Horber Schienen-Tage

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Die Horber Schienen-Tage (abgekürzt HST) sind eine Schienenverkehrs-Fachtagung, die seit 1983 jährlich Mitte November (vom Buß- und Bettag bis zum darauffolgenden Sonntag) in Horb am Neckar stattfindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Horber Schienen-Tage wurden erstmals 1983 von Kurt Bielecki ausgerichtet. Um diese Zeit entstanden zahlreiche lokale und überregionale Initiativen, die die Förderung des Schienenverkehrs zum Ziel haben (zum Beispiel der Fahrgastverband Pro Bahn 1981 oder die Zeitschrift Schiene 1982). Diese und viele weitere nutzen die Horber Tagung als Treffpunkt und Plattform. 1986 erhielten die Horber Schienen-Tage dafür den Europäischen Umweltschutzpreis.

Bielecki, der später auch Vorsitzender von Pro Bahn wurde, leitete die Horber Schienentage bis zu seinem Tod 1999.[1] Seitdem wird die Tagung von einem Team unter der Leitung von Rudolf Barth organisiert, der auch dem 2004 gegründeten Trägerverein HST e. V. vorsteht. Die Stadt Horb unterstützt die Tagung organisatorisch.

2013 wurde außerhalb der Tagungen eine Fachexkursion nach Tunesien angeboten.[2] Eine weitere Exkursion nach Tunesien fand 2015 statt.

Themen und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vorträge beschäftigen sich mit allen Aspekten der Förderung des Schienenverkehrs (Personen- und Güterverkehr):

  • Vorstellung erfolgreicher Bahnprojekte
  • Verkehrspolitische Diskussionen
  • Infrastrukturausbau
  • Innovative Bahntechnik
  • Fahrplankonzepte
  • Fahrgastbelange
  • Kultur und Medien[3]

Ergänzt wird das Tagungsprogramm von Exkursionen, die vorbildhafte Projekte vorstellen oder Gelegenheit zur vertiefenden Diskussion bieten.[4] Ziele waren neben vielen anderen die Durchmesserlinie Zürich, die Stadtbahn Karlsruhe, der Esslinger O-Bus oder auch das Europäische Parlament.

Jährlich wird ein Förderpreis für herausragende Arbeiten auf wissenschaftlichem Gebiet vergeben, dieser ist mit einem Geldbetrag dotiert und wird auch auf der Tagung vorgestellt.

Die Beiträge der einzelnen Vorträge werden in einem zweibändigen gedruckten Tagungsband veröffentlicht.

Ziel der Horber Schienen-Tage ist die Fachdiskussion über alle Belange des Schienenverkehrs mit dem Ziel, den Schienenverkehr nachhaltig zu stärken und zu fördern. Durch den Erfahrungsaustausch zwischen Referenten und Tagungsteilnehmern gehen Impulse aus, die auch in einer "Horber Resolution" veröffentlicht werden.

Zielgruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kennzeichen der Horber Schienen-Tage ist, dass sie nicht auf eine eng umgrenzte Zielgruppe beschränkt sind, sondern Teilnehmer verschiedenster Herkunft miteinander ins Gespräch bringen:

  • Interessierte Bürger,
  • Engagierte Personen aus Bürgerinitiativen, Fahrgast- und Umweltverbänden,
  • Politiker,
  • Medienvertreter,
  • Praktiker aus Verkehrsbetrieben und Behörden,
  • Wissenschaftler und Studenten,
  • Kinder und Jugendliche beim Jugendnahverkehrstag.

Regelmäßig nehmen etwa 200 Teilnehmer und vierzig Referenten teil.

Jugendnahverkehrstag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Horber Schienentage findet für Schüler aus Horb und Umgebung der Jugendnahverkehrstag statt, bei dem die Kinder und Jugendlichen am Bahnhof Horb die Bahn kennenlernen können.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch künftig werden die Horber Schienen-Tage stattfinden. Nach internen Umstrukturierungen konnten die einzelnen Belastungen der Mitglieder des Trägervereins, die alle ehrenamtlich die Veranstaltung organisieren, reduziert werden und die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werden. Hierzu sind auch neue Mitstreiter hinzugekommen.

Zuvor war in einem Bericht in der örtlichen Presse über das mögliche Ende der Horber Schienentage spekuliert worden.[5] Als Grund nannte Organisator Rudolf Barth, dass die aktuelle Arbeitsbelastung für die Aktiven zu hoch ist. Zudem wurde offen diskutiert, ob die aktuelle Form der Schienen-Tage als mehrtägige Tagung noch sinnvoll ist, oder künftig andere Formen wie beispielsweise kürzere Fachgespräche und Exkursionen besser wären. Diese Themen wurden auf den 32. Horber Schienen-Tagen öffentlich diskutiert; in dieser Diskussion wurde die aktuelle Veranstaltungsform von den Teilnehmern als sinnvoll bestätigt.

Nach internen Auseinandersetzungen haben der Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Markus Robold, sowie der Tagungsleiter Bernhard Strobel Anfang 2015 das Organisations-Team der Horber Schienen-Tage wieder verlassen. Zuvor hatte die örtliche Presse über einen Machtkampf zwischen Robold und dem Org-Team (Vorstand des Trägervereins) berichtet.[6][7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Website der Horber Schienen-Tage

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel der PRO BAHN Post des Pro Bahn-Regionalverbands Oberbayern vom Dezember 1999
  2. Siehe Ankündigung auf der HST-Homepage
  3. Siehe die Programmübersichten auf der HST-Homepage
  4. Fachexkursionen bei den Horber Schienen-Tagen auf der Website der Horber Schienen-Tage
  5. Das mögliche Ende der Horber Schienentage und die Auswirkungen, Neckar-Chronik vom 5. April 2014
  6. Machtkampf bei den Schienen-Tagen
  7. Warum Markus Robold seinen Rückzug von den Horber Schienen-Tagen verkündet hat