Horst K. Jandl

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Horst Karl Jandl (* 30. Jänner 1941 in Sindelfingen) ist ein österreichischer Maler.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Horst Jandl erblickte als das dritte von vier Kindern des aus St. Wolfgang stammenden Spenglermeisters August Jandl das Licht der Welt. Sein Vater war zu diesem Zeitpunkt als Facharbeiter in Baden-Württemberg tätig. Mit dem Vater ging die Familie nach dem Überfall auf Polen nach Wreschen und flüchtete von dort kurz vor Kriegsende zurück nach St. Wolfgang. Nachdem der Vater aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, pachtete er in Altaussee den Spengler-, Glaser- und Installateurbetrieb Hütter. Der Betrieb hatte zeitweise bis zu 35 Mitarbeiter und wurde von Horst Jandls ältestem Bruder Hans weitergeführt.[1]

Horst Jandl selbst erhielt eine Ausbildung in Malerei an der Glasfachschule in Kramsach/Tirol sowie in der Meisterklasse für Glasrestaurierungs-Malerei an der Staatlichen Erwin-Stein-Glasfachschule in Hadamar bei Erhard Theodor Astler und Ludwig Wollenheit. Ab 1962 begann er seine Tätigkeit als freischaffender Künstler. Als Mitglied der Künstlervereinigung Internationaler Bodensee Club (IBC) in Überlingen nahm er an mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen teil.

Später kam er zurück nach Bad Aussee. Hier übernahm er ab ca. 1970 im Glasereibetrieb seines Bruders den Bereich künstlerische Gestaltung. Er schuf Kirchenfenster, Denkmäler, Glaswände und führte Restaurierungen in unterschiedlichen Techniken durch. Von ihm stammen unter anderem die Glasfenster der Pfarrhauskapelle und der Pfarrkirche Kumitz bei Bad Mitterndorf.

Gegen Ende der 1970er Jahre traten die Glasarbeiten langsam in den Hintergrund und er konzentrierte sich auf die Malerei. Skizzen und Aquarelle von Motiven des Ausseerlandes wurden von teilweise großformatigen Ölbildern abgelöst. Seine Motive findet er in der Landschaft des steirischen Salzkammerguts. Trotz seiner Vorliebe für idyllische Motive sind seine Bilder weit entfernt von Lieblichkeit. Jandls Ausstellungstätigkeit beschränkte sich auf das Ausseerland. Er unterstützte die Gestaltung des Literaturmuseums in Altaussee.[2] Sein Wohnsitz und Atelier, die Königsgarten-Villa in Altaussee, ist Bestandteil des lokalen Wanderwegs Via Artis und wird für Dokumentationen und von Filmschaffenden als Kulisse genutzt.[3] Friedrich Torberg residierte hier einst als er seine Anekdotensammlungen Die Tante Jolesch schrieb.[4]

Um das künstlerische Erbe des Ausseer Malers Hugo Cordignano hat Horst Jandl sich Verdienste erworben. Er ist Mitglied des Salzburger Kunstvereins und der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs.[2] Seine Tochter Karen Kuttner Jandl (* 1970) ist ebenfalls Künstlerin.[5]

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 20. Jahrhunderts. Bd. 2, Wien 1986.
  • Gernot Rabl: Horst K. Jandl – Beseelte Bilder. In: Da schau her 04/2012, Universalmuseum Joanneum S. 20 ff. (online)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Josef Khälß: Wo ein Wille, da ein Weg …, woadsack.at, 24. November 2013.
  2. a b Der Künstler Horst K. Jandl, Literaturmuseum Altaussee, 2012.
  3. Christian Rauch: Ausseer Aussichten: Sisis Sehnsuchtsland, DAV Panorama, 66. Jg., Ausg. 2/2014.
  4. Peter Meier-Bergfeld: Volk, begnadet für das Schöne? Zehn Jahre Korrespondent in Österreich; Reportagen, Essays, Kommentare, Interviews. BoD 2003, S. 366. ISBN 978-3-833-40502-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  5. 5 Jahre Tanzschule Roman E. Svabek beim Wiener Opernball mit einer Vernissage der Ausnahmekünstlerin Karen Kuttner Jandl und zahlreichen prominenten Gästen, meinbezirk.at, Jänner 2013.