Horst (Garbsen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Horst
Stadt Garbsen
Wappen von Horst
Koordinaten: 52° 26′ 32″ N, 9° 32′ 10″ O
Höhe: 52 m ü. NHN
Fläche: 6,1 km²
Einwohner: 2492 (30. Jun. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 409 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 30826
Vorwahl: 05131
Horst (Niedersachsen)
Horst

Lage von Horst in Niedersachsen

Horst aus der Feldmark im Westen gesehen
Horst aus der Feldmark im Westen gesehen

Horst ist ein Stadtteil von Garbsen in Niedersachsen und liegt zentriert in Garbsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Horst grenzt im Norden an Frielingen und Osterwald, im Südwesten an Schloß Ricklingen und im Osten an Meyenfeld.

Trotz der Nähe zu Hannover und der Stadt Garbsen ist Horst ländlich gelegen und hat mit Waldgebieten und Landschaftsschutzgebieten einen hohen Erholungswert. Der Rundweg Grüner Ring führt durch Horst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bedeutung des Ortsnamens Horst erklärt sich aus seiner geographischen Lage. Das Dorf liegt umgeben von ehemaligen Moorflächen auf einer leichten Anhöhe, die sich noch weit über den Ort hinauszieht. Bodenfunde wie ein Tüllenbeil, eine Bronzespange und Rückstände von Rennöfen weisen darauf hin, dass das Gebiet bereits in Vor- und Frühgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf eine Schenkungsurkunde des Bischofs Wedekind I. von Minden im Jahr 1258 zurück.[2] In Urkunden des 16. Jahrhunderts wurden 5 Vollmeier, 2 Halbmeier und 18 Köthner im Ort erwähnt.

Mit dem Ort historisch verbunden ist die Familie Wedekind zur Horst, die ab dem 19. Jahrhundert Bedeutung erlangte. Deren Stammhof befindet sich im Ortsgebiet. Der Vorgängerhof wurde dem Stammvater der Familie von Otto II. dem Strengen, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, um 1320 geschenkt. Das Wappen der Familie befindet sich auf dem Taufstein in der Kirche.

Im 20. Jahrhundert wuchs der Ort durch das Hinzufügen von Wohngebieten in mehreren Schritten von etwa 340 Einwohnern um 1900 auf 2690 Personen im Jahr 2005.

Am 1. März 1974 wurde Horst in die Stadt Garbsen eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Horst, der für die Dörfer Horst, Frielingen, Meyenfeld und Schloß Ricklingen zuständig ist, setzt sich aus drei Ratsfrauen und sechs Ratsherren zusammen. Die CDU hat mit der FDP eine Gruppe gebildet.[4][5]

Sitzverteilung

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister ist Peter Hahne (CDU/FDP-Gruppe). Seine Stellvertreterin ist Angela Thimian-Milz (Die Unabhängigen).[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Horst befindet sich die einzige noch erhaltene Windmühle im Stadtgebiet Garbsen. Diese ist als Motormühle denkmalgeschützt und wurde im Jahr 2002 grundrestauriert.
  • Im alten Ortskern steht neben zahlreichen Fachwerkhäusern die 1779 erbaute Kirche mit einem noch vom Vorgängerbau erhaltenen Erbbegräbnis. Der Kirchturm in seiner heutigen Gestalt wurde 1866/67 nach Plänen des Architekten Conrad Wilhelm Hase neu errichtet, die Kupfereindeckung ist von 1905/06. In der Kirche befindet sich ein im Jahre 1606 von Johann Wedekind gestifteter Taufstein. Gegenüber der Kirche liegt das Gebäude des Stadtarchivs der Stadt Garbsen mit Akten, Schriftgut, Karten, Bildern usw. ab 1760. Die Archivalien sind frei zugänglich.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Baudenkmale in Horst

Fotogalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Osten und Süden des Ortes ist durch Wohngebiete mit Ein- und Mehrfamilienhäusern geprägt. Seit 1950 hat sich die Bevölkerungszahl durch die Erschließung von Neubaugebieten mehrfach in großen Schritten erhöht.

Aufgrund einer guten Infrastruktur zählt Horst zu den bevorzugten Wohnorten im Raum Hannover. Die im Ort vorhandenen Einrichtungen (Grundschule, Hort, Kindergarten, Ärzte, Physiotherapiepraxen, Sparkasse) decken die Grundversorgung ab. Darüber hinaus existieren Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten, wie ein Supermarkt, bäuerliche Erzeugerbetriebe, Kiosk mit Postagentur, Bäckereien, Gasthof, Kleinkunstbühne und Freiwillige Feuerwehr.

Mitgliederstarke Horster Vereine, darunter der TSV und der Heimatbund, bieten zahlreiche Möglichkeiten, sich aktiv zu betätigen. Auch zwei Reiterhöfe tragen zur Attraktivität des Dorfes bei.

Der Schützenverein des Ortes löste sich im Dezember 2008 nach 100-jährigem Bestehen auf.[6]

Im Stadtteil besteht die Freiwillige Feuerwehr Horst (FF Horst), die eine von drei Stützpunktfeuerwehren in Garbsen ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludolf Siegfriedt (17. Jahrhundert–1673), hannoverscher Glocken-, Stück- und Rotgießer, er galt als meistbeschäftigter Glockengießer der Zeit, er goss 1645 die Glocke für die Kirche in Horst
  • Georg Friedrich Dinglinger (1702–1785), Festungsbaumeister, baute u. a. auch die Kirche in Horst
  • Johann Christian Lauber (1732–1785), Tischlermeister, er entwarf 1779 den Umgangskanzelaltar in der Kirche von Horst
  • Conrad Wilhelm Hase (1818–1902), Architekt und Hochschullehrer, er galt als einer der bedeutendsten Vertreter der Neugotik des 19. Jahrhunderts, der Turm der Kirche von Horst gehört zu seinen Werken
  • Uwe Sternbeck (* 1962), Politiker (Grüne) und seit 2004 Bürgermeister der Stadt Neustadt am Rübenberge in der Region Hannover, wuchs in Horst auf
  • Sabine Nasarow heute Sabine Zumdick (* 1965), Volleyballspielerin, spielte in ihrer Jugend für den TSV Horst
  • Carlotta Truman (* 1999), Sängerin, Finalistin Das Supertalent 2009 und The Voice Kids 2014, ESC-Teilnehmerin für Deutschland 2019 mit dem Duo S!sters, sie sang im Kinderpopchor „Kidz of Horst“, den ihre Mutter leitete

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Kollenrott: Die Entwicklung des Stadtteils Horst der Stadt Garbsen. Bestandsaufnahme und Projekte für die Zukunft. Fortgeschrieben auf Basis der Dorfentwicklung von 1986 und vorgelegt von Horster Bürgern. Fortschreibung 2011, 1. Auflage, Hrsg.: Heimatbund Horst e.V. für den Arbeitskreis Dorfentwicklung Horst, Garbsen: Heimatbund Horst, 2011; Inhaltsverzeichnis

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Horst – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Garbsen – auf einen Blick. (PDF; 25,2 MB) In: Internetseite der Stadt Garbsen. 30. Juni 2018, S. 6, abgerufen am 17. April 2019.
  2. Walter Langrehr: Horster Ortsgeschichte. In: Internetseite Heimatbund Horst e. V. Abgerufen am 18. April 2019.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 197.
  4. Garbsen – auf einen Blick. (PDF; 25,2 MB) In: Internetseite der Stadt Garbsen. 30. Juni 2018, S. 9, abgerufen am 18. April 2019.
  5. a b Der Ortsrat von Horst. In: Internetseite der Stadt Garbsen. Abgerufen am 18. April 2019.
  6. Sven Sokoll: Schützen fällt das Ende nicht leicht. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung/Leine-Zeitung. (Garbsen, Seelze), 22. Dezember 2008.
  7. Bernd Riedel: Walter Langrehr ist tot. In: Internetseite Hannoversche Allgemeine Zeitung. 5. Februar 2017, abgerufen am 18. April 2019.
  8. Walter Langrehr. In: Internetseite Heimatbund Horst e. V. 2007, abgerufen am 18. April 2019 (Artikel aus Leine Zeitung Garbsen).