Horstmar

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Horstmar (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Horstmar
Horstmar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Horstmar hervorgehoben
Koordinaten: 52° 5′ N, 7° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Steinfurt
Höhe: 77 m ü. NHN
Fläche: 44,76 km²
Einwohner: 6447 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 144 Einwohner je km²
Postleitzahl: 48612
Vorwahl: 02558
Kfz-Kennzeichen: ST, BF, TE
Gemeindeschlüssel: 05 5 66 024
Stadtgliederung: 2 Ortsteile (Horstmar und Leer)
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchplatz 1–3
48612 Horstmar
Webpräsenz: www.horstmar.de
Bürgermeister: Robert Wenking (CDU)
Lage der Stadt Horstmar im Kreis Steinfurt
Nordrhein-Westfalen Kreis Borken Kreis Coesfeld Münster Kreis Warendorf Niedersachsen Greven Saerbeck Lienen Lengerich Laer Altenberge Horstmar Nordwalde Ladbergen Metelen Hörstel Westerkappeln Ibbenbüren Steinfurt Wettringen Neuenkirchen Mettingen Lotte Hopsten Ochtrup Rheine Recke Tecklenburg EmsdettenKarte
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Horstmar (plattdeutsch Huorsmer) ist eine Stadt im Kreis Steinfurt im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen bei Münster. Seit dem 24. Juli 2012 trägt Horstmar offiziell den Titel „Stadt der Burgmannshöfe“.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Horstmar liegt im Burgsteinfurter Land, das Teil des Münsterlandes ist. Die Entfernung zur nördlich gelegenen Kreisstadt Steinfurt beträgt knapp zehn Kilometer, Münster im Südosten ist etwa 30 km entfernt, die holländische Grenze bei Gronau im Nordwesten ebenfalls etwa 30 km.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Stadt Horstmar grenzt an die Gemeinden Schöppingen (Kreis Borken), Metelen, Laer (beide Kreis Steinfurt), Rosendahl (Kreis Coesfeld) und die Kreisstadt Steinfurt.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Horstmar gehört auch die bis 1969 selbstständige Ortschaft Leer. So gehören heute zur Stadt Horstmar die Bauerschaften Alst, Haltern, Niedern, Ostendorf und Schagern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 9. Jahrhundert wurde die Burg Horstmar errichtet, die im frühen 11. Jahrhundert in einem Hebebuch der Abtei Werden erstmals erwähnt wird. Die Stadt Horstmar wurde südlich dieser Burg errichtet. Die Edelherren von Horstmar, die wahrscheinlich ein Zweig des Adelsgeschlechts von Holte waren, sind urkundlich erstmals 1092 als Lehnsleute der Grafen von Cappenberg bezeugt.[3] Unter den Herren von Horstmar ragt der Kreuzritter Bernhard der Gute heraus. Sein Neffe und Nachfolger Otto von Horstmar (1227–1246) erwarb durch Heirat mit Adelheid von Ahaus die Herrschaft Ahaus, die nach seinem Tod jedoch durch Erbteilung wieder von Horstmar getrennt wurde und an den Sohn Bernhard fiel, während die Tochter Beatrix 1251 Horstmar erhielt. Sie vermählte sich mit dem Grafen Friedrich von Rietberg, der nach Auseinandersetzungen die Lehnshoheit des Bischofs von Münster anerkennen musste und 1269 die Herrschaft Horstmar und die Burg an das Stift Münster verkaufte.

Damit war die Herrschaft Horstmar in das fürstbischofliche Amt Horstmar übergegangen. Die Burg wurde bis ins 16. Jahrhundert ein Lieblingssitz der Bischöfe von Münster und seit dem 15. Jahrhundert zur Landesfestung gegen die Grafschaft Steinfurt ausgebaut. Der Stadt wurden Rechte und Freiheiten verliehen, auch das Hofgericht des Bistums hatte im 16. Jahrhundert zeitweise seinen Sitz in Horstmar.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg 1635 auf Befehl des hessischen Leutnants Carl von Rabenhaupt zerstört. Das Amt Horstmar fiel im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 an eine Linie des Hauses Salm. Als Grafschaft Salm-Horstmar war das Gebiet bis zur Eingliederung in das Großherzogtum Berg 1806 ein eigenständiges Territorium. 1815 wurde das Gebiet als Standesherrschaft Teil Preußens. Im 19. und 20. Jahrhundert war Horstmar ein bedeutender Standort der Textilindustrie, deren Niedergang die Stadt schwer traf.

Zur Entwicklung des Postwesens in Horstmar, Leer, Leer-Ostendorf, Loreto und Haus Alst siehe Postgeschichte von Steinfurt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1938 wurde die Gemeinde Kirchspiel Horstmar eingegliedert.[4] Am 1. Juli 1969 kam Leer hinzu.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Datum Einwohner
1. Dezember 1871 5311
13. September 1950 6203
6. Juni 1961 4950
30. Juni 1969 5967
7. November 2001 6400
10. November 2004 6271
30. November 2006 6287
31. Dezember 2012 6409

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Rathaus

Der Rat der Stadt Horstmar besteht aus 22 Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister. Bei den Kommunalwahlen am 25. Mai 2014 (bzw. am 30. August 2009) ergab sich folgende Sitzverteilung:[6][7]

Partei / Liste Sitze 2014 % 2014 Sitze 2009 % 2009
CDU 12 54,7 13 54,9
SPD 5 24,0 4 19,5
Bündnis90/Die Grünen 3 11,3 2 9,3
Unabhängige Wählergemeinschaft 2 10,0 2 10,5
FDP - - 1 5,9

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Auf einem von Silber zu Blau quadrierten Schildgrund ein aufgerichteter, goldbewehrter und goldgekrönter roter Löwe.“

Der seit dem 14. Jahrhundert in städtischen Siegeln verwendete Löwe ist dem Schild der Edelherren von Horstmar entnommen und seit dem 17. Jahrhundert Wappentier der Stadt Horstmar. Dem Siegel des Geschlechtes von Leer aus der heute in Horstmar aufgegangenen Gemeinde Leer entstammt der quadrierte Schild. Horstmar führt das Wappen seit 1939.

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Horstmar pflegt seit 1991 eine Partnerschaft zur niederländischen Gemeinde Warnsveld, einem Vorort der Stadt Zutphen.

Kirche St. Gertrud, Südseite

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der historische Kern der Stadt ist fast quadratisch und war von acht Burgmannshöfen umgeben, von denen noch vier, Münsterhof, Merveldter Hof, Borchhorster Hof und Sendenhof erhalten sind. Vom Valkenhof ist lediglich das Kellergeschoss erhalten. Die Gründung der Burgmannshöfe geht auf das 11. Jahrhundert zurück.[8] Alle wurden mehrfach umgebaut, die ältesten stammen in ihrer heutigen Gestalt aus dem 16. Jahrhundert.

Zeugen des städtischen Selbstbewusstseins sind die St.-Gertrudis-Kirche (Anfang des 14. Jahrhunderts) und das Alte Rathaus von 1571, ein auf dem Untergeschoss aus Bruchsteinmauerwerk aufgesetzter, vorkragender Ziegelbau. Es dient nach dem Umzug der Stadtverwaltung 1963 und grundlegender Sanierung heute als Sitzungssaal und Trauzimmer.

Außerhalb der Stadt befindet sich das 1217 erstmals urkundlich genannte Haus Alst, ehemals Sitz der Familie Schorlemer-Alst. Sehenswert ist auch die denkmalgeschützte Kapelle St. Antonius Abt.

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Horstmar.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Strukturwandel in der Textilindustrie des Münsterlandes, der Horstmar als Sitz der damals größten Strumpffabrik Europas Schulte & Dieckhoff direkt betraf, blieb weitgehend ohne Folgen für seine Wirtschaft. Die ehemaligen Produktions- und Lagerhallen sind heute in der Hand diverser anderer Unternehmen. Etwa erwarb die Firma Schmitz-Cargobull AG das Verwaltungsgebäude und richtete dort seine repräsentative Firmenzentrale ein.[9]

Die Stadt verfügt über jeweils ein Gewerbegebiet in beiden Ortsteilen mit einer Gesamtfläche von etwa 27 ha.[10]

In Horstmar sind u. a. folgende große, überregional bekannte Unternehmen ansässig:

  • Coppenrath Verlag KG Distribution
  • Reventa GmbH & Co. KG, Kunststoffverarbeitungsunternehmen
  • Schmitz Cargobull
  • Hotel Restaurant Holskenbänd

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Horstmar ist direkt über die Landstraßen L 579 an die Bundesstraße 54 zwischen Gronau an der niederländischen Grenze und Wiesbaden angeschlossen. Weiterhin sorgt sie für eine Anbindung an die A 31 zwischen Nordseeküste und Ruhrgebiet, sowie der A 1. Über die L 580 ist die Kreisstadt Steinfurt im Norden in weniger als 10 Autominuten zu erreichen. Der Regionalflughafen Flughafen Münster/Osnabrück im Osten liegt gut 35 km entfernt und kann binnen 40 Minuten mit dem PKW erreicht werden.[11]

Im öffentlichen Personennahverkehr sind beinahe ausschließlich die Buslinien S70 (Münster - Winterswijk, NL) und R81 (Steinfurt - Coesfeld) verfügbar.[12] Beide verkehren tagsüber im Stundentakt, zu Berufsverkehrszeiten häufiger.[13][14] Am Wochenende verkehrt der Nachtbus auf der Linie N6.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Bundesamt – Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2012
  3. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Nordrhein-Westfalen, herausgegeben von Franz Petri und Georg Droege. Kröner Verlag, Stuttgart 1970, S. 343.
  4. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 249.
  5. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 96.
  6. WDR: Kommunalwahlen 2009
  7. Ergebnis Stadtratswahl Horstmar 2014
  8. Burgmannshöfe auf der Webseite der Stadt Horstmar
  9. Handel & Gewerbe auf der Website der Stadt Horstmar, abgerufen am 17. Februar 2015
  10. Gewerbegebiete auf der Website der Stadt Horstmar, abgerufen am 17. Februar 2015
  11. Verkehrsanbindung auf der Website der Stadt Horstmar, abgerufen am 17. Februar 2015
  12. Busfahrplan der Haltestelle Koppelstraße
  13. Fahrplan Buslinie R81, Steinfurt - Coesfeld
  14. Fahrplan Buslinie S70, Münster - Winterswijk, NL

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Horstmar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien