Hora Svatého Šebestiána

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Hora Svatého Šebestiána
Wappen von Hora Svatého Šebestiána
Hora Svatého Šebestiána (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Chomutov
Fläche: 3439,9534[1] ha
Geographische Lage: 50° 31′ N, 13° 15′ OKoordinaten: 50° 30′ 36″ N, 13° 15′ 4″ O
Höhe: 843 m n.m.
Einwohner: 276 (1. Jan. 2016)[2]
Postleitzahl: 430 01 - 431 82
Kfz-Kennzeichen: U
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Jan Koutský (Stand: 2014)
Adresse: Hora Svatého Šebestiána 3
431 82 Hora Svatého Šebestiána
Gemeindenummer: 563064
Website: www.sebestian.cz
Lageplan
Lage von Hora Svatého Šebestiána im Bezirk Chomutov
Karte

Hora Svatého Šebestiána (deutsch Sankt Sebastiansberg) ist eine Gemeinde im Ústecký kraj in Tschechien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hora Svatého Šebestiána liegt etwa 14 Kilometer nordöstlich von Chomutov auf dem Kamm des Erzgebirges, am Oberlauf der Chomutovka Unmittelbar westlich des Ortszentrums von Hora Svatého Šebestiána verläuft die Schnellstraße R7, die gemeinsam mit der sich auf deutscher Seite fortsetzenden Bundesstraße 174 die kürzeste Straßenverbindung zwischen dem Ballungsraum Leipzig-Halle und Prag bildet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hora Svatého Šebestiána besteht aus den Ortsteilen Hora Svatého Šebestiána (Sebastiansberg) und Nová Ves (Neudorf, auch Neundorf)[3].Grundsiedlungseinheiten sind Hora Svatého Šebestiána, Jilmová (Ulmbach), Nová Ves und Pohraniční (Böhmisch Reitzenhain)[4].

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Hora Svatého Šebestiána, Jilmová, Nová Ves u Křimova und Pohraniční.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde vermutlich 1384 vom Prager Bürger und Bergbauunternehmer Joachim Rothloew gegründet, der hier mit Erlaubnis des Kaisers Karl IV. mit der Suche nach Erz begann. Die Funde waren reichhaltig und die zuwandernden Bergleute gründeten die erste Siedlung Passberg. Durch den Ort führte im Mittelalter die wichtige Kaufmannstraße von Komotau nach Sachsen. Während der Hussitenkriege wurde das Dorf zerstört. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gehörte der Ort zur Herrschaft der Herren von Weitmühl. Sebastian von Weitmühl ließ hier die erste Kirche des Heiligen Sebastian erstellen.

1563 erteilte Kaiser Ferdinand I. der Gemeinde eine Reihe von Freiheiten und Rechten. Das zeugt von der Bedeutung Sebastiansbergs zur damaligen Zeit. 1571 gehörte die Gegend den Herren von Lobkowicz, später den Lobkowicz von Hassenstein. Diese bekannten sich zu den Protestanten. 1588 begann die Rekatholisierung und viele Einwohner wanderten nach Sachsen aus. 1593 fiel der Ort der Krone zu. 1597 wurde Sebastiansberg von Kaiser Rudolf II. zur königlichen Bergstadt ernannt. Der Ort blühte auf. Neben dem Bergbau siedelten sich zahlreiche Handwerker an.

Während des Dreißigjährigen Krieges, aber auch während des Siebenjährigen Krieges und der Napoleonischen Kriege wurde der Ort mehrmals geplündert und niedergebrannt. Neben den Kriegen sorgten strenge Winter dafür, dass der Ort immer mehr verarmte.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bildete Sebastiansberg eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Sebastiansberg bzw. Bezirk Komotau, wobei Sebastiansberg Sitz des Bezirksgerichts wurde.

Erst die 1870er Jahre brachten neuen Aufschwung. Es wurde Torf abgebaut und das noch heute tätige Gewerbe der Korbmacher ließ sich nieder. Am 23. August 1875 wurde die den Erzgebirgskamm überschreitende Bahnstrecke Komotau–Reitzenhain eröffnet, an der Sebastiansberg einen Bahnhof erhielt.

Der Erste Weltkrieg forderte das Leben vieler Männer aus dem Ort. Nach dem Krieg lebten die Einwohner vom Schmuggel. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Deutschen vertrieben und der Ort zählte nur noch 150 Einwohner. Heute lebt der Ort vor allem vom Tourismus. Zum deutschen Ort Reitzenhain besteht ein Grenzübergang.

ehemaliger Markt nahe der Grenze (2006)
typischer Markt nahe der Grenze (2011)

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[6]
1869 1.743
1880 2.050
1890 2.142
1900 1.995
1910 1.824
Jahr Einwohnerzahl
1921 1.389
1930 1.322
1950 276
19611 524
19701 486
Jahr Einwohnerzahl
19801 368
19911 180
20011 219
20112 266
1 Hora Svatého Šebestiána mit Jilmová, Pohraniční und Nová Ves

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Schnellstraße R7. Durch die in jüngster Vergangenheit durchgeführte Neutrassierung als Umgehungsstraße für die Orte Nová Ves, Křimov, Domina und Krásna Lípa ist die vormals bei und in diesen Orten verbreitete Straßenprostitution weitgehend zum Erliegen gekommen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hora Svatého Šebestiána – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/563064/Hora-Svateho-Sebestiana
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2016 (PDF; 371 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/563064/Obec-Hora-Svateho-Sebestiana
  4. http://www.uir.cz/zsj-obec/563064/Obec-Hora-Svateho-Sebestiana
  5. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/563064/Obec-Hora-Svateho-Sebestiana
  6. Historický lexikon obcí České republiky - 1869-2015. Český statistický úřad, 18. Dezember 2015, abgerufen am 19. Januar 2016 (tschechisch).