Holsthum

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Holsthum
Holsthum
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Holsthum hervorgehoben
Koordinaten: 49° 54′ N, 6° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Südeifel
Höhe: 210 m ü. NHN
Fläche: 9,31 km2
Einwohner: 627 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54668
Vorwahl: 06523
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 053
Adresse der Verbandsverwaltung: Pestalozzistraße 7
54673 Neuerburg
Webpräsenz: www.holsthum.de
Ortsbürgermeister: Heinz Faust
Lage der Ortsgemeinde Holsthum im Eifelkreis Bitburg-Prüm
Bitburg Auw bei Prüm Roth bei Prüm Olzheim Neuendorf Kleinlangenfeld Schwirzheim Büdesheim Wallersheim Fleringen Weinsheim Gondenbrett Sellerich Buchet Oberlascheid Bleialf Mützenich Winterscheid Winterspelt Großlangenfeld Brandscheid Prüm Rommersheim Giesdorf Hersdorf Seiwerath Schönecken Oberlauch Niederlauch Orlenbach Winringen Dingdorf Watzerath Pittenbach Pronsfeld Habscheid Heckhuscheid Matzerath Heisdorf Nimsreuland Lasel Wawern Feuerscheid Nimshuscheid Lützkampen Großkampenberg Kesfeld Üttfeld Euscheid Strickscheid Lünebach Lierfeld Eilscheid Dackscheid Merlscheid Pintesfeld Kinzenburg Waxweiler Manderscheid Lichtenborn Arzfeld Irrhausen Reiff Sengerich Leidenborn Herzfeld Eschfeld Roscheid Harspelt Sevenig (Our) Dahnen Reipeldingen Daleiden Dasburg Preischeid Olmscheid Jucken Kickeshausen Lauperath Krautscheid Oberpierscheid Niederpierscheid Lascheid Hargarten Lambertsberg Mauel Plütscheid Burbach Balesfeld Neuheilenbach Neidenbach Usch Zendscheid Steinborn Sankt Thomas Malbergweich Malberg (Eifel) Kyllburgweiler Seinsfeld Oberkail Gransdorf Gindorf Pickließem Orsfeld Kyllburg Etteldorf Wilsecker Badem Sefferweich Seffern Schleid Heilenbach Ehlenz Oberweiler Bickendorf Nattenheim Fließem Rittersdorf (Eifel) Ließem Niederweiler Biersdorf am See Wiersdorf Wißmannsdorf Hamm (Eifel) Echtershausen Brecht Feilsdorf Hütterscheid Baustert Brimingen Hisel Mülbach Oberweis Bettingen (Eifel) Olsdorf Wettlingen Stockem Halsdorf Enzen Dudeldorf Gondorf Metterich Hüttingen an der Kyll Röhl Scharfbillig Sülm Dahlem Trimport Idenheim Idesheim Meckel Eßlingen Oberstedem Niederstedem Wolsfeld Dockendorf Ingendorf Messerich Birtlingen Altscheid Berkoth Nusbaum Biesdorf Kruchten Hommerdingen Hüttingen bei Lahr Mettendorf Niehl Burg Lahr Geichlingen Körperich Roth an der Our Gentingen Ammeldingen an der Our Berscheid Bauler Waldhof-Falkenstein Keppeshausen Rodershausen Gemünd Sevenig bei Neuerburg Affler Dauwelshausen Scheitenkorb Nasingen Muxerath Obergeckler Niedergeckler Sinspelt Niederraden Koxhausen Herbstmühle Karlshausen Zweifelscheid Leimbach Emmelbaum Ammeldingen bei Neuerburg Heilbach Uppershausen Plascheid Hütten Neuerburg Scheuern Fischbach-Oberraden Utscheid Weidingen Übereisenbach Wallendorf Bollendorf Echternacherbrück Ernzen Ferschweiler Minden Menningen Eisenach Gilzem Kaschenbach Niederweis Irrel Prümzurlay Alsdorf Holsthum Peffingen Schankweiler Spangdahlem Herforst Beilingen Philippsheim Speicher (Eifel) Preist Orenhofen Auw an der Kyll Hosten Nordrhein-Westfalen Belgien Luxemburg Trier Landkreis Trier-Saarburg Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-WittlichKarte
Über dieses Bild

Holsthum (dialektal Holzem) ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Südeifel an. Holsthum ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holsthum liegt an der Mündung der Enz in die Prüm im Naturpark Südeifel. Zur Gemeinde gehört auch der Wohnplatz Holsthumerberg.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holsthum wird in den Quellen erstmals 869 als Holzheim erwähnt. Der Franke Leofrid schenkte der Abtei Echternach den herrenmansus Bedense in villa nucupante Holzheim (Landgut in Holzheim). Um 1100 erschien die Siedlung Holzheim im Echternacher Prozessionsverzeichnis als Holzem.[4] Diese Form des Ortsnamens ist im Holsthumer Platt sowie in vielen weiteren Moselfränkischen Dialekten nach wie vor gebräuchlich. In einem Visitationsprotokoll aus dem Jahre 1570 ist die Rede von einer Kapelle in Holzthump. Ab 1772 hat sich als schriftliche Bezeichnung Holsthum durchgesetzt.

Schankweiler und Holsthum bildeten gemeinsam einen Hof mit insgesamt 21 Stockgütern und gehörte spätestens um 1400 den Herren von Bourscheid, deren Sitz die nördlich von Diekirch gelegene Burg Bourscheid war. Im 15. Jahrhundert waren die Weiher von Nickenich Inhaber der Herrschaft Bourscheid. Durch Heirat mit Margaretha Weiher von Nickenich erbte Dietrich von Metternich-Sommerberg 1496 den Besitz. Dessen Sohn Wolfgang Heinrich von Metternich-Sommerberg verstarb 1699 als letzter seiner Linie. Die Tochter Wolfgang Heinrichs brachte die Herrschaftsrechte ihrem Gatten Karl Kaspar Hugo von Metternich-Müllenark zu. Maria Theresia von Eltz-Rodendorf, Enkelin des letztern, heiratete Franz Ludwig Schenk von Schmidtburg vom Schloss Gemünden und besaß durch Erbe ein Fünftel der Herrschaft Bourscheid. 1765 konnte sie alle Anteile in ihrer Hand vereinigen.[5] Der Herrschaftsverwalter Johann Dominik Laeis begründete 1769 die Holsthumer Glashütte und erbaute im Auftrag der Baronin Marie Therese Schenk von Schmidtburg 1789 das heutige Schloss Holsthum.

Ab 1801 gehörte Holsthum zur französischen Mairie Schankweiler (Wälderdepartement), ab 1816 zur preußischen Bürgermeisterei Schankweiler (Rheinprovinz), die 1909 zum Amtsbezirk Wolsfeld kam. Die Pfarrei, zu der 1803 noch Peffingen gekommen war, trägt seit 1941 den Namen Holsthum. 1970 kam Holsthum nach Auflösung des Amts Wolsfeld zur neu gebildeten Verbandsgemeinde Irrel.

Die 1810 errichtete Kirche St. Mariä Himmelfahrt und St. Rochus[6] wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1966 verändert wiederaufgebaut. Der alte Teil dient seither als Querhaus zum Neubau. Zur Pfarrei Holsthum gehört auch die Schankweiler Klause, die anstelle eines Vorgängerbaus auf der Schankweiler Höhe 1762 neu errichtet wurde.

Der Soldatenfriedhof Holsthum ist Ruheort für 243 gefallene Soldaten aus ganz Deutschland, darunter der Generalleutnant Kurt Möhring. Er ist einer der Besichtigungspunkte des Wanderweges Promenade du Souvenir (Westwallwanderweg), der grenzüberschreitend über geschichtliche Ereignisse der Ardennenoffensive 1944/45 informiert.

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Holsthum, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[7]

Jahr Einwohner
1815 322
1835 541
1871 478
1905 472
1939 478
1950 522
Jahr Einwohner
1961 542
1970 498
1987 519
1997 562
2005 557
2015 627

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Holsthum besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Holsthum
Wappenbeschreibung: „Silber, geteilt durch eine blaue Wellendeichsel, oben eine rote heraldische Lilie belegt mit einem silbernen Kreuz, heraldisch rechts ein roter Portikus bestehend aus einem Dreiecksdach und sechs Säulen, heraldisch links eine rote, fallende Hopfendolde.“[9]
Wappenbegründung: Oben im Wappen dargestellt ist eine heraldische Lilie, belegt mit einem silbernen Kreuz. Dies und der silberne Hintergrund des Wappens soll Bezug nehmen auf fast 900 Jahre Zugehörigkeit der Gemeinde zu Luxemburg. Heraldisch rechts dargestellt ein Portikus, ein Hinweis auf die Freilegung einer Römischen Villa. Links dargestellt ein Hopfenfruchtzapfen mit Ranke, ein Symbol für den Anbau der örtlichen Sonderkultur. Die blaue Wellendeichsel im Wappen stellt die Prüm dar, die den Ort teilt. Die senkrechte Wellendeichsel symbolisiert den Enzbach, der in Holsthum in die Prüm mündet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Menhir "Langenstein"
Holsthum, römische Villa (2012).
  • Römische Villa
  • Schloss Holsthum
  • Kapelle St. Rochus
  • Hüttenbrennen am ersten Sonntag der Fastenzeit (sogenannter Scheef-Sonntag) [10]
  • Menhir, der sogenannte Langenstein. Ein Kultstein aus keltischer Zeit [11]
  • Ehemalige Glashütte [12]
  • Soldatenfriedhof
  • Mariensäule von 1920
  • Wanderwege Holsthum [13]
  • Westwallwanderweg Promenade du Souvenier [14]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Holsthum

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Holsthum

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • François Decker: Die Reihe der Herrscher über Burg und Herrschaft Bourscheid. In: Les cahiers de Bourscheid. Nr. 4, 1987, S. 7–11.
  • François Decker, Jean-Claude Müller: Regesten des Archivs der Herren von Bourscheid. 1224–1558. Koblenz 1989, ISBN 3-922018-64-5.
  • Josef Dreesen: Die Glashütte in Holsthum bei Bitburg. Neuss 1990, ISBN 978-3-88094-665-1.
  • Josef Dreesen: Das Fürstentum Lichtenberg (1816–1834) im Vormärz. Ein Provisorium. Neuerburg 2008, ISBN 978-3-00-025346-1.
  • Ernest Dominik Laeis: Die Stock- und Vogteiguts-Besitzer der Eifel und der umliegenden Gegenden wider ihre Gemeinden in Betreff streitiger Waldungen. Historisch-juristische Darstellung merkwürdiger Rechtsfälle, nebst ihren Entscheidungen und Belegen. Band 2. Trier 1831 (online [abgerufen am 23. März 2017]).
  • Werner Laeis: Chronik der Familie Laeis. Typoskript. Köln 1982.
  • Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Bitburg. Düsseldorf 1927, ISBN 978-3-88915-006-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Holsthum – Sammlung von Bildern
  • Offizielle Website
  • Einträge zu allen Kulturgütern der Ortsgemeinde Holsthum in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 64 (PDF; 2,3 MB)
  4. Philipp de Lorenzi: Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diöcese Trier. Bischöfliches General-Vikariat, 1887, Seite 160
  5. Regesten Bourscheid, Bd. 8, S. 269.
  6. Siehe: http://www.bistum-trier.de/pfarrei-irrel/
  7. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz. Abgerufen am 23. Januar 2017.
  8. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2014, Gemeinderat
  9. Wappenerklärung. Abgerufen am 23. Januar 2017.
  10. Hüttenbrennen in der Eifel. Abgerufen am 1. Mai 2016.
  11. Menhir bei Holsthum. Abgerufen am 22. März 2017.
  12. Eintrag zu Ehemalige Glashütte (Holsthum) in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier, abgerufen am 14. April 2017.
  13. Wanderwege in und um Holsthum. Abgerufen am 23. Januar 2017.
  14. Promenade du Souvenier. Abgerufen am 22. März 2017.