Hoshangabad (Distrikt)

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Distrikt Hoshangabad
(Hindi होशंगाबाद जिला)
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Madhya Pradesh
Division: Narmadapuram
Verwaltungssitz: Hoshangabad
Fläche: 5408 km²
Einwohner: 1.241.350 (2011)
Bevölkerungsdichte: 230 Ew./km²
Website: https://hoshangabad.nic.in/en/

Der Distrikt Hoshangabad (Hindi होशंगाबाद जिला) ist ein Distrikt des zentralindischen Bundesstaats Madhya Pradesh. Verwaltungszentrum ist die gleichnamige Stadt Hoshangabad.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt Hoshangabad liegt südlich des Narmada-Flusses; er grenzt im Südwesten an den im Jahr 1998 abgetrennten Distrikt Harda, im Nordwesten an den Distrikt Sehore; im Norden wird der Distrikt begrenzt durch den Distrikt Raisen; im Nordosten grenzt der Distrikt Narsinghpur an, im Südosten der Distrikt Chhindwara sowie im Süden der Distrikt Betul.[1]

Die nördliche Grenze des größtenteils zwischen 300 und 350 m hoch gelegenen Distrikts bildet der heilige Fluss Narmada, dessen Nebenfluss, der Tawa, östlich von Hoshangabad in die Narmada einmündet. Im Süden des Distrikts erhebt sich das Satpuragebirge, das innerhalb der Distriktsgrenzen maximal ca. 1350 m Höhe erreicht; hier befindet sich der im Jahr 1981 gegründete Satpura-Nationalpark.[2] Die Regenmenge unterliegt starken Schwankungen. Aber rund 90 % fallen während der sommerlichen Monsunzeit (zweite Juniwoche bis Ende September). In den Monaten Juli bis September ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Am wärmsten ist es in den Monaten April bis Juni.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von den großen Ereignissen der Geschichte Indiens kaum berührte Region kam im 15. Jahrhundert unter die Herrschaft des Sultanats Malwa mit der Hauptstadt Mandu. Im Jahr 1531 wurde die Region vom Bahmani-Sultanat erobert, doch bereits 30 Jahre später fiel sie an das Mogulreich; im Jahr 1740 kam sie an das Marathen-Reich und wurde von der Holkar-Dynastie beherrscht. Seit dem Jahr 1818 stand das Gebiet unter britischer Kontrolle. Nach der Unabhängigkeit Indiens (1947) bzw. nach der Gebietsreform des Jahres 1956 kam das Gebiet zum neu geschaffenen Bundesstaat Madhya Pradesh. Im Jahr 1998 wurde der Distrikt Harda abgetrennt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung nur schwach. Dies wegen Seuchen, Krankheiten und Hungersnöten. Seit der Unabhängigkeit Indiens hat sich die Bevölkerungszunahme beschleunigt. Während die Bevölkerung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts um rund 11 % zunahm, betrug das Wachstum in den fünfzig Jahren zwischen 1961 und 2011 187 %. Die Bevölkerungszunahme zwischen 2001 und 2011 lag dagegen bei nur 14,49 % oder rund 157.000 Menschen. Offizielle Bevölkerungsstatistiken der heutigen Gebiete sind seit 1901 bekannt und veröffentlicht.[4]

Jahr 1901 1911 1921 1931 1941 1951 1961 1971 1981 1991
Einwohner 328.593 337.601 327.892 358.908 359.521 363.758 432.836 567.305 709.104 886.449

Bedeutende Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Distrikt gibt es 12 Orte, die als Städte (towns und census towns) gelten. Deshalb ist der Anteil der städtischer Bevölkerung für regionale Verhältnisse hoch. Denn immerhin 389.986 der 1.241.350 Einwohner oder 31,42 % leben in städtischen Gebieten.[5] Die weitaus größten Siedlungen sind der Hauptort Hoshangabad mit 117.988 Einwohnern und Itarsi mit 99.330 Einwohnern. Daneben gibt es folgende Orte mit mehr als 10.000 Bewohnern:

Volksgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Indien teilt man die Bevölkerung in die drei Kategorien general population, scheduled castes und scheduled tribes ein. Die scheduled castes (anerkannte Kasten) mit (2011) 205.007 Menschen (16,56 Prozent der Bevölkerung) werden heutzutage Dalit genannt (früher auch abschätzig Unberührbare betitelt). Die scheduled tribes sind die anerkannten Stammesgemeinschaften mit (2011) 197.300 Menschen (15,89 Prozent der Bevölkerung), die sich selber als Adivasi bezeichnen. Zu ihnen gehören in Madhya Pradesh 46 Volksgruppen. Mehr als 5000 Angehörige zählen die Gond (132.846 Personen oder 10,70 % der Distriktsbevölkerung), Korku (42.117 Personen oder 3,39 % der Distriktsbevölkerung) und Mawasi (5823 Personen oder 0,47 % der Distriktsbevölkerung).[6]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verwaltungseinheit Hoshangabad gibt es als Tehsil oder Distrikt seit dem 19. Jahrhundert. Der Distrikt Hoshangabad besteht aus den acht Verwaltungsbezirken (Tehsils oder Subdivisions) Babai, Bankhedi, Dolariya, Hoshangabad, Itarsi, Pipariya, Seoni-Malwa und Sohagpur. Er zählt 12 Städte und 921 bewohnte Dörfer mit acht Stadtverwaltungen und 421 Dorfverwaltungen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt Hoshangabad ist in sehr hohem Maße landwirtschaftlich geprägt, wobei auch Wanderarbeiter – vor allem auf den zahlreichen Baumwollfeldern – bis in die heutige Zeit eine nicht unwichtige Rolle spielen. Lediglich in den wenigen Städten gibt es einige größere Geschäfte und Handwerksbetriebe sowie Banken, Hospitäler und weiterführende Schulen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Dörfer sind über Buslinien an das regionale Verkehrsnetz angeschlossen; zwei überregionale Bahnstrecken kreuzen sich in Itarsi. Wichtigste Eisenbahnlinien sind die Strecken von Jabalpur nach Jalgaon und von Bhopal nach Nagpur. Im gesamten Distrikt gibt es an den beiden Linien zahlreiche Bahnhöfe[7]. Hinzu kommen als überregionale Straßenverbindungen der National Highway 46 (von Nord nach Süd) und der National Highway 22 (von West nach Ost) mit dem Verkehrsknoten Hoshangabad sowie einige State Highways.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet des ansonsten touristisch kaum erschlossenen Distrikts Hoshangabad befindet sich der waldreiche Satpura-Nationalpark, wo noch zahlreiche Wildtiere leben, darunter auch Tiger. Nur ca. 2 km südlich von Hoshangabad befinden sich die Adamgarh Hills, wo prähistorische Felsmalereien entdeckt wurden.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hoshangabad district – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karte der Verwaltungseinheiten von Madhya Pradesh
  2. Distrikt Hoshangabad – Karte mit Höhenangaben
  3. Hoshangabad – Klimatabellen
  4. Census of India, Decadal Variation in Population since 1901 in Madhya Pradesh
  5. Einwohnerzahlen der Städte bei citypopulation
  6. Individual Scheduled Tribe Primary Census Abstract Data and its Appendix', Distrikt Hoshangabad Zeilen 2883 bis 2987 (engl.; excel)
  7. Liste der Bahnhöfe
  8. Sehenswürdigkeiten

Kleiner Text