Hortillonnages von Amiens

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Die Hortillonages

Die Hortillonnages von Amiens sind in Feuchtgebieten angelegte Kleingärten, die wohl seit der Zeit der Römerherrschaft, jedenfalls aber seit dem Mittelalter der Versorgung der Einwohner von Amiens mit Obst und Gemüse dienten. Die Nutzung hat sich in neuerer Zeit zu Blumen und Obstbäumen und zu Wochenendquartieren gewandelt.

Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff leitet sich von dem spätlateinischen „hortellus“ (Gärtchen) ab.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über die Hortillonnages auf die Kathedrale von Amiens

Die Hortillonnages liegen in den Tälern der Somme und der Avre oberhalb der Stadt in den Gemeinden Camon, Lamotte-Brebière, Longueau und Rivery und umfassen heute noch eine Fläche von rund 300 ha (gegenüber ursprünglich rund 10000 ha).

Erschließung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hortillonnages d'Amiens.JPG

Die „aires“ genannten Inseln der Hortillonnages werden durch ein 65 km langes Netz von Kanälen („rieux“) erschlossen. Der Verkehr erfolgt mittels langer, flacher Kähne mit geneigtem Bug, die auch der touristischen Erschließung dienen, für die aber mehr und mehr Elektroboote genutzt werden. Die Besucherzahl wird mit jährlich rund 100.000 angegeben.[1]

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vertreten sind unter anderem Seerosen, Schilf, Wiesenfuchsschwanz und Pfeilkraut, Wasserhuhn und Haubentaucher, Schleien, Aiteln, Aale und Hechte.

Zweckverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinden Amiens, Rivery und Camon haben 1973 einen Zweckverband (seit 1977 „Syndicat intercommunal pour l'aménagement et la sauvegarde des Hortillonnages“) gebildet, der inzwischen in der Communauté d’agglomération Amiens Métropole aufgegangen ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christophe Verkest, «Ils veulent nous emmener en bateau», Quotidien Le courrier picard – édition Région d'Amiens, 29. März 2008

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gérard Devaux, Les Hortillonnages d'Amiens, Amiens, C.R.D.P., 1984.
  • Paule Roy, Les Hortillonnages, Amiens, Courrier picard et Crédit agricole de la Somme, 1981.
  • Michelin-Reiseführer Nordfrankreich – Umgebung von Paris, 1997, ISBN 2-06-234401-5, S. 68 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hortillonnages von Amiens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien