Holm-Seppensen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Holm-Seppensen ist ein Ort in der nördlichen Lüneburger Heide, etwa 6 km südlich von Buchholz in der Nordheide in Niedersachsen gelegen. Verwaltungsrechtlich ist Holm-Seppensen seit 1972 ein Stadtteil von Buchholz in der Nordheide. Zur Ortschaft gehören neben dem Ortsteil Holm-Seppensen die Ortsteile Seppensen im Norden und Holm im Süden.

Lage[Bearbeiten]

Der Ort Holm-Seppensen liegt geografisch zwischen Buchholz in der Nordheide, Sprötze und Holm am nördlichen Rand der Lüneburger Heide. Holm-Seppensen hat einen eigenen Bahnhof an der bis Soltau größtenteils einspurigen Strecke Buchholz (Nordheide)−Soltau–Hannover im Hamburger Verkehrsverbund.

Gebietsreform[Bearbeiten]

Nach der Gebietsreform im Jahre 1972 wurden die einst selbständigen Gemeinden Seppensen, Holm und ein Teil von Lüllau der Stadt Buchholz zugeordnet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Ortschaft Holm-Seppensen besteht aus den drei Ortsteilen:

  • Ortsteil Seppensen
  • Ortsteil Holm-Seppensen
  • Ortsteil Holm

Geschichte[Bearbeiten]

Der Bahnhof Holm-Seppensen im Jahre 1957. Auf dem Bahnsteig Bundeskanzler Konrad Adenauer mit seiner Sekretärin und Regierungssprecher Felix von Eckardt.

Die Siedlung Holm-Seppensen entstand 1901, als Holm und Seppensen einen eigenen Bahnhof an der neuen Verbindung BuchholzSoltau, der Heidebahn bekommen sollten. Da die beiden Dörfer sich aber nicht auf einen Standort einigen konnten, entstand der Bahnhof mitten in der damaligen Heidelandschaft genau zwischen den beiden Orten. Holm-Seppensen wurde Naherholungsziel der nahen Großstadt Hamburg.

Mit der Wandervogel-Bewegung kamen immer mehr Menschen nach Holm-Seppensen in Zügen, die an manchen Wochenenden völlig überfüllt waren. Bald entstanden das erste Gasthaus, ein Kino, ein Lebensmittelgeschäft und als besonderer Anziehungspunkt ein Naturbadeteich mit Zeltplatz. Ein zweites Gasthaus an der Seppenser Mühle in knapp zwei Kilometer Entfernung zum Bahnhof wurde ein beliebtes Ausflugsziel.

Zwischen dem Ersten Weltkrieg und dem Zweiten Weltkrieg wurden viele Wochenendhäuser errichtet, aus denen sich eine lockere Ansiedlung mit Grundstücksgrößen zwischen 4000 und 8000 m² bildete. Im Laufe des Zweiten Weltkrieges fanden in Holm-Seppensen viele Hamburger Zuflucht, insbesondere nach der schweren Bombardierung Hamburgs im Sommer 1943. Die Umwandlung von Wochenendhäusern in Gebäude zur dauerhaften Nutzung, die Verdichtung der Bebauung mit stetig kleiner werdenden Grundstücken und die Umwandlung der umliegenden offenen Heideflächen in Waldflächen veränderten das Ortsbild nach dem Zweiten Weltkrieg in hohem Maße.

Am 1. Juli 1972 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Holm und Seppensen sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Lüllau (im Bereich Thelstorf) und im Zuge der Gemeindereform der Stadt Buchholz zugeschlagen[1], nachdem eine Zusammenlegung mit den Gemeinden Sprötze, Schierhorn und Handeloh nicht zustande gekommen war. Dieses Gebiet wurde unter der Ortschaftsbezeichnung Holm-Seppensen zusammengefasst.

Holm-Seppensen liegt an Bahnstrecke Heidebahn. Diese Strecke beginnt in Buchholz und endet in Soltau, die Züge fahren aber seit 1999 teilweise auch über Soltau hinaus bis Bennemühlen oder zum Hannover Hauptbahnhof. Seit mehreren Jahren setzte sich der im Sommer 2003 gegründete Verein Kulturbahnhof Holm-Seppensen für das längere Zeit leerstehende Bahnhofsgebäude ein. Der Verein hat mittlerweile das Empfangsgebäude von der Stadt Buchholz gepachtet und renoviert. Hier werden nunmehr auch diverse Veranstaltungen durchgeführt, beispielsweise verschiedenste Kurse, Vorträge, Lesungen, Ausstellungen und Konzerte. Außerdem befindet sich in dem Bahnhofsgebäude die neu eingerichtete Heidebücherei. Somit bildet der alte Bahnhof durch seine Umnutzung wieder einen Mittelpunkt des Ortes.

Politik[Bearbeiten]

Wahl zum Ortsrat der Ortschaft Holm-Seppensen 2011
in Prozent
 %
40
30
20
10
0
31,0 %
23,6 %
22,3 %
19,3 %
3,8 %
keine
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-2,1 %p
+9,3 %p
+2,6 %p
+1,7 %p
-1,2 %p
-10,1 %p
Sonst.
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/KEINFEHLER-Parameter angegeben

Wahlen zum Ortsrat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2006[Bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 10. September 2006 erreichten bei einer Wahlbeteiligung von 55,7 % (in Klammern die Zahl der Mandate) CDU 33,1 % (4), SPD 19,7 % (2), Bündnis 90/Die Grünen 14,3 % (2), FDP 5,0 % (0), Unabhängige Wählergemeinschaft Buchholz/Holm-Seppensen (UWG) 17,6 % (2), Initiative dezentrale Abwasserentsorgung (IDA) 8,7 % (1), Bürgerunion Buchholz (BUB) 1,4 % (0).

Kommunalwahl 2011[Bearbeiten]

Bei der Kommunalwahl am 11. September 2011 erreichten bei einer Wahlbeteiligung von 59,5 % (in Klammern die Zahl der Mandate) CDU 31,0 % (3), SPD 22,3 % (3), Bündnis 90/Die Grünen 23,6 % (3), FDP 3,8 % (0), Unabhängige Wählergemeinschaft Buchholz/Holm-Seppensen 19,3 % (2).

Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

Der Vorsitzende des Ortsrates wird gemäß der Hauptsatzung der Stadt Buchholz in der Nordheide durch die elf Ortsräte gewählt. Der Vorsitzende des Ortsrates führt die Bezeichnung "Ortsbürgermeister".

Holm-Seppensener Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

  • 1948–1986: Richard Heuer (bis 1972 Bürgermeister der Gemeinde Seppensen, Wählergemeinschaft / CDU)
  • 1986–2001: Dieter Hoppe (SPD)
  • 2001–2005: Regina Spandau-Mylius (Bündnis 90/Die Grünen)
  • 2005–2006: Hannelore Mottig (SPD)
  • 2006–2011: Bettina Jägersberg (CDU)
  • seit 2011: Rainer Breckmann (SPD)

Kultur und Bildung[Bearbeiten]

Natur[Bearbeiten]

Den Ort Holm-Seppensen umgibt eine abwechslungsreiche Heide-, Wald-, Wiesen- und Ackerlandschaft, von den Lohbergen herab bis zu den der Seeve zufließenden Bächen.

Besondere Touristen-Attraktionen sind der am Campingplatz Holm-Seppensens liegende Naturbadeteich, der als Angelsee genutzte Seppenser Mühlenteich, die Heidelandschaft des Büsenbachtals mit dem Pferdekopf, die Höllenschlucht und der ebenfalls inmitten einer Heidelandschaft gelegene 129 m hohe Brunsberg.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Auch das Heimatmuseum „Sniers Hus“ ist eine besondere Touristen-Attraktionen Holm-Seppensens. Das Museum ist ein idyllisch anmutendes Hofensemble, das seit den 1970er Jahren in Seppensen entstand. Hier werden verschiedene vor dem Abriss gerettete bäuerliche Gebäude der nahen Umgebung gezeigt. Ergänzt werden die gezeigten Gebäude des Heimatmuseums durch eine lokalgeschichtliche Ausstellung, die die Besiedlungsgeschichte der Region darstellt. Die Ausstellung ist in der ehemaligen Schule untergebracht.

In Holm befindet sich eine intakte Wassermühle, deren vollständig funktionstüchtiges Mahlwerk regelmäßig an Mahl- und Backtagen in Gang gesetzt wird. Das dort ausgemahlene Mehl wird meist am gleichen Tag nach überlieferten Rezepten verarbeitet, im Backhaus des „Sniers Hus“ ausgebacken und anschließend verkauft. Die Wassermühle wird vom Geschichts- und Museumsverein Buchholz betreut.

In der Nähe Holm-Seppensens liegt das Gelände des Alaris Schmetterlingspark Buchholz. In drei unterschiedlich klimatisierten Hallen (tropische, subtropische und mediterrane Klimazone) erlebt man je nach Jahreszeit unterschiedliche Arten von hunderten frei fliegender Schmetterlinge inmitten ihrer Wirts- und Futter-Pflanzen.

In der Ortschaft Holm-Seppensen befindet sich in dem Germuth-Scheer-Hus eine Altenbegegnungsstätte auf einem 7000 m² großen parkähnlichem Areal.

Am letzten August-Wochenende findet in Holm-Seppensen alljährlich das Heideblütenfest statt, das vom Bürger- und Verkehrsverein veranstaltet wird. Schon seit 1949 wird hier eine Heidekönigin gewählt, jüngeren Datums ist die Wahl eines Heidekönigs.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Der Ort Holm-Seppensen hat einen Sportverein, der 1949 als SV Holm gegründet und später erweitert wurde. Heute heißt der Sportverein SV Holm-Seppensen. Die angebotenen Sparten des Vereines sind Fußball, Gymnastik, Judo, Sportakrobatik, Tischtennis, Turnen und Volleyball. Der Verein hat knapp 600 Mitglieder. Der Verein besitzt ein Vereinsheim und einen Fußballplatz in Wörme. Dem Verein steht auch der Schulsportplatz und die Schulsporthalle der Mühlenschule zur Verfügung. In Holm-Seppensen sind ferner der 1969 gegründete Tennisclub „TC Seppensen“ mit acht Außen- und drei Hallenplätzen ansässig, sowie der 1972 gegründete „Tennisclub TC Nordheide“ mit sechs Außen- und drei Hallenplätzen.

1982 wurde in Holm-Seppensen ein Golfclub (Golf Club Buchholz-Nordheide e. V.) gegründet. Seit Ende 2007 existiert eine Bowling-Anlage in Holm-Seppensen, die ehemals eine Tennishalle des TC Nordheide war.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Holm-Seppensen verfügt mit der Mühlenschule über eine Grundschule, sowie über zwei Kindergärten (evangelischer Kindergarten "Am Schoolsolt" und der Kindergartenverein Seppensen e.V.). Seit November 1998 hat Holm-Seppensen einen Jugendtreff, der zweimal wöchentlich geöffnet ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dierk Lawrenz / Lothar Eichmann: Die Heidebahn - Von Buchholz über Schneverdingen nach Soltau. 85 Jahre durch die Lüneburger Heide, EK-Verlag: Freiburg 1986, ISBN 3-88255-209-3 [2., überarbeitete und neu bebilderte Ausgabe, EK-Verlag: Freiburg 1997, ISBN 3-88255-419-3].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 229.

Weblinks[Bearbeiten]

53.285939.87111Koordinaten: 53° 17′ N, 9° 52′ O