Holmens Kirke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Holmens Kirke, im Vordergrund die Sakristei

Die Holmens Kirke ist eine evangelisch-lutherische Kirche in Kopenhagen in der Nähe des Parlaments direkt am Holmens Kanal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Holmens Kirke war 1562 ursprünglich als Ankerschmiede der unter König Christian III. angelegten militärischen Dockeinrichtungen auf dem Bremerholm erbaut worden. Damit der Anblick des langgestreckten, flachen Werkstattgebäudes den Ausblick vom königlichen Schloss nicht störte, wurde es hinter einem Turm im italienischen Renaissancestil „versteckt“.

Christian IV. siedelte auf dem Holm Angehörige der Königlichen Marine an, für die eine eigene Kirche benötigt wurde. Nachdem 1617 eine neue Schmiede errichtet worden war, wurde das bisherige Werkstattsgebäude zu einer Kirche umgewandelt und am 5. September 1619 geweiht. Der ursprüngliche Grundriss blieb erhalten. Der italienische Turm diente als Glockenturm. Da die Kirche ursprünglich ein profanes Gebäude war, ist sie nicht geostet. Ihr Eingangsportal befand sich an der südöstlichen Schmalseite. Gestühl und Altar schuf Engelbret Melstede. Wo der Altar in dieser ersten Kirche stand, ist nicht überliefert. Das kleine Gebäude wurde bald zu eng für die wachsende Gemeinde.

Der Westgiebel der Holmens Kirke direkt am Holmens Kanal wurde 1641 aus dem 1562 errichteten Turm gebildet.

1641 wurde die Kirche zu ihrem heutigen kreuzförmigen Grundriss erweitert. Baumeister Leonhard Blasius fügte die etwas kürzeren Querarme hinzu, integrierte den Turm im Südwesten der Kirche als Westgiebel und stockte das alte Gebäude auf die Höhe des Turmes auf. Die Kirche steht auf einem Fundament von Granitsteinen. Die neuen Gebäudeteile sind aus gelben Ziegeln errichtet, die etwas kleiner sind als bei dem Turm. Die neuen Giebel, die nach dem Vorbild des renaissancezeitlichen Turmes entstanden, sind wesentlich schlichter als dieser. Sie wurden verputzt. Das rot-gelbe Mauerwerk ist nur aufgemalt, um das gleiche Material wie beim Turm vorzuspiegeln. Dies Bemalung wurde 1763 erneuert. Das Portal der alten Kirche wurde an den Ostgiebel versetzt. Über der Vierung wurde ein Dachreiter für die Glocken errichtet.

Die am Ufer des Holmens Kanal liegenden Grabkapelle

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden an die Kirche mehrere kleine Grabkapellen angebaut, darunter 1697 die für Niels Juel. 1705–08 wurde die große Kapelle hinzugefügt, die sich entlang des Kanalufers erstreckt und in der u. a. Christian Frederik Hansen beigesetzt ist. Auch Niels Juel wurde dorthin umgebettet. Seine Grabkapelle wurde durch eine Sakristei ersetzt.

1776 wurde die Decke mit Stuck verziert. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fanden mehrere große Reparaturen und Umgestaltungen statt.

Heute dient die Kirche den Einwohnern der Stadtteile Bremerholmen (Gammelholmen) und Slotsholmen als Pfarrkirche und als Seemannskirche. 1967 heiratete hier Königin Margarethe II.

Inventar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brände von Stadt und Schloss 1728 und 1794, die Belagerung von 1658 bis 1660 und das Bombardement 1807 überstand die Kirche weitgehend unbeschadet, weshalb ihr Inventar aus dem 17. Jahrhundert erhalten blieb.

Der 1614 für die Kirche geschaffene Altar wurde 1661 ersetzt. Den alten Altar bekam die Kirche in Grenaa. Der sich noch heute in der Kirche befindliche Altar stammt von Organisten und Bildschnitzer Abel Schrøder (1606–1676) aus Næstved, der auch die Kanzel und die Figuren auf dem Chorgitter der Kirche schuf. Letztere befinden sich heute an der Orgelempore. Auf der Rückseite wurde 1702 eine Inschrift angebracht, auf der die Geschichte der Kirche berichtet wird.[1]

Taufbecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche besitzt drei Taufbecken: Das schmiedeeiserne Taufbecken von 1641, ein Werk des an der Holmer Schmiede beschäftigten Schmiedemeisters Hans Ulriksen Svitzer, trägt das Monogramm von Christian IV. Es stand ursprünglich umgeben von einem Gitter nahe dem östlichen Hauptportal. Bei einer Vergrößerung des Gestühls wurde es Ende des 17. Jahrhunderts an der Nordrand des östlichen Querschiffes verlagert. 1756 wurde eine neue Taufkapelle in der südwestlichen Ecke geschaffen, für die der englischstämmige Bildhauer Carl Frederik Stanley ein klassizistischen Taufbecken herstellte. Das schmiedeeiserne Taufbecken wurde aus der Kirche entfernt und kam 1824 ins Nationalmuseum. Die Taufkapelle wurde 1872 erneuert. Dafür schuf Ludvig Fenger ein neues Taufbecken aus Sandstein und Marmor, das sich heute in der großen Kapelle befindet. Stanleys Becken fand einen neuen Platz erst in der Hvidovre Kirke und dann in der Kopenhagener Nikolaikirche. Seit 1921 befindet das schmiedeeiserne Taufbecken sich wieder in der Kirche im Mittelpunkt der Vierung. Als die Nikolaikirche 1957 säkularisiert wurde, kehrte auch Stanley weißes Marmorbecken an seinen ursprünglichen Platz in die Holmens Kirke zurück.

Epitaphien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kirche und der großen Grabkapelle befinden sich ungefähr 150 Grabmäler.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Holmens Kirke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Inschrift auf der Altarrückseite in der dänischsprachigen Wikisource

Koordinaten: 55° 40′ 35,6″ N, 12° 35′ 1,2″ O