento vom 26. September 2018 im Internet Archive) [PDF; 155 kB; abgerufen am 26. September 2018]).
  7. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 3. März 2020.
  8. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde (Siehe unter: Nr. 36 und 38). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. a b Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 192 (Digitalisat).
  10. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 47, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 2. Dezember 2019]).
  11. Gemeinden in Deutschland nach Fläche und Bevölkerung. (XLSX; 895 kB) Siehe unter: Niedersachsen, Nr. 1919. In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 1975, abgerufen am 11. Juni 2019.
  12. a b c d e f g Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 2. Dezember 2019.
  13. Die Ortsvorsteher der Gemeinde Beverstedt. In: Webseite CDU Gemeinde Beverstedt. Abgerufen am 19. September 2018.
  14. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  15. Zur Besichtigung kann man sich anmelden bei Dieter Lilkendey, Tel. 04748-544.
  16. Zur Besichtigung kann man sich anmelden bei Meinhard Hühnken, Tel. 04748-1214.
  17. IT Systemhaus IQBAL. In: Webseite IQBAL Systeme GmbH. Abgerufen am 19. September 2018.
  18. Johann Granz – Nachruf I. In: Webseite Nordsee Zeitung. 4. Juni 2013, abgerufen am 19. September 2018.
  19. Johann Granz – Nachruf II. In: Webseite Nordsee Zeitung. 5. Juni 2013, abgerufen am 19. September 2018.
  20. Eberhard Michael Iba (Hrsg.): Hake Betken siene Duven. Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung (= Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung. Band 16). 3. Auflage. Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.