Holzen (bei Eschershausen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Holzen
Holzen (bei Eschershausen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Holzen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 56′ N, 9° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Holzminden
Samtgemeinde: Eschershausen-Stadtoldendorf
Höhe: 190 m ü. NHN
Fläche: 6,6 km2
Einwohner: 558 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37632
Vorwahl: 05534
Kfz-Kennzeichen: HOL
Gemeindeschlüssel: 03 2 55 022
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hilsstraße 17a
37632 Holzen
Webpräsenz: www.holzen.info
Bürgermeister: Helmut Alms (SPD)
Lage der Gemeinde Holzen im Landkreis Holzminden
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Über dieses Bild

Holzen ist eine Gemeinde im nördlichen Landkreis Holzminden in Niedersachsen (Deutschland) und gehört zur Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf. Holzen liegt am Schnittpunkt der Höhenzüge Ith und Hils. Der Ort besteht aus zwei Ortslagen, dem Dorf Holzen und Holzen-Ith.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spuren steinzeitlicher Besiedlung und Opferrituale konnten in den Höhlen um Holzen gefunden werden. Fundstücke aus der Rothesteinhöhle sowie ein nachgebauter Höhleneingang sind im Landesmuseum Hannover ausgestellt.

Unter dem Namen Rothe wurde erstmals im Jahr 1004 eine Siedlung im Wikanafeld urkundlich erwähnt, die im Bereich der Holzener Hütte lag. Aus diesem Grund gibt Holzen seine Entstehung mit 1004 an und hat 2004 eine Tausendjahrfeier veranstaltet, zu der auch eine Dorfchronik veröffentlicht wurde.

Im 18. Jahrhundert bestand im Ort mit der Glasmanufaktur Holzen eine Glashütte, die von 1744 bis 1768 bestand. Sie produzierte hauptsächlich Hohlglas in Form von Bouteillen (Flaschen). Nachdem die Relikte in den Jahren 2000 bis 2005 archäologisch untersucht wurden, ist die nachträglich überdachte Fundstelle zur Besichtigung öffentlich zugänglich.

Im Zweiten Weltkrieg existierte in Holzen ab September 1944 ein Außenlager des KZ Buchenwald (Deckname Hecht) mit Untertage-Fertigungsstätten für Kriegsgerät unter Leitung der Minette GmbH, deren Hauptgesellschafter das Volkswagenwerk war. Bis zu 500 Zwangsarbeiter wurden hier eingesetzt. Ein zweites Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald bestand in Eschershausen nahe Holzen vom 14. September 1944 bis zum 3. April 1945 mit einer Belegstärke von bis zu 2000 Häftlingen. Die Häftlinge waren bei der „Firma Stein“ (Deckname für das Volkswagenwerk Wolfsburg) zu Bauarbeiten eingesetzt. Anfang April 1945 wurden die Zwangsarbeiter in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht.

Die Deutsche Asphalt AG, Grube Haarmann (DASAG) wurde aus Tarngründen für die Fertigungsstätten der Minette GmbH angegeben. Unter der Leitung der Organisation Todt wurden ab 1944 Produktionsstätten für das Jäger-Programm geschaffen. Mehr als 10.000 Zwangsarbeiter waren zeitweise im Hils bei Holzen in über 30 Lagern beschäftigt.

1996 lebten 741 Einwohner in der Gemeinde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1928–1933: August Morie (SPD)
  • 1933–1934: Robert Störmer
  • 1934–1935: Wilhelm Ahlswede
  • 1935–1939: August Hoppmann
  • 1939–1946: Hermann Meyer
  • 1946–1952: Walter Markworth (SPD)
  • 1952–1956: Hermann Meyer
  • 1956–1961: Walter Markworth (SPD)
  • 1961–1964: Otto Ritterbusch (SPD)
  • 1964–1973: Friedrich Nagel (SPD)
  • 1973–1981: Wolfgang Pagel (SPD)
  • 1981–2001: Herbert Schlotter (SPD)
  • 2001–2016: Helmut Alms (SPD)
  • seit 2016: Silke Hage (WGH)

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2016
Wahlbeteiligung: 67,96 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
26,81 %
65,17 %
8,02 %

Der Gemeinderat setzt sich nach der Kommunalwahl vom 11. September 2016 zusammen aus:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die plattdeutsche Laienspielgruppe füllt im jährlichen Rhythmus das Dorfgemeinschaftshaus.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den eher absurden Charakter ihrer Auftritte ist die Dorfband GummiArabikum bekannt. Songtitel, die jede Musikrichtung enthalten können, sind unter anderem „Den Rest können die Tiere fressen“ oder „Der wilde Eber“.

Im Jahr 2010 feierte der Posaunenchor Holzen sein 60-jähriges Bestehen. Seine Hauptaufgabe besteht laut Eigenaussage darin, Gemeindegottesdienste im gesamten Kirchspiel Eschershausen zu begleiten.[2]

Wege und Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund um Holzen ist ein befestigter Wanderweg angelegt, auf dem auch Teile des alten Konzentrationslagers besichtigt werden können. Allerdings zeugen in den meisten Fällen nur noch Grundmauern von den einstigen Bauwerken. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Kriegerdenkmal am Hils. Die Adlerskulptur, die einst das Denkmal zierte, wurde in den 1990er Jahren entwendet und ist seitdem verschollen.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmäler im Ith sind Kletterfelsen und Höhlen insbesondere die Drachenwand mit dem großen Klassiker „Drachentöter“ im 7. Grad der UIAA.

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert bestand in Holzen mit der Glasmanufaktur Holzen eine Glashütte, die hauptsächlich Hohlglas in Form von Bouteillen (Flaschen) produzierte. Ihre ausgegrabenen und überdachten Reste befinden sich im nördlich gelegenen Ortsteil Auf der Holzener Hütte und können besichtigt werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute betreibt die Deutsche Asphalt AG im Hils bei Holzen den letzten in Deutschland noch tätigen Naturasphalt-Untertagebau. Des Weiteren existieren zwei Tischlereien, ein Weingeschäft und ein Bäcker stehen als Einkaufsmöglichkeiten zur Verfügung. Zusätzlich wirtschaften noch zwei landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe.

Die Zivildienstschule Ith (Holzen), die sich auf dem Gelände eines alten Wehrmachts-Fliegerhorsts befand, gehört, obwohl örtlich vom Dorf getrennt, zu Holzen. Da jedoch von Holzen keine direkte Fahrt zur Zivildienstschule möglich ist (Umweg über Scharfoldendorf), verirrten sich viele Zivildienstleistende in der Ortslage Holen-Dorf. Seit der Aussetzung des Zivildienstes untersteht die Einrichtung dem Bundesamt für Bildung und Familie und ist heute ein Bildungszentrum.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Detlef Creydt (Hrsg.): Zwangsarbeit für Industrie und Rüstung im Hils 1943–1945. Mitzkat, Holzminden 2001, ISBN 3-931656-37-3 (Zwangsarbeit 4).
  • Holzen – Chronik eines Dorfes, 2004.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Holzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Posaunenchor Holzen: Über uns Abgerufen am 1. Juni 2011.