Horst Preisler

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Horst Preisler (* 2. August 1935) ist ein deutscher Marathon- und Ultramarathonläufer. Der Hamburger, bis 1999 Leiter der Personalabteilung des Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Hamburg, war von 1995 bis zum 2. August 2011 Weltrekordler im Sammeln von Marathons; am 28. Januar 2012 waren es mittlerweile 1762 Marathons und Ultramarathons. Sein Nachfolger als Weltranglistenerster ist sein früherer Vereinskollege Christian Hottas, der beim TUI Marathon Hannover am 5. Mai 2013 als erster Mensch seinen 2000. Marathon lief.[1]

Preisler fing 1974 mit dem Laufen an. Nach einem Volkslauf über 20 km meldete er sich zu einem 100-km-Lauf an, den er in 15:48 h absolvierte. Im Lauf der Zeit verbesserte er sich über diese Distanz auf 8:15:38 h (1986, Rodenbach); über die 42,195-km-Distanz erzielte er seine Bestzeit von 2:54:39 h im Jahr 1984 beim Bienwald-Marathon. Seine Bestdistanz im 24-Stunden-Lauf beträgt 214,708 km, aufgestellt am 11. Oktober 1987 in Biel. Die längste Distanz, die er bei einem Wettkampf zurücklegte, waren 661,2 km bei einem Sechs-Tage-Lauf 1993 in La Rochelle.

1980 lief er, mit seinem Sohn als Fahrradbegleiter, quer durch Deutschland und legte dabei 1080 km in 18 Tagen zurück. 1995 war er einer von sieben Läufern, die zu einem Friedenslauf von Hiroshima nach Nagasaki (430 km) eingeladen worden; diesen Lauf allerdings musste er nach 350 km wegen Darmkrämpfen aufgeben. Viermal beendete er den Spartathlon (245 km) erfolgreich. Insgesamt hat Preisler, Training und Wettkämpfe zusammengenommen, bislang mehr als 200.000 km zu Fuß zurückgelegt.

Beim Berlin-Marathon 2000 beendete Preisler als erster Mensch zum 1000. Mal einen Marathon.[2][3] Bislang hat er an allen Austragungen des Hamburg-Marathons teilgenommen.[4]

Horst Preisler startet für den TuS Berne und die LAV Hamburg-Nord. Zu seinem 70. Geburtstag veranstaltete Preisler zusammen mit der LAV Hamburg-Nord auf der Tartanbahn des Sportparks Oldenfelde einen Geburtstagsmarathon, dessen Einnahmen einem Schulprojekt in Ghana gespendet wurden, das von seiner Tochter betreut wird.[5][6][7] 2009 legte er für eine Videoinstallation des Künstlers Michael Schwarz die letzten drei Kilometer des Hamburg-Marathons mit einem umgeschnallten Gestell zurück, an dem eine Kamera befestigt war, die ihn in Nahaufnahme filmte. Das 31 Minuten lange Video wurde mit Interviews ergänzt zur Installation Lebenslauf, die 2010 auf der Messe Kunst direkt von einer Auswahlkommission für das Land Rheinland-Pfalz gekauft wurde.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 2000. Marathon von Christian Hottas (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive).24. Oktober 2013
  2. SSC-Events.com: 30.000 Teilnehmer beim real,- BERLIN-MARATHON. 10. August 2000
  3. Spiridon: In 26 Jahren 1.000 Mal Marathon und Länger. X/2000
  4. Hamburger Abendblatt: Rekordmann: Der Hamburger Horst Preisler hat 1620 Marathons absolviert – 68 356 Kilometer - und er läuft weiter. 22. April 2009
  5. Hamburger Leichtathletik-Verband: Ausschreibung Geburtstagsmarathon Horst Preisler (PDF; 266 kB)
  6. Hamburger Abendblatt: Ein Marathonlauf zum 70. Geburtstag. 13. August 2007
  7. marathon4you.de: Laufberichte: Horst Preisler Marathon Hamburg. 20. August 2005
  8. LaufReport.de: Dokumentarfilmer Michael Schwarz traf Läufer Horst Preisler: Videoinstallation „Lebenslauf“ – jetzt preisgekrönt. 2010

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bin ich vielleicht doch ein Neurotiker? In: Der Spiegel. Nr. 50, 1987, S. 186–191 (online 7. Dezember 1987).
  • Der Marathonsammler. Soweit die Füße tragen – Horst Preisler. In: Harald Krämer, Klaus Zobel & Werner Irro (Hrsg.): Marathon. Ein Laufbuch in 42,195 Kapiteln. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2004, ISBN 3-89533-464-2, S. 300-307

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]