Horst Schlämmer – Isch kandidiere!

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Filmdaten
Originaltitel Horst Schlämmer – Isch kandidiere!
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2009
Länge 93 Minuten
Altersfreigabe FSK 0[1]
Stab
Regie Angelo Colagrossi
Drehbuch Angelo Colagrossi,
Hape Kerkeling,
Ludwig Berndl,
Jens Teutsch-Majowski
Produktion Angelo Colagrossi,
Barbara Kranz
Musik Achim Hagemann,
Bettina Hagemann
Kamera Frank Grunert
Schnitt Barbara Gies
Besetzung

Horst Schlämmer – Isch kandidiere! ist eine deutsche Filmkomödie. Der Film kam am 20. August 2009 in die deutschen Kinos und hatte dort 1.346.045 Besucher.[2]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der stellvertretende Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblatts, Horst Schlämmer, hat von seinem Job endgültig genug. Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung beschließt er, in die Politik zu gehen. Er gründet die HSP, die „Horst-Schlämmer-Partei“. Sein hochgestecktes Ziel: er will Bundeskanzler werden. Die politische Ausrichtung der HSP ist liberal, konservativ und links. Unter dem Motto „Yes Weekend“ tritt er im TV-Kanzlerduell Angela Merkel gegenüber und schlägt als neues Wappen den Bundeshasen (Hasenpower für Deutschland) vor. Ein weiteres Ziel: sein Heimatort Grevenbroich soll Bundeshauptstadt werden.

Die Schauspielerin Alexandra Kamp, die sich bei einer Lesung in Schlämmer verliebt, kann zahlreiche prominente Unterstützer für ihn gewinnen. Um seine Partei auch für die Jugend interessant zu machen, überzeugt Schlämmer den Rapper Bushido, für die HSP einen Werbesong zu schreiben. Mit Hilfe von Interviews und Gesprächen mit Politikern wie Jürgen Rüttgers, Lale Akgün, Otto Fricke, Claudia Roth, Gesine Lötzsch und Cem Özdemir[3][4] sammelt er Anregungen für seinen Wahlkampf.

Als im Fernsehen am Wahltag gemeldet wird, dass seine Partei 37 Prozent erreicht habe, fällt Schlämmer in Ohnmacht und erlebt im Traum seine Vereidigung als Bundeskanzler. Schließlich stellt sich aber heraus, dass dem Fernsehsender ein Irrtum unterlaufen ist; die HSP hat nur 0,37 Prozent erreicht. Schlämmers Traum einer politischen Karriere ist also geplatzt - und der Charme der Macht hört auf zu wirken.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regie führte Angelo Colagrossi, der mit Hape Kerkeling zusammen das Drehbuch geschrieben hat. Die Dreharbeiten dauerten bis zu ihrem Ende im Juni 2009 rund drei Monate.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film spielt hauptsächlich in Grevenbroich, der Heimatstadt von Horst Schlämmer, aber auch in Nachbarorten, die im Film als Grevenbroich ausgegeben werden. So sieht man zu Beginn, wie Schlämmer sein Haus (es steht in der Richard-Wagner-Straße in Grevenbroich) verlässt und mit seinem Auto zur Redaktion des Grevenbroicher Tagblatts fährt. Die Innenstadt von Kaarst ist zu sehen, als Schlämmer und Ulle versuchen, Unterschriften für die HSP zu sammeln. Einige Szenen, bei denen sich Ulle allein auf die Jagd nach Unterschriften macht, entstanden in der Innenstadt von Viersen.

Am Vorabend des Filmstarts wurde im ZDF bei Markus Lanz mit einem „Horst Schlämmer Special“ für den Film geworben.[5]

Die rechtsgerichtete Partei Die Republikaner spielte in einem Wahlwerbespot auf Horst Schlämmer und dessen „Wahlkampf“ an. Das Landgericht Köln verbot per einstweiliger Verfügung die Ausstrahlung auf Betreiben von Kerkelings Anwalt.[6]

Verschiedene Prominente unterstützten den Film durch ihr Mitwirken, darunter Bushido, Kay One, Michael Schumacher, Cherno Jobatey, Bettina Tietjen, Gunter Gabriel, Bernhard Brink, Jürgen Drews, Kader Loth, Normen Odenthal und Jürgen Domian.[7][8]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kritik beurteilte den Film überwiegend negativ.

Filmstarts.de bezeichnet Isch kandidiere! in seiner Onlinekritik als „eine komödiantische Fehlzündung“, die den „ausdauernd geschürten Erwartungen in keiner Weise gerecht wird.“[9] Das Lexikon des Internationalen Films bezeichnet den Film als „unausgegorene Mischung aus Klamotte und Satire um Hape Kerkelings populäre Kunstfigur, die als Held eines abendfüllenden Spielfilms nicht zu überzeugen vermag. Zwar zünden manche Gags und Einzelnummern, doch insgesamt verleiden die Ideenarmut des Drehbuchs sowie die arg bemühte Regie den Spaß an der reizvoll-frechen Ausgangsidee.“[10]

Cinema urteilte: „Dennoch bleibt die Idee, die satte Bequemlichkeit der Deutschen sowie die visionsfreie Hohlbratzigkeit ihrer Politiker durch den Kakao zu ziehen, das Beste am Film. Seine Umsetzung mit flauen Bildern und ohne erkennbaren Spannungsbogen lässt beim Zuschauer spätestens nach einer halben Stunde die Sehnsucht nach dem Abspann aufkommen. Eine Aneinanderreihung von mal mehr, mal weniger gelungenen Sketchen macht noch keinen Kinofilm. So entsteht nach dem Filmbesuch statt amüsierter Erinnerung nur das Gefühl, seine Zeit vergeudet zu haben.“[11]

Die Welt meinte: „Hape Kerkelings Humor leidet an Schnappatmung: In seinem Film ‚Horst Schlämmer – Isch kandidiere‘ erwartet den Zuschauer statt böser und bissiger Satire nur liebe Unterhaltung. Denn leider ist Schlämmers Wahlkampf ebenso lauwarm wie der von jenen, die er karikiert… Statt böser, bissiger Satire will er doch nur lieb sein und unterhalten. Und so wird ‚Isch kandidiere‘ nach dem Rüttgers-Besuch, mit dem einsetzenden Wahlkampf in eigener Sache, nur noch zu einer mal mehr, mal minder amüsanten Komödie.“[12]

Die Rheinische Post fand den Film „schamlos schlecht“ und kritisierte die filmische Umsetzung: „So richtig ist in dieser annähernd 90-minütigen Farce nie auszumachen, ob sie nun hochprofessionell auf dilettantisch getrimmt wurde oder am Ende einfach nur dilettantisch ist.“ [13] „Regisseur Angelo Colagrossi (Hape Kerkelings ehemaliger Lebensgefährte) vermittelt nicht den Eindruck, als hätte er ein wirkliches Drehkonzept, außer vielleicht den guten Glauben, der Schlämmer würde es schon tragen“, befand auch Tom Westerholt von 1LIVE.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Horst Schlämmer – Isch kandidiere! Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, August 2009 (PDF; Prüf­nummer: 119 088 K).
  2. http://www.insidekino.de/DJahr/D2009.htm
  3. Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling will Kanzler werden – in seinem neuen Kinofilm (Memento vom 8. August 2009 im Internet Archive) In: Märkische Allgemeine vom 5. August 2009
  4. Paul Wrusch: „Isch kandidiere“ In: Die Tageszeitung vom 31. Juli 2009
  5. "Horst Schlämmer Special" bei Markus Lanz im ZDF, rtn, 19. August 2009
  6. Schlämmer-Wahlspot: Gericht pfeift Republikaner zurück, Focus Online, 15. September 2009
  7. Video Prominente für Horst Schlämmer in der ZDFmediathek, abgerufen am 29. Januar 2014 (offline)
  8. http://www.br-online.de/bayern3/kino-und-dvd/filmkritik-horst-schlaemmer-isch-kandidiere-hape-kerkeling-alexandra-kamp-ID1250844150952.xml
  9. Kritik zu Horst Schlämmer – Isch kandidiere! auf Filmstarts.de
  10. Horst Schlämmer – Isch kandidiere! im Lexikon des Internationalen Films
  11. Horst Schlämmer – Isch kandidier auf Cinema.de
  12. „Isch kandidiere“ – Horst Schlämmer ist nur eine halbe Stunde witzig, Die Welt, 22. August 2009
  13. Komödie „Isch kandidiere!“ mit Horst Schlämmer -Schamlos schlecht: Schlämmer im Film, RP-Online, 20. August 2009
  14. 1LIVE: Horst Schlämmer in Filmform - „Isch kandidiere“