Holodomor

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Gedenkmünze der Ukraine, 2005
Molotow (stehend) und Stalin (Mitte) beim 17. Parteitag der KPdSU, 1934

Der Begriff Holodomor (ukrainisch Голодомор, wörtliche Übersetzung: Tötung durch Hunger) bezeichnet eine schwere, menschengemachte Hungersnot in der Ukraine in den Jahren 1932 und 1933, der mehrere Millionen Menschen zum Opfer fielen. Die Bewertung der historischen Ereignisse ist umstritten. Im Kern der Debatte steht die Frage, ob die Hungersnot durch die Politik Stalins vorsätzlich verursacht wurde, um den Widerstand der Ukrainer zu brechen, oder ob die Ursachen in erster Linie in wetterbedingten Missernten und der Zwangskollektivierung zu finden sind, wie sie es auch in anderen Sowjetrepubliken zu jener Zeit gab.

Nach Berechnungen der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften, die im November 2008 veröffentlicht wurden, betrug die Opferzahl in der Ukraine ca. 3,5 Millionen Menschen.[1] Andere Schätzungen gehen von 2,4 Millionen bis 7,5 Millionen Hungertoten aus. Der britische Historiker Robert Conquest beziffert die Gesamtopferzahl auf bis zu 14,5 Millionen Menschen. Hierbei wurden neben den Hungertoten auch die Opfer der Kollektivierung und Entkulakisierung und der Geburtenverlust hinzugerechnet.[2]

Die Ukraine bemüht sich seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991, vor allem aber unter dem ehemaligen Präsidenten Wiktor Juschtschenko, um eine internationale Anerkennung des Holodomors als Völkermord. Die Regierung Russlands versucht dies zu verhindern.[3]

Verlauf[Bearbeiten]

Hungersnot in der Sowjetunion[4]
Fußgänger und Leichen verhungerter Bauern auf einer Straße in Charkiw, 1933 (Bild: Gareth Jones)
1933 bei Charkiw – Text auf dem Schild: „Der Aushub von Gräbern ist an dieser Stelle kategorisch verboten“ (Bild: Alexander Wienerberger)
Abtransport der Ernte durch sog. Rote Züge, 1932

Der Holodomor begann mit einer schweren Dürre im Winter und Frühjahr 1931/1932 und dauerte bis Juli 1933. Trotz des Hungers der Landbevölkerung erhöhten die Parteikader die Abgabenquote auf 44 Prozent. Während im Jahr 1931 noch 7,2 Millionen Tonnen Getreide in der Ukraine requirierten wurden, sank dieser Wert trotzdem auf 4,3 Millionen Tonnen im Jahr 1932. Das Getreide wurde größtenteils zur Devisenbeschaffung am Weltmarkt verkauft. Die Einnahmen wurden zur Industrialisierung der sowjetischen Wirtschaft benötigt.

Im Zuge der Kollektivierung der Landwirtschaft war es seit der Machtübernahme der Bolschewiki im Jahr 1917 mehrfach zu schweren Hungersnöten auf dem Gebiet der Sowjetunion gekommen. Anders als in anderen von Dürre betroffenen Gebieten, schloss die Regierung zu Beginn der Hungersnot jedoch die ukrainischen Grenzen für die Ausreise, was eine Flucht aus den Hungergebieten unmöglich machte.[5] Bolschewistische Brigaden suchten nach versteckten Lebensmitteln. Dörfer wurden systematisch ausgeplündert. Viele Bauern verloren ihren gesamten Besitz und endeten als Bettler in den Städten. In der Bevölkerung kam es zu Kannibalismus.[6][7][8]

Politischer Kontext[Bearbeiten]

Stalin verfolgte das politische Ziel, den ukrainischen Freiheitswillen zu unterdrücken und die sowjetische Herrschaft in der Ukraine zu festigen. Die Sowjets waren bereits zuvor radikal gegen die Intelligenzija und den ukrainischen Klerus vorgegangen. Zwischen 1926 und 1932 wurden durch die Kommunisten 10.000 Kleriker liquidiert. Allein im Jahr 1931 wurden mehr als 50.000 Intellektuelle nach Sibirien deportiert, darunter die 114 wichtigsten Dichter, Schriftsteller und Künstler des Landes. Hiernach wandten sich die Sowjets nun gegen die Bauernschaft, die sich weiterhin hartnäckig der Kollektivierung und Umerziehung widersetzte. Im Sinne einer „Russifizierung“ sollte die ukrainische Kultur ausgemerzt werden, so dass nur noch eine sowjetische Kultur übrig bliebe.[7]

1932 erhielt Stanislaw Redens – seit Juli 1931 Leiter der ukrainischen GPU und seit 1921 Schwager von Stalins Ehefrau (Suizid am 9. November 1932) – zusammen mit dem dortigen Ersten Sekretär der Kommunistischen Partei der Ukraine (KPU), Stanislaw Kossior, die Aufgabe, als Bestandteil der Kollektivierung einen Plan zu entwickeln, um die „Kulaken und die petljurschen Konterrevolutionäre“ zu liquidieren. Zweitausend Kolchosvorsitzende wurden daraufhin verhaftet. Als im Januar 1933 das Getreidesoll nicht erreicht war, löste man Redens in der Ukraine ab.[9]

Am 28. November 1932 beschloss das Politbüro der Ukraine unter (dem späteren sowjetischen Außenminister) Wjatscheslaw Molotow – als Bevollmächtigtem von Generalsekretär Stalin – die Verhängung von „Naturalienstrafen“ und die Einführung von „Schwarzen Listen“ gegen opponierende Bauern. In der Folge wurden die Lebensmittelforderungen an die Bauern drastisch forciert. In den Dörfern wurden darüber hinaus Haushaltsgegenstände wie Seife oder Kerosin konfisziert. In der Folge von Strafabgaben verloren viele Bauernfamilien ihren gesamten Besitz und endeten um Essen bettelnd in den Städten.[10]

Der Anteil ukrainischstämmiger Bürger auf dem Gebiet der Ukrainischen Sowjetrepublik sank durch Umsiedlung und Hunger von 1920 bis 1939 von 80 Prozent auf 63 Prozent bzw. von 23,2 Million auf 19,6 Millionen. Gleichzeitig nahm der Anteil an Nichtukrainern um 5,6 Millionen zu. Beim 12. Kongress der KPU in Charkiw verkündete der russische Abgesandte Pawel Postyschew, das Jahr 1933 sei das Jahr des Sieges gegen die ukrainische Konterrevolution.

Stalin ließ zwischen 1938 und 1940 die wichtigsten Mitwisser – Postyschew, Redens und Kossior – wegen vorgeschobener Beschuldigungen vor Gericht stellen, aburteilen und hinrichten.

Internationale Berichterstattung[Bearbeiten]

Über die Hungerkatastrophe in der Ukraine wurde in den internationalen Medien relativ wenig berichtet. Die Journalisten Gareth Jones und Malcolm Muggeridge brachten das Thema erstmals im Frühjahr 1933 an die Weltöffentlichkeit. Sowjetfreundliche Journalisten wie Walter Duranty von der New York Times stellten die Lage jedoch als weniger dramatisch dar. Gleichzeitig dominierte in den internationalen Medien der Aufstieg Hitlers zum Diktator Deutschlands. In der Nachkriegszeit wurde die Frage aufgeworfen, ob Duranty bei seiner Darstellung bewusst gelogen habe.

Die Regierung versuchte aktiv das Geschehen vor der Weltgemeinschaft zu verbergen. Eine Gruppe englischer Sozialisten, unter ihnen der Schriftsteller George Bernhard Shaw, die die Sowjetunion zu jener Zeit bereisten, berichteten von vollen Restaurants und großzügigen Menüs. Der ungarische Schriftsteller Arthur Koestler notierte über seine Beobachtungen in Charkiw jedoch:

„Unter meinem Fenster in Charkov zogen jeden Tag Leichenbegängnisse vorbei. Kein einziges Wort über die örtliche Hungersnot, über Epidemien, das Aussterben ganzer Dörfer. Man bekam ein Gefühl traumhafter Unwirklichkeit; die Zeitungen schienen von einem ganz anderen Land zu sprechen, das keinerlei Berührungspunkte mit dem täglichen Leben, das wir führten, hatte, und ebenso verhielt es [sich] mit dem Rundfunk.“[10]

Aufarbeitung[Bearbeiten]

Kontroverse innerhalb der Ukraine[Bearbeiten]

Dmitri Medwedew und Wiktor Janukowytsch an der „Gedenkstätte für die Opfer des Hungers“ in Kiew. Beide lehnten eine historische Untersuchung und eine Kategorisierung als „Völkermord“ ab.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion entwickelte sich der Umgang mit der Erinnerung an den Holodomor für die Ukraine zu einer Kernfrage nationaler Identität. Ukrainischsprachige Politiker versuchten die historische, politische und persönliche Aufarbeitung der Thematik voranzubringen und dem Holodomor international Beachtung zu verschaffen. Wiktor Juschtschenko machte das Thema so zu einer seiner wichtigsten Aufgaben. Die Aufarbeitung stieß bei der russischen Regierung auf Ablehnung.[11] Der russische Präsident Dmitri Medwedew schlug die Einladung zu einer Gedenkveranstaltung in Kiew im November 2008 aus, da diese dazu diene, das „ukrainische Volk dem russischen zu entfremden“.[12] Russland sieht sich in der Debatte hiernach in der historischen Nachfolge der Sowjetunion.[13]

Russischsprachige Mandatsträger wie Wiktor Janukowitsch versuchten hingegen, die intensiven Verbindungen zu Russland zu erhalten. Eine Vergangenheitsbewältigung im Sinne einer historischen Untersuchung und Bewertung war unter seiner Führung unerwünscht. Viele ukrainische Archive wurden wieder geschlossen.[14] Diese Politik wurde auch von der russischen Regierung getragen. Eine Aufarbeitung stalinistischer Verbrechen wird als Bedrohung der russischen Staatsräson erachtet, wonach die Ukraine einen Teil der russischen Einflusssphäre darstellt.[15][16]

Historische Debatte[Bearbeiten]

In der Sowjetunion wurde die Hungerkatastrophe lange Zeit vollständig verschwiegen. Unter Breschnew wurde in sowjetischen Schulbüchern zwar die Hungersnot an der Wolga erörtert, der Hunger in der Ukraine jedoch an keiner Stelle thematisiert.[17] Auch die Menschen untereinander sprachen „aus Angst vor den Kommunisten“ nicht über die Ereignisse.[18] Erst langsam wird das Thema öffentlich diskutiert und historisch eingeordnet. Während in der Ukraine die Archive seit 2009 langsam geöffnet werden, bleiben viele russische Akten, insbesondere des Innenministeriums und des KGB weiterhin für die Öffentlichkeit unzugänglich.[19]

Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob die Hungerkatastrophe Zweck oder Folge der stalinistischen Politik gewesen ist.[20] Insbesondere ukrainische Geschichtswissenschaftler betonen, dass es sich um eine systematische und vom Regime Stalins organisierte Hungersnot gehandelt habe. Der ungarische Historiker Miklós Kun meint: „Es war eine bewusste und systematische Ermordung von Millionen Menschen. (...) Während in ukrainischen Dörfern die verzweifelten, vor Hunger irre gewordenen Menschen die grünen Zweige der Bäume aßen, wurden ukrainische Lebensmittel auf Stalins Befehl in anderen sowjetischen Republiken im Rahmen des sogenannten „sowjetischen Dumpings“ zu günstigen Preisen verkauft“.

Der ukrainische Geschichtswissenschaftler Wassili Marotschko vom Zentrum zur Erforschung des Genozids an der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften kommt aufgrund ausgewerteter Stalintelegramme zu dem Schluss, dass eine direkte Verantwortung des Diktators sowie seines Vertrauten Kaganowitsch und Molotows erwiesen sei. Immer wieder sei von einer Lösung „der ukrainischen Frage“ die Rede. Die ethnische Komponente werde in diesem Zusammenhang immer wieder betont.[10]

Demgegenüber argumentieren vor allem russische Historiker, dass die Hungersnot in erster Linie die Folge einer schlechten Ernte gewesen sei, die durch die Kollektivierung der Landwirtschaft und den damit verbundenen Widerstand der ukrainischen Bauern verschlimmert worden sei. Alexander Watlin kritisiert den Begriff Holodomor, weil er verwendet werde, um die tragischen Folgen der über die Ukraine hinausgehenden Kollektivierung politisch zu instrumentalisieren. Weiterhin weist er darauf hin, dass die Hungersnot dieser Zeit nicht allein die Ukraine, sondern auch andere Gebiete der Sowjetunion betraf, sie seiner Meinung nach also nicht gezielt gegen die Bevölkerung der Ukraine organisiert wurde.[21]

Der deutsche Soziologe Gunnar Heinsohn stellte fest, dass in der Ukraine, in Kasachstan und einigen Kaukasusgebieten, in denen starker Widerstand gegen die Enteignungen im Rahmen der Zwangskollektivierung vorhanden war, dieser mit dem Mittel einer absichtlich herbeigeführten und durch Zwangsrequirierungen verschlimmerten Hungersnot gebrochen werden sollte. Auch die Unabhängigkeitsbewegungen dieser Völker sollten auf diese Weise getroffen werden. So unterband die kommunistische Partei auch die Versorgung der Hungernden und die Ausreise aus den Hungergebieten. So gab Wjatscheslaw Rudolfowitsch Menschinski, Leiter der Geheimpolizei GPU den Befehl, den Getreidebeschaffungsplan bedingungslos zu erfüllen. Die ukrainische Geheimpolizei unter Wsewolod Balyzkyj ließ daraufhin Hungerflüchtlinge erschießen sowie deren Lebensmittelbestände und Vieh konfiszieren.[22][23] Dieses gesamte Vorgehen wird von Heinsohn als Mischung von Politizid und Genozid bezeichnet, deren wahrheitsgemäße Darstellung oft aus politischen Gründen als „böswilliger Antikommunismus“ diffamiert werde.[24]

Bewertung als Völkermord[Bearbeiten]

Karte der Länder, die den Holodomor als Völkermord an Ukrainern anerkennen

Im Jahr 1953 verfasste der polnische Menschenrechtler Raphael Lemkin, der nach dem Zweiten Weltkrieg die UNO-Konvention gegen den Völkermord erarbeitet und den Begriff Genozid definiert hatte, einen detaillierten Bericht über den Holodomor. Er nennt darin die ukrainische Hungersnot „das klassische Beispiel eines sowjetischen Genozids“.[25] Nach Lemkin nutzte Stalin den Hunger gezielt, um den Widerstand der Bauern zu brechen.[7]

Unter Präsident Wiktor Juschtschenko bemühte sich die ukrainische Regierung darum, dass der Holodomor weltweit als Genozid am ukrainischen Volk anerkannt wird. Neben der Ukraine haben Argentinien,[26] Australien,[27] Aserbaidschan, Belgien, Brasilien, Ecuador, Estland, Georgien,[28] Italien, Kanada,[29] Kolumbien, Lettland, Litauen,[30] Moldawien, Paraguay, Peru, Polen,[31] Spanien, Tschechien,[32] Ungarn,[33] die USA[34] und der Vatikan[35] den Holodomor offiziell als Völkermord anerkannt.

In den Jahren 2003 und 2006 erklärte das ukrainische Parlament den Holodomor offiziell zum Genozid am ukrainischen Volk.[36]

Am 23. September 2008 erkannte das Repräsentantenhaus des Kongress der USA den Holodomor in der Ukraine 1932–1933 als Genozid am ukrainischen Volk an.[37][38]

Position Russlands[Bearbeiten]

Die Regierung Russlands, dem wichtigsten Rechtsnachfolger der Sowjetunion,[39] lehnt die Bezeichnung Genozid für den Holodomor weiterhin ab. Dem Außenministerium der Russischen Föderation nach seien dem Hunger in der Sowjetunion 1932–1933 nicht nur Angehörige des ukrainischen Volkes zum Opfer gefallen, sondern auch Russen und Angehörige zahlreicher weiterer Ethnien. Dort besteht der Verdacht, dass der Holodomor von „bestimmten politischen Kreisen“ in der Ukraine missbraucht werde.[40] Wikileaksveröffentlichungen zufolge berichtete Andrew, Duke of York der US-amerikanischen Botschafterin in Bischkek (Tatiana Gfoeller), dass Wladimir Putin Regierungen anderer Länder, insbesondere Aserbaidschans unter Druck setze, den Holodomor nicht als Völkermord anzuerkennen.[41]

Position des Europarates[Bearbeiten]

Die Parlamentarische Versammlung des Europarates (PACE) lehnte im April 2010 die von ukrainischen Opposition gewünschte Bezeichnung Genozid in ihrer Resolution über die Hungerkatastrophe der 1930er Jahre in der UdSSR ab.[42] Zuvor war der damalige ukrainische Präsident Wiktor Janukowytsch vor der Versammlung aufgetreten und hatte sich ebenso gegen die Definition als Genozid ausgesprochen.

Anerkennung des Holodomor als Verbrechen gegen die Menschlichkeit[Bearbeiten]

Am 23. Oktober 2008 erkannte das Europäische Parlament in einer Resolution den Holodomor als Verbrechen gegen die Menschlichkeit an.[43]

Etymologie[Bearbeiten]

Das Wort „Holodomor“ setzt sich aus den zwei ukrainischen Wörtern „Holod“ und „Mor“ zusammen. „Holod“ („голод“) heißt „Hunger“, „Mor“ ist ein altes ostslawisches Wort und bedeutet „Tod“, „Seuche“, „Massensterben“; in den modernen Sprachen (sowohl Ukrainisch als auch Russisch) bedeutet es „Vertilgung“. Holodomor heißt somit wörtlich „Hungertod“. Mit dem Wort Holocaust besteht kein sprachgeschichtlicher Zusammenhang.

Rezeption[Bearbeiten]

Photographie

  • Photographien aus dem Bestand des Zentralen Staatlichen Kino-Foto-Phono-Archivs der Ukraine (Ukrainisch: Центральний державний кінофотофоноархів України)[44]
  • Ukrainer in Ungarn: Fotos von Holodomor[45]
  • Holodomor. / Dokumentarfilme, Sendungen[46]

Filme

  • Neznanyj holod (Der unbekannte Hunger) (Незнанный Голод)[47], Kanada, 1983
  • Zhnyva rozpatschu (Ernte der Verzweiflung) (Жнива розпачу) Kanada, 1984,
  • '33, svidtschennya otschewydtsiw ('33, Augenzeugenberichte)(33-й, свідчення очевидців), Ukraine, 1989
  • Pid znakom bidy (Unter dem Zeichen des Unglücks) (Під знаком біди), Ukraine, 1990
  • Holod – 33 (Hunger – 33) (Голод – 33)[48], Ukraine, 1991
  • Velykyj slam (Der große Umbruch) (Великий злам), Ukraine, 1993
  • Pieta (Пієта), Ukraine, 1994
  • Ukrajins'ka nitsch 33-ho (Ukrainische Nacht von 1933) (Українська ніч 33-го), Ukraine, 2002
  • Tschas temrjavy (Die Zeit der Dunkelheit, Час темряви), Ukraine, 2003
  • Holodomor 1932–1933 r.r. (Голодомор 1932–1933 р.р.), Ungarn, 2004
  • Velykyj Holod (Der große Hunger) (Великий Голод)[49], Ukraine, 2005
  • Tajna propavshej perepisi (Das Geheimnis der verschollenen Volkszählung) (Тайна пропавшей переписи), Russland, 2005
  • Holodomor. Tehchnologiji genozydu (Holodomor. Technologien des Genozids) (Голодомор. Технології геноциду), Ukraine, 2005
  • Holodomor. Ukrajina (Holodomor. Ukraine) (Голодомор. Україна), Ukraine, 2005
  • Holodomor. Ukrajina 20-ho stolittja (Holodomor. Ukraine im 20. Jh.) (Голодомор. Україна ХХ століття)
  • Zhyty zaboroneno (Zu leben ist verboten) (Жити заборонено)
  • Holodomor. Hungersnot in der Ukraine 1932–33, Fotofilm, Österreich, 2010
  • The Soviet Story, Dokumentarfilm, der unter anderem den Holodomor zum Gegenstand hat, wurde u.a. im Europäischen Parlament gezeigt

Ausstellungen

  • Holodomor – der unbekannte Völkermord 1932–1933, 13357 Berlin, Bunker am Blochplatz, Ecke Bad-/Hochstraße, 29. November bis 16. Dezember 2009[50]
  • Holodomor. Hungersnot in der Ukraine 1932–33, ab 19. November 2010, Katholische Hochschulgemeinde Graz, Leechgasse 24, 8010 Graz, Österreich

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Levon Chorbajian, George Shirinian (Hrsg.): Studies in Comparative Genocide. St. Martin's Press, New York NY 1999, ISBN 0-312-21933-4.
  • Robert Conquest: The Harvest of Sorrow. Soviet Collectivization and the Terror-Famine. The University of Alberta Press in Association with the Canadian Institute of Ukrainian Studies, Edmonton 1987, ISBN 0-88864-128-1.[51]
  • Robert Conquest: La grande terreur. Les purges staliniennes des années 30. Précédé des Sanglantes moissons. La collectivisation des terres en URSS. R. Laffont, Paris 1995, ISBN 2-221-06954-4.
  • Robert Conquest: Ernte des Todes. Stalins Holocaust in der Ukraine 1929–1933. Langen Müller, München 1988, ISBN 3-7844-2169-5.
  • Robert W. Davies, Stephen G. Wheatcroft: The Years of Hunger. Soviet Agriculture 1931–1933 (= The Industrialisation of Soviet Russia. Bd. 5). Palgrave Macmillan, Basingstoke u. a. 2004, ISBN 0-333-31107-8.
  • Robert W. Davies, Stephen G. Wheatcroft: Stalin and the Soviet Famine of 1932–33 – A Reply to Ellman. In: Europe-Asia Studies. Bd. 58, Nr. 4, 2006, ISSN 0038-5859, S. 625–633, doi:10.1080/09668130600652217.
  • Gabriele De Rosa, Francesca Lomastro (Hrsg.): La morte della terra. La grande „carestia“ in Ucraina nel 1932–33 (= Media et Orientalis Europa. Bd. 2). Atti del Convegno, Vicenza, 16–18 ottobre 2003. Viella, Roma 2004, ISBN 88-8334-135-X.
  • Miron Dolot: Who Killed Them and Why? In Remembrance of Those Killed in the Famine of 1932–1933 in Ukraine. Harvard University – Ukrainian Studies Fund, Cambridge MA 1984, ISBN 0-9609822-1-3.
  • Miron Dolot: Execution by Hunger. The Hidden Holocaust. Norton, New York NY u. a. 1987, ISBN 0-393-30416-7.
  • Miron Dolot: Les affames. L'holocauste masqué, Ukraine 1929–1933. Éditions Ramsay, Paris 1986, ISBN 2-85956-514-0.
  • Barbara Falk: Sowjetische Städte in der Hungersnot 1932/33. Staatliche Ernährungspolitik und städtisches Alltagsleben (= Beiträge zur Geschichte Osteuropas. Bd 38). Böhlau, Köln u. a. 2005, ISBN 3-412-10105-2 (Zugleich: Bochum, Universität, Dissertation, 2003).
  • Ruth Gleinig, Ronny Heidenreich: Erinnerungsorte an den Holodomor 1932/33 in der Ukraine. Herausgegeben von Anna Kaminsky. Leipziger Universitäts-Verlag, Leipzig 2008, ISBN 978-3-86583-261-0.
  • Andrea Graziosi: The Great Soviet Peasant War. Bolsheviks and Peasants, 1917–1933. Distributed by Harvard University Press for the Ukrainian Research Institute – Harvard University, Cambridge MA 1996, ISBN 0-916458-83-0.
  • Wsevolod W. Isajiw (Hrsg.): Famine-Genocide in Ukraine, 1932–1933. Western Archives, Testimonies and New Research. Ukrainian Canadian Research and Documentation Centre, Toronto 2003, ISBN 0-921537-56-5.
  • Victor A. Kravchenko: I Chose Freedom. Charles Scribner's Sons, New York NY 1946.
  • Robert Kuśnierz: Ukraina w latach kolektywizacji i Wielkiego Głodu (1929–1933). Grado, Torń 2005, ISBN 83-89588-35-8.
  • Eugene Lyons: Assignment in Utopia. Harcourt, Brace & Co, New York NY 1937, (Auszug).
  • James E. Mace: Soviet Man-Made Famine in Ukraine. In: Samuel Totten, William S. Parsons, Israel W. Charny (Hrsg.): Century of Genocide. Eyewitness Accounts and Critical Views (= Garland Reference Library of Social Science. Bd. 772). Garland, New York NY u. a. 1997, ISBN 0-8153-2353-0, S. 78–112.
  • James E. Mace: Communism and the Dilemmas of National Liberation. National Communism in Soviet Ukraine, 1918–1933. Distributed by Harvard University Press for the Harvard Ukrainian Research Institute and the Ukrainian Academy of Arts and Sciences in the U.S., Cambridge MA 1983, ISBN 0-916458-09-1.
  • Rudolf A. Mark, Gerhard Simon, Manfred Sapper, Volker Weichsel, Agathe Gebert (Hrsg.): Vernichtung durch Hunger. Der Holodomor in der Ukraine und der UdSSR. Berlin 2004. ISBN 3-8305-0883-2.
  • Stephan Merl: War die Hungersnot von 1932–1933 eine Folge der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft oder wurde sie bewußt im Rahmen der Nationalitätenpolitik herbeigeführt? In: Guido Hausmann, Andreas Kappeler (Hrsg.): Ukraine. Gegenwart und Geschichte eines neuen Staates (= Nationen und Nationalitäten in Osteuropa. Bd. 1). Nomos-Verlags-Gesellschaft, Baden-Baden 1993, ISBN 3-7890-2920-3, S. 145–166.
  • D'ann R. Penner: Stalin and the „Ital'ianka“ of 1932-1933 in the Don Region. In: Cahiers du Monde Russe. Bd. 39, 1998, ISSN 0008-0160, S. 27–67, (Digitalisat).
  • Oksana Procyk, Leonid Heretz, James E. Mace: Famine in the Soviet Ukraine 1932–1933. A Memorial Exhibition. Harvard University Press, Cambridge MA 1986, ISBN 0-674-29426-2.
  • Timothy Snyder: Bloodlands: Europa zwischen Hitler und Stalin, Beck 2011, ISBN 978-3-406-62184-0.
  • Georges Sokoloff (Hrsg.): 1933, L'année noire. Témoignages sur la famine en Ukraine. Albin Michel, Paris 2000, ISBN 2-226-11690-7.
  • Douglas Tottle: Fraud, Famine and Fascism. The Ukrainian Genocide Myth from Hitler to Harvard. Progress Books, Toronto 1987, ISBN 0-919396-51-8
  • Stephen G. Wheatcroft: Towards Explaining the Soviet Famine of 1931–1933. Political and Natural Factors in Perspective. In: Food and Foodways. Bd. 12, H. 2/3, 2004, ISSN 0740-9710, S. 104–136.
  • Dmytro Zlepko (Hrsg.): Der ukrainische Hunger-Holocaust. Stalins verschwiegener Völkermord 1932/33 an 7 Millionen ukrainischen Bauern im Spiegel geheim gehaltener Akten des deutschen Auswärtigen Amtes. Eine Dokumentation. Wild, Sonnenbühl 1988, ISBN 3-925848-03-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Голодомор 1932-1933 годов в Украине унес жизни 3,5 млн человек - НАН Украины. Korrespondent.Net, 12. November 2008, abgerufen am 28. April 2015 (russisch)..
    Donald Bloxham, A. Dirk Moses (Hrsg.): The Oxford Handbook of Genocide Studies. Oxford University Press, Oxford 2010, ISBN 978-0-19-923211-6, S. 396.
  2. Die Zeit 48/2008: Stalinismus - Stille Vernichtung, 20. November 2008
  3. Holodomor: Memories of Ukraine's silent massacre BBC News, 23. November 2013
  4. Quelle: A. Markoff: Famine en USSR. Russian Comercial Institute, Paris, 1933
  5. Oleksa Eliseyovich Zasenko: Ukraine Encyclopædia Britannica, 2015
  6. Robert W. Davies, Stephen G. Wheatcroft: The Years of Hunger: Soviet Agriculture 1931–1933, Palgrave Macmillan, 2010, ISBN 978-0-230-23855-8
  7. a b c Raphael Lemkin: Soviet Genocide in the Ukraine Raphael Lemkin Papers, The New York Public Library, 1953
  8. Ukraine’s enduring Holodomor horror, when millions starved in the 1930s euronews.com, 22. November 2013
  9. Реденс Станислав Францевич. In: Хронос: всемирная история в интернете. Abgerufen am 27. April 2015 (russisch).
  10. a b c Robert Baag: Mord durch Hunger Deutschlandfunk, 28. November 2007
  11. Дмитрий Медведев направил послание Президенту Украины Виктору Ющенко, посвящённое проблематике так называемого «голодомора» kremlin.ru, 14. November 2008
  12. Viktor Juschtschenko im Gespräch: „Vielleicht die größte humanitäre Katastrophe“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 20. August 2008.
  13. [1] NZZ, 22. November 2008
  14. Paul Goble: Window on Eurasia: Closing Soviet-Era Archives, Yanukovich Aide Insists ‘Ukrainians Know All They Need to Know about Their Past’ Window on Eurasia, 6. Mai 2010
  15. Andreas Kappeler: Ukraine and Russia: Legacies of the imperial past and competing memories Journal of Eurasian Studies, 5 (2014)
  16. Alexander J. Motyl: Deleting the Holodomor: Ukraine Unmakes Itself
  17. Dr. Ernst Lüdemann: Stalins Feldzug gegen die Bauern in deutschen Schulbüchern Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
  18. Fanny Facsar: Als Stalin die Menschen zu Kannibalen machte Spiegel Online, 20. Januar 2007
  19. Ukraine wary of KGB terror file BBC, 29. Juni 2009
  20. Malte Lehming: Stalins verdrängter Hungermord in der Ukraine Tagesspiegel, 5. Mai 2014
  21. Vgl. Alexander Watlin: Die unvollendete Vergangenheit: Über den Umgang mit der kommunistischen Geschichte im heutigen Russland. In: Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung. 2010, ISSN 0944-629X, S. 279–294.
  22. Balitchi Apollonovich Vsevolod (1892–1937), abgerufen am 1. März 2015
  23. Юрий Шаповал (Juri Schapowal): „Es ist zwingend notwendig“: das Jahr 1933. Панорама «Дня» Nr. 19/2003 vom 1. Februar 2003; auf day.kiev.ua, abgerufen am 1. März 2015
  24. Gunnar Heinsohn: Lexikon der Völkermorde (= rororo. rororo-aktuell 22338). Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-22338-4.
  25. Zitiert nach Timothy Snyder: Bloodlands. Europa zwischen Hitler und Stalin. 3. Auflage. C. H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62184-0, S. 74.
  26. Resolución del Senado de la República Argentina (n.º1278/03), Cámara de Diputados de la Nación, 26 de junio 2003, Internetlink von 2007 seit 2010 nicht mehr erreichbar. Geprüft am 13. Januar 2014.
  27. parlinfoweb.aph.gov.au
  28. parliament.ge
  29. parl.gc.ca (PDF)
  30. [2]
  31. PDF bei www.senat.gov.pl
  32. [3]
  33. [4]
  34. [5] (PDF)
  35. [6]
  36. Andreas Kappeler: Kleine Geschichte der Ukraine. C.H. Beck, München 2009, ISBN 3-406-58780-1, S. 274.
  37. [7]
  38. Holodomor Resolution passes U.S. House of Representatives
  39. Zhenis Kembayev: Probleme der Rechtsnachfolge von der Sowjetunion auf die Russische Föderation
  40. [8]
  41. WikiLeaks reveals sensitive U.S. talks Kyivpost.com, 3. Dezember 2010.
  42. Parlamentarische Versammlung des Europarates erkennt Holodomor nicht als Völkermord an, Ukraine-Nachrichten, 28. April 2010
  43. [9]Protokoll der Resolution der EU bezüglich des Holodomor vom 23. Oktober 2008, abgerufen am 29. Oktober 2009
  44. [10]
  45. [11]
  46. [12]
  47. [13]
  48. [14]
  49. [15]
  50. Ausstellung in Berlin 2009 auf berliner-unterwelten.de
  51. The Harvest of Sorrow, Inhaltsverzeichnis (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Holodomor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien