Holtensen (Einbeck)

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Holtensen
Stadt Einbeck
Wappen von Holtensen
Koordinaten: 51° 48′ 42″ N, 9° 47′ 56″ O
Höhe: 132 m
Einwohner: 591 (2. Jan. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 37574
Vorwahl: 05562
Holtensen (Niedersachsen)
Holtensen

Lage von Holtensen in Niedersachsen

Holtensen ist ein an der Dieße liegendes Dorf und westlicher Ortsteil der Stadt Einbeck in Niedersachsen und gliedert sich in die Ortslagen Holtensen und Juliusmühle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holtensen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild des Ortes, Blickrichtung nach Norden

Der Name des Dorfes Holtensen leitet sich vermutlich von Holthusen ab, der im Holz gelegenen Siedlung. Die Siedlung entstand an dem Fluss. Nördlich an diesen Dorfkern angrenzend wurde in den 1970er Jahren ein planmäßiger Ausbau des Ortes vorgenommen. Lange Zeit war Holtensen geteilt in den östlichen, zum Hannoverschen Amt Rotenkirchen gehörigen und den westlichen, zum Hildesheimischen Amt Hunnesrück gehörigen Teil. Das Statistische Handbuch für das Königreich Hannover gibt für das Jahr 1848 für den zum Amt Hunnesrück gehörigen Ortsteil 37 Wohngebäude mit 257 Einwohnern an,[2] für den Teil des Amtes Einbeck, Vogtei Rotenkirchen, zwölf Wohngebäude mit 100 Einwohnern.[3] Die beiden Ortsteile wurden 1873 zu einer Schulgemeinde zusammengeschlossen, für die 1877 eine neue Schule errichtet wurde, dem 1952 der Bau des heutigen Schulgebäudes folgte.

Die Holtenser Wassermühle im Westen des Dorfes war früher sowohl Mahl- als auch Sägemühle. 1975 wurde die Mühle im Zuge der Straßenverbreiterung (Kreisstraße 511) in Holtensen abgerissen und der Mühlengraben zugeschüttet.[4] An der Stelle des Gebäudes verläuft heute die Straße „Alte Mühle“.

Holtensen wurde am 1. Februar 1971 freiwillig durch Eingemeindung zum Ortsteil der Stadt Einbeck.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1848[2][3] 1910[6] 1925[7] 1933[7] 1939[7] 2012[8] 2017[1]
Einwohner 357 393 390 362 368 625 591

Juliusmühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Villa Arnold mit historischer Begrenzungsanlage am Standort Juliusmühle, heute Verwaltungssitz Renold

Juliusmühle ist eine Ortslage etwa einen Kilometer nördlich (), direkt an der L 580 und der Ilme. Herzog Julius gründete hier im 16. Jahrhundert eine Wassermühle. Sie gehörte zum Amt Rotenkirchen, bis dieses im Zuge der Reformen der Landdrostei Hildesheim in das Amt Einbeck überging. Die Wassermühle wurde in späteren Jahrhunderten privatisiert, umgenutzt und stillgelegt. Das Herrenhaus des Grundstücks wurde von Otto Arnold, Geschäftsführer einer metallverarbeitenden Fabrik bewohnt.[9] 1949 eröffnete man in der Villa eine Heimvolkshochschule, die 1951 nach Goslar umzog und seitdem dort besteht.[10] Ab 1871 war Juliusmühle eine Station der Personenpost an der Strecke zwischen Einbeck und Dassel, die ab 1882 durch die Ilmebahn bedient wurde.[11] Seit ihrer Eröffnung 1883 bis zur Einstellung des Personenverkehrs 1975 besaß Juliusmühle einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Einbeck-Dassel.

Juliusmühle ist Standort einer traditionsreichen Kettenfabrik, die heute zur Renold GmbH gehört und früher auch einen Gleisanschluss an die Ilmebahn besaß.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einbecker Ortschaft Holtensen wählt einen eigenen Ortsrat. Ortsbürgermeister ist Thomas Kahle (Stand Dezember 2016). Die aktuelle Wahlperiode läuft von 2016 bis 2021.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem roten Wappenschild liegt oberhalb ein silberner Pferdekopf, unterhalb eine der Rollenketten in Silber, die im Ortsteil Juliushütte industriell gefertigt werden. Damit wird auf das Nebeneinander von Landwirtschaft und Industrie im Ort hingewiesen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holtenser Kapelle

Die Kapelle von 1594 ist das älteste Gebäude des Ortes. Es handelt sich um ein mit Dachreiter ausgestattetes Gebäude. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Leine-Solling.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Holtensen, dazugehörend eine Kinder- sowie eine Jugendfeuerwehr
  • Gesangverein Concordia Holtensen
  • Holtenser Karnevalsverein
  • Kulturverein
  • Posaunenchor Holtensen/Hullersen
  • SV Ilmetal

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holtensen verfügte bis 2014 über eine Grundschule, an welcher die ersten und zweiten Klassen der Grundschulen Dassensen-Holtensen unterrichtet wurden. Durch einen Beschluss des Einbecker Schulausschusses auf einer Sondersitzung am 20. Juni 2013 wurde die Grundschule Dassensen/Holtensen zum 1. August 2014 geschlossen.[12]

Im Ort gibt es einen Kindergarten.

Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holtenser Grillhütte ()

Den Vereinen und Einwohnern von Holtensen steht eine Turnhalle und eine mietbare Grillhütte, an welcher auch das alljährliche Osterfeuer stattfindet, zur Verfügung. An die Turnhalle angeschlossen ist eine zum Fußballspielen geeignete Wiese, die auch über zwei Tore verfügt, welche am Spielplatz angrenzt.

Durch den Ort führt der Europaradweg R1. Dieser ist ab der Juliusmühle nicht ausgebaut und führt zwischen Holtensen und Hullersen über einen nicht asphaltierten Feldweg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Holtensen (Einbeck) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zahl der Einwohner. (PDF) Stadt Einbeck, 2. Januar 2017, abgerufen am 13. April 2017.
  2. a b Friedrich W. Harseim, C. Schlüter (Hrsg.): Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Schlüter, 1848, S. 75 (google.de [GOOGLE-BOOKS; abgerufen am 13. April 2017]).
  3. a b Friedrich W. Harseim, C. Schlüter (Hrsg.): Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Schlüter, 1848, S. 81 (google.de [GOOGLE-BOOKS; abgerufen am 13. April 2017]).
  4. Die Holtenser Mühle (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive). Website der Einbecker Morgenpost. Artikel vom 22. Juni 2010. Abgerufen am 27. März 2014.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 206.
  6. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. - Königreich Preußen – Provinz Hannover – Regierungsbezirk Hildesheim – Landkreis Einbeck. Uli Schubert, 2014, abgerufen am 13. April 2017.
  7. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Einbeck. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. Einwohnerstatistik August 2012. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Stadt Einbeck, August 2012, ehemals im Original; abgerufen am 29. Januar 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/einbeck.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
  9. Verordnungsblatt für Gross-Berlin, Band 4, Ausgaben 28–47, 1948, S. 44
  10. Burkhard Ritz: Die ländlichen Heimvolkshochschulen in Niedersachsen – ein Beitrag zur Erwachsenenbildung auf dem Lande. 1959, S. 38
  11. Königreich Preußen: Amtsblatt für Hannover, 1871, S. 182
  12. Blogeintrag zur Sondersitzung des Einbecker Schulausschusses. Einbecker Politik-Blog. Artikel vom 20. Juni 2013. Abgerufen am 29. März 2014.