Horst Korber

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Horst Korber (links) mit Dietrich Spangenberg, 1964
Grabstätte

Horst Korber (* 16. März 1927 in Stadtroda; † 2. Juli 1981 in Berlin (West)) war als deutscher Politiker der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) in verschiedenen Ressorts im Senat von Berlin tätig.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur in Jena begann Korber dort ein Jurastudium. Im Jahr 1949 flüchtete er mit Hilfe Horst Graberts nach West-Berlin.[1] Korber beendete sein Studium 1953 an der Freien Universität Berlin mit dem zweiten Staatsexamen. Er begann 1957 eine Tätigkeit in der Berliner Senatsverwaltung, wo er 1963 Senatsrat in der Senatskanzlei wurde. Große Bekanntheit erlangte Korber als Unterhändler für die Passierscheinabkommen mit der DDR. Im Jahr 1967 wechselte er als Senatsdirektor in die Senatsverwaltung für Justiz. Noch im gleichen Jahr wurde er nach dem Rücktritt von Berlins Regierendem Bürgermeister Albertz von dessen Nachfolger Klaus Schütz zum Senator für Familie, Jugend und Sport berufen. Nach dem Wahlsieg der Berliner SPD von 1971 wechselte Korber als Senator ins Justizressort, nach dem erneuten Wahlsieg der SPD 1975 Senator für „Arbeit und Soziales“ zu werden. Nach dem Rücktritt von Klaus Schütz 1977 blieb Korber Senator, wechselte jedoch ins Ressort für Bundesangelegenheiten. Nach dem Wahlsieg der SPD 1979 war Korber der einzig vorgeschlagene Senator, der nicht gewählt wurde und schied aus dem Senat aus. Bei der Bundestagswahl 1980 wurde er in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Der Landessportbund Berlin hat nach seinem früheren Präsidenten seinen Sportkomplex am Olympiastadion Horst-Korber-Sportzentrum benannt, wo eine Gedenktafel an ihn erinnert.

Er ist auf dem Waldfriedhof Dahlem bestattet. Sein Grab ist als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet.

2016 wurde durch eine Studie Göttinger Wissenschaftler bekannt, dass während Korbers Amtszeit als Senator für Familie, Jugend und Sport obdachlose Jugendliche an Pflegeväter vermittelt wurden, von denen Mitarbeiter der Verwaltung wussten, dass sie wegen Pädophilie verurteilt worden waren. Ob Korber selbst das bekannt war, ist unklar.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Breunig, Andreas Herbst (Hrsg.): Biografisches Handbuch der Berliner Abgeordneten 1963–1995 und Stadtverordneten 1990/1991 (= Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin. Band 19). Landesarchiv Berlin, Berlin 2016, ISBN 978-3-9803303-5-0, S. 218.
  • Rudolf Vierhaus, Ludolf Herbst (Hrsg.), Bruno Jahn (Mitarb.): Biographisches Handbuch der Mitglieder des Deutschen Bundestages. 1949–2002. Bd. 1: A–M. K. G. Saur, München 2002, ISBN 3-598-23782-0, S. 446.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Horst Grabert: Wehe, wenn du anders bist. Ein politischer Lebensweg für Deutschland. Stekovics, Dößel 2003, ISBN 3-89923-040-X, S. 118.
  2. Studie deckt Skandal-„Experiment“ auf. Berliner Senat vermittelte Jugendliche an Pädophile. In: bild.de. 2. Dezember 2016, abgerufen am 2. Dezember 2016.