Horw

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Horw
Wappen von Horw
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Luzern-Land
BFS-Nr.: 1058i1f3f4
Postleitzahl: 6048
Koordinaten: 666336 / 20765847.0166588.311114441Koordinaten: 47° 1′ 0″ N, 8° 18′ 40″ O; CH1903: 666336 / 207658
Höhe: 441 m ü. M.
Fläche: 20.43 km²
Einwohner: i13'618 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 667 Einw. pro km²
Website: www.horw.ch
Horw

Horw

Karte
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Horw (mundartlich Horb) ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Luzern-Land des Kantons Luzern, Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Horw ist ein südlicher Vorort der Stadt Luzern und liegt am Vierwaldstättersee am Fusse des Pilatus. Zu Horw gehören der Bireggwald (ein Hochwald) im Nordosten und die Halbinsel Horw im Osten der Gemeinde, sowie das (Schwemmland-)Gebiet westlich der beiden und Gebiete am Pilatushang.

Der recht grosse Bireggwald liegt zwischen dem Dorf und den südöstlichen Quartieren der Stadt Luzern (u.a. Matthof und Hirtenhof). Nordwestlich von ihm ist das Quartier Biregg, welches zwar politisch zu Horw gehört, aber mit der Stadt Luzern zusammen gewachsen ist.

Die Halbinsel Horw ist mit Ausnahme des Dickiwalds fast vollständig gerodet. An den Uferpartien des Vierwaldstättersees liegen zahlreiche Siedlungen. Die grössten sind die Ortsteile St. Niklausen im Osten und Kastanienbaum im Südosten der Halbinsel. Bei Felmis/Halten, südlich des Bireggwalds im Norden der Halbinsel, entstand in den letzten Jahren ein grosses Neubauquartier.

Das Dorf Horw mit den Teilen Waldegg, Althof und Rank ist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark gewachsen und verstädtert und wird von mehreren Bächen durchflossen. Südöstlich des Dorfes liegt an der Nordwestecke der Halbinsel der Ortsteil Winkel an der Horwer Bucht. Winkel und der - westlich davon - ebenfalls an der Horwer Bucht liegende Ortsteil Ennethorw sind durch die rege Bautätigkeit mit dem Dorf verwachsen.

Ennethorw liegt am Fuss des Pilatushangs. Dieser ist grösstenteils bewaldet und durch ihnen fliessen zahlreiche Bäche. Die grössten sind der Steinibach, der durch Horw-Dorf fliesst und im Delta in der Horwer Bucht in den Vierwaldstättersee einmündet und der Wiedenbach, welcher am Westufer der Horwer Bucht in den See einfliesst. Das Waldgebiet, welches die Gemeinden Horw und Hergiswil NW trennt, heisst Haltiwald.

Der tiefste Punkt der Gemeinde ist der Seespiegel auf 434 m.ü.M. Der höchste Punkte der Gemeinde liegt zwischen der Krienseregg und Fräkmünt auf 1'281 m.ü.M. im Hochwald (auch Oberer Wald genannt).

Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von mehr als 20 km². Davon sind allerdings nur 1287 ha Landgebiet. Dieses wird zu einem Drittel (32,4 %) landwirtschaftlich genutzt. Rund ein Viertel (24,1 %) ist Siedlungsfläche. Der Bireggwald und Wälder am Pilatushang bedecken 42,4 % des Gemeindeareals.

Horw grenzt im Norden an Luzern, im Westen an Kriens und im Süden an Hergiswil NW (auch Hergiswil am See genannt). Der Vierwaldstättersee bildet eine natürliche Gemeindegrenze im Süden und Osten.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 836
1837 1'278
1860 1'244
1880 1'278
1910 2'234
1920 2'293
1930 2'715
1941 3'553
1950 4'621
1960 7'638
1970 10'632
1980 11'629
1990 11'782
2000 12'648
2010 13'444

Die Einwohnerzahl wuchs von 1798 bis 1837 rasch an (1798-1837:+52,9 %), um anschliessend bis 1860 leicht zu sinken. Zwischen 1880 und 1910 folgte ein weiterer Wachstumsschub (1880-1910:+74,8 %). Im folgenden Jahrzehnt stagnierte die Bevölkerung. Danach kam ein unaufhörlicher Bevölkerungsanstieg bis 1990. Kurz vor 1970 wurde die Marke von 10'000 Einwohnern überschritten. Seither gilt Horw statistisch gesehen als Stadt. Im Jahrzehnt vor dem Jahr 2000 folgte wiederum eine Wachstumsphase. Seither ist die Einwohnerzahl leicht rückläufig.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 86,47 % Deutsch, 2,32 % Italienisch und 2,01 % Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

Früher war die gesamte Einwohnerschaft Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Die religiöse Landschaft sieht heute (Stand 2000) wie folgt aus. Es gibt 64,46 % römisch-katholische-, 15,06 % evangelisch-reformierte und 1,70 % orthodoxe Christen. Daneben finden wir 8,63 % Konfessionslose, 3,73 % Muslime und 1,07 % Anhänger anderer nichtchristlicher Religionen. Die Muslime sind in der Mehrheit Bosniaken sowie Albaner aus dem Kosovo und Mazedonien. Dazu kommen einige Türken und Kurden. Der Grossteil der Anhänger anderer nichtchristlicher Religionen sind Hindus tamilischer Herkunft.

Herkunft - Nationalität[Bearbeiten]

Ende 2004 waren von den 12'296 Einwohnern 10'396 Schweizer und 1'900 (15,5 %) Ausländer. Bei der letzten Volkszählung waren 77,23 % (einschliesslich Doppelbürger 81,89 %) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Italien, Deutschland, Serbien-Montenegro (sowohl Slawen wie Albaner), Sri Lanka (Tamilen), Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Portugal.

Politik[Bearbeiten]

Einwohnerrat (Legislative)[Bearbeiten]

Die Anliegen der Bevölkerung werden durch einen Einwohnerrat vertreten. Er besteht aus 30 Mitgliedern und wird alle vier Jahre im Proporzwahlverfahren gewählt.

Partei 2012 2008 2004
CVP 9 9 11
SVP 7 8 5
FDP 7 7 7
L20 7 6 7

Gemeinderat (Exekutive)[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Horw besteht aus fünf Mitgliedern. Alle führen ihre Tätigkeit im Nebenamt (50-80 %) aus. Die Gemeinderäte werden alle vier Jahre im Majorzverfahren gewählt.

Die fünf Gemeinderäte der Legislaturperiode 2012-2016 sind:

  • Markus Hool (FDP), Gemeindepräsident
  • Manuela Bernasconi (CVP)
  • Oskar Mathis (L20)
  • Hans-Rudolf Jung (CVP)
  • Robert Odermatt (SVP)

In der Legislatur 2008-2012 bestand der Gemeinderat aus 2x FDP, 2x CVP und 1x L20

Schule, Hochschule[Bearbeiten]

In Horw gibt es vier Schulzentren der Primarstufe (Hofmatt, Kastanienbaum, Allmend und Spitz) und ein Schulzentrum der Sekundarstufe I.

In Horw ist die Hochschule Luzern - Technik & Architektur beheimatet. Sie ist eines der fünf Departemente der Hochschule Luzern und bietet Studiengänge in Architektur, Bautechnik (Bauingenieur), Elektrotechnik, Gebäudetechnik, Informatik, Innenarchitektur, Maschinentechnik und auch Wirtschaftsingenieur/Innovation an. Die Schule ist sehr interdisziplinär und praktisch ausgerichtet, so haben die meisten der Studenten vorher eine Berufslehre und eine Berufsmaturität absolviert.

Die Abteilung Gebäudetechnik ist einmalig in der Schweiz. Sie ist in drei Studienrichtungen unterteilt: Heizung-Lüftung-Klima (HLK), Heizung-Sanitär (HS) und Gebäude-Elektroengeneering (EE). Jedes Jahr schliessen rund 25 hochqualifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure aus dem ganzen Land diese Ausbildung ab. Ihre berufliche Zukunft liegt hauptsächlich in der Planung und Umsetzung von vielfältiger Gebäudetechnik in der Baubranche.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist hervorragend durch den Öffentlichen Verkehr erschlossen. Sie liegt an den Bahnlinien Luzern - Interlaken (mit S-Bahn-Linie 5 Luzern - Giswil), im Volksmund Brünigbahn genannt, und Luzern - Stans - Engelberg (mit S-Bahn-Linie 4 von Luzern nach Wolfenschiessen) der Zentralbahn und verfügt über die S-Bahn-Haltestellen Horw und (seit Dezember 2004) Kriens-Mattenhof, welches zwar auf Krienser Gemeindegebiet liegt, jedoch hauptsächlich das Horwer Brändiquartier erschliesst. Nebst der Schiene gibt es noch diverse Buslinien. Das politisch zu Horw gehörende Luzerner Quartier Biregg ist durch die Linie 7 des Trolleybus Luzern erschlossen. Sie wird von den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL) bedient und führt vom Biregghof über den Bahnhof Luzern nach Wesemlin-Unterlöchli. Die Quartiere auf der Horwer Halbinsel sind durch die Buslinie 21 (Kriens Zentrum-Pilatusmarkt-Horw Bahnhof-Kastanienbaum-St. Niklausen-Luzern Bahnhof) ins Netz des öffentlichen Verkehrs eingebunden. Hauptlinie ist die Linie 20 (Luzern Bahnhof-Horw-Ennethorw/Technikum). Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 führt die Autobus-Linie 14 von Horw Zentrum über das Einkaufszentrum Pilatusmarkt, das Krienser Gewerbegebiet Schlund und der östlichen Grenze von Kriens entlang nach Luzern und weiter zur Klinik St. Anna (Luzern) und ins Würzenbachquartier in Luzern. Die Linie 16 verbindet das Spitz- und Rainliquartier in Horw über Horw Zentrum, den Pilatusmarkt, das Gewerbegebiet Schlund und die Kuonimatt mit dem Zentrum der Nachbargemeinde Kriens.

Horw liegt an der Hauptstrasse Luzern-Sarnen-Interlaken bzw. Luzern-Stans-Engelberg (bis Hergiswil NW gemeinsam). Es verfügt über den Autobahnanschluss Luzern-Horw im Gebiet Schlund an der A2. Für gewisse Quartiere sind auch die Autobahnanschlüsse Luzern-Kriens und Luzern-Zentrum - beide ebenfalls an der A2 - von Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Siedlungsgeschichte Horws ist bedeutend länger als in historischen Schriften vermerkt. Auf Gemeindegebiet wurden Funde aus prähistorischen Zeitabschnitten (u. a. der Steinzeit und der Bronzezeit) geborgen.

Die Gemeinde war Teil des Besitzes des Hofklosters zu Luzern. Erstmals erwähnt wird der Name in Form von Horwe im Jahr 1231, als Walther von Hochdorf und dessen Gattin Berta ihre Güter dem Hofkloster vermachen. 1291 wurden die Habsburger die neuen Herren. Nach der Schlacht bei Sempach übernahm die Stadt Luzern im Jahr 1395 die hohe Gerichtsbarkeit, 1425 auch die niedere. Horw wird zur Zahlung eines hohen Geldbetrags verpflichtet, weil es sich 1653 im Bauernkrieg gegen die Stadt Luzern stellte. Beim Winkel gab es damals ein Gefecht zwischen den aufständischen Bauern und den Truppen der Stadt.

Bei der Eroberung der Schweiz durch die Franzosen im Jahr 1798 wurden Truppen einquartiert, die den Auftrag hatten, die rebellischen Nidwaldner zu unterwerfen. Bis in dieses Jahr wurde Horw als Teil der Landvogtei Kriens verwaltet. Bis 1803 gehörte es zum Distrikt Luzern, seither zum Amt Luzern. In den Jahren 1844 und 1847 waren wiederum Truppen in Horw stationiert (Freischaren respektive Eidgenössische).

Sonstiges[Bearbeiten]

Horw ist eine der steuergünstigsten Gemeinden des Kantons Luzern.

Bilder[Bearbeiten]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

SchweizSchweiz Bratsch, Wallis (Schweiz)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Horw – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)