Horst R. Schmidt

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Horst Rudolf Schmidt (* 19. November 1941 in Nürnberg) ist ein deutscher Fußballfunktionär.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München war der gelernte Verwaltungsfachmann Mitarbeiter des Organisationskomitees, ebenso zwei Jahre später bei der ersten Fußball-WM in Deutschland. Seither arbeitet er mit in den entscheidenden Gremien der FIFA und der UEFA für die Organisation von Welt- und Europameisterschaften. Von 1976 bis 1992 war er Abteilungsleiter und Direktor in der DFB-Zentrale. Anschließend war er bis 2007 DFB-Generalsekretär. Er war zudem von Januar 2001 bis Sommer 2006 geschäftsführender Vizepräsident des Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Am 3. November 2015 gab die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main bekannt, dass sie gegen Schmidt wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung ermittele. Schmidt hatte 2007 die Steuererklärung für die WM 2006 unterschrieben, in der die Beteiligung am Kulturprogramm als Betriebsausgaben aufgeführt wurden.[1] Im Mai 2018 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Schmidt.[2]
Das Landgericht Frankfurt hat im Oktober 2018 die Eröffnung eines Hauptverfahrens wegen Steuerhinterziehung gegen die beiden früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach sowie den ehemaligen DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt abgelehnt.[3]

Die schweizerische Bundesanwaltschaft hat am 6. November 2015 ein Strafverfahren gegen Schmidt wegen des Verdachts auf Betrug, ungetreue Geschäftsbesorgung, Geldwäscherei und Veruntreuung eingeleitet,[4] Anfang August 2019 erfolgte die Anklageerhebung wegen Betrugs, der Vorwurf der Geldwäscherei war im Monat zuvor fallengelassen worden. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen die Umstände einer Zahlung von 10 Millionen Franken an den Unternehmer Robert Louis-Dreyfus, der diesen Betrag zuvor Franz Beckenbauer als Kredit zur Verfügung gestellt hatte.[5]

Von 2007 bis 2013 bekleidete Schmidt das Amt des DFB-Schatzmeisters. Außerdem war er im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika als Berater für das Organisationskomitee tätig.

Seit 2007 ist Schmidt Vorstandsmitglied von Euro-Sportring, einer Stiftung, die internationale Sportturniere für Jugend- und Breitensportvereine in Europa organisiert.[6][7]

Horst R. Schmidt ist verheiratet und lebt seit vielen Jahren in Aschaffenburg.[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er erhielt im Juli 2005 den Bayerischen Verdienstorden. 2002 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2013 die 1. Klasse. Schmidt ist Ehrenmitglied des Deutschen Fußball-Bundes.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Pressemitteilung im Wortlaut faz.net, 3. November 2015
  2. Sportschau.de [1]
  3. Michael Ashelm: Kein Gerichtsverfahren gegen frühere DFB-Funktionäre. In: Frankfurter Allgemeine vom 15. Oktober 2018.
  4. WM-Affäre: Razzien bei Beckenbauer und Radmann sueddeutsche.de, 1. September 2016
  5. Fussball: Anklageerhebung im Zusammenhang mit dem Deutschen Fussball-Bund (DFB). Pressemitteilung der Bundesanwaltschaft vom 6. August 2019, abgerufen am selben Tage.
  6. The Board. Euro-Sportring. Archiviert vom Original am 11. März 2014. Abgerufen am 11. März 2014.
  7. Die internationale Fußballwelt zu Gast in Wien | APA-Fotoservice | APA-Fotoservice. Apa-fotoservice.at. 29. November 2011. Abgerufen am 10. März 2014.
  8. http://www.ftd.de/koepfe/:Montagsportr%E4t-Horst-R-Schmidt-Hintermann-im-Akkord/20889.html?p=2 (Memento vom 30. Juli 2012 im Webarchiv archive.today)