Horst Haitzinger

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Horst Haitzinger (* 19. Juni 1939 in Eferding, Österreich) ist einer der bekanntesten politischen Karikaturisten in Deutschland, der bisher über 15.000 Karikaturen veröffentlicht hat. Er lebt und arbeitet in München, wo er vornehmlich für das Boulevardblatt tz tätig ist, sowie für die Nürnberger Nachrichten, die Koblenzer Rhein-Zeitung und viele Weitere vorwiegend im Süden Deutschlands.[1]

Seine Zeichnungen und Ölbilder (fantastischer Realismus) sowie seine politischen Karikaturen werden auf Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haitzingers künstlerische Ausbildung begann mit einem vierjährigen Studium der Gebrauchsgrafik an der Kunstgewerbeschule in Linz.

Anschließend folgten zwölf Semester Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in München.

Seit Abschluss des Akademiestudiums ist Haitzinger freiberuflich tätig als Karikaturist für viele bekannte Zeitungen und Zeitschriften und als Maler von Ölgemälden.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karikaturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits als junger Student veröffentlichte Haitzinger 1958 seine ersten Karikaturen für die satirische Zeitschrift Simplicissimus. Seit 1963 ist er freiberuflich als Karikaturist tätig und arbeitet für viele renommierte Tageszeitungen und Zeitschriften. 27 Jahre lang arbeitete er z. B. für die Zeitschrift Bunte[2] und mehrmals wählte der Spiegel Karikaturen von ihm als Titelblatt aus.

Bekannt wurde er als „Meister des deftigen Strichs“, der in einem unverwechselbaren Stil das bundesrepublikanische politische Geschehen treffsicher und mit beißender Ironie zu karikieren versteht. Täglich entsteht mindestens eine Karikatur. Über 15.000 Zeichnungen entstammen bisher seiner spitzen Feder. In Ausstellungen zeigt er seine Zeichnungen und Ölbilder.

Haitzinger zählt Wilhelm Busch zu seinen Vorbildern. Für seine Karikaturen kann er auf eine reiche Kenntnis literarischer und bildnerischer Vorlagen zurückgreifen.

1994 wurde Haitzingers Plakatentwurf für die Europawahlen von einigen Europa-Parlamentariern abgelehnt, weil er mit einer leichtbekleideten Europa für die Wahl warb.[3][4] Er ist sich bewusst, dass die Kenntnis der Mythologie, zu der die Europa-Figurenmetapher gehört, bei vielen Lesern heute nicht mehr vorauszusetzen ist.[5]

Im Dezember 2013 wurde Haitzinger für eine in der Badischen Zeitung veröffentlichte Karikatur vom Simon-Wiesenthal-Center unter die Top 10 der antisemitischen, antiisraelischen Schmähungen 2013 gewählt.[6] Die Badische Zeitung wies den Vorwurf zurück.[6]

Seit einigen Jahren werden jeweils eine Auswahl seine Karikaturen jährlich als Buch beim Stiebner Verlag veröffentlicht.[5]

Ölbilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ölbilder nehmen im Lebenswerk von Horst Haitzinger einen bedeutenden Platz ein. Schon in jungen Jahren beschäftigte sich der Künstler mit der Ölmalerei. Bereits in seinen frühen Werken war die surrealistische Landschaft das vorherrschende Motiv.

Ab 1968 widmete er sich rund fünf Jahrzehnte lang ausschließlich der politischen Karikatur.

Erst 2001 nahm er seine tiefgehende Leidenschaft für die Ölmalerei wieder auf. Seitdem sind in jahrelanger Arbeit mehrere Gemälde entstanden. Seine Darstellungen aus der Natur basieren in großem Umfang auf Erlebnissen, Eindrücken und Vorstellungen seiner Jugend. Sie verschmelzen in der Bildkomposition zu einer Reise in eine fantastische Welt.

Die Werke zeichnen sich aus durch formale Strenge verbunden mit einem üppigen Detailreichtum. Dichte atmosphärische Stimmungen sind charakteristische Merkmale von Haitzingers Fantasiewelt.

Die Sinnoffenheit der Bilder und die freie Interpretationsmöglichkeit des Betrachters sind dem Künstler dabei ein wichtiges Anliegen.

 „Meine Bilder sind zu hundert Prozent konsequent gegenständlich. Was die Menschen darauf sehen, dürfen sie so sehen und deuten, wie sie es wollen. Das liegt in der Fantasie jedes Betrachters“, so Haitzinger. „Mein Anspruch ist es, kompositorisch gute Bilder zu machen, in welchen Bewegung auf Gegenbewegung reagiert und das Verhältnis von Farbigkeit stimmt. Die Motive spielen sich in einer immer wiederkehrenden Märchenwelt ab“, erklärt der Künstler seinen Anspruch.

Bisher entstanden mehrere großformatige Ölgemälde, die als Originale unverkäuflich und als Leihgaben in Ausstellungen zu sehen sind. Für Haitzinger Freunde und Kunstsammler sind davon z.Z.  sechs Ölgemälde als hochwertige Kunstdrucke mit Zertifikat in einer limitierten Auflage erhältlich.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Horst Haitzinger ist verheiratet und Vater zweier Töchter. Ein besonderes Anliegen ist ihm seit langem der Naturschutz.[5]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1972 erscheint jährlich eine Zusammenstellung der besten politischen Karikaturen des Jahres als Sammelband im Stiebner Verlag (ehemals Bruckmann). Bundes- und weltpolitische Ereignisse werden wie gewohnt witzig, spritzig und manchmal bissig dargestellt.

Daneben sind verschiedene großformatige, farbig bebilderte Bände erschienen.

  • Archetypen, 1979
  • Bonnoptikum, 1983
  • Bonnoptikum 2, 1985
  • Geburtstags-Strauß: 70 Karikaturen Zum Siebzigsten von Franz Josef Strauß, 1985
  • Globetrottel, 1989, ISBN 3765422509
  • Politische Karikaturen, 1992
  • Deutschland, Deutschland, 1990
  • Weltsch(M)erz, 1992
  • Kohldampf, 1997
  • BONNzen-Album, 1988
  • Berlinikum, 2000
  • Haitzinger Karikaturen und Malerei, 2008

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Haitzinger: "Der Kauder war eine Qual", Interview Fränkischer Anzeiger vom 28. August 2015, abgerufen 27. Juli 2017
  2. www.nordbayern.de
  3. Der Plakatentwurf, univie.ac.at, 13. Oktober 2013
  4. Plakatentwurf Hintergrund, demokratiezentrum.org, 13. Oktober 2013
  5. a b c Horst Haitzinger: „Satire darf nicht alles“, Südwest Presse vom 31. Dezember 2016, abgerufen 27. Juli 2017
  6. a b badische-zeitung.de: Umstrittene Karikatur: Nicht jede Kritik ist Antisemitismus