Holzmühle (Leutershausen)

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Holzmühle
Koordinaten: 49° 17′ 26″ N, 10° 25′ 43″ O
Höhe: 435 m ü. NHN
Einwohner: 14 (2012)[1]
Postleitzahl: 91578
Vorwahl: 09823
Holzmühle (Bayern)
Holzmühle

Lage von Holzmühle in Bayern

Historisches Ortsschild
Scheune mit Fachwerkgiebel

Holzmühle (umgangssprachlich: Holtsmíl [2]) ist ein Ortsteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach des Regierungsbezirks Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einöde liegt am Krämleinsbach (im 19. Jahrhundert auch „Krümmleinsbach“ genannt)[3], einem linken Zufluss der Altmühl, und am nordwestlichen Rand des Rauenbucher Waldes, den auch die Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim berührt. Ca. 0,5 km östlich erhebt sich der Rauenberg (466 m ü. NN), ca. 0,5 km westlich der Kühnberg.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals namentlich erwähnt wurde das Anwesen 1318 als Holtzmule mit der Bedeutung zur Mühle am Wald.[5] Die Getreidemühle gehörte zur Herrschaft Lüchau zu Wiedersbach und kam 1591 auf dem Erbwege in den Besitz der Herrschaft Eyb.[6] Laut einem brandenburg-ansbachischen Amtsbericht von 1681 bestand die eybsche Mühle aus zwei „Mannschaften“; die zweite „erst vor kurzem neu wieder aufgebaut“ - wohl nach Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg.[7] 1732 spricht eine brandenburg-ansbachische Oberamtsbeschreibung von der „Holtz Mühl“ als einer „adelich Widerspachischer Mühl“, die nach St. Peter in Leutershausen gepfarrt war und den Zehent der Herrschaft Eyb zu Wiedersbach zu geben hatte. Die Vogtei inner Etters lag beim eybschen Rittergut in Wiedersbach, die Vogtei außer Etters und die Fraisch waren Rechte des brandenburg-ansbachischen Stadtvogtes zu Leutershausen.[8] Daran änderte sich nichts bis zum Ende des Alten Reiches.[9]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Holzmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Wiedersbach zugewiesen. Sie gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Wiedersbach an.[10] Die seit 1796 bestehende eybsche Patrimonialgerichtsbarkeit zu Wiedersbach-Rammersdorf endete 1842 durch Verzicht.[11] 1851 stellte die Holzmühle mit Georg Häslein den Bürgermeister der Gemeinde Wiedersbach.[12]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Wiedersbach und damit auch die Holzmühle zum 1. Januar 1972 in die Stadt Leutershausen eingemeindet.[13]

Baudenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Leutershausen#Holzmühle

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 001818 001840 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002012
Einwohner 6 7 9 21 8 6 12 16 14 3 14
Häuser[14] 2 1 2 2 1 1 2 2
Quelle [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [24] [1]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt in nordöstlicher Richtung nach Wiedersbach bzw. in südwestlicher Richtung zur Staatsstraße 2249.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Holzmühle (Leutershausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012, Band 1, Berlin/Boston: De Gruyter, S. 632.
  2. E. Fechter, S. 100.
  3. Friedrich Wilhelm Pfeiffer: Beiträge zur Flußpolizei- und Flußbaukunde ... , Hof/Wunsiedel 1842, S. 18.
  4. Holzmühle im BayernAtlas
  5. E. Fechter, S. 100; H. Schreiber, S. 399.
  6. H. Schreiber, S. 399.
  7. M. Jehle, Bd. 2, S. 721.
  8. H. Schreiber, S. 400.
  9. M. Jehle, Bd. 2, S. 928.
  10. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 964.
  11. M. Jehle, Bd. 2, S. 1016.
  12. H. Schreiber, S. 400.
  13. H. Schreiber, S. 402.
  14. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  15. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann meherer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 43 (Digitalisat).
  16. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 193 (Digitalisat).
  17. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. ... mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 1156, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  18. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, ... sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1092 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1158 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1194 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern - Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1032 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 760 (Digitalisat).
  23. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 170 (Digitalisat).
  24. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 328 (Digitalisat).